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Dossierbild Haushalt – Markt – Konsum

19.11.2010 | Von:
Birgit Weber

Herausforderungen und Gestaltungsoptionen für private Haushalte

Überlegungen jenseits von Markt und Staat

Die geschilderten Entwicklungen werfen bereits einigen Gestaltungsbedarf auf. Daneben haben sie weitere soziale und ökologische Folgen. Die enorme Steigerung des marktgehandelten Güterangebots verhindert beispielsweise nicht, dass neue Knappheiten entstehen. Diese betreffen früher durch Familien kostenlos bereitgestellte Güter und Leistungen, besonders in der Pflege von Angehörigen und der Erziehung. Die von der Natur bereitgestellten Ressourcen erschöpfen sich. Der Wettbewerb im Arbeitsleben lässt die Zeit für Muße, Kooperation und Solidarität schwinden.

Quellentext

Wer kauft, bestimmt

"Wir produzieren, was die Leute kaufen", entgegnen die Industrieunternehmen auf Kritik an Ausbeutung und Umweltzerstörung durch ihre Werke und Zulieferer. Deshalb entscheiden sich immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher für fair gehandelte Ware, für "grünen" Strom aus Wind- und Solarenergie und für möglichst naturbelassene Lebensmittel aus der Region. "Fair" und "bio" liegt im Trend. Viele sind allerdings misstrauisch. Ist alles fair, was so heißt, und alles "öko", wo bio draufsteht? Beim Bauern um die Ecke lässt es sich noch kontrollieren, ob er sich an die Spielregeln hält. Schwieriger wird es bei Produkten, die vielstufige, über die ganze Welt verteilte Produktionsketten hinter sich haben. Textilien aus Baumwolle zum Beispiel.

