Dürre im Südwesten Chinas

31.7.2007

M 04.24 Leerlaufverluste bei Elektrogeräten

Ursachen der von Energieverschwendung sind beispielsweise Bereitschaftsschaltung, Scheinaus oder fehlende Netzschalter. Dieser "Stromklau" belastet Umwelt und Portemonnaie.

Eine zunehmende Zahl von Elektrogeräten bestiehlt Sie, ohne dass Sie das merken. Der hier tagtäglich in Millionen von Haushalten und Büros stattfindende Stromklau hat vor allem drei Ursachen:
  1. Die Geräte gehen nach dem (Normal-)Betrieb in eine Bereitschaft (englisch: "Stand-by") über, zum Beispiel um Signale der Fernbedienung empfangen zu können oder um bei Bedarf schneller wieder in Betrieb gehen zu können.
  2. Die Geräte verbrauchen auch dann Strom, obwohl sie mit dem Hauptschalter scheinbar ausgeschaltet wurden (das trifft beispielsweise auf Computer und deren Zubehörgeräte ebenso zu wie auf viele Geräte der Unterhaltungselektronik).
  3. Die Geräte besitzen gar keinen Ausschalter und ziehen Strom, so lange sie sich in der Steckdose befinden (z.B. die meisten Steckernetzteile).
Diese Energieverschwendung bezeichnet man als Leerlaufverlust. [...]

Die Ursachen der Leerlaufverluste

Bereitschaftsschaltung
(englisch "Stand-by") ist die bekannteste, aber bei weitem nicht einzige Leerlaufart. Sie tritt zum Beispiel bei Fernsehern, Videorekordern, DVD-Spielern, Stereo-Anlagen und Anrufbeantwortern auf: Das Gerät wartet auf Signale von der Fernbedienung oder aus der Datenleitung, die es in den (Normal-) Betrieb versetzen sollen. Oder zum Beispiel bei Laserdruckern und Kopierern: Das Gerät heizt vor, um im Bedarfsfalle sofort arbeiten zu können.

Scheinaus
Das Gerät ist nur scheinbar ausgeschaltet, da der Ausschalter das Gerät nicht völlig vom Netz trennt (weil er beispielsweise auf der Niederspannungsseite angeordnet ist). Eine zunehmende Zahl an Geräten verbraucht heute im Scheinaus unnütz Strom, ohne dass dies den Betreibern der Geräte bekannt oder bewusst ist.

Fehlender Netzschalter
Bei etlichen Geräten fehlt ein Ausschalter. Diese Geräte laufen unbemerkt "nebenher" - oft 24 Stunden am Tag - und vergeuden dabei Energie. Außer EDV-Geräten (Computer, Drucker, Scanner u. a.) und Geräten der Unterhaltungselektronik (Fernseher, Videorekorder, DVD-Spieler, Stereo-Anlagen u. a.) sind es Warmwasserspeicher, die rund um die Uhr Wasser warm halten, Satellitenempfänger, Steckernetzteile, Anrufbeantworter, Dimmer mit Fernbedienung, Umspanner (Transformatoren) für Halogenlampen, Klingeltrafos, aber auch Heizungsumwälzpumpen, die nach der Heizperiode nicht ausgeschaltet wurden und im Sommer kaltes Wasser durch die Rohre pumpen und viele andere Geräte mehr. Einige Geräte benötigen in Bereitschaft lediglich 1 Watt oder sogar noch weniger. Andere jedoch ein Vielfaches. So hat die Zeitschrift "AudioVideoFotoBild", die sich in ihren Testberichten seit ihrem Erscheinen mit Leerlaufverlusten befasst, bei einem Lautsprechersystem festgestellt, dass der eingebaute Verstärker ständig 57 Watt an Leistung aufnimmt, ohne nur einen einzigen Ton von sich zu geben. Das kostet im Jahr über 80 Euro, eine groteske Geldverschwendung! Das ist aber nur ein Beispiel unter vielen! Die Leerlaufverluste in einem mit Elektrogeräten durchschnittlich ausgestatteten Haushalt können sich schnell zu 100 Euro im Jahr addieren. Haushalte mit gehobener Ausstattung können auf deutlich höhere Beträge kommen. [...]

