Pressekonferenz Wahl-O-Mat

7.11.2011

Die kulturelle Bildung als Teil politischer Bildung

Rede von Thomas Krüger auf der Fachtagung "Was PISA nicht gemessen hat – Zukunftsperspektiven der kulturellen Bildung", 4.11.2011, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Sächsischer Kultursenat, Landeshauptstadt Dresden

Rede von Thomas Krüger auf der Fachtagung "Was PISA nicht gemessen hat – Zukunftsperspektiven der kulturellen Bildung", 4.11.2011, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Sächsischer Kultursenat, Landeshauptstadt Dresden.

1. Einleitung

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich freue mich sehr, dass Sie mich eingeladen haben, bei Ihrer Fachtagung über die Zukunftsperspektiven der kulturellen Bildung zu sprechen. Sie haben Ihre Tagung ja perfekt zeitlich in das von der Bundeszentrale für politische Bildung organisierte 8. Festival Politik im Freien Theater hier in Dresden integriert.(FOLIE1) Dieses Theaterfestival wurde unter dem Motto "fremd" am 27.Oktober eröffnet und läuft noch bis zum Sonntag. 16 herausragende freie Produktionen werden gezeigt. Ich hoffe, einige von Ihnen konnten sich schon inspirierende Aufführungen und Aktionen ansehen, wenn nicht, kann ich es Ihnen nur ans Herz legen! Es ist nicht einmal unbedingt nötig, dass Sie in einen Theatersaal gehen, um etwas vom Festival mitzuerleben. Wenn Sie zufällig heute vor einer Woche am Hauptbahnhof unterwegs waren, könnten Sie Teil der Passantenbeschimpfung geworden sein. Die Wiener Gruppe God´s Entertainment bezahlte dort 5 Euro an Passanten, die eine Textpassage vorlasen, die sehr an Peter Handkes Publikumsbeschimpfung erinnerte. Den Vorübergehenden wurden ihre Passivität und andere Dinge vorgeworfen, es kam dabei zu spannenden Dialogen und zu einer Vermischung der Rollen von Schauspieler und Publikum. Ich bin mir sicher, dass in dieser Form der Irritation, der Brechung mit dem Alltag durch künstlerische Mittel ein hohes Potenzial liegt, Menschen für Themen zu interessieren und sie zu aktivieren. Das Festivalprogramm ist voll von Stücken und Aktionen, die das Publikum bewegen – gedanklich und physisch. Die Besucher werden zu Teilen der Theaterstücke, ohne sie würden viele Projekte gar nicht erst funktionieren. Zum Beispiel "Cinderella" von Ann Liv Young, das auch heute Abend noch zu sehen ist: Die Schauspielerin verweigert sich radikal der Erwartungshaltung des Publikums und stellt das gewohnte Verhältnis auf den Kopf. Je nach Reaktion des Publikums fällt die Performance jedes Mal anders aus.

Die Bundeszentrale für politische Bildung führt dieses Theaterfestival bereits seit 1988, also jetzt seit mehr als 20 Jahren durch – schon damals setzte die Institution auf die positiven Wechselwirkungen von Kunst und politischer Bildung. Wir könnten uns also stolz als Vorreiter dieser anscheinend en vogue gekommenen Kombination betrachten.

Das Thema kulturelle Bildung wird nicht nur in Deutschland, sondern auch international seit ungefähr fünf Jahren mit zunehmender Intensität diskutiert. Zahlreiche hochrangige Akteure, Institutionen und Kultureinrichtungen, wie die UNESCO-Weltkonferenzen oder eine Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages beschäftigen sich mit Ansätzen, Methoden und Zielen. Kulturstaatsminister Neumann vergab 2009 erstmals einen Preis für kulturelle Bildung. Schwerpunktthema des Bildungsberichts 2012 der Kultusministerkonferenz soll die "kulturelle und musisch-ästhetische Bildung im Lebensverlauf" werden. KMK-Präsident Ludwig Spaenle meint dazu wörtlich: "Wir wollen formelle wie informelle Bildungswelten von der frühkindlichen Bildung bis ins Seniorenalter darstellen, Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen und auf die Bedeutung kultureller Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung wie für die Gesellschaft hinweisen." (Quelle: kmk.org)