Forscher um den Wissenschaftler Friedrich Schmidt-Bleek haben den "ökologischen Rucksack" eines banalen schwarzen T-Shirts berechnet: Rechnet man den Rohstoff- und Wasserverbrauch, die giftigen Abwässer, die Farbstoffe für seine Herstellung, die Verpackung und den Transport zusammen, bringt so ein simples T-Shirt ein ökologisches Gewicht von rund viereinhalb Tonnen auf die Waage, ungefähr so viel wie ein ausgewachsener Elefant. Bis es am Verkaufsständer in einer Fußgängerzone hängt, hat das Kleidungsstück einiges durchgemacht - und die Menschen, die an seiner Herstellung arbeiten, auch.
In vielen verschiedenen Ländern, darunter Westafrika, die Türkei, Ägypten und Usbekistan, pflanzen Bauern Baumwolle auf ihren Feldern. Da aber vor allem die USA ihre Baumwollfarmer mit viel Geld aus der Staatskasse bezuschussen, halten die Weltmarktpreise für Rohbaumwolle ein niedriges Niveau. Wer dennoch vom Anbau leben will, braucht große Felder, viel Wasser und reichlich giftige Chemie, mit der er sich die Schädlinge vom Acker hält. Rund ein Viertel aller Pestizide, die jedes Jahr auf die Felder gesprüht werden, landen auf Baumwollplantagen. Viele Bauern und Feldarbeiter bekommen davon Hautkrankheiten, Allergien und Krebs. Jedes Jahr sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHOWHO28000 Baumwollbauern an Pestiziden.
Damit Maschinen die Baumwolle schnell und billig ernten können, werden die Pflanzen mit Sprühgiften entlaubt. Wo die Maschinen nicht hinkommen oder die Bauern sie sich nicht leisten können, pflücken oft Kinder die weißen Büschel. Für drei Cent pro Kilo Ernte oder drei US-Dollar am Tag arbeiten etwa in Usbekistan Kinder in den Plantagen.
Die Baumwolle wird nach der Ernte gereinigt, gesponnen, mit Chlorlösungen gebleicht, teilweise mit hochgiftigen Azo-Farbstoffen gefärbt und chemisch ausgerüstet. So gelangt ein ganzer Cocktail an Giftstoffen in die Kleidung: Formaldehyd, Chlor, Motten-, Flamm- und Fleckenschutz. Manche dieser Zutaten sind so giftig, dass Deutschland und die EU sie längst verboten haben.
Die Näherinnen in den Fabriken, in denen die großen Handelskonzerne T-Shirts, Blusen, Hosen und andere Kleidungsstücke fertigen lassen, bekommen ein paar Euro im Monat. Die Arbeitsbedingungen in vielen Textilfabriken in Süd- und Ostasien erinnern an Sklaverei: Bis zu 100 Stunden Arbeit pro Woche, 16-Stunden-Tage, unbezahlte Überstunden, 7-Tage-Woche, keine Pausen, Hungerlöhne.
Nach Feierabend lassen einige Fabrikbesitzer die Arbeiterinnen in den Schlafsälen einsperren. "Wir schlafen in überfüllten, stickigen Räumen. Dort bekommen wir zu wenig Luft. Vor den Mücken gibt es kein Entkommen", berichtet die Arbeiterin einer Textilfabrik in Sri Lanka. Wer sich wehrt, fliegt raus.
Oft wissen die Unternehmen selbst nicht, wo der Zulieferer ihres Zulieferers ihres Zulieferers einkauft. Und wenn, können sie deren Versprechen kaum kontrollieren.
Wer als Kunde solche Methoden nicht unterstützen möchte, findet Orientierung mittels der zahlreichen Siegel, die auf den Produkten kleben. Das sechseckige Bio-Label zum Beispiel, das Fair-Trade Logo des "fairen Handels" oder das TransFair Siegel. TransFair vergibt sein Siegel nur, wenn die gesamte Herstellungskette von der Baumwollernte bis zur Verladung der fertigen Jeans auf ihre Arbeitsbedingungen hin überprüft wurde. Weitere Voraussetzungen für das Prädikat "fair gehandelt": Der Abnehmer garantiert den Baumwollbauern feste Mindestpreise. Im Laden kosten die Jeans aus Fair-Trade-Baumwolle 89 Euro, genau so viel wie die ohne Siegel. Fair gehandelte T-Shirts aus Bio-Baumwolle gibt es schon für neun Euro.
Rund eine Million Tonnen Kleidung sortieren die Deutschen jedes Jahr aus. Das sind 1,5 Milliarden Stücke. Weltrekord. Ein Drittel davon landet im Müll, der Rest in Altkleidersammlungen. Davon wird gut die Hälfte zu Putzlappen und anderem Recyclingmaterial verarbeitet. Die kommerziellen Sammler, die den Leuten gerne ihre Tonnen direkt vor die Haustür stellen, verkaufen noch brauchbare Altkleider an Großhändler, die die Ware unter anderem nach Afrika verschiffen. Dort werden sie auf den Märkten verkauft, die Preise für einheimische Ware fallen, und kleine heimische Textilunternehmen werden so in den Ruin getrieben. Einige kirchliche und gemeinnützige Organisationen haben in den 1990er Jahren den Verband fair-wertung gegründet. Gemeinsam versprechen die Mitglieder, dass sie wirklich für karitative Zwecke sammeln. Die Ware soll möglichst im Land bleiben - zum Beispiel in Kleiderkammern - oder direkt an Bedürftige im Ausland gehen. Auf ihrer Internetseite www.fairwertung.de zeigen sie unter "Standortabfrage" die Container und Annahmestellen seriöser Sammler.