Stellen Sie fest, welche Ihrer Geräte betroffen sind. Strom ziehende Trafos erkennen Sie beispielsweise, wenn diese nach dem Abschalten der an sie angeschlossenen Geräte weiterhin warm bleiben oder brummen. Oft kann man allerdings dem Stromklau nicht so einfach auf die Spur kommen, da die Strom ziehenden Bauteile in die Geräte eingebaut sind und sich unseren Blicken entziehen. Hier hilft nur der Einsatz eines Energiekostenmonitors. Das ist ein kleines Kontrollgerät zur Ermittlung von Stromverbrauch und Kosten. [...] Die Bedienung ist einfach. Zunächst wird in den Monitor der Stromtarif eingegeben. Auch Nachtstromtarife können berücksichtigt werden. Dann wird der Monitor in eine Steckdose und der Stecker des zu messenden Gerätes in den Monitor gesteckt. Sofort können zum Beispiel Strom- und Leistungsaufnahme, Energieverbrauch und Verbrauchskosten in dem betreffenden Betriebszustand ermittelt werden. Einen Energiekostenmonitor können Sie im Fachhandel (Baumärkte etc.) kaufen oder bei bestimmten Institutionen (z.B. Verbraucher- und Energieberatungsstellen, Stadtwerken, Elektroversorgungsunternehmen u.a.) ausleihen. [...]

Rezept gegen den Stromklau: Geräte abschalten

Gegen Energieverschwendung durch Leerlaufverluste hilft nur das Abschalten der betreffenden Geräte. Das kostet nichts, ist aber am Anfang vielleicht ein wenig unbequem. Manche Leute scheuen sich, ihr Fernsehgerät am Ende des Fernsehabends vom Netz zu trennen. Stattdessen halten sie es lieber in Bereitschaft. Sie glauben, dass der Bereitschaftsbetrieb die Lebensdauer ihres Fernsehers erhöht oder das Abschalten zulasten der Lebensdauer des Gerätes gehen würde.

Dafür liegt uns jedoch kein Beweis vor. Die Bereitschaftshaltung dient nach unseren Erkenntnissen nur dem Komfort und geht zulasten des Geldbeutels und des Energieverbrauchs. Bei Videogeräten und Satellitenempfängern werden innerhalb der Bereitschaftsstellung Informationen über Empfangskanal, Datum und Uhrzeit gespeichert. Diese gehen bei vielen Geräten verloren, wenn sie vom Stromnetz getrennt werden. Intelligent konstruierte Geräte erhalten jedoch diese Informationen über eine Puffertechnik (zum Beispiel Stützakku). Dort, wo es keinen Ausschalter gibt (bestimmte HiFi-Geräte, Steckernetzteile, Modems u. a.), kann man diesen gegebenenfalls durch einen Kabelschalter oder durch schaltbare Steckdosen, Steckerleisten oder ähnliches nachrüsten. Netzteile in schaltbaren Steckerdosen oder Steckerleisten werden nach dem Abschalten der Steckerdose/Steckerleisten ebenfalls vollständig vom Netz getrennt, sodass Sie diese nicht extra herausnehmen müssen! Mit einer schaltbaren Steckerleiste können Sie mit einem Fingerdruck auch mehrere Geräte (und Steckernetzteile) gleichzeitig vom Netz trennen und wieder einschalten. Das gilt zum Beispiel für HiFi-Anlagen, Computer mit ihren verschiedenen Komponenten wie Rechner, Monitor, Scanner, Modem u. a. Die Kosten für eine solche schaltbare Steckerleiste liegen zwar je nach Ausführung bei 5 bis 20 Euro, machen sich aber bei vielen Anlagen bereits nach kurzer Zeit bezahlt.

Aus: Umweltbundesamt (Hrsg.): Energiesparen im Haushalt, Bonn 2006, S. 11-13, S. 18, http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/188.pdf (23.05.2007).