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Cybergrooming | Ausgewählte Beiträge von Instagram | bpb.de

Cybergrooming Werkstatt recherchiert

/ 2 Minuten zu lesen

Cybergrooming heißt: Erwachsene erschleichen sich online das Vertrauen von Kindern, um sie sexuell zu manipulieren oder auszubeuten. Medienkompetenztraining kann ein wirksamer Schutz sein.

Bei Cybergrooming geht es um das gezielte Kontaktieren von Kindern und Jugendlichen im Internet, um sie zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Durch Komplimente und Interesse wird das Vertrauen zu Kindern und Jugendlichen aufgebaut. Danach fragen Täterinnen und Täter oft nach Nacktfotos, die teilweise als Druckmittel benutzt werden, oder nach persönlichen Treffen. Solche Treffen können bis zu einem sexuellen Missbrauch führen.

Warnzeichen für Cybergrooming

Gezieltes Kontaktieren - so kann Cybergrooming beginnen (© Pexels)

  • Wenn Kinder dazu aufgefordert werden, auf privaten Kanälen (SMS, Whatsapp etc.) zu kommunizieren.

  • Wenn sie im Chat nach ihrer Sexualität oder sexuellen Erfahrungen gefragt werden.

  • Wenn ihnen Geldgeschenke oder andere Vorteile versprochen werden.

  • Wenn sie jemand nach Bildern oder Videos fragt.

  • Wenn sie eine Online-Bekanntschaft offline treffen will.

Vor Cybergrooming schützen

1. Gefahren erklären:
Bilder, Videos oder Mitschnitte von der Webcam können von Tätern und Täterinnen ins Netz gestellt werden. Versandtes Material ist nicht sicher.

2. Technische Schutzmaßnahmen empfehlen:
Privatsphäre-Einstellungen auf allen Geräten und allen Plattformen prüfen. Die Accounts sollten privat eingestellt sein und nur bekannte Personen sollten Kontakt aufnehmen dürfen.

3. Eltern einbeziehen:
Eltern sollten Kinder bei der Internetnutzung begleiten und klare Regeln formulieren. Welche Websites dürfen besucht werden? Was passiert, wenn fremde Menschen Kontakt aufnehmen, etc.

4. Datenschutz betonen:
Nach Möglichkeit sollten Kinder in Chats keine privaten Daten wie Name, Alter oder Handynummer preisgeben.

Gegen Cybergrooming vorgehen

Dokumentieren:
zeitnahe, objektive und beschreibende Dokumentation
Aussagen wortgetreu festhalten

Informieren:
Schulleitung informieren
erfahrene Fachkräfte einbeziehen

Expertinnen und Experten empfehlen bei Cybergrooming, den Online-Kontakt abzubrechen sowie Melde- und Blockiersysteme zu nutzen. Lea Römer von juuuport rät zu offenen Gesprächen. Die würden dabei helfen, das Thema zu enttabuisieren und sichtbar zu machen, dass man als Betroffene oder Betroffener nicht alleine ist. Durch Aufklärung über Warnsignale und praktische Handlungstipps erfahren Schülerinnen und Schüler, wie sie frühzeitig reagieren und sich selbst und andere schützen können.

Die Landesanstalt für Medien NRW führt jährlich eine Externer Link: Studie zu Cybergrooming durch. 2025 wurden 24 Prozent der befragten Kinder (8 bis 17 Jahre) mindestens einmal Opfer von einer Art von Cybergrooming.

Zitat

Der Großteil der Kinder erhält in der Grundschulzeit ihr erstes Smartphone. Jedes Kind sollte wissen, was Täterstrategien sind, wie es im Verdachtsfall vorgehen und wo es Hilfe bekommen kann. Gutes Unterrichtsmaterial und geschultes Lehrpersonal sind das A und O.

Elena Frense Kinderschutzbund

Hier gibt es Unterstützung für Betroffene:

  • bei der Polizei melden, denn es ist eine Form des sexuellen Missbrauchs und damit strafbar.

  • Übergriffe anonym bei Externer Link: ZEBRA melden, diese werden an die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) weitergeleitet.

  • Nummer gegen Kummer mit Kinder- und Jugendtelefon: 116 111

  • Nummer gegen Kummer mit Elterntelefon: (0800) 111 0550

  • Hilfetelefon sexueller Missbrauch: (0800) 22 55 530

Weitere Unterstützungsstrukturen für Lehrkräfte sind Schulpsychologinnen und -psychologen sowie spezialisierte Beratungsstellen.

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