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Dürre im Südwesten Chinas

30.6.2007

Glossar

Glossar O - Z

Ökologie
(von griech. oikos = Haus und logos = Lehre)
Unter Ökologie versteht man ursprünglich ein Teilgebiet der Biologie, welches sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und ihrer natürlichen Umwelt beschäftigt. Mit einem wachsenden Umweltbewusstsein in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Begriff weit über den engen naturwissenschaftlichen Rahmen der Biologie hinaus.

Ökosteuer
Die Ökosteuer ist eine Steuer auf den Energieverbrauch bzw. auf umweltschädliches Verhalten. Das Steueraufkommen dient teilweise der Reduzierung der Beitragssätze für die Sozialversicherung (Lohnnebenkosten). Das Konzept wurde Anfang der 1980er Jahre entwickelt und verbindet zwei Ansätze:
1. Besteuerung des knappen Gutes ->Energie mit dem Ziel der Steigerung der Effizienz des Energieeinsatzes.
2. Verbreiterung der Basis für die Finanzierung der sozialen Sicherung.

Ökostrom
Mit dem Begriff Ökostrom wird umgangssprachlich elektrische Energie bezeichnet, die auf ökologisch vertretbare Weise aus ->erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird, in Abgrenzung insbesondere zu Kernkraft, Kohle und Öl, aber auch zu Mammutprojekten im Bereich der Wasserkraft wie dem Drei-Schluchten-Staudamm in China.

Ökosystem
Ein Ökosystem ist eine funktionelle Einheit aus Organismen und Umwelt und umfasst einen räumlich abgrenzbaren Lebensraum (z.B. ein Fluss- oder ein Feuchtgebiet) und die ihn bewohnende Lebensgemeinschaft (z.B. Pflanzen, Tiere).

Ozon
Ozon ist eine Verbindung, die aus drei Sauerstoffatomen besteht ("normaler" molekularer Sauerstoff – O2 – ist zweiatomig). Die chemische Formel lautet: O3. Ozon entsteht durch die Reaktion von molekularem Sauerstoff mit atomarem. Es ist chemisch sehr reaktiv, greift also viele andere Stoffe an und kann deshalb Menschen, Pflanzen und Materialien (zum Beispiel Kunststoffe und Metalle) schädigen. Darüber hinaus ist Ozon ein Treibhausgas, trägt also zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei.

Ozonloch
Die ->Ozonschicht ist an verschiedenen Stellen deutlich dünner geworden. Insbesondere über der Antarktis. Die Medien sprechen daher vom "Ozonloch". Das ist aber kein richtiges Loch, sondern eine Ausdünnung der Ozonschicht. Auch über Europa wurde bereits eine Ausdünnung der Ozonschicht von etwa zehn Prozent festgestellt. Das "Ozonloch" über der Antarktis hatte im Jahr 2000 mit 28 Millionen Quadratkilometern die achtzigfache Größe von Deutschland erreicht. Im Jahr 2002 war es nur geringfügig kleiner. Die lebenswichtige Ozonschicht scheint gefährdet.

Ozonschicht
Durch die Anreicherung von ->Ozon entstand in der unteren Stratosphäre in 25 bis 50 Kilometern Höhe die so genannte Ozonschicht der Erde. Die Ozonschicht ist von großer Bedeutung für das gesamte Leben auf der Erde. Sie schützt vor der gefährlichen ultravioletten Strahlung des Sonnenlichtes. Diese Strahlung kann unter anderem Hautkrebs hervorrufen. Obwohl Ozon weniger als einen Millionstel Teil der Atmosphäre ausmacht, hält es fast 99 Prozent der UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht zurück.

ppm / ppb / ppt
ppm (parts per million) = 10-6 = Teile pro Million (steht für einen in Millionstel Teilen ausgedrückten Zahlenwert, so wie Prozent (%) für Hundertstel steht)
ppb (parts per billion) = 10-9 = Teile pro Milliarde
ppt (parts per trillion) = 10-12 = Teile pro Billion

Rat für Nachhaltige Entwicklung
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) wurde im Februar 2001 von der Regierung Schröder einberufen. Der RNE berät die Bundesregierung in Fragen der ->Nachhaltigkeit und entwickelt Vorschläge für konkrete Projekte zur Verbesserung der Nachhaltigkeit.