Stiftungen wie die Stiftung Mercator oder die Allianz-Stiftung, aber auch die Kulturstiftung des Bundes fördern Modellprojekte kultureller Bildung mit hohen Beträgen. Museen, Theater und Bibliotheken erklären Kulturelle Bildung zur Chefsache und auch die Parteien auf Bundes- und Landesebene werden in Sachen kultureller Bildung aktiv. Und auch für die Wissenschaft wird das Thema kulturelle Bildung als Gegenstand interessant; erste Grundlagenstudien (wie die Infrastrukturerhebung zu kulturellen Bildungsangeboten in klassischen Kultureinrichtungen des Zentrums für Kulturforschung in St. Augustin im Auftrag des BMBF, von 2008 bis 2010 durchgeführt) liegen vor. Qualitative Studien werden zur Zeit beispielsweise vom Deutschen Museumsbund realisiert und auch die bpb lässt ihr bundesweites Netzwerk schule@museum über die nächsten zwei Jahre vom interdisziplinären Zentrum für Ästhetische Bildung an der Universität Erlangen-Nürnberg evaluieren.

Man kann diese seltsame Konjunktur der kulturellen Bildung bei uns in Deutschland unter anderem als eine Art Gegenbewegung sehen zu den durch die PISA-Studien ausgelösten Anstrengungen der Bildungspolitik, die kognitiven Sprach- und Naturwissenschaften stärker zu fördern. In der Folge wurden sowohl alterprobte soziokulturelle, als auch klassisch hochkulturelle Fokussierungen und Formate wiederbelebt und übersetzt. Es kam aber auch zu neuen konzeptionellen Überlegungen. Wir als bpb verfolgen hier vor allem partizipative Ansätze, die KSB entwickelt mit dem Agentenprojekt neue Kooperationsformen zwischen dem schulischen Bereich und der künstlerischen Profession, einige Länder haben sinnvolle Förderprogramme entwickelt (siehe Berlin, NRW etc.).

Wie es scheint, wird der kulturellen Bildung ein hohes Potential zugemessen. Sie haben mich als Vertreter der politischen Bildung zu Ihrer Tagung eingeladen. Ich werde in meinen Ausführungen also eine bestimmte Sicht auf den Themenkomplex kulturelle Bildung erkennen lassen.

2. Politische und Kulturelle Bildung

a) Education in art und Education through art (Bamford)
Professor Anne Bamford unterscheidet in ihrer weithin bekannten Studie zur Rolle der Künste in Bildung und Erziehung unter dem Titel "The Wow Factor" zwei Zugänge zur "Arts Education": "Education in art" umfasst dabei die Spielarten der herkömmlichen Kunsterziehung mit dem Ziel, dass Menschen künstlerisch gebildet werden und auch kritisch am Kulturbetrieb teilhaben können, und "Education through art", die – nach Dr. Karl Ermert, Direktor der Akademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel – mit der deutschen Formulierung »Bilden mit Kunst« vergleichbar ist. Damit wird die Behauptung impliziert, dass Kunstvermittlung die Menschen ermächtigen soll, sich im Medium der Künste mit "Welt" auseinander zu setzen und dafür auch sozusagen "Welt" in die Kunstvermittlung hinein nehmen muss. Ermert formuliert als Anspruch, was auch aus der Sicht der politischen Bildung der entscheidende Faktor ist: Kunstvermittlung als Teil kultureller Bildung muss verstanden werden als Bilden mit Kunst bzw. durch Kunst.

Es ist unbestritten, dass Kunst- und Kulturprodukte in ihrer ästhetischen Aussage auch um ihrer selbst willen geschätzt oder mindestens respektiert werden müssen. Die politische Bildung geht noch einen Schritt weiter und stellt die Hypothese auf, dass die Auseinandersetzung mit diesen Werken kein rein ästhetischer Akt ist. Vielmehr schließt die geistige, emotionale oder evaluierende Beschäftigung mit Kunst- und Kulturprodukten bereits die Teilnahme an einem kulturellen Diskurs der Gesellschaft und somit kulturelle Teilhabe ein.

