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Glossar

Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist eine Willenserklärung, die der Patient für den Fall formuliert, dass er seinen Willen krankheitsbedingt nicht mehr selbst äußern kann. Generell setzt jede medizinische Behandlung die Zustimmung des Patienten voraus. Wenn der Patient bewusstlos oder nicht mehr in der Lage ist, eine freie Entscheidung über den Abbruch der Behandlung zu treffen, muss der mutmaßliche Wille des Patienten ermittelt werden. Dabei hilft eine Patientenverfügung, in der der Patient schon im Voraus formuliert, ob der Arzt zum Beispiel alle Möglichkeiten moderner Medizin ausschöpfen soll, um sein Leben zu erhalten, oder ob er auf lebensverlängernde Behandlungsmethoden verzichten soll. Wie eine Patientenverfügung formuliert sein soll, ist gesetzlich nicht geregelt. Das Dokument ist rechtlich verbindlich, wie der Bundesgerichtshof am 17. März 2003 bestätigt hat. Allerdings hat er auch festgestellt, dass es in Konfliktfällen bei der gegenwärtigen Rechtslage noch Probleme bei der Durchsetzung einer Patientenverfügung geben kann, die einen schnelleren Tod des Patienten zur Folge hätte. Eine Patientenverfügung hat außerdem nicht ein für alle Mal unbedingte Gültigkeit: Sie kann jederzeit formlos widerrufen werden. Die Beteiligten müssen sich also immer Gedanken darüber machen, ob die Aussagen in der Patientenverfügung noch dem aktuellen Willen des Patienten entsprechen.



14.07.2015