Recycling
Mit dem Begriff Recycling bzw. Rezyklierung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem aus Abfall ein Sekundärrohstoff wird. Die rechtlichen Vorgaben sind in Deutschland im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz niedergelegt.

Ressource
(von lat. resurgere = hervorquellen)
Als Ressource wird im Allgemeinen ein Mittel bezeichnet, das benötigt wird, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. In einem engeren Sinn bezeichnen die Ressourcen die auf der Erde vorhandenen Rohstoffe und Energieträger. Dabei wird zwischen Reserven und Ressourcen unterschieden. Die Reserven sind die bekannten, mit heutiger Technik wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen. Die Ressourcen sind die mit zukünftiger Technik vermutlich abbaubaren Vorkommen, unabhängig von der Wirtschaftlichkeit.

Rohstoffe
Als Rohstoffe werden alle natürlich vorkommenden Materialien bezeichnet, die als Arbeitsmittel dienen und noch keine unmittelbare Bearbeitung erfahren haben. Natürliche Ressourcen sind Rohstoffe, die nur gefördert und gereinigt, nicht aber hergestellt zu werden brauchen. Rohstoffe stammen entweder aus der lebenden Natur (Agrarprodukte, Holz – Nachwachsender Rohstoff) oder werden aus der Erdkruste (zum Beispiel Erze), von der Erdoberfläche oder aus dem Meer gewonnen.

Rohstoffproduktivität
Die Rohstoffproduktivität gibt an, wie effizient eine Volkswirtschaft mit nicht erneuerbaren Rohstoffen wie zum Beispiel fossilen Brennstoffen umgeht. Sie wird ausgedrückt als das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt zum Verbrauch an nicht erneuerbaren Rohstoffen.

Schadstoffe
Im täglichen Sprachgebrauch versteht man unter Schadstoffen in der Umwelt vorhandene Stoffe oder Stoffgemische, die schädlich für Menschen, Tiere, Pflanzen oder andere Organismen sowie ganze Ökosysteme sein können. Unter den Schadstoffen unterscheidet man prinzipiell zwei Gruppen:
  • natürliche Schadstoffe – wie beispielsweise Gesteins-Staub oder Mykotoxine (Pilz-Giftstoffe) – und
  • künstliche Schadstoffe – meist anthropogenen Ursprungs, d.h. von Menschen verursacht und freigesetzt.
Schwefelhexafluorid
Schwefelhexafluorid ist eine anorganische, chemische Verbindung aus den Elementen Schwefel und Fluor mit der Summenformel SF6. Laut einer Studie des Intergovernmental Panel on Climate Change (Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) ist es das stärkste bekannte Treibhausgas. Sein Treibhauspotenzial ist etwa 23.900 mal größer als das von Kohlenstoffdioxid (CO2). Aufgrund der sehr geringen Konzentration von SF6 in der Erdatmosphäre wird sein Einfluss auf die globale Erwärmung jedoch als äußerst gering betrachtet.

Töpfer, Klaus
Zwischen 1987 und 1994 leitete der CDU-Politiker das erst seit 1986 bestehende Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (->BMU). Er setzte als Bundesumweltminister zahlreiche Änderungen in der Umweltgesetzgebung durch.

Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt bewirkt umgangssprachlich die Erwärmung eines Planeten durch Treibhausgase und Wasserdampf in der Atmosphäre. Der durch menschliche Eingriffe entstandene Anteil am atmosphärischen Treibhauseffekt wird anthropogener Treibhauseffekt genannt. Oft ist mit dem Begriff Treibhauseffekt verkürzt gleichzeitig die globale Erwärmung (->Klimawandel) gemeint.

Treibhausgase
Treibhausgase sind gasförmige Stoffe, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können.
Die Zunahme bestimmter Treibhausgase wird großteils auf menschliche Aktivitäten zurückgeführt. Die im Kyoto-Protokoll reglementierten Gase sind: ->Kohlen(stoff)dioxid (CO2, dient als Referenzwert), ->Methan (CH4), ->Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), teilhalogenierte und perfluorierte ->Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs) und ->Schwefelhexafluorid (SF6).