Es geht dabei um kulturelle Bildung, die gesellschaftliche Relevanz besitzt und die einen Begriff von Kultur als Soziokultur – nicht als Hochkultur – zugrunde legt. Damit ist auch gesagt, dass der Akzent von der Rezeption zur Partizipation verschoben wird, auch wenn die Stärkung von Rezeptionskompetenz selbstverständlich ein wichtiges Thema ist. Zudem geht der Fokus weg vom individuellen Bildungserlebnis hin zu einem sozial vermittelten Prozess der (Selbst-) Bildung, auf dessen Inhalte und Verlauf die Beteiligten einen maßgeblichen Einfluss haben.

b) Partizipation als wichtiger Faktor kultureller Bildung
Die "Adressaten" oder "Zielgruppen" von Bildung wollen heute Einfluss auf ihre Bildungsprozesse nehmen, viele verweigern sich, wenn diese Möglichkeit nicht besteht. Damit müssen sich alle Vermittler von Bildung und Kultur auseinandersetzen. Jugendliche scheuen vielfach das Theater, es sei denn, sie stehen selbst auf der Bühne. Sie finden Museen langweilig, es sei denn, sie bekommen die Gelegenheit, selbst einen Teil ihrer Kultur dort auszustellen. Diese gesellschaftlichen Bedingungen betreffen also politische wie kulturelle Bildung gleichermaßen: Daher benötigt eine auf die Gesamtheit der Bevölkerung gerichtete politische und kulturelle Bildung ein Instrumentarium, das der zunehmenden Heterogenität bzw. Diversität der Gesellschaft angemessen ist.

Der Anteil der "politikfernen" Zielgruppen in der Gesellschaft steigt dabei stetig an und wird auch in sich heterogener. Wurde vor einigen Jahren der Begriff "politikfern" noch gleichbedeutend mit "bildungsfern" verwendet – man assoziierte damit Menschen aus sozial benachteiligten Milieus – so ist die Situation in der Gegenwart viel differenzierter und bedarf genauer Zielgruppenanalysen. Exemplarisch für neue "Politikferne" sind weite Teile der Freizeit- und Konsumorientierten Milieus. Besonders sichtbar wird das Auseinanderdriften in den Städten, wo sich nach und nach Räume schließen: es fällt zunehmend schwer, den Bewohnerinnen und Bewohnern der unterschiedlichen Quartiere verständlich zu machen, dass sie tragender Teile der Gesellschaft sind. Bewährte Felder der politischen Bildungsarbeit wie Geschichtsvermittlung oder Erinnerungsarbeit müssen angesichts der Einwanderungsgesellschaft neu gedacht werden. Alle diese Überlegungen basieren allerdings auf der Erkenntnis, dass sich die Rezeptionskultur der gesamten Gesellschaft verändert hat, nicht nur die der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in deren Welt Kultur – vor allem Musik und Film – die wichtigste Rolle spielt. Insgesamt haben wir es mit einer Eventisierung und Erlebnisorientierung der Gesellschaft zu tun, deren Mitglieder an Intensität und Authentizität von Erfahrungen, an Personalisierung, also persönlichem Erleben, persönlicher Begegnung und Emotionalisierung orientiert sind.

c) Handlungs- und Alltagsbezug
Politische Bildung ist schon seit langem nicht mehr reine Wissensvermittlung und Institutionenkunde. Sie hat in einer demokratischen Gesellschaft die Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger – diese vielen unterschiedlichen Gruppen – handlungs- und urteilsfähig zu machen. Politische Bildung muss also auf das Handeln bezogen sein – und steht so in einem direkten Zusammenhang mit Partizipation verstanden als die Möglichkeit zur Mitgestaltung und Mitentscheidung.

Die politische Bildung sollte auf die Bedingungen der unterschiedlichen Adressaten sehr genau eingehen. Das ist ein umfassender und gleichzeitig differenzierter Anspruch. Ihre Ziele lassen sich nur realisieren, wenn sie eingebettet sind in eine Partizipationskultur und wenn sie mit dem gelebten Alltag und der Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger und vor allem der Jugendlichen zu tun haben.

