Warnschild, Risiko, Gefahr

Michael Opielka am 02.03.2015

Was für ein Grundeinkommen spricht

Das bedingungslose Grundeinkommen würde unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Wir wären damit eine reiche Gesellschaft, die ihren Reichtum jedem zugänglich macht. Eine Gesellschaft für alle, sagt Prof. Michael Opielka.

Bedingungsloses Grundeinkommen, Zukunft der ArbeitBietet ein Grundeinkommen mehr Raum für Kreativität und Selbstverwirklichung? Das glauben zumindest viele Befürworter. Lizenz: cc by-sa/2.0/de

Im 21. Jahrhundert ist der Kapitalismus, die historische Vorgabe des Sozialstaats, wieder ins Gerede gekommen. Zusammen ergeben Kapitalismus und Sozialstaat die von Gøsta Esping-Andersen als "Wohlfahrtskapitalismus" bezeichnete gesellschaftliche Regime-Formation. Freilich unter einer Bedingung, die die Sozialpolitik zugleich gefährdet und benötigt: der Globalisierung. Zum einen, weil sie ihre nationalwirtschaftliche und nationalstaatliche Konstitution gefährdet. Zum anderen, weil die Globalisierung wiederum eine fundamentaldemokratische, nämlich menschenrechtliche und damit verstärkt ideelle Begründung der Sozialpolitik fordert. Es bleibt ausreichend Grund zur Beunruhigung über fortbestehende, globale Ungleichheit und Armut, wie die breite Resonanz auf Thomas Pikettys "Das Kapital im 21. Jahrhundert" demonstriert. Daher gibt es gute Gründe, die Sozialpolitik als eine zentrale Arena der Gesellschaftsgestaltung im 21. Jahrhundert zu betrachten. Im Folgenden geht es um eine aktuelle und hoch bedeutsame Diskussion: Wäre eine allgemeine, gleiche und unmittelbare Nutznießung aller Menschen an den Erträgen der kapitalistisch verfassten Wirtschaft durch sozialpolitische Regulierung ratsam? Und wenn ja, wie könnte diese Regulierung öffentlicher Güter als Ensemble sozialer Rechte gelingen? Würde ein allgemeines und gleiches, garantiertes Grundeinkommen in einem solchen Zukunftsentwurf eine zentrale Rolle einnehmen?

Die Zukunft des Sozialstaats



Was aber müssen die Gestaltungsprinzipien künftiger Sozialpolitik sein? Sind Strukturinnovationen wie das garantierte Grundeinkommen geradezu erforderlich, die die weitgehend erwerbsbezogene Logik des bisherigen Sozialstaats verändern? Oder soll die seit den Workfare-Agenden von Reagan, Thatcher, Blair und Schröder ("Agenda 2010") forcierte Verschärfung der Kopplung von Erwerbsarbeit und Sozialeinkommen ("Kommodifizierung") fortgeschrieben werden? Ist es politisch und ethisch geboten, die "arbeitende Mitte" (Sigmar Gabriel) der Gesellschaft hervorzuheben? Wer wäre die "nicht-arbeitende Mitte" oder gar ihr Rand? Wer in diesen Diskursen von "Arbeit" spricht, meint Erwerbsarbeit und in der Regel Lohnarbeit, also eine der Substanzen des Kapitalismus.

Eine andere Gesellschaft



Die Idee des Grundeinkommens findet seit einigen Jahrzehnten in allen politischen Lagern Gehör, wenngleich noch als Minderheitenposition. Ein Grundeinkommen würde in die Arbeits- und Lebenswelt eingreifen, indem es tief sitzende Werteorientierungen zur Funktion der Arbeit in Frage stellt. Zugleich aber würde dieses Konzept im Lichte unterschiedlicher gesellschaftspolitischer Grundrichtungen auch sein Gesicht verändern.

Ein Grundeinkommen ist das Recht auf ein existenzsicherndes Einkommen, das jedes Mitglied einer Gesellschaft unabhängig von Leistung und Herkunft beanspruchen kann. Eine Gesellschaft mit Grundeinkommen ist eine andere Gesellschaft als die heutige. Sie ist eine Gesellschaft für Alle. Ihre Institutionen richten sich zuerst, so die Idee, an den Menschenrechten aus. Etwa die Hälfte des gesellschaftlichen Einkommens wird vor aller weiteren Verteilung über Arbeit oder Vermögen allen Bürgern als Grundrecht garantiert. Eine Grundeinkommensgesellschaft ist eine reiche Gesellschaft, die ihren Reichtum allen Mitgliedern zugänglich macht.

