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vergangene Woche hat in Berlin die Sudankonferenz stattgefunden. Mit welchem Ergebnis?
⚡ Krieg im Sudan
Im Sudan herrscht seit 3 Jahren ein Bürgerkrieg zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen Miliz „Rapid Support Forces“.
Laut den Vereinten Nationen (UN) handelt es sich um die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Rund 34 Mio. Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, 21 Mio. von Hunger bedroht - mehr als 12 Mio. mussten fliehen. Schätzungen zufolge starben bis Mitte 2024 rund 150.000 Menschen aufgrund der Gewalt.
Gleichzeitig wird der Krieg international bisher wenig beachtet. Gründe dafür seien laut Fachleuten u.a. der Fokus auf andere Krisenherde und dass bisher wenig Geflüchtete aus dem Sudan nach Europa gekommen sind.
🎤 Sudankonferenz
In Berlin trafen sich vergangene Woche Vertreter/-innen der EU, aus Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union, um sich über die Krise auszutauschen. Die beiden Konfliktparteien waren nicht vertreten.
Ziel der Konferenz war es, Hilfsgelder zu mobilisieren und Friedensverhandlungen wiederzubeleben.
Es war bereits die dritte Sudankonferenz seit 2024. Bemühungen um eine Feuerpause oder einen Waffenstillstand blieben bislang ergebnislos.
🔎💶 Ergebnis
In Berlin wurden mehr als 1,5 Mrd. Euro an Hilfen für die sudanesische Bevölkerung zugesagt – mehr als bei den Konferenzen zuvor. 230 Mio. kommen aus Deutschland.
Laut UN werden rund 2,9 Mrd. Dollar benötigt, um die humanitäre Versorgung sicherzustellen.
Bundeskanzler Friedrich Merz und der Präsident der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, warnten davor, die Krise im Sudan aus dem Blick zu verlieren.
➡️ Weitere Infos gibt es hier: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3089
Weitere Infos zum Krieg im Sudan
Im Sudan eskaliert der Bürgerkrieg, mehr als 30 Mio. Menschen sind auf Hilfe angewiesen.
🗺️ Überblick
Der aktuelle Bürgerkrieg wütet seit April 2023 und hat eine der weltweit schwersten humanitären Krisen ausgelöst.
Zwei Parteien kämpfen um die Macht im Land: die sudanesische Armee (SAF) unter dem Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan sowie die Rapid Support Forces (RSF) unter Mohamed Hamdan Daglo.
Rund 12 Mio. Menschen sind auf der Flucht, etwa 26 Mio. sind von Hunger bedroht – mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
🔍 Hintergrund
Seit der Unabhängigkeit 1956 gibt es im Sudan Konflikte und Kriege über Ressourcenverteilung, Selbstbestimmung des Südens sowie die Rolle der Religion. 2011 machte sich der Süden des Landes im Zuge eines Referendums unabhängig.
Nach dem Sturz Omar al-Bashirs 2019, der seit seinem Putsch von 1989 regiert hatte, sollte eine Übergangsregierung demokratische Wahlen vorbereiten. Doch 2021 übernahm das Militär unter al-Burhan erneut die Macht.
Die SAF und die RSF sollten daraufhin vereinigt werden, doch im Laufe der Zeit verschärfte sich der Machtkampf zwischen den beiden Generälen. Diese Spannungen führten zum Ausbruch des aktuellen Krieges.
🌐 Internationale Perspektive
Die RSF werden von Libyen und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Ägypten, die Türkei, Iran und Saudi-Arabien unterstützen hingegen die SAF.
Die UN hatten bis 2023 in verschiedenen Missionen Friedenstruppen im Sudan stationiert – angesichts der derzeitigen Lage rief sie zu sofortigen Maßnahmen auf.
Expert/-innen kritisieren, dass westliche Länder bisher keine Sanktionen gegen unterstützende Staaten verhängt haben. Ziele müssten eine Waffenruhe sowie ein Ende der Waffenlieferungen sein.
➡️ Ausführliche Infos findest du hier: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp2944
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