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Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Monika E. König am 18.08.2015

In zehn Schritten zum eigenen MOOC

MOOCs selbstgemacht

An einem MOOC teilzunehmen, ist an sich schon eine spannende Lernerfahrung. Einen eigenen MOOC zu entwickeln, verspricht jedoch eine zusätzliche Erweiterung, nicht nur des Lern-, sondern auch des Lehrhorizontes. Gastautorin Monika E. König, MOOC-Macherin und Bildungsakteurin, erklärt Ihnen in zehn Schritten, wie es geht.


Wie erstelle ich meinen eigenen MOOC? Unsere Gastautorin erklärt es Ihnen.Wie erstelle ich meinen eigenen MOOC? Unsere Gastautorin erklärt es Ihnen. Lizenz: cc by/2.0/de (David Goehring/ Flickr/ bearbeitet )

Sie haben schon einiges über MOOCs gelesen, haben an dem einen oder anderen sogar teilgenommen? Und jetzt kribbelt es Ihnen in den Fingern? Sie haben Lust, selbst einen zu veranstalten? Dann los!

Schritt 1 - Will ich das wirklich?

Oder besser, warum will ich das? Erforschen Sie vorab ein wenig Ihre eigenen Motive. Geht es um die Ehre, um eine möglichst hohe Anzahl Teilnehmender? Um Reputation? Oder gehören Sie zu der Art von Lehrenden, die einfach gerne Neues ausprobieren? Und beständig selbst dazulernen wollen? Was auch immer hinter dem Wunsch nach dem eigenen MOOC steckt, machen Sie sich Ihre Motive klar. Denn nur so können Sie im Anschluss beurteilen, wie erfolgreich Sie mit Ihrem MOOC-Projekt waren.

Schritt 2 - Wie viel Zeit habe ich für meinen MOOC?

Einen MOOC zu veranstalten, das macht man nicht so nebenbei. Dazu braucht es Zeit. Und davon haben die meisten von uns nicht allzu viel. Welche Aufgaben möchten und können Sie in der nächsten Zeit ruhen lassen? Schließlich müssen Sie sich mit einem MOOC vorbereitend, durchführend und nachbereitend beschäftigen. Zu welchen Tageszeiten wollen und können Sie das tun? Je genauer Sie vorab wissen, wie viel Zeit Sie wann investieren können und wollen, desto leichter können Sie das später auch gegenüber Mitveranstaltenden und Teilgebenden artikulieren. Apropos Mitveranstaltende.

Schritt 3 - Mit wem will ich mich zusammentun?

MOOCen macht mehr Spaß im Team! Und das nicht nur, weil das eigene Zeitkontingent begrenzt ist. Mitveranstaltende sind zudem häufig Teil unterschiedlicher Netzwerke. Das wirkt sich positiv bei der Bewerbung des MOOCs aus (s. Schritt 7). Und unterschiedliche Menschen haben verschiedene Vorlieben und Talente, die sie in einen MOOC einbringen können. Während einer seine Leidenschaft im Community Management sieht, schreibt eine andere vielleicht lieber einen Newsletter oder denkt sich eine Handlung für ein Video aus. Hören Sie sich doch einmal um, wer in Ihrem Netzwerk und thematischen Bereich ebenso mit dem Gedanken spielt, einen MOOC zu veranstalten.

Schritt 4 - Mein Thema

Ihr (Ober-)Thema wird Ihnen kein Kopfzerbrechen bereiten, denn Sie sind mit großer Wahrscheinlichkeit Experte oder Expertin in einem bestimmten Fachgebiet. Trotzdem lohnt es sich, die Schwerpunkte des Themas genau zu setzen und einen eingängigen MOOC-Titel zu finden. Ein besonders gelungener Titel ist z.B. der des kürzlich beendeten #ichMOOC: Mein digitales Ich. Jedem ist sofort klar, um was es ungefähr geht, jeder fühlt sich spontan angesprochen, denn es geht ja um MEIN digitales Ich.  

Schritt 5 - x oder c oder was?