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Bio und fair
Bio ist nicht gleich bio und bio nicht gleich fair. Geschützt ist nur das Label "aus kontrolliert biologischem Anbau" oder "k.b.A". Unternehmen, die ihre Produkte mit Aufdrucken wie "naturnah", "nachhaltig" oder sonst wie nach "öko" klingenden Bezeichnungen schmücken, sagen damit nichts Konkretes.
Auch beim fairen Handel gibt es Etikettenschwindel. Geschützt ist das "Fairtrade"-Siegel. Lob bekommt in Fachkreisen auch das Siegel des Verbands Naturtextilwirtschaft "IVN better", das jetzt GOTS heißt. Viele Großunternehmen lassen ihre Lieferanten von eigenen Organisationen oder denen ihrer Verbände überprüfen. Aldi zum Beispiel ist Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI). "Zu lasch", urteilt Christiane Schnura von der Kampagne "Saubere Kleidung". Unternehmensunabhängig arbeitet nach relativ strengen Kriterien die niederländische Fair Wear Foundation. Auf deren Internetseiten http://en.fairwear.nl finden sich die Logos der Mitgliedsunternehmen.

Robert B. Fishman

Können sich jenseits von Markt und Staat kooperative Formen des Wirtschaftens entwickeln, die den vielfältigen menschlichen Bedürfnissen Rechnung tragen und den Wachstumszwang entschärfen? Neue Formen des Einkommens, der Arbeit und der Güternutzung stehen zur Diskussion.

Grundeinkommen zur Entkopplung von Arbeit und Einkommen?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen zu gewähren, würde bedeuten, dass jeder Mensch einen festen Geldbetrag erhält, der es ihm ermöglicht, alle Grundbedürfnisse des alltäglichen Daseins zu sichern. Die von vielen als diskriminierend empfundene Bedürftigkeitsprüfung, in der die Einzelnen ihr Unvermögen, für sich selbst ausreichend sorgen zu können, unter Beweis stellen müssen, entfiele. Ein solches Grundeinkommen würde die Bedeutung der Erwerbsarbeit als alleinige Institution der Einkommensverteilung verringern. Neben ihr könnten sich nützliche sinnstiftende Tätigkeiten und Entfaltungsmöglichkeiten im Rahmen von Haus- und Bürgerarbeit stärker entwickeln.

Das Grundeinkommen entkoppelt Arbeit und Einkommen und stellt nach Ansicht des Soziologen Ulrich Beck eine doppelte Befreiung dar: die Freiheit vom Arbeitszwang und zur sinnvollen Arbeit bzw. die "Befreiung von falscher Arbeit", wie es der heutige Chefredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Thomas Schmidt, schon in den 1980er Jahren forderte. Freie und selbstbestimmte Individuen müssen nicht mehr jedes Jobangebot annehmen, der ökologisch problematische Wachstumszwang wird gemindert, da ausreichend Arbeitplätze für alle bereitstehen und ein Minimum an Arbeit ausreichenden materiellen Wohlstand schafft.

Es existieren verschiedene Ideen, wie ein solcher Ansatz realisiert werden könnte. Konzipiert als bedingungsloses Grundeinkommen, solidarisches Bürgergeld, negative Einkommensteuer oder Grundeinkommensversicherung, unterscheiden sie sich vor allem durch die Höhe des Grundeinkommens, die Finanzierung und die künftige Ausgestaltung des Sozialstaates. Die Diskussion um das Grundeinkommen ist mit Sorgen und Hoffnungen verbunden: Während die einen schädliche Auswirkungen auf Arbeitsanreize befürchten und es für nicht finanzierbar halten, sehen andere die Löhne von ihrer Funktion entlastet, einen Beitrag zur Existenzsicherung zu leisten. Deshalb befürchten die einen eine weitere Spaltung der Gesellschaft mit einer massiven Senkung des Lebensstandards, während sich andere die befreiende Entmachtung eines Herrschafts- und Disziplinierungsinstruments erhoffen. Angesichts des grundlegenden Systemwandels, der mit dem Grundeinkommen für die Arbeitswelt und den Sozialstaat verbunden ist, erscheint es gegenwärtig noch als Utopie mit Chancen und Risiken. Konzeptionen zu seiner Ausgestaltung finden sich allerdings schon in allen politischen Lagern.

