Scheinselbstständigkeit

S. bezeichnet eine Erwerbstätigkeit, bei der das ehemalige Arbeitsverhältnis formal aufgehoben wurde, der frühere Arbeitnehmer aber a) als selbstständiger Unternehmer die gleiche Arbeit wie vorher (z. B. als Lkw-Fahrer) verrichtet bzw. b) wie zuvor vom ehemaligen Arbeitgeber abhängig ist (z. B. nur von diesem Lieferaufträge erhält) und ggf. c) die notwendigen Mittel für diese Tätigkeit (z. B. den LKW) vom Auftraggeber leihweise und kostenpflichtig gestellt werden.

Die S. dient dazu, Kosten (insb. die Sozialversicherung, aber auch Überstundenzuschläge etc.) einzusparen, die Arbeitgeberrisiken (z. B. Auftragsschwankungen) auf (ehemalige) Arbeitnehmer zu übertragen und allen weiteren tariflichen Verpflichtungen (Urlaub, Lohnfortzahlung etc.) auszuweichen.

Siehe auch:
Arbeitnehmer/Arbeitnehmerin
Arbeit
Arbeitgeber/Arbeitgeberin
Kapitalismus
Soziale Sicherung

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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