Die meisten MOOCs in der derzeitigen MOOC-Landschaft sind xMOOCs, also MOOCs, die nach dem Vorbild klassischer Vorlesungen gestaltet sind. Oder aber Varianten davon. Aber was macht da den Unterschied? Wenn Ihnen das spontan nicht so klar ist, lesen Sie gerne hier nach. Wann entscheide ich mich am besten für die eine oder andere Variante?

Schritt 6 - Der Ort des Geschehens

cMOOC-Veranstaltende wählen oft einen Blog als „Schaltzentrale“. xMOOC-Veranstaltende haben mittlerweile eine stattliche Auswahl an Plattformen, die extra zu für dieses Format programmiert wurden. (Deutschsprachige) Beispiele hierfür sind die Plattformen iversity, iMooX und mooin

Schritt 7 - Ab in die Sozialen Medien und die Werbetrommel schlagen

Auch wenn das schon Schritt 7 ist, heißt das nicht, dass Sie damit nicht schon früh in Ihrer Vorbereitung anfangen können: Bauen Sie sich - sofern Sie noch in kein solches eingebunden sind - ein thematisches Netzwerk auf. Je vernetzter Sie selbst als Veranstaltende sind, desto leichter wird Ihnen die Bewerbung ihres MOOCs fallen.

Schritt 8 - Feintuning

Das Feintuning eines MOOCs umfasst im Grunde die Beantwortung von zweierlei Fragen. Die eine: Wie viele Wochen soll mein MOOC dauern? Die zweite: Wie läuft so eine typische Woche ab? Für den allerersten selbst veranstalteten MOOC darf es ruhig etwas kürzer sein, ein guter Richtwert sind vier Wochen für den Anfang. Für die Strukturierung des Ablaufs einer MOOC-Einheit (meist eine Woche) ist es von Vorteil, ein Ereignis auf den Beginn der Woche, eines auf das Ende und eines in die Zwischenzeit zu legen. Wobei feste Tage, z.B. Montag das Material freischalten, Donnerstag ein Event veranstalten und Sonntag einen zusammenfassenden Newsletter versenden, den MOOC-Teilnehmenden (besser Teilgebenden) helfen, sich zeitlich zu orientieren. 

Schritt 9 - Produktion 

Sollten Sie sich für einen xMOOC oder eine Variation davon entschieden haben, so werden Sie wahrscheinlich (zumindest einige) Videos dafür vorproduzieren wollen. Auch hier darf man den Zeitaufwand keinesfalls unterschätzen. Es hilft, nicht zu perfektionistisch zu werden.  

Schritt 10 - Tun Sie es!

Sie brauchen noch einen kleinen weiteren Anstoß, nachdem Sie alle oben aufgeworfenen Entscheidungen getroffen haben, Ihr Thema feststeht und Sie einen anziehenden Titel gefunden haben? Dann schauen Sie doch mal auf der Seite des MOOC of the Year 2016 vorbei. Das Finale des Wettbewerbs findet am 6. September 2015 in Berlin statt.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY 3.0 DE - Namensnennung 3.0 Deutschland" veröffentlicht.
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Kommentare anderer Nutzer

Peter Ringeisen @vilsrip | 20.08.2015 um 23:02 [Antworten]

Sehr gute Anleitung

Monika E. König hat hier einen ausgezeichneten Plan für eine sinnvolle Vorgehensweise im Vorfeld eines MOOC zur Verfügung gestellt.
Bei Punkt 9 möchte ich ergänzen: Nicht nur der Zeitaufwand für die Produktion von Videos muss eingeplant sein, sondern es sollte auch eine gewisse Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der Technik da sein. Diejenigen, die technischen Support einer Institution im Rücken haben, können möglicherweise auf einen vorhandenen Adobe-Connect-Account zurückgreifen und sich auch noch die Erklärung dazu geben lassen. Wer ganz privat "MOOCt", sollte sich in Ruhe mit Google Hangouts on Air HOA vertraut machen - es ist keine Hexerei, aber einige Tutorials auf YouTube sollte man sich schon ansehen, bevor es losgeht. Und - wichtig: Vorher ausprobieren! Probeläufe bei Live-Videos sind unerlässlich.


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