Sinnstiftende Tätigkeit jenseits der Erwerbsarbeit?

In einer Gesellschaft existieren vielfältige Tätigkeiten, deren Wert unterschätzt wird, weil sie nicht am Markt gehandelt werden - wie Haus-, Eigen- und Bürgerarbeit. Viele Menschen erbringen Bürgerarbeit in ehrenamtlichen Tätigkeiten, freiwillige Gemeinwohlarbeit im Bereich Umweltschutz, Bildung, Gesundheit, Behindertenhilfe, Kunst und Kultur oder Eigen- und Hausarbeit. Sie lösen sich aus der Marktabhängigkeit und -anonymität, indem sie beständige Werte und soziale Beziehungen herstellen. In Projekten mit Erwerbslosen hat der Philosoph Frithjof Bergmann Möglichkeiten sinnvoller Beschäftigung jenseits der Erwerbsarbeit entwickelt, ohne dabei auf die Errungenschaften der modernen Zivilisation zu verzichten. Daraus hat er eine Idee zukünftiger Arbeit generiert, die vor allem dazu dienen soll, "das Gold in den Köpfen zu heben". Mit wenig Arbeitseinsatz sollen siebzig bis achtzig Prozent der Dinge, die man zum Leben braucht, selbst phantasie- und sinnvoll gestaltet werden. Daneben sollen die Menschen aber moderne energiesparende Technologien nutzen, um sich selbst eigene Häuser und Möbel zu bauen, Nahrungsmittel anzupflanzen und Kleidung herzustellen. Aus dieser Unabhängigkeit soll neue Freiheit entstehen, über die Förderung eigener Fähigkeiten sich neues Selbstbewusstsein und Kreativität entwickeln, während die selbst geschaffenen Werte gleichzeitig Nutzen stiften und das geringe Einkommen über den Markt kompensieren. Bergmann stellt sich vor, die Arbeit in drei Einheiten zu teilen: Zwei Tage wöchentlich wird regulär gearbeitet, zwei Tage sind der Selbstversorgung auf hohem technischem Niveau gewidmet, und drei Tage tut jeder, was er immer schon tun wollte. Solche Projekte werden im Kleinen bereits realisiert. Sie sind wohl kaum verallgemeinbar, bieten aber Chancen, dem Ausschluss sozialer Gruppen durch Erwerbslosigkeit entgegenzuwirken und kreative Fähigkeiten zu entfalten.

Gemeingüter - solidarisch erstellt und kooperativ genutzt?

Im Prinzip existieren drei Arten der Güterproduktion und -verteilung:
  • wettbewerblich über den Markt,
  • geplant über den Staat oder
  • solidarisch in Gemeinschaften.
Für das Überleben, den sozialen Zusammenhalt und die kulturelle Entfaltung sind natürliche, soziale und kulturelle Gemeingüter erforderlich. Da sich niemand von ihrem Gebrauch ausschließen lässt und sie nicht privat angeeignet werden können, besteht die Gefahr, dass sie verkümmern, wenn sich niemand um ihren Bestand sorgt. Privatisierung könnte theoretisch zwar ihren Schutz bewirken, schlösse aber andere aus; der Staat kann sie schützen, seine Kontrollmöglichkeiten sind aber begrenzt.

Die Politikwissenschaftlerin und Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom hat untersucht, wie Menschen Gemeingüter dauerhaft für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse nutzen, ohne sie zu zerstören. Kollektivgüter fordern eine kooperative Ökonomie des Teilens, damit niemand sie sich alleine aneignet und sie gemeinschaftlich in ihrem Bestand gewahrt und weiterentwickelt werden. So können Bedürfnisse auch mit geringerem Geldeinsatz befriedigt werden. Bei der Commons-Peer-Produktion des Ökonomen Yochai Benkler tragen alle Teilnehmer in unterschiedlichem Ausmaß nach ihren jeweiligen Fähigkeiten zur Produktion der Gemeingüter bei und nutzen sie gemeinsam.

