Ragebait, Sadbait oder Fearbait sollen Social-Media-User ködern. (© Pexels / Yan Krakau)
Ragebait, Sadbait oder Fearbait sollen Social-Media-User ködern. (© Pexels / Yan Krakau)
Emotionaler Content auf Social Media erzeugt mehr Aufmerksamkeit, führt zu mehr Interaktion und wird so algorithmisch gepusht. Das Problem: Im Kampf um Aufmerksamkeit verlieren sachliche Inhalte oftmals gegen zugespitzte Narrative.
Wer sich aufregt, kommentiert mehr
Wie genau die Plattformen ihre Algorithmen programmieren, um zu entscheiden, welche Inhalte wir sehen, ist nicht bekannt. Aber: Interaktionen und Verweildauer spielen eine zentrale Rolle. Beiträge, die emotionalisieren, provozieren und damit zum Kommentieren oder Weiterleiten animieren, profitieren von diesem Mechanismus. Und Tech-Konzerne haben ein ökonomisches Interesse daran, dass Nutzerinnen und Nutzer viel Zeit auf einer Plattform verbringen. Algorithmisch sortierte Feeds verlängern diese Verweildauer.
Kein Algorithmus ist auch keine Lösung
Algorithmen stellen eine Form der Sortierung und Gewichtung dar. Tech-Konzerne haben damit eine Verantwortung für das, was ihren Nutzerinnen und Nutzern angezeigt wird. Gleichzeitig sollten Algorithmen nicht verteufelt werden. Die Filterblasen-Theorie, die davon ausgeht, dass Algorithmen fragmentierte Teilöffentlichkeiten auf Social Media schaffen würden, gilt als überholt. Und: Chronologische Feeds bringen eigene Probleme mit sich. Sie können sogar mehr Falschinformationen enthalten als algorithmisch sortierte.
Unterrichtsimpulse zu Emotionalisierung auf Social Media
Reflexion der eigenen Social-Media-Nutzung:
Was kommentiere ich? Welche Beiträge schicke ich an Freundinnen und Freunde?Distanz zum eigenen Feed aufbauen:
Werden in dem Post Emotionen oder Fakten transportiert?Medienkompetenz schulen und Plattformwissen stärken:
Erkennen emotionaler ManipulationKritisches Hinterfragen von Sichtbarkeit:
Unterscheidung zwischen Meinungsvielfalt und Reichweite