Ein Modell für alle



Lässt sich ein Grundeinkommen als soziales Bürgerrecht mit großer Migration und Flüchtlingsintegration vereinbaren? Würde nicht durch ein Grundeinkommen auch für Flüchtlinge das Vorurteil bestätigt, dass Ausländer in opulente Sozialsysteme einwandern wollen? Vermutlich dürfte ein Grundeinkommen dazu beitragen, dass wohlhabende Gesellschaften noch genauer prüfen, welche Zuwanderer die besten Integrationschancen haben. Aber das gilt für jede gute Sozialpolitik, ob bei Gesundheit, Bildung, Wohnen oder Pflege. Am besten wird daher ein Grundeinkommen Schritt um Schritt weltweit erkämpft. Deutschland ist hier schon weit. Während auf der Vorderbühne der politischen Debatte noch immer um die "wirklich Bedürftigen" und die "arbeitende Mitte" gestritten wird, haben sich die höchsten Gerichte und die klare Mehrheit der Bevölkerung längst entschieden: wir brauchen soziale Grundrechte für alle Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben. Das Grundrecht auf ein Einkommen gehört dazu. Die technische Umsetzung, das Verhältnis eines Grundeinkommens zum Arbeitsmarkt (Kombilohn) und zu anderen Sozialleistungen (Rente usf.) ist nicht einfach, aber lösbar. Mit einem Grundeinkommen wird nicht Milch und Honig fließen. Aber Sicherheit. Das ist in einer verwirrenden Welt viel.


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-sa/3.0
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

Ihr Kommentar:

(*) Diese Felder sind Pflichtfelder

Ihr Kommentar wird von der Redaktion geprüft und dann freigeschaltet


Kommentare anderer Nutzer

PiratchenLukai | 04.03.2016 um 20:45 [Antworten]

Meine Meinung

Warum werden immer Professoren und Doktoren für solche Texte ausgegraben? Sind die glaubwürdiger als ein vernünftig denkender Mensch.

Seit wann ist Deutschland schon weit mit einem BGE?
Das stimmt doch gar nicht.
Der Staat Deutschland ist soweit wie mit den E-Autos, schnellem Internet überall, FreiFunk und fairen Mobilfunktarifens.h. Finnland LTE ohne Drosselung für 16,99€/pM nämlich Schlusslicht in der Welt!
Es gibt von Bürgern initiierte Projekte wie www.meingrundeinkommen.de oder www.sanktionsfrei.de da ist der Staat in keiner Weise mit involviert! Nur so kann/muss man sich leider gegen eine ungerechte Politik wehren.
Nein, die Idee und Gedanken kommen von einfachen Bürgern und nicht von unserer Regierung oder Professoren/Doktoren, denn für die Regierung wäre es mehr als unbequem, wenn Menschen eine sichere Freiheit durch ein BGE hätten. Denn dann würde sie ja die Kontrolle über die Mittelschicht und Unterschicht verlieren.
Oder wie sonst ist es zu verstehen das die Reichen über Jahrzehnte hinweg immer weniger Steuern zahlen mussten? Gerade die Regierungen Deutschlands hat in den letzten Jahrzehnten immer eine positive Steuerpolitik für Reiche umgesetzt und nicht für die meisten Menschen in diesem Land?! Das ist weder eine christliche noch eine soziale Politik die hier über Jahrzehnte erbracht wurde/wird!
Die Finanzierung eines BGE wäre das kleinere Übel, das größte Übel daran ist eher, das man schon seit Jahren ein BGE haben könnte, wenn man denn nur wollte.

Darum jetzt und in Zukunft die Partei wählen die das BGE im Programm hat!

"...um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,
im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben,
im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen,
gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und

dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,..."
!
Präambel der Schweizer Verfassung
Besser kann man es nicht ausdrücken.

@PiratchenLukai

PeterVoss | 10.03.2016 um 21:09 [Antworten]

Michael Opielkas Beitrag zum Grundeinkommen

Das Einzige, was ich im Opielkabeitrag zu beanstanden habe, ist, dass das Herkunftslandprincip innerhalb der EU nicht taugt, um den Wohlfartstaat mit einem Grundeinkommen zu verbessern. Nicht, dass ich glaube, dass die Menschen aus fremden Ländern alle zu uns kommen würden; dazu bedarf es schon bedeutsamerer Gründe. Aber wenn der Hinzuziehende nicht recht in die Gemeinschaft einzahlt in Form von Steuern, evt. davon gesonderte Sozialabgaben und Krankenkassenbeiträge und damit nicht zum öffentlichen Einkommen beitragen, dann ginge es nicht. Die neoliberalen Vorstellungen sich eben Gift für das Grundeinkommen.