Die Bedeutung der Kategorie "Lebenswirklichkeit" kann man besonders gut am Beispiel eines Projektes aus dem Netzwerk schule@museum (FOLIE 2) zeigen. Seit 2004 kooperieren der Deutsche Museumsbund, die bpb und weitere Partner (BDK - Fachverband für Kunstpädagogik und der Bundesverband Museumspädagogik, die Stiftung Mercator) beim Projekt schule@museum. Das Projekt will langfristige Kooperationen zwischen Schulen und Museen entwickeln. Ziel der aktuellen Ausschreibung ist es, bundesweit Strukturen für die Zusammenarbeit anhand eines interkulturellen Themas zu erproben. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden am Ende des Projekts anderen Schulen und Museen in Handreichungen und im Internet für künftige Kooperationen zur Verfügung gestellt.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema 'Einwanderungsgesellschaft' war ein von uns gern gesehenes Kriterium bei der Auswahl der Projekte für das Netzwerk, so dass sich mehrere der 15 Tandemprojekte im weitesten Sinne mit Fragen der Migration auseinandersetzen. Die Projektpartner des nordrhein-westfälischen Projekts "Familiengeschichten(n). Menschen und Migration in Minden" gingen davon aus, dass aufgrund des sehr hohen Anteils von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund Migration als Thematik für sie interessant ist. Der Plan war, dass die Jugendlichen ihre familiären Migrationsgeschichten recherchieren, Interviews mit Verwandten führen, Familienstammbäume aufzeichnen und ihre Recherchen mit der Mindener Stadtgeschichte in Bezug setzen. Aus den Ergebnissen sollten sie eine Ausstellung im Mindener Stadtmuseum kreieren und den Grundstein für ein Jugendkulturarchiv legen. Das Projekt schleppte sich über Monate träge dahin; die Partner aus Schule und Museum wunderten sich über den Mangel an Motivation und Kreativität bei den Jugendlichen. Irgendwann zeigte sich, dass Migration als Thema mit der Selbstwahrnehmung der Schüler fast nichts zu tun hatte und deshalb auch nicht zum Motivieren geeignet war. Die Jugendlichen wählten sich daraufhin selbst ein neues Thema und ein künstlerisches Format – "Mein Minden" (FOLIE 3)– eine Fotoausstellung der städtischen Lieblingsplätze – und fingen nun an, das Projekt mit Energie voranzutreiben.

Eines der vordringlichsten Ziele der politischen Bildung ist die Handlungsfähigkeit, die Subjektbewertung des Menschen. Politische kulturelle Bildung nimmt die vielfältigen Arten und Weisen, sich mit kulturellen Mitteln als Subjekt zu entwerfen, ernst. Denn in der Kultur, in den expressiven Formen von Musik, Tanz, Theater, Graffiti, Internet-basierten Spielen und in sozialen Netzwerken kommt eine Kreativität zum Ausdruck, die Zeichen von Subjektivität und Handlungsfähigkeit ist.

Besonders ein jugendkultureller Ansatz ist für die politische Bildung wichtig, da in der Jugendkultur die ganze Bandbreite des kulturellen und künstlerischen Ausdrucks von Kindern und Jugendlichen zum Vorschein kommt. Hier zeigen sie ihr Lebensgefühl, Protest und Appelle an ihre Umwelt.

Politische Bildung muss sich heute auf die Bedürfnisse, Sprachen, Ausdrucksweisen und kulturellen Praxen der unterschiedlichen Milieus bzw. Zielgruppen einstellen. Sie tritt in Konkurrenz zu anderen Freizeitangeboten und will daher für die Adressaten attraktiv erscheinen. Ziel ist auch, die Kommunikationsprozesse bewusster zu steuern und auf Erwartungen, Einstellungen und Interessen der unterschiedlichen Milieus präziser einzugehen. Marketing für politische Bildung erfordert stärkere Zielgruppenorientierung. Formate wie HipHop-Workshops, Ausstellungen, "web 2.0"-Angebote, Events und Festivals sollten dabei als Transportmedien zugelassen sein.

Das bedeutet aber nicht, dass kulturelle Bildung oder künstlerische Ausdrucksweisen für politische Zwecke instrumentalisiert werden. Kulturelle Teilhabe kann gesellschaftliches Engagement zur Verbesserung der jeweils eigenen Lebensumstände inspirieren. Die Ergebnisse von Bildung sind zum einen nie im Voraus berechenbar, zum anderen ist der Mensch ein soziales, kulturelles und politisches Wesen im Aristotelischen Sinne, dem ein Angebot zu Partizipation und Dialog gemacht wird – nicht mehr und nicht weniger. Dass der Weg zu einer aufgeklärten, selbstbewussten und mündigen Persönlichkeit über die Teilhabe an Gesellschaft und Politik läuft, ist eine jahrtausendealte Erkenntnis. Unsere Gesellschaftsordnung fundiert schließlich auf der Annahme, dass nicht von oben regiert, sondern von unten beauftragt werden sollte.

