Autonomer am 1. Mai 2009 in Berlin, bewaffnet mit Flasche und Stein.

Linksextremismus

Linksextremismus wird von den Sicherheitsbehörden wie folgt definiert: "Linksextremismus ist ein Sammelbegriff für alle gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichteten Bestrebungen, die sich insbesondere in den Ideen von Anarchismus und Kommunismus ausdrücken. Allen gemeinsam ist, dass die von ihnen als 'Kapitalismus' und 'Obrigkeitsstaat' bezeichnete bestehende demokratische Staats- und Gesellschaftsordnung als Ursache aller vorhandenen Missstände gilt und deshalb im Wege einer gewaltsamen Revolution abzuschaffen ist. Zentrales Ziel ist, zunächst eine sozialistische Ordnung zu schaffen, um von dieser ausgehend letztlich ein klassenloses kommunistisches System zu errichten. Die Anwendung von Gewalt wird in einer selbst zu definierenden revolutionären Phase für legitim und unverzichtbar angesehen. Es handelt sich demnach um Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind und die von ihr vertretenden Werte wie Freiheit und Gleichheit abschaffen wollen."

Ist damit der Begriffskern der Kategorie "Linksextremismus" ausreichend beschrieben? Was trennt Linksextreme von Rechtsextremen und Islamisten, wo sind Schnittmengen? Welche Gruppen sind in Deutschland aktiv? Und welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier beleuchtet Ideologie, Struktur und Geschichte des Linksextremismus in Deutschland.

09.10.2020, Berlin, Räumung des besetzten Hauses #Liebig34 in der Liebigstraße 34, Ecker Rigaer Straße. Unter Protest wurde das Haus, das als Symbol der linksradikalen Szene gilt, geräumt. Im Einsatz waren insgesamt ca. 1500 Polizeibeamte.

Armin Pfahl-Traughber

Meinung: Alternativbezeichnungen für Linksextremismus: "Linksaffine" und "linke Militanz"

Neben "Linksextremismus" und "Linksradikalismus" haben in die sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung zuletzt auch die Termini "Linksaffine" und "linke Militanz" Eingang gefunden. Armin Pfahl-Traughber mit einem Debattenbeitrag.

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22.03.2019, Berlin: Ein Aufkleber mit "Gegen Nazis" und "Antifa Area".

Tom Thieme

Politisch Motivierte Kriminalität (PMK) – links

Die Zahlen politisch motivierter Kriminalität für das Jahr 2020 offenbaren einen signifikanten Anstieg linksextremer Straf- und Gewalttaten. Wie kommen sie zustande? Und wie sind sie zu verstehen?

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Polizisten sichern am 14.08.2013 in der Rigaer Straße in Berlin die Durchsuchung von Wohnungen der linken Szene ab. Nach mehreren Anschlägen mutmaßlicher Linksextremisten haben etwa 400 Polizisten in Berlin Wohnungen durchsucht. Anlass seien ein Anschlag mit Brandsätzen auf Polizisten in Kreuzberg im Juni und Schmierereien an Jobcentern. Gesucht werde nach Beweismitteln vor allem in Zusammenhang mit einem versuchten Tötungsdelikt am Kottbusser Tor.

Armin Pfahl-Traughber

Linksextremismus – analytische Kategorie oder politisches Schlagwort?

In den 1980er Jahren bildete sich ein systematisch entwickeltes Verständnis von Extremismus in den Politikwissenschaften heraus, das bis heute umstritten ist. Dient der Extremismusbegriff der "Definitionsherrschaft über die zentralen Standards einer Gesellschaftsordnung"?

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Kapitalismuskritik: auch im Rechtsextremismus ideologische Säule.

Hans-Gerd Jaschke

Rechts- und Linksextremismus, Islamismus

Absolutheitsanspruch, Dogmatismus, Freund-Feind-Schemata, Verschwörungstheorien und Fanatismus: Trotz aller Differenzen gibt es eine Reihe gemeinsamer Merkmale des modernen politischen Extremismus.

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Nazi-Outing-Website mit der Aufforderung, die abgebildeten Personen zu benennen. (verfremdeter) Screenshot vom 21.05.2012, https://linksunten.indymedia.org/de/node/6761.

Tom Mannewitz

"Nazi-Outing"

"Nazi-Outing" meint das Publizieren privater Informationen von tatsächlichen oder vermeintlichen Rechtsextremisten. Diese moralisch umstrittene Methode des politischen Kampfes ist allerdings höchst problematisch, da sie fehleranfällig ist und die Veröffentlichung privater Informationen im Zweifel strafrechtlich relevant wird.

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Ein orthodoxer Jude küsst seinen Bruder, eine der befreiten Geiseln von Entebbe, Tel Aviv am 4. Juli 1976. Bei der Flugzeugentführung von Entebbe trennte das Terror-Kommando aus Mitgliedern der PFLP und der deutschen "Revolutionären Zellen" die Flugzeuginsassen nach jüdischen und nicht-jüdischen.

Daniel Kilpert

Antisemitismus von links

Antisemitismus von links? Das ist vielen auch heute noch neu. Er zeigt sich u.a. als kompromisslose Parteinahme für die Palästinenser und im teilweise antisemitischen Vokabular der Globalisierungskritiker.

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Der Titel der Tageszeitung "junge welt" am 50. Jahrestag des Mauerbaus. Screenshot, 2. Novemer 2011, http://www.jungewelt.de/2011/08-13/069.php.

Rudolf van Hüllen

Linksextreme Medien

Linksextreme Medien wollen nicht möglichst objektiv über allgemeine Belange berichten. Sie sind auch keine Wirtschaftsunternehmen, die kundenorientiert Leistungen verkaufen wollen. Sie verfolgen politische Ziele - und bekämpfen die politischen Gegner.

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Christel Wegner war das erste DKP-Mitglied im Landtag.

Armin Pfahl-Traughber

Die "Deutsche Kommunistische Partei" (DKP)

Die DKP ist zwar durch interne Konflikte gelähmt und in der Mitgliedschaft erheblich geschrumpft, sie hat aber immer noch Einfluss. Ihre Mitglieder beteiligen sich an vielen Demonstrationen von Protestbewegungen, manche kandidieren auch auf Listen der Partei "Die Linke".

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"Antideutsche" Demonstranten. Foto: Ralf Fischer / Agentur Ahron

Rudolf van Hüllen

"Antiimperialistische" und "antideutsche" Strömungen im deutschen Linksextremismus

"Nie wieder Deutschland!": Mit der deutschen Einheit erschien 1990 eine neue Strömung im linksextremen Spektrum. Die "Antideutschen" und "Antinationalen" haben sich längst als feste Größen in der linksextremen Ideenwelt etabliert. Ihre Herausbildung aus der klassisch "antiimperialistisch" ausgerichteten extremen Linken ist durchaus bemerkenswert.

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Dossier

Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer.

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Veranstaltungsdokumentation (Juni 2017)

Linksextremismus und linke Militanz - Phänomene, Kontroversen und Prävention

Ist Gewalt ein Unterscheidungskriterium zwischen demokratischer und extremistischer Linke? Gibt es inhaltlich-ideologische Unterschiede? Die Fachtagung ging diesen Fragen nach und bot Einblicke in verschiedene Handlungsfelder und Strömungen.

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