Roland Weber | 16.03.2016 um 17:49 [Antworten]

Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen

Ein BGE würde in der Tat viel Freiraum für die Menschen bedeuten. Die Menschenwürde könnte tatsächlich einmal ernst genommen werden. Eine riesige Bürokratie zur Überwachung, Auszahlung und Abstrafung, erfolglosen Maßnahmen, vermeintlicher Qualifizierung, verlogene Aktivitäten und aufgetischte Scheinargumente könnte man auf den Müll geben bzw. die dadurch frei gewordenen Ressourcen für Sinnvolleres nutzen. Tatsache dürfte leider sein, dass viele Menschen gar nicht arbeiten können, aber in diesem System so tun müssen, als wollten und könnten sie es. Viele müssen bereits einen zweiten Job annehmen, um über die Runden zu kommen. Es müsste bei einem BGE aber auch noch nachvollziehbar sein, dass derjenige, der arbeitet, dies nicht nur der Freude wegen tut, sondern dass er davon auch noch finanziell profitiert. Und da wird es vermutlich zu schwierig. Die Politik in Deutschland war noch nie einfallsreich und angesichts der Flüchtlingsdiskussionen haben derartige Überlegungen auf Jahre hinaus keinerlei Chancen auf eine breitere Plattform oder gar Mehrheit. Leider!!!

Michael sondorp | 17.03.2016 um 21:56 [Antworten]

Transaktionssteuer

Am Besten fand ich den Vorschlag vom Ex Vize Bundeskanzler Sigg

Andreas Reffeling | 18.03.2016 um 14:06 [Antworten]

Das bedingungslose Grundeinkommen BGE

Wie wahrscheinlich ist das Bedingungslose Grundeinkommen BGE?
Mit schöner Regelmäßigkeit taucht die Forderung nach dem BGE mindestens einmal jährlich in den Medien auf. So wünschenswert es auch sein mag, so wenig wird über die Realisierbarkeit konkret nachgedacht. Ein halbwegs tragfähiges BGE würde pro Person wenigstens 600 Euro/Monat ausmachen. Zur Teilhabe in einem reichen Land reicht das immer noch nicht. Eine Finanzierung in Höhe von 300 Euro/Monat pro Bundesbürger würde knapp 300 Mrd. Euro/jährlich kosten. Die gesamten Sozialausgaben der BRD einschl. Renten und andere nicht einzusparende Sozialausgaben beträgt ca. 600 Mrd. Euro/jährlich. Eine Umstellung würde in nahezu alle Haushaltsbereiche der öffentlichen Hand durchschlagen. Die Zahlungsverpflichtungen lassen sich in einem demokratischen Rechtsstaat nicht ohne weiteres vermeiden. Ein einfaches Beispiel: Ein Rentner hat sich im Laufe seines Arbeitslebens eine Rente in Höhe von 1.200 Euro/monatlich erarbeitet. Ab sofort erhält er aber nur noch das BGE. Wenn man das nicht möchte/kann dann muss die positive Differenz zu den Rentenanspruch zusätzlich zu dem BGE finanziert werden. Ebenso die Pensionsansprüche, weitere Zuschüsse in das Sozialsystem wie Krankenkasse, Unfallversicherung, Agentur für Arbeit usw. Ohne diese Zuschüsse würden angefangen vom Kommunalen Bereich bis hin zum Bund zahlreiche bewährte Strukturen zusammenbrechen. Zur Finanzierung benötigt man somit zusätzliche Steuerquellen. Selbst bei optimistischer Schätzung könnten über Vermögens- und Erbschaftssteuer wirtschaftspolitisch neutral höchstens 100 Mrd/Euro generiert werden. Ich möchte die Idee des BGE nicht grundsätzlich in Frage stellen. Jedoch sollte bei einer solchen Diskussion nicht das Wunschdenken im Fordergrund stehen, sondern ein fundierter sehr sehr langfrister Plan entwickelt werden, damit eine Gesellschaft dieses Ziel irgendwann erreichen kann. Wie gesagt, ein BGE schlägt in fast alle politischen Entscheidungsfelder durch und kann nur mit einem sehr langen Atem verfolgt werden. Es reicht nicht, es als einen Punkt im Parteiprogramm zu haben. Vielmehr ist das ein zentraler Punkt, die eine Partei insgesamt prägt. Also kann nur eine breite Bürgerbewegung dies forcieren und hierfür Mehrheiten mobilisieren, die auch bereit sind die sich hieraus ergebenden Konsequenzen zu tragen. Leider sehe ich dies hier und heute noch nicht.

