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17.5.2013

„Das Gerede vom Untergang ist einfach falsch“

21. Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung vom 16. bis 17. Mai in Hamburg


Redaktionsschließungen, Entlassungen, sinkende Anzeigenerlöse und schrumpfende Abonnentenzahlen: die Tendenzen im Journalismus sind besorgniserregend. Über den Wert des Journalismus in der heutigen Zeit diskutierten am 16. und 17. Mai 2013 in Hamburg Experten aus Journalismus, Wissenschaft und Politik mit rund 180 Chefredakteuren und Leitenden Redakteuren deutscher, österreichischer und Schweizer Lokal- und Regionalzeitungen zum Thema „Zwischen Qualität und Rendite: Vom Wert des Journalismus“.

Hamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz betont die wichtige Aufgabe des Lokaljournalismus. Er sorge dafür, dass Politik und Engagement nicht bloß etwas für die abstrakten und vermeintlich großen Themen sind, sondern sich auch alltäglich in der Stadt, in der Gemeinde und im Landkreis wiederfindet. Qualitätsvoller Journalismus müsse Orientierung bieten, die in der Unübersichtlichkeit moderner Gesellschaften und für eine plurale Gesellschaft dringend nötig sei.

Der Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit", Giovanni di Lorenzo, mahnt die Branche, Printprodukte in Krisenzeiten nicht schlecht zu reden. Di Lorenzo findet es „erstaunlich, wie sich unsere Branche seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit darstellt. Das Gerede vom Untergang ist einfach falsch." Di Lorenzo forderte die Zeitungsmacher auf, "für Qualitätsjournalismus zu kämpfen und auch mal etwas auszuprobieren, statt aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen. Viele Leser identifizieren sich nach wie vor mit ihrem Blatt." Eine Stärke von Print sei, den öffentlichen Diskurs zu organisieren, sagte die Lorenzo. Er warnte vor einem "Hang zum Gleichklang" besonders in der politischen Berichterstattung.

Beim Forum Lokaljournalismus ging es auch darum, wie sich leistungsfähiger Journalismus finanzieren lässt. „Ziel eines leistungsfähigen Journalismus muss es auch sein, den Leser aktiv einzubeziehen. Die Verschränkung von Print und Online ist eine große Chance“, sagt bpb-Präsident Thomas Krüger.

Karl-Heinz Ruch von der taz indes kritisierte den Begriff „leistungsfähiger Journalismus“ oder „Qualitätsjournalismus“. Journalismus sei ein Beruf, den man ausüben könne und von dem man leben könne – was den Journalisten zum Beispiel vom Blogger unterscheide.

Das Forum Lokaljournalismus ist das größte Netzwerktreffen für Chefredakteure und Leitende Redakteure lokaler und regionaler Tageszeitungen innerhalb des Lokaljournalisten-Programms der bpb.

Weitere Informationen und Diskussionen zum Forum Lokaljournalismus unter: www.drehscheibe.org

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