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Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

22.11.2012 | Von:
Gabriele Vogt

Aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen

Offiziell öffnet Japans Zuwanderungspolitik die Grenzen des Landes ausschließlich für temporäre Zuwanderung und die Gruppe der Hochqualifizierten. De facto jedoch erfüllen zwei Drittel der Zuwandererbevölkerung eines oder beide dieser Kriterien nicht.

Diese Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und realem Ergebnis wurde von allen japanischen Regierungen der letzten beiden Dekaden mitgetragen. Sie ermöglicht es, einige arbeitsintensive Branchen, die nach Kräften suchen – wie etwa die Landwirtschaft oder die Bauindustrie – zumindest teilweise für internationale Arbeitsmigration zu öffnen, ohne dies so zu benennen und den damit verknüpften öffentlichen Diskurs führen zu müssen.

Demographischer Wandel

Aktuell jedoch sieht sich Japan mit seinem rasch voranschreitenden demographischen Wandel einer neuen Herausforderung bislang nicht dagewesener Dimension gegenüber.[1] Japans Bevölkerung altert und schrumpft; insbesondere schrumpft die Erwerbsbevölkerung. Während dieser Trend alleine durch "Ersatzmigration" nicht ausgeglichen werden kann, so kann er durch eine gezielte Unterstützung einzelner Wirtschaftssektoren, beispielsweise des Gesundheitssektors, zumindest abgefedert werden. Auch birgt internationale Arbeitsmigration und eine stärkere Diversifizierung der Unternehmenswelten generell – Stichwort: Geschlechterverhältnisse – ein großes Innovationspotential, das Japan angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Konkurrenz aus China[2] nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte.

Fußnoten

1.
Economist 18.11.2010.
2.
Im Jahr 2010 verlor Japan Platz zwei der größten Volkswirtschaften an China.
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Autor: Gabriele Vogt für bpb.de
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