Linke Klebe | 20.03.2016 um 09:58 [Antworten]

Grundeinkommen

"Deutschland ist hier schon weit. Während auf der Vorderbühne der politischen Debatte noch immer um die "wirklich Bedürftigen" und die "arbeitende Mitte" gestritten wird, haben sich die höchsten Gerichte und die klare Mehrheit der Bevölkerung längst entschieden: wir brauchen soziale Grundrechte für alle Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben. Das Grundrecht auf ein Einkommen gehört dazu."

Sind die falschen Leute in Deutschland so weit, wie zitiert?
Ich denke, wenn es Politik und Wirtschaft wirklich wollten, dann wären wir schon einen Schritt weiter.

Elke Schneider | 23.03.2016 um 14:29 [Antworten]

Bedingungsloses Grundeinkommen

Im Prinzip haben wir über die diversen Sozialtransferleistungen heute schon so etwas wie ein "Grundeinkommen". Nur ist dieses mit Hürden, Bedingungen, vor allem aber mit Druck, Sanktionen und Schikane verbunden. Die Würde des Menschen zählt nicht mehr. Das Grundgesetz demnach auch nicht. Wegen der Steuergeschenke und -Schlupflöcher für Reiche und Konzerne steht das Geld nicht dotr zur Verfügung, wo es gebraucht wird - nämlich im sozialen Bereich. Soziale Sicherung ist heute nur noch für immer weniger Menschen garantiert. Das muss - z.B. über ein Grundeinkommen - dringend geändert werden! Geld ist genug da, es muss nur eben in das Sozialsystem fließen statt in Spekulationen und Aktien. Eine andere Bewertung von Arbeit ist notwendig. Warum wird heute die "Sorgearbeit" immer noch grottenschlecht oder sogar gar nicht entlohnt? Warum muss der Arbeitnehmer im Einzelhandel sein kärgliches Gehalt mit ALG II aufstocken und sich dann auch noch die Schikanen des Amts gefallen lassen? Warum findete eine 50-jährige keine Arbeit mehr, weil sie keine Umschulung bekommt und muss sich stattdessen anhören, sie sei ja selbst Schuld?! Gibt es ein ausreichendes bedingungsloses Grundeinkommen können sich die Arbeitgeber die heute gängigen Umgangsweisen mit Mitarbeitern à la Gutsherrenart nicht mehr leisten.
Gesellschaftswandel jetzt - für ein gutes Leben für alle und für ein bedingungsloses Grundeinkommen, das über "Einkommens- und Gewinnsteuer" finanziert werden kann!

Ute Plass | 03.04.2016 um 12:43 [Antworten]

BGE ist BürgerInnen-Diät

Um notwendige Demokratiearbeit leisten zu können bedarf
es ausreichender Zeit und psychosozialer Energien. Weder sog. voll Erwerbstätige noch Menschen im Hartz-Bezug verfügen darüber in einem gesund erhaltenden Maße. Ähnlich der Diät für die gewählte Volksvertretung benötigen alle Bürgerinnen einen
Einkommens-Etat um mehr und direkt politisch mit zu gestalten.
http://www.omnibus.org/

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist auch als grenzüber-
schreitende Idee zu verstehen:
http://bgerheinmain.blogsport.de/2015/04/27/eine-antwort-auf-internationale-migrationen/

Dieter Westphal | 08.10.2016 um 13:26 [Antworten]

BGE

Der Einstieg in das Thema ist sehr philosophisch.
Ohne den Verfassern auf die Füße treten zu wollen, würde ich damit beginnen das Thema psychologisch zu durchleuchten.

Mit dieser Diskussion wirft sich ja auch die Frage auf: Leben wir noch in einer Leistungsgesellschaft?

Einerseits ist zu spüren, dass die Anforderungen im Arbeitsleben zu hoch geschraubt sind - immer weniger Geld für immer mehr Arbeit, Überstunden ohne Bezahlung, Leiharbeit mit hohen Zuwachsraten etc.
Andererseits ist festzustelllen, dass die Anforderungen in der Schule heruntergeschraubt werden, weil die Leistungen, das wird auch durch viele Ausbildungsbetriebe bestätigt, nicht ausreichend sind, den künftigen Herausforderungen standzuhalten.

Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen und habe erleben können, wie Menschen ihre soziale Sicherheit auf Kosten anderer garantiert wurde.

Leistung und Gegenleistung müssen sich proportional entwickeln. Das sollte schon jedes Kind erlernen. Außnahmen kann es nur dort geben, wo Solidarität von Nöten ist.
Die Forderung ähnelt den Vorstellungen von Vertretern der ehemaligen kommunistischen Ideologie.

Der "reale Sozialismus" hat inzwischen den Nachweis erbracht, das es dem menschhlichen Wesen nicht gerecht wird.

Nun gibt es aber in unserer Gesellschaft soziale Ungleichheit. Es gibt Menschen, die arbeiten können und dürfen. Es gibt aber auch Menschen, die nicht das Glück haben für ihren Lebensunterhalt zu sorgen und das, unabhängig der Urschen z.B. Invalidität und Arbeitslosigkeit.
Hier ist ganz klar der Staat gefragt.
Wenn der Staat nicht garantieren kann, dass jeder durch eigene Leistung für seinen Lebensunterhalt sorgen kann, muss er für einen sozialen Ausgleich sorgen.
Die Diskussion über das BGE ist ein erster Schritt.

Neben dem, was ich zur Soliidarität äußerte, will ich auch darauf hinweisen, dass es gesamtgesellschaftliche Herausforderungen gibt im Bauwesen, iin der Alten- und Krankenpflege, in Sicherheitsfragen, im Umweltschutz usw. die noch nicht bzw. nicht ernsthaftt angepackt sind. Die Argumentation, dass man durch die Vergabe von Arbeitsaufträgen an Personen
z.B. 1 €-Job den angestammten Unternehmen die Arbeit wegnimmt und Arbeitsplätze gefährdet, ist nicht zeitgemäß und nicht zu vertreten.
Es gibt ausreichen Arbeit. Entlasten wir doch die jetzigen Arbeitnehmer. Sie wären mehr motiviert und sicherlich auch länger gesund.
Warum sollen die Reichen immer reicher werden und die Armen ärmer. Soziale Gerechtigkeit sieht anders aus!

Justine-Marie Marx | 20.01.2017 um 12:48 [Antworten]

Was für ein Grundeinkommen spricht

Sehr geehrter Verfasser,
Ich habe mir Ihren Beitrag zum Thema "Was für ein Grundeinkommen spricht" mit Begeisterung durchgelesen und bin der Meinung, dass Sie mit den oben genannten Punkten Recht behalten. Zu dem letzten Abschnitt "Ein Modell für alle" würde ich allerdings gerne etwas hinzufügen: Ein Grundeinkommen als soziales Bürgerrecht mit großer Migranten und Flüchtlingsintegration lässt sich nicht vereinbaren. Sollte es ein Grundeinkommen für alle in Deutschland geben, besteht das Interesse der Zuwanderung auf einem höherem Niveau. Das bedeutet, immer mehr Menschen bestehen nach der Zuwanderung auf das Recht eines Grundeinkommens. Als Folge dessen würde immer mehr Geld beansprucht werden, welches dann nach einer gewissen Zeit sich zum Ende neigen würde. Jeder ist daran interessiert Geld zu bekommen, wenn er dafür nicht arbeiten muss.

Christoph Strebel | 22.01.2017 um 20:09 [Antworten]

Bedenken

Es fehlt in der gesamten Betrachtung die Krankenversicherung. Von z.B. 1000€ bleiben dann noch 600€ Netto für Wohnung, Heizung, Essen, Kleidung, Reisen übrig. Der Beitrag zur K. muss für alle gleich teuer sein, da nach Bedürftigkeit nicht gefragt werden kann.

Ohne Sozialfürsorge-Bürokratie ist der Staat unfähig, bei Härtefällen mehr zu bezahlen. Auch die Sozialgerichte werden lt. Finanzierung weg gespart. Die Bürokratie kann nur entweder bürgernah und zahlreich sein oder sie kann die Zielgruppe wegen der großen Entfernung nicht erreichen.
Die Mieten in den Städten sind teurer als der BGE-Regelsatz ermöglicht. BGE-Bezieher müssen umziehen oder WGs bilden. Der Arbeitsmarkt erfordert von den Tüchtigen derzeit eine hohe räumliche Flexibilität. BGE wird dies auch gerade von den Armen fordern. Hierbei kann es auch zu verstärkter und mehrfach wiederholter Verdrängung kommen, wenn bislang billige Gebiete plötzlich angesagt sind. Arme alte Witwen müssen aus der langjährigen großen Wohnung ausziehen.

