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Audio: 70 Jahre Volksaufstand in Ungarn | Deine tägliche Dosis Politik | bpb.de

21. Oktober 2026

Audio: 70 Jahre Volksaufstand in Ungarn Deine tägliche Dosis Politik

DTDP Audio Ungarischer Volksaufstandee

Guten Morgen,

heute vor 70 Jahren, am 23. Oktober 1956, begann der Ungarische Volksaufstand. Hunderttausende Menschen demonstrierten und kämpften tagelang gegen das kommunistische Regime.

Hintergrund

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieben die Truppen der Sowjetunion in Ungarn. Unter dem politischen Einfluss der sowjetischen Besatzung wurde das zunächst demokratische parlamentarische System Schritt für Schritt in eine kommunistische Diktatur umgebaut.

Die „Partei der ungarischen Werktätigen“, ein Zusammenschluss der Kommunisten und Sozialdemokraten, unter der Führung von Mátyás Rákosi errichtete einen Arbeiter- und Bauernstaat nach dem Vorbild des russischen Stalinismus. Dazu gehörten auch umfangreiche Überwachung und die Verfolgung der politischen Opposition. Die Umsetzung der stalinistischen Politik führte Ungarn innerhalb weniger Jahre in eine wirtschaftliche Krise.

Mit dem Tod des sowjetischen Diktators Josef Stalin 1953 und der einsetzenden Entstalinisierung änderte sich das politische Klima in Ungarn. Imre Nagy wurde Ministerpräsident. Sein Ziel: Gemeinsam mit der Bevölkerung und ohne staatlichen Terror die Ziele des Sozialismus realisieren. Er schloss die Internierungslager und leitete liberalere Reformen ein. Zu liberal für die Sowjetunion: Nicht mal 2 Jahre später musste Imre Nagy seinen Posten wieder räumen.

Volksaufstand

1956, das Jahr des Ungarischen Volksaufstandes, war für die gesamte Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow ein unruhiges Jahr. Im Februar brach Chruschtschow in einer Rede auf dem 20. Parteitag der Kommunistischen Partei öffentlich mit Josef Stalin – und regte damit kritische Debatten über stalinistische Herrschaftsformen im ganzen Land an.

In Ungarn formierte sich Widerstand, angefacht durch die Absetzung Imre Nagys und den blutig niedergeschlagenen Arbeiteraufstand in Polen im Juni 1956. Am 23. Oktober 1956 entwickelte sich aus einer studentischen Protestveranstaltung eine Großdemonstration vor dem ungarischen Parlament. Die Situation eskalierte, als Polizeikräfte auf die Demonstrierenden schossen. Teile des Militärs stellten sich daraufhin auf die Seite der Demonstrierenden. Aus dem Protest wurde ein bewaffneter Aufstand.

Am 28. Oktober, fünf Tage später, wurde eine neue Regierung mit Imre Nagy als Ministerpräsidenten vereidigt – mit dem Ziel durch die Reaktivierung Nagys den Volksaufstand zu befrieden. Nagy wollte die Forderungen der Demonstrierenden umsetzen und das politische System umbauen: Unter anderem verkündete er ein Mehrparteiensystem für Ungarn und die Auflösung der Staatssicherheit.

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Die Antwort der Sowjetunion ließ nicht lange auf sich warten. Am 4. November rückte die sowjetische Armee in Ungarn ein und schlug den Protest binnen einer Woche blutig nieder. Laut offiziellen Angaben starben bei den Kämpfen knapp 2.700 Menschen. Imre Nagy wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Zehntausende wurden in Internierungslagern inhaftiert. Etwa 200.000 Ungarinnen und Ungarn flohen ins Ausland. Damit endete der Ungarische Aufstand, seinerzeit einer der größten bewaffneten Konflikte des Kalten Krieges.

Fussnoten

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