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Medienpädagogik im digitalen Umbruch

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Medienpädagogik im digitalen Umbruch

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Gesellschaftliche Teilhabe mit Medien - wie können alle teilhaben?

Ist Medienkompetenz der Schlüssel zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe?

1930 entwickelte Bertolt Brecht in seiner "Radiotheorie" den Traum aus dem Distributionsapparat Rundfunk einen Kommunikationsapparat zu machen. Brecht war überzeugt, dass Medien positive gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen können.

1970 greift Hans Magnus Enzensberger in seiner emanzipatorischen Medientheorie des "Medienbaukastens" Brechts Ansätze auf: Emanzipatorischer Mediengebrauch macht jeden Empfänger auch zu einem Sender. Medien sind keine reinen Konsumptionsmittel mehr, sondern werden in den Händen der Massen zu Produktionsmitteln.

Das Kinderzimmer als geschützter Raum war eine 50jährige Episode, der Traum der heilen Welt. Leben war immer lebensgefährlich. Seit dem Web 2.0 ist die Welt wieder überall wild und unberechenbar. Aber unsere Theorie der Medienkompetenzvermittlung stammt noch aus dieser Zeit der heilen Welt.

2010 surfen Dreijährige im Internet. Sind dann Achtjährige in der Community ihrer Lieblingsfernsehsendung der erträumte Sender, der gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen kann? Medien sind nicht per se emanzipatorisch - so wie sich Medienkompetenz nicht von selbst einstellt. Medienkompetenz ist zweifelsfrei die vierte Schlüsselkompetenz und benachteiligte Jugendliche sind in der Medienkompetenzförderung heute besonders im Fokus. Aber selbst wenn Kinder und Jugendliche Medien selbstbestimmt und kreativ mit Gleichaltrigen nutzen, bewirkt das bereits die beabsichtigte gesellschaftliche Teilhabe? Verpufft nicht die neue erworbene Medienkompetenz an der Persistenz der Strukturen? Bildung, Arbeit, Gesundheit, Rente, Energie, Umwelt – die Systeme scheinen auf Jahre wenn nicht Jahrzehnte unveränderbar. Medienhandeln und Teilhabe spielt sich einerseits innerhalb der Medien und als Freizeit-, Spaß- und Eventkultur ab.

Es geht um die Frage nach den Chancen der emanzipatorischen Nutzung von Medien zur gesellschaftlichen Teilhabe. Zielt die Frage der Fortentwicklung des Medienkompetenzbegriffs nicht nur auf die eigenen Räume der kindlichen und jugendlichen Mediennutzer, sondern auch auf die Zivilgesellschaft? Ist sie nicht auch eine Frage wie sich demokratische Strukturen stärken lassen?

Fussnoten