Löhne im manchen Branchen werden deutlich steigen. Dies führt zu Kostensteigerungen bei von BGE-Beziehern benötigten Gütern und Diensten. Hierdurch wird der Netto-Betrag weniger wert sein.
Lebensuntüchtige Leute werden verelenden, während in Freundeskreisen oder in Großfamilien sozial gut vernetzte, teamfähige, WG-fähige, in Selbstorganisation geschickte Leute ein leichteres Leben haben.

Tilo,Bjarne und Kai | 23.01.2017 um 11:39 [Antworten]

Netzdebatte Grundeinkommen

Wir sind der Meinung das ein geregeltes Grundeinkommen für alle sehr gut sein kann. Viele Familien aber auch alleinlebende Menschen haben Existenzängste, viele Arbeitnehmer zu wenig Einkommen erhalten und somit nicht genügend Geld für ein angenehmes Leben haben. Wenn diese Menschen ein geregeltes Grundeinkommen erhalten, würde Ihnen eine große Last von der Schulter fallen und vielleicht würden Sie ja lieber zur Arbeit gehen und mehr Freude am Leben zu haben.

Chris | 24.02.2017 um 08:33 [Antworten]

Beschwerde

Wo sind die Argumente? Meister, ich mach ein Schulprojekt und finde die nicht!!! Markiere die mal bitte. Danke.

Mit freundlichem Gruß
Chris

Jutta Fandrich | 11.03.2017 um 18:27 [Antworten]

Bedingungsloses Grundeinkommen

Von den wirtschaftlichen Erfolgen sollten alle profitieren. Die Erträge sollten allen zu Gute kommen. Das Wegfallen unangenehmer Arbeitsplätze z.B., durch Rationalisierung und Digitalisierung ist wünschenswert. Die Struktur der Arbeitswelt verändert sich u.a. dadurch wesentlich. Weniger Erwerbsarbeit ist nötig. Ein sinnvoller Umgang mit "Freizeit" muss erlernt und vor allem finanziert werden.
Diese Entwicklung ist ein "Erfolg" den Kapitalismus und freie Marktwirtschaft erreicht hat. Er gefährdet jedoch gleichzeitig das auf permanentes Wachstum angewiesene System. Somit kann das System den Erfolg, dass heute genügend Güter, Recourcen und auch die entsprechende Produktivität vorhanden sind um die gesamte Weltbevölkerung zu versorgen, nicht feiern, weil die eigendynamischen, immer vorantreibenden, selbstzerstörerischen Kräfte des Kapitalismusses dagegensprechen. Eine Logistik der gerechten, humanistischen Verteilung ist der, dem Kapital verpflichteten, ungerechten Verteilung zu bevorzugen. Deshalb ist das bedingungslose Grundeinkommen das mindeste, was den Menschen als sichernde Lebensgrundlage zugestanden werden sollte.


 
Umfrage
Welche Auswirkungen hätte eine BGE-Einführung auf Ihren Arbeitsalltag?

netzdebatte.bpb.de in Social Media

Debatte

Bedingungsloses Grundeinkommen

Was wäre, wenn jede_r von uns jeden Monat vom Staat einen festen Betrag aufs Konto überwiesen bekäme - ohne etwas dafür tun zu müssen? Das ist, vereinfacht gesagt, die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Die Idee ist kontrovers, denn sie kratz an einigen elementaren Fragen: Ist der Mensch von Natur aus faul oder fleißig? Wie sehr vertrauen wir unseren Mitmenschen wirklich? Was ist der eigentliche Sinn von Arbeit? Woran misst sich eigentlich der Wert von Arbeit? Weiter... 

Debatte

NPD-Verbot

Soll die NPD verboten werden? Oder muss die Demokratie auch ihre Feinde aushalten? Wer positioniert sich wie in der Debatte über ein Verbot der NPD? Unser Dossier-Schwerpunkt zum NPD-Verbot bietet Infos zu einer gesellschaftlichen Diskussion, die nun schon mehr als ein Jahrzehnt andauert. Weiter... 

Über Netzdebatte

Nach eineinhalb Jahren öffnet sich Netzdebatte - thematisch wie in den Formaten. Den netzpolitischen Fokus lässt das Weblog hinter sich und widmet sich künftig vielen gesellschaftspolitischen Themen mit Diskussionspotenzial. Weiter...