Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

1.7.2010 | Von:
Maria Nozhenko

Herausforderungen für die Zukunft

Als größter Prüfstein für die aktuelle russische Migrationspolitik erweist sich die globale Wirtschaftskrise. Der Einbruch des Wirtschaftswachstums führte zu einer drastischen Quotenreduzierung für Arbeitsmigranten. [1] Aufgrund der Krise sollte bei einer sinkenden Nachfrage nach Arbeitskräften russischen Staatsbürgern auf dem Arbeitsmarkt der Vorzug gegeben werden.

Die rückläufige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird nicht nur die externen, sondern auch die internen Migrationsströme beeinflussen. Die Menschen neigen dazu, ihren Aufenthaltsort aufzugeben und in wirtschaftlich erfolgreichere Regionen zu ziehen. Dies hat besonders die sogenannten "Monostädte", die hauptsächlich von einem Arbeitgeber abhängen, in eine Schieflage gebracht. Etwa 10 Russische "Monostädte" sehen sich mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten konfrontiert, die zur Entstehung neuer "Geisterstädte" in Russland führen könnten.

Die Wirtschaftskrise verschreckt auch in zunehmendem Maße die russische Gesellschaft; die Fremdenfeindlichkeit breitet sich immer weiter aus. Es gibt keine schlüssige Integrationspolitik, die diese Entwicklung aufhalten könnte.

Die zweite Herausforderung steht im Zusammenhang mit dem undemokratischen politischen System in Russland. Die Rolle der Zivilgesellschaft im politischen Entscheidungsprozess ist geschwächt. Die konkreten migrationspolitischen Maßnahmen hängen überwiegend von bürokratischen Entscheidungen ab, die eine politische Strategie missen lassen und vom liberalen bis hin zum restriktiven Spektrum reichen können.

Fußnoten

1.
Ivakhnyuk (2009), S. 71.

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