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4. April: Internationaler Tag der Minenaufklärung

31.3.2017
Seit Ende 2005 ist der 4. April der "Internationale Tag der Aufklärung über die Minengefahren und der Unterstützung bei der Minenräumung". Die Vereinten Nationen wollen damit auf die tödliche Gefahr von Minen aufmerksam machen, die weiterhin in vielen ehemaligen oder aktuellen Kriegsgebieten im Boden liegen.

Ein russischer Soldat entschärft Minen in Palmyra, SyrienEin russischer Soldat entschärft Minen in Palmyra, Syrien (© picture-alliance/dpa)

Vor 21 Jahren scheiterten die Verhandlungen der Vereinten Nationen (UN), Antipersonenminen im Rahmen der UN-Vereinbarung über konventionelle Waffen vollständig zu verbieten. Inzwischen sind zwar viele Staaten der Ottawa-Konvention, einem multilateralen Vertrag gegen Antipersonenminen beigetreten, dennoch stellen Minen weltweit weiterhin eine akute Gefahr für viele Menschen dar. Der "Internationale Tag für die Aufklärung über die Minengefahren und der Unterstützung bei der Minenräumung" will auf die verheerende Wirkung von Minen aufmerksam machen.

Jährlich mehrere Tausend Minenopfer



Die UN schätzen, dass vor 1997 rund 110 Millionen Minen in circa 70 Ländern verlegt wurden. In einer Resolution vom 8. Dezember 2005 äußert sich die UN-Generalversammlung als "zu tiefst beunruhigt über die Anzahl der Minen, die weiterhin jedes Jahr gelegt werden". Die "International Campaign to Ban Landmines" (ICBL), ein Netzwerk von über 1.200 nichtstaatlichen Organisationen in rund 100 Ländern, das sich weltweit gegen Minen engagiert, gibt an, dass 2015 mehr als 6.460 Menschen durch eine Mine verletzt oder getötet wurden. Da die Dunkelziffer sehr hoch ist, liegen manche Schätzungen mit rund 10.000 Verletzten und Getöteten noch höher. Die Zahlen sind rückläufig; 1996 sprachen die UN noch von rund 25.000 Minenopfern pro Jahr.



Ottawa-Konvention verbietet die Herstellung von Antipersonenminen



Weltweit waren Ende 2016 laut der Statistik des Landminen-Monitors 64 Staaten mit Antipersonenminen kontaminiert. Die Länder Afghanistan, Angola, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Irak, Kambodscha, Kroatien, Thailand, Tschad, Türkei und die West-Sahara waren dabei mit Flächen von mehr als 100 Quadratkilometern am stärksten betroffen.

1999 trat die sogenannte Ottawa-Konvention zum Verbot von Antipersonenminen in Kraft. Derzeit gibt es 162 Vertragsstaaten, darunter alle Staaten der Europäischen Union, Japan und Kanada. Die Ottawa-Konvention verbietet nicht nur den Einsatz und die Herstellung von Antipersonenminen. Die Unterzeichner-Staaten verpflichten sich ebenfalls dazu ihre Lagerbestände im Zeitraum von vier Jahren zu vernichten sowie alle bereits verlegten Minen innerhalb von zehn Jahren zu räumen.

In der Vergangenheit produzierten mehr als 50 Staaten Antipersonenminen. Heute sind es offiziell zwölf: China, Indien, Iran, Kuba, Myanmar, Nordkorea, Pakistan, Russland, Singapur, Südkorea, die USA und Vietnam. Keines dieser Länder ist jedoch Vertragsstaat der Ottawa-Konvention. Allerdings produzieren die meisten von ihnen nicht mehr aktiv Antipersonenminen, sondern behalten sich lediglich das Recht vor, dies zu tun.

Insgesamt bewertet das Auswärtige Amt die Umsetzung des Antipersonenminen-Verbots als erfolgreich. Der Handel mit den Minen habe praktisch aufgehört und die Zahl der Länder, die Antipersonenminen herstellen, sei stark zurückgegangen.

Rückläufige Ausgaben für Anti-Minen-Einsätze



Weltweit wurden laut ICBL 2015 rund 470 Millionen Dollar für die Bekämpfung von Minen ausgegeben. Im dritten Jahr in Folge sind die Ausgaben damit rückläufig: 2014 waren noch gut 140 Millionen Dollar mehr gezahlt worden. Die USA sind der größte Geldgeber, 2015 zahlten sie knapp 120 Millionen Dollar. Afghanistan erhielt mit rund 52 Millionen Dollar im weltweiten Vergleich die größte finanzielle Unterstützung. Die Gelder werden eingesetzt, um Minen zu räumen, Lagerbestände zu vernichten und Minenopfer zu unterstützen. Zudem werden durch diese Gelder Bildungsprogramme, die über die Auswirkungen von Minennutzung, aufklären sollen.


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