Solche Gemeinschaften existieren in vielfältiger Weise: von der umweltschonenden Nutzung gemeinsamer Gebrauchsgüter, wie etwa beim Carsharing bis hin zu solchen Dienstleistern, die sich gegenseitig ihre Fähigkeiten und Talente in Tauschringen mit selbst geschaffenen Währungen als Zeiteinheiten anbieten. Selbst in anonymen Gemeinschaften entstehen solche Initiativen, die sich für die Schaffung, den Aufbau, die Pflege und Entwicklung von Gemeingütern einsetzen, etwa indem sie freie Software schaffen, Wissen verfügbar machen, Kulturgüter bereitstellen oder Nachbarschaftseinrichtungen entwickeln.

Quellentext

Die Allmende kann funktionieren!

[...] Als Allmende (im Englischen "Commons") werden gemeinschaftlich bewirtschaftete Güter bezeichnet. Etwa Weideflächen, auf die mehrere Bauern ihr Vieh stellen, oder Fischgründe, die allgemein befischt werden, oder Grundwasser, das von vielen Stellen angezapft wird. Die übliche ökonomische Theorie sagte, dass solche Gemeindegüter ruiniert werden. Jeder Nutzer habe individuell den Anreiz, so viel wie möglich herauszuziehen, obwohl er damit die Ressource kollektiv zerstört. Die Wiesen werden abgegrast, die Seen überfischt, das Grundwasser aufgebraucht. Dieses angebliche Prinzip der Selbstzerstörung hatte der amerikanische Biologe Garrett Hardin 1968 als "The Tragedy of the Commons" bezeichnet.

Viele Ökonomen fanden das einleuchtend. Sie sahen nur zwei Auswege: Entweder wird das Gemeindegut privatisiert, also in viele Parzellen aufgeteilt und einzelnen Nutzern exklusiv übergeben. Oder es wird komplett unter die Kontrolle einer Behörde gestellt, die eine angemessene Nutzung vieler überwacht. Elinor Ostrom fand heraus, dass es offenbar auch einen dritten Weg gibt: In den verschiedensten Umständen haben Menschen Wege gefunden, gemeinsam verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen. Sie haben Regeln für die nachhaltige Nutzung entwickelt.
International bekannt wurde Ostrom mit dem 1990 erschienenen Buch "Governing the Commons". Darin hat sie detailliert analysiert, wie Institutionen für eine sozial und ökologisch nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen entstehen: durch lokale Kooperation, Selbstorganisation und Selbstregierung. Hunderte Feldstudien über schweizerische und japanische Almbauern, über Bewässerungssysteme in den Philippinen und in Spanien, Fischfang in der Türkei und vieles mehr hat Ostrom dafür ausgewertet. [...] Ihr Ergebnis ist immer wieder: Sofern das Gut eingrenzbar ist und die betroffene Gruppe der Nutzer überschaubar, funktioniert Selbstregulierung besser, als wenn der Staat eingreift. [...]
"Gegenwärtig ist der dominierende Ansatz im Umweltschutz, die Probleme von oben nach unten anzugehen", sagt Ostrom. Man müsse aber die Betroffenen einbinden. "Wir dürfen die Leute vor Ort nicht zur Seite schieben. Solange wir sie als Teil des Problems, nicht als potentiellen Teil der Lösung ansehen, solange wird der Erfolg gering bleiben." [...]

Zur Person: Elinor "Lin" Ostrom, geboren am 7. August 1933 in Los Angeles, [...] studierte [...] Politik und Ökonomie. Ihr wissenschaftliches Lebensthema ist die Frage nach Regeln für die gemeinschaftliche Nutzung von natürlichen Ressourcen ("Allmende-Problematik"). [...] 2009 erhielt sie den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Philip Plickert, "Vom Hörsaal in den Dschungel", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4./5. September 2010