Schultafel

11.11.2019 | Von:
Prof. Dr. Kerstin Pohl

Perspektiven der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften berufsbezogener politischer Bildung

PDF-Icon Beitrag von Prof. Dr. Kerstin Pohl zum Download

Zur Vorbereitung eines fächerübergreifenden Verbundprojekts zum Unterricht an berufsbildenden Schule im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung haben wir fünf Einzelinterviews mit Lehrkräften sowie ein Gruppeninterview mit sechs Fachleiter*innen für politische Bildung an berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Die Fragen bezogen sich u. a. auf die Erfahrungen in Studium, Referendariat, beruflicher Praxis und Weiterbildung, die Kompetenzorientierung, das Lernfeldkonzept sowie künftige Chancen und Herausforderungen für das Fach Sozialkunde. Die Interviews werden mittels qualitativer Inhaltsanalysen ausgewertet – die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Folgende Befunde deuten sich an: Viele der im "Monitor politische Bildung an beruflichen Schulen“ von Anja Besand (2014, Schriftenreihe der bpb Bd. 1457, Bonn) benannten Ergebnisse werden bestätigt, wie etwa die fehlende Auseinandersetzung mit spezifischen Anforderungen der beruflichen politischen Bildung oder die mangelnden Auseinandersetzung an den Universitäten mit dem Lernfeldansatz. Auffällig war in den Antworten der Fachleiter*innen die Betonung eines situativen Ansatzes in den Fachseminaren, weil die Breite der beruflichen Arbeitsfelder und die Heterogenität der Zielgruppen die praxisorientierte Arbeit an konkreten Fallbeispielen der Unterrichtsplanung erforderlich mache. In den Antworten der Lehrkräfte wurde der Lernfeldansatz häufig als wünschenswert beschrieben, die Chancen für seine Verwirklichung wurden allerdings mit dem Ausbildungsgang in Beziehung gesetzt. Auch das spezifische politische Interesse der Schülerinnen und Schüler steht nach Ansicht der befragten Lehrkräfte stark im Zusammenhang mit ihrem Ausbildungsziel.

Die Ergebnisse der Studie legen deshalb nahe, zumindest unter den Bedingungen des Unterrichtsfaches Sozialkunde in Rheinland-Pfalz den Lernfeldansatz als erfolgversprechenden Ansatzpunkt zu Reform der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften zu bewerten und zum Beispiel in Form fächerübergreifender Projekte in der zweiten Phase oder im Rahmen schulinterner Fortbildungen, die sich an konkreten situationsspezifischen Bedarfen von Kollegien orientieren, zu implementieren. In Hochschulen könnten zudem entsprechende Best-Practice Beispiele entwickelt, erprobt und publiziert werden.

Ergänzende Materialien zu Arbeit und Thema der AG3
PDF-Icon Scaramuzza Thema und Arbeitsweise der AG 3
PDF-Icon Staudt/Parziale: Fachspezifisches pädagogisches Coaching am besonderen Beispiel der politischen Bildung an der Berufsschule für den Einzelhandel München Mitte


Etwa 1,3 Millionen Auszubildende durchlaufen derzeit eine duale Berufsausbildung, in der praktisches Lernen im Betrieb durch Fachunterricht an der Berufsschule ergänzt wird. Im Dossier "Berufliche BIldung" werden verschidene Aspekte des dualen Ausbildungssystem beleuchtet.

Mehr lesen

Politische Bildung soll die Menschen darin unterstützen, ihr eigenes Verhältnis zum Politischen zu bestimmen. Denn Demokratinnen und Demokraten werden nicht einfach so geboren. Das Dossier bietet eine Einführung in das "Making of" politischer Bildung.

Mehr lesen

Berufsschülerinnen und -schüler sind eine große Gruppe unter den jungen Leuten. Viele sind volljährig, wählen und zahlen Steuern. Dennoch wird ihrer politischen Bildung vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dieses Buch bietet eine Bestandsaufnahme und fragt nach zukunftsfähigen Konzepten.

Mehr lesen

Interaktives Wahltool

Wahl-O-Mat

Seit 2002 gibt es den Wahl-O-Mat der bpb. Mittlerweile hat er sich zu einer festen Informationsgröße im Vorfeld von Wahlen etabliert. Hier erfahren Sie, wie ein Wahl-O-Mat entsteht und was seine Ziele sind. Im Archiv können Sie außerdem jeden Wahl-O-Mat der vergangenen Jahre noch einmal nachspielen.

Mehr lesen

kinofenster.de

Film des Monats: The Big Short

Mit The Big Short hat Regisseur Adam McKay Michael Lewis' gleichnamiges Sachbuch über die Finanzkrise 2007/08 verfilmt. Ein paar Außenseiter sehen den Zusammenbruch des US-amerikanischen Bankenwesens voraus und spekulieren an der Börse auf den Crash. So profitieren einige Wenige von der Bankenkrise, während Millionen von Amerikanerinnen und Amerikanern ihre Häuser und Ersparnisse verlieren. Mithilfe von Stars wie Christian Bale, Ryan Gosling und Brad Pitt sowie einer humorvollen, ausgefeilten Filmsprache gelingt es dem Film, die komplexen Hintergründe der Finanzkrise anschaulich zu erklären.

Mehr lesen auf kinofenster.de