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Glossar

Indirekte Sterbehilfe

Indirekte Sterbehilfe ist die in Kauf genommene Beschleunigung des Todeseintritts als Nebenwirkung einer Aufnahme von schmerzlindernden Medikamenten. Dies erfolgt in Krankenhäusern regelmäßig mit Morphin im Endstadium, z.B. bei Krebserkrankungen. Die indirekte Sterbehilfe ist in der Strafrechtswissenschaft in Deutschland ausgiebig diskutiert worden. Im Ergebnis sind sich alle einig, dass der Arzt hier straffrei bleiben muss. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs kann sogar die Nichtverabreichung notwendiger Schmerzmittel mit der Begründung, keinen vorzeitigen Tod herbeiführen zu wollen, als Körperverletzung (§ 223 bis § 233 Strafgesetzbuch) oder unterlassene Hilfeleistung (§ 323c Strafgesetzbuch) bestraft werden.



14.07.2015