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der 5. Beitrag der Reihe „Soziale Gerechtigkeit und Generationen“ beleuchtet die historisch gewachsenen Unterschiede zwischen Ost und West.
🏛️ Sozialpolitik in der DDR
Offizielles Staatsziel der DDR war eine klassenlose Gesellschaft ohne soziale Ungleichheiten. Dafür steuerte der Staat u. a. Berufswahl, Löhne und weite Teile der Wirtschaft.
Zur Staatsdoktrin gehörte zudem die Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen – etwa durch ein flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuung.
Frauen waren meist berufstätig und trugen die Hauptlast bei der Haus- und Erziehungsarbeit. Politische Ämter und Leitungspositionen hatten häufiger Männern inne.
📊 Anhaltender Unterschied
Nach der Wiedervereinigung brachte die Eingliederung in das westdeutsche System für viele Ostdeutsche gravierende Einschnitte: Millionen erfuhren eine Entwertung ihrer beruflichen Qualifikationen, Laufbahnen und Perspektiven.
Das System der DDR hatte kaum Möglichkeiten zum Aufbau privaten Vermögens geboten. Nach 1990 gingen rund 85 % der DDR-Immobilien und Betriebe an westdeutsche Eigentümer/-innen.
Laut „Sozialbericht 2024“ besitzen ostdeutsche Haushalte im Mittel weniger als die Hälfte des Nettovermögens westdeutscher Haushalte.
🔭 Folgen
Durch Erbschaften und Schenkungen werden die Vermögensungleichheiten zwischen Ost und West in den kommenden Generationen vermutlich andauern.
Hinzu kommt der demografische Wandel: Seit 1991 sind über 720.000 18- bis 29-Jährige aus dem Osten in den Westen gezogen.
Die Debatte bleibt aktuell: Laut einer MDR-Umfrage halten vor allem junge Menschen in Ostdeutschland die Diskussion über Ost-West-Unterschiede noch immer für notwendig.
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