Beleuchteter Reichstag

Regimebehauptung und Widerstand

In diesem Schwerpunkt vereint das Deutschland Archiv Beiträge, die dem wechselseitigen Prozess von Regimebehauptung und wachsendem Widerstand gewidmet sind. Mitte der 1970er Jahre erschienen das SED-Regime und die DDR nach außen gefestigt. Mit der Unterzeichnung der Schlussakte der "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) am 1. August 1975 hatte die DDR weitere internationale Anerkennung gefunden. Dabei verkannte die SED-Leitungsebene, dass eben dieses Dokument in der Folge Ansatzpunkte für widerständiges Aufbegehren liefern würde. Und Gründe gab es genug. Die Verstetigung der wirtschaftlichen Dauerkrise schürte Unzufriedenheit. Da der Staat auf diese mit verschärfter Repression reagierte, schlossen sich immer mehr Menschen unter dem Dach der Kirchen zu Oppositionsgruppen zusammen. Kulminationspunkte bildeten die Ausweisung Wolf Biermanns und der Hausarrest Robert Havemanns.

Titel des radix-Heftes "Aufrisse - Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung", 1980er Jahre.

Peter Wensierski

Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter

Vier Jahre vor dem Ende der DDR bauten junge Oppositionelle heimlich einen Verlag auf. In einer geheimen Kammer am Rande Ost-Berlins wurden bis zum Fall der Mauer – unentdeckt von der Stasi – mehr als 120.000 Seiten gedruckt. Umfangreiche Publikationen, in denen 136 Autorinnen und Autoren unter ihren vollen Namen systemkritische Texte veröffentlichten: die radix-blätter.

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Meist waren die Stadien gut gefüllt, wie hier beim Spiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 1983

Dariusz Wojtaszyn

Der Fußballfan in der DDR – zwischen staatlicher Regulierung und gesellschaftlichem Widerstand

Trotz strenger Maßnahmen gelang es dem DDR-Regime nicht, eine spontane Fankultur im Fußballsport zu unterbinden. Dariusz Wojtaszyn über diese Form des – bewussten oder unbewussten – Widerstands in der DDR.

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Montagsdemonstration am 30. Oktober 1989 in Leipzig, auf der die Zulassung der Oppositionsgruppe "Neues Forum" gefordert wird

Bernd Lindner

Jugend in Zeiten politischen Umbruchs

Welchen Anteil hatten Jugendliche am Sturz der DDR und inwiefern hat dieses Ereignis die Heranwachsenden geprägt? Diese Fragen beschäftigen bis heute Forschung und Zeitgeschichtsschreibung. Wie unterschiedlich die Ergebnisse sind, zeigen diese vier neueren Publikationen.

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Die Berliner Umweltbibliothek zog 1990 vom Keller des Gemeindehauses der Zionskirchengemeinde in die Lottumstraße im Prenzlauer Berg

Anne Käfer

Umweltschutz als Opposition von Kirchen und Gruppen in der späten DDR

Vor allem unter evangelischen Christinnen und Christen in der DDR wuchs die Kritik an der zunehmenden Umweltverschmutzung durch Wirtschaft und Politik der SED. Die Forderung nach Umweltschutz wurde dabei nicht nur immer politischer, sondern war auch verbunden mit grundsätzlichen Glaubensfragen und einem kritischen Blick auf den zunehmenden Materialismus.

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JUNE 78, Stadtkirche Rudolstadt, 1978

Katharina Lenski

Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Die „Offene Arbeit“ – ein Ort der Freiheit? Entstehung, Konzepte und soziale Praxis alternativer Jugendkultur im Staatssozialismus (1961-1989)

Katharina Lenski, Historikerin und selbst ehemalige Dissidentin, beschreibt in diesem Beitrag die Entstehung und Bedeutung der "Offenen Arbeit" für Jugendliche in der DDR am Beispiel Thüringen.

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Montagsdemonstration in Leipzig am 24. Oktober 1989. Die Demonstranten setzten ihre Hoffnungen auf den sowjetischen Regierungschef Gorbatschow, der die DDR-Führung zu Reformen angehalten hatte.

Bernd Lindner

Wege in die Opposition. Widerständiges Verhalten in der DDR

Im gesamten Zeitraum zwischen 1945 und 1989 gab es in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR widerständiges Verhalten, dessen Motivation und Intensität sich im Laufe der Jahre aber mehrfach wandelte. Fundamentale Opposition dominierte am Anfang. Später herrschte eine reformorientierte Kritik vor. Sehr viele Oppositionelle hofften bis zum Herbst 1989 auf die Reformierbarkeit des sozialistischen Systems.

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Walter Ulbricht empfängt im Juni 1961 eine Pioniergruppe in seinem Amtssitz in Niederschönhausen. Wer als Kind nicht zu den Pionieren gehörte, war gesellschaftlich isoliert

Heidrun Budde

Politische Fremdbestimmung durch Gruppen – Stabilisator des SED-Staates

Individualität war in der DDR nicht gefragt. In allen Lebensbereichen dominierten Gruppen wie das "Arbeitskollektiv" das Schicksal des Einzelnen. Die politische Fremdbestimmung durch Gruppen war ein stabilisierender Faktor für das SED-Regime - und wird in der Rückschau häufig verklärt.

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Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei, Betriebskampfgruppen und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen, Demokratie und Reisefreiheit eintraten - und sich mit Kerzen, Worten und Zivilcourage gegen die Staatsmacht durchsetzten. Ein filmischer Überblick.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 28. Februar 1961
    Das Bundesverfassungsgericht erklärt auf Antrag der sozialdemokratisch regierten Länder Hamburg, Hessen, Bremen und Niedersachsen die von Adenauer am 25. 7. 1960 gegründete »Deutschland-Fernseh-GmbH« für verfassungswidrig. Hauptgründe: Sie sei von der... Weiter
  • 28. Februar 1966
    Die DDR beantragt die Aufnahme in die UNO. Der Antrag, der die internationale völkerrechtliche Anerkennung der DDR durchsetzen soll, scheitert bereits am Sicherheitsrat mangels einer Empfehlung an die UN-Vollversammlung. Weiter
  • 28. Februar 1975
    Die EG-Mitgliedstaaten und 46 AKP-Staaten (Afrikas, der Karibik und des Pazifiks) unterzeichnen die Konvention von Lomé/ Togo, die am 1. 4. 1976 in Kraft tritt. Ihr ist bisher etwa die Hälfte der Entwicklungsländer beigetreten. Sie erhalten zollfreien Zugang... Weiter
  • 28. Februar 1981
    Die bisher größte Protestdemonstration von Kernkraftgegnern findet in der Wilstermarsch statt. Sie richtet sich gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf. Weiter
  • 28. Februar 1983
    Kriegsdienstverweigerungs-Neuordnungsgesetz: Der Zivildienst wird von 16 auf 20 Monate verlängert; er dauert künftig um ein Drittel länger als der jeweilige Grundwehrdienst. An die Stelle der mündlichen Gewissensprüfung tritt die schriftliche... Weiter
  • 28. Februar 1991
    Nach monatelangen Streitigkeiten über die Finanzkrise in den fünf neuen Bundesländern einigen sich Bundeskanzler Kohl und die 16 Ministerpräsidenten der Länder auf einen Kompromiss. Bund und Altländer tragen in einer gemeinsamen Solidaritätsaktion zu einer... Weiter