Umwelt
Umwelt in der ->Ökologie bezeichnet die Gesamtheit aller auf die Natur einwirkenden Einflüsse sowie die Gesamtheit aller ökologischen Faktoren, die auf eine Art einwirken. Oft wird der Begriff Umwelt umgangssprachlich mit Natur gleichgesetzt.

Umweltpolitik
Unter Umweltpolitik versteht man die Gesamtheit politischer Bestrebungen, welche die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen bezwecken. Die Herausbildung der Umweltpolitik als ein eigenständiger Politikbereich war eng verknüpft mit der Entstehung eines weit verbreiteten "Umweltbewusstseins" in den 1970er Jahren, das seinerseits eine Reaktion auf die sich drastisch verschärfenden Umweltprobleme war. Die ->Klimapolitik ist Teil der Umweltpolitik, weist aber die Besonderheit auf, dass sie nur bei einem weltweiten Ansatz Erfolg haben kann.

Umweltbewusstsein
Das Umweltbewusstsein ist die Einsicht eines Menschen in die Tatsache, dass die natürliche Umwelt – und damit die Lebensgrundlage der Menschen – durch Eingriffe in die Umwelt durch die Menschen selbst gefährdet wird. Das Umweltbewusstsein setzt sich dementsprechend zusammen aus dem Umweltwissen, den Umwelteinstellungen, den Verhaltensintentionen bezüglich der Umwelt und dem tatsächlichen Umweltverhalten eines Menschen.

Verbraucherpolitik
Die Verbraucherpolitik ist ein relativ junges Politikfeld. Sie zielt darauf ab, dem Interesse des Verbrauchers oder Konsumenten gegenüber den Anbietern zur Durchsetzung zu verhelfen. Neben dem Schutz der Verbraucher vor Täuschung und Betrug soll Verbraucherpolitik auch erziehend wirken und durch Information verantwortungsbewusste Konsumenten schaffen.

Wetter
Als Wetter bezeichnet man den spürbaren, kurzfristigen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort der Erdoberfläche, der unter anderem als Sonnenschein, Bewölkung, Regen, Wind, Hitze und Kälte in Erscheinung tritt. Das Verhalten des Wetters (bzw. der entsprechenden Messgrößen) über eine längere Zeitspanne wird als ->Klima bezeichnet.

Windkraftwerk
Was die Produktion von Windstrom angeht, ist Deutschland Weltmeister. Ein Windkraftwerk erzeugt elektrischen Strom durch die Drehung des Rotors, der einen Generator antreibt. Durch Luftverwirbelungen an den Turbinenblättern und Verluste bei der Übertragung der Kräfte sowie der Umwandlung in Elektrizität beträgt der Wirkungsgrad etwa 40 Prozent. Die Leistung einer Windkraftanlage ist nicht nur vom Rotordurchmesser abhängig, sondern auch von der Masthöhe, da über dem Boden der Wind von Häusern und anderen Hindernissen gebremst wird. Hinsichtlich des Ausstoßes von Treibhausgasen belastet Windenergie die Umwelt in geringerem Maße als konventionelle Energieerzeugung. Außerdem ist sie weniger risikoanfällig. Windkraftanlagen erreichen pro Jahr durchschnittlich 2.000 Volllaststunden an Land, an der Küste sind es 3.000. Bei Offshoreanlagen erwarten Techniker 4.000 Volllaststunden. Jede dritte Windkraftanlage steht in Deutschland. Rund 70.000 Menschen sind in der Branche beschäftigt.


Quellen:

http://www.bmu.de
http://www.bpb.de/themen/ZROPLT,0,0,Glossar.html
http://www.bpb.de/wissen/C4A114,0,0,Energiepolitik.html
http://www.umweltdatenbank.de/lexikon.htm
http://www.wikipedia.de
http://www.wasser-wissen.de/
http://www.umwelt.niedersachsen.de/
http://www.taz.de/index.php?id=zukunft&art=3595&id=wirtschaft-artikel&cHash=e8ce4cb375