Inhalt
„Meine Mutter hat relativ früh bei der Polizei gesagt, es könnten doch Nazis gewesen sein, die meinen Mann ermordet haben – und wir wurden nicht ernst genommen“, erzählt Gamze Kubaşık, Tochter des am 4. April 2006 in Dortmund ermordeten Mehmet Kubaşık. Über Jahre ermordete die rechtsextreme Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) vornehmlich aus rassistischen Gründen Menschen in ganz Deutschland.
Statt gegen rechtsextreme Täter/-innen zu ermitteln, unterstellte die Polizei den Hinterbliebenen und Überlebenden kriminelle Machenschaften. Die Presse griff diese Unterstellungen auf und trug falsche Verdächtigungen unhinterfragt in die Breite. Dies hatte schwerwiegende Folgen: Die Getöteten, ihre Familien und Überlebende wurden öffentlich geächtet.
Irreführende Ermittlungen in Richtung organisierte Kriminalität, falsche und zum Teil rassistische Vorannahmen über mögliche Täter/-innen verstellten den Blick auf die tatsächlichen Hintergründe der Taten. Hinweise von Betroffenen oder auch einzelnen Stimmen aus Polizei und Politik auf ein mögliches rassistisches Motiv wurden von den ermittelnden Sicherheitsbehörden nicht konsequent verfolgt.
Der 4. November 2011 – der Tag, an dem der NSU sich selbst enttarnte – brachte Klarheit. Erst jetzt wurden die Verbrechen der rechtsextremen Terrorgruppe zugeordnet. Erst jetzt erfuhren die Angehörigen, wer die Mörder ihrer Familienmitglieder waren, wer die Bomben gelegt und die Banken überfallen hatte. Wieso wurden die Opfer kriminalisiert und was bedeutete das für die trauernden Familien? In dieser Folge sprechen:
Michalina und Mandy Boulgarides: Töchter des ermordeten Theodoros Boulgarides
Dr. Mehmet Daimagüler: Rechtsanwalt und Vertreter der Nebenklage im NSU-Prozess
Heike Kleffner: Journalistin und ehem. Referentin im Bundestag für den NSU-Untersuchungsausschuss
Gamze Kubaşık: Politische Bildnerin, Tochter des ermordeten Mehmet Kubaşık
Abdulla Özkan: Betroffener des Anschlags in der Keupstraße, Köln
Annette Ramelsberger: Langjährige Gerichtsreporterin der Süddeutschen Zeitung
Semiya Şimşek: Sozialpädagogin und Buchautorin, Tochter des ermordeten Enver Şimşek
„Kein Einzelfall – NSU-Komplex und rechtsextremer Terror“ ist eine Doku-Reihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Bei Fragen, Kritik oder Lob, freut sich die Redaktion über eine E-Mail: E-Mail Link: pgdokuz@bpb.de
Alle Folgen und mehr Informationen finden Sie auf:
Mehr Informationen
Redaktion: Projektgruppe „Aufbau NSU-Dokumentationszentrum“
Produktion: Kanakfilm Berlin, we are era
Produktion: 04.11.2026
Spieldauer: 12 Min.
hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung
Lizenzhinweise
Dieser Text und Medieninhalt sind unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht.
Sie wollen einen Inhalt von bpb.de nutzen?