Dürre im Südwesten Chinas

30.6.2007

Chronik "Umwelt, Klima und Mensch"

1986 bis 2000

1986
Am 26. April ereignet sich im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine (damals Sowjetunion) als Folge einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Tschernobyl Block IV eine der größten Umweltkatastrophen überhaupt. Sie gilt als die zweitschwerste nukleare Havarie.

1986
Am 6. Juni wird das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gegründet. Die Bundesregierung will mit diesem Schritt die Zuständigkeiten auf diesem Sektor unter einem neuen Minister zusammenfassen, um den neuen umweltpolitischen Herausforderungen besser entgegentreten zu können. Vorher war der Umweltschutz auf die Ressorts von Innen-, Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium verteilt.

1987
Am 24. August geht der erste kommerzielle Windpark Deutschlands ans Netz. An der Nordseeküste im Ditmarschen Kreis drehen sich 32 Windräder, deren Leistung zwischen 10 und 25 Kilowatt beträgt. Heute (2007) sind moderne Anlagen 200-mal so leistungsfähig. (Quelle: taz, 24.08.07)

1988
Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), dem tausende Forscher aus aller Welt zuarbeiten, beginnt das globale Wissen über die Veränderungen unserer Atmosphäre zu sammeln. Das IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft, sondern trägt die Ergebnisse der Forschungen in den verschiedenen Disziplinen zusammen, darunter besonders der Klimatologie. Es bildet eine kohärente Darstellung dieses Materials in Berichten ab, den "IPCC Assessment Reports". Die Veröffentlichung des Vierten Sachstandsberichts beginnt am 2. Februar 2007 mit der Herausgabe einer "Kurzfassung für Entscheidungsträger" (Summary for Policymakers, SPM) der Arbeitsgruppe 1 – die SPMs der Arbeitsgruppen 2 und 3 folgen im April bzw. Mai 2007.

1989
Inkrafttreten des Montrealer Protokolls zum weltweiten Verbot der FCKW-Herstellung und -Vertreibung. (Nähere Informationen finden Sie hier.)

1989
Der Tanker "Exxon Valdez" läuft am 24. März im Prinz-William-Sund auf Grund. 40.000 Tonnen Öl fließen bei dem Unglück ins Meer und verseuchen die Küste auf einer Länge von 2000 Kilometern. Die Bilder verklebter Seevögel und Robben gehen um die Welt. Dass diese "kleinere" Ölpest im Gedächtnis verbleibt, ist vor allem auf die Reaktion des amerikanischen Konzerns Exxon zurückzuführen. Erst Wochen nach dem Unglück bemüht sich der Konzernchef nach Alaska, die Reinigungsarbeiten an den verschmutzten Stränden bezeichnet er als "Kleinigkeiten". Das Krisenmanagement des Konzerns versagt völlig, die Äußerungen des Managements lassen eine skrupellose Einstellung zu der Umweltverschmutzung erkennen. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach der Havarie ist der Prinz-William-Sund immer noch verseucht, die Tier- und Pflanzenwelt hat sich noch nicht von dem Unglück erholt.

1990
Der bisher umfassendste Bericht zum Problem der globalen Erwärmung wird vom IPCC vorgelegt und stellt fest, dass anhaltende von Menschen verursachte Emissionen von Treibhausgasen den Treibhauseffekt verstärken. Daraufhin wird ein internationaler Verhandlungsausschuss gegründet (INC, Intergovernmental Negotiating Committee).

1992
Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Zusammenarbeit (UNCED) in Rio de Janeiro: 154 Staaten unterzeichnen die Klimarahmenkonvention.

1993
Gründung des Bundesamtes für Naturschutz sowie Integration von Teilen des Bundesamtes für Ernährung und Forstwirtschaft und des Bundesamtes für Wirtschaft.

1993
Erstmals wird in Osnabrück der Deutsche Umweltpreis verliehen. Im ersten Jahr wird die mit 1 Mio. DM dotierte Auszeichnung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für die Entwicklung des weltweit ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschranks sowie für die Popularisierung des Naturschutzes vergeben. Die DBU prämiert Leistungen, die entscheidend und vorbildhaft zum Erhalt und Schutz der Umwelt beigetragen haben oder noch zu einer deutlichen Verminderung der Umweltbelastung führen werden. Der Deutsche Umweltpreis ist heute die höchstdotierte Umweltauszeichnung Europas.

1995
Auf der ersten Klimakonferenz der Vertragsstaaten von Rio geht es in Berlin darum, die Verpflichtungen der Konvention fortzuentwickeln und zu verschärfen.

1997
El Niño tritt in vergleichbarem Ausmaß auf wie schon 1982/83

1997
Wissenschaftler des amerikanischen Forschungsinstitutes MIT entwickeln ein neues dreiteiliges Klimamodell.

1997
Das Kyoto-Protokoll wird am 11. Dezember auf der 3. Weltklimakonferenz verabschiedet. Das 2005 in Kraft tretende und 2012 auslaufende Abkommen schreibt erstmals verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen fest, welche die hauptsächliche Ursache der globalen Erwärmung sind. Das Protokoll sieht vor, den jährlichen Treibhausgas-Ausstoß der Industrieländer bis zum Zeitraum 2008-2012 um durchschnittlich 5,2% gegenüber 1990 zu reduzieren.

Quellen und weitere Links:
Scinexx – Das Wissensmagazin: Eine kurze Geschichte des Klimas... http://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=7