d) Schulischer Bereich
Auch und gerade die Schule ist ein Ort, an dem kulturelle Bildung stattfinden kann und muss. Denn nach wie vor ist die Schule der Ort, an dem alle Kinder erreicht werden. Gerade der Ausbau von Ganztagsschulen bietet gute Gelegenheiten, mit mehr kultureller Bildung und Kooperationsprojekten dem Schulleben und der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Lehrkräfte positive Möglichkeitsräume zu eröffnen. Besonders Kooperationsprojekte von Schulen mit Kulturinstitutionen, mit Künstlerinnen und Künstlern oder anderen Menschen und Organisationen können die Schul- und Lernkultur nachhaltig positiv beeinflussen, wie zahlreiche Studien und Praxisprojekte zeigen. Ich komme später noch darauf zu sprechen, wie die Qualität solcher Kooperationen gesichert werden kann.

Meine Damen und Herren, im Herbst 2010 fand im Deutschen Hygienemuseum hier in Dresden eine Tagung unter dem Titel "Inspiration! Bildung begegnet Politik in Kunst" (FOLIE4) statt, die von der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit einigen Lehrenden der TU Dresden, der Sächsischen LzpB und dem Museum durchgeführt wurde. Ziel der Tagung war es, einen Raum zu schaffen, in dem Politik und Kunst bzw. politische und kulturelle Bildung voneinander lernen, sich aufeinander beziehen und sich in Frage stellen können. Die Politikdidaktik-Professorin Anja Besand und die Kunstpädagogik-Professorin Marie-Luise Lange waren maßgeblich für die inhaltliche Ausgestaltung der Tagung verantwortlich. Sie wollten darüber nachdenken, wie künftig politische Gegenstände mit Mitteln der Kunst betrachtet und verknüpft werden könnten und wie umgekehrt mehr politische Bildung in die Kunstpädagogik Einzug halten könnte – wenn es passend und potenziell bereichernd sei.

Zu Wort kamen Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedenen Bereichen, die zum Teil sehr heterogene Sichtweisen der Disziplinen auf die Fragen deutlich machten, ob und wie Kunst (-pädagogik) und politische Bildung einander befruchten und inspirieren können, oder ob sie einander möglicherweise eher missbrauchen. In Arbeitsgruppen wurde weiter gedacht und diskutiert, und einige konkrete Projektideen und Vorhaben wurden ersonnen. Die Tagungsteilnehmer gingen sehr inspiriert aus der Tagung heraus und setzten einige Projekte um. Inzwischen ist ein Buch zum Thema in Arbeit, das Anfang 2012 in der Schriftenreihe der bpb erscheinen wird.

Ein Resümee aus der Tagung und den Diskussionen ist für Prof. Anja Besand, dass kulturelle und politische Bildung als gleichberechtigte Partner im Bildungsprozess angesehen werden müssten. Was bedeutet das? Ich zitiere: "Von einer solchen gleichberechtigten Kooperation im Bildungsprozess kann gesprochen werden, wenn die Adressaten mit den Bildungsgegenständen sowohl ästhetisch als auch politisch reflektiert umzugehen lernen. Es ist also nicht damit getan, im Rahmen politischer Bildung ein Plakat zu malen, ein Bild zu betrachten oder ein Video zu drehen um von einer Kooperation zwischen kultureller und politischer Bildung zu sprechen. Und umgekehrt reicht auch die Thematisierung eines politischen Sachverhalts im Rahmen der kulturellen oder künstlerischen Bildung nicht aus, um einer Bildungsveranstaltung das Label politische Bildung zu verleihen. Vielmehr geht es um die Entwicklung von Reflexionsfähigkeit in beiden Bereichen."

Als Fazit aus dieser Veranstaltung und vielen weiteren Projekten können wir auch von Seiten der bpb sagen, dass es fruchtbar ist, scheinbare Grenzen der Disziplinen zu überwinden. Dies gilt für Universität und Schule, aber auch für die öffentliche Verwaltung, wo die Trennung der Ämter und Dezernate in die Bereiche Bildung und Kultur oft hinderlich ist – Haben Sie Mut zur Zusammenarbeit!

##fsubtitel|3. Zukunftsperspektiven|options##

Diese Tagung steht unter dem Motto "Zukunftsperspektiven der kulturellen Bildung" – für mich ist dies stets verbunden mit der Frage nach der Zukunft unserer Demokratie und unserer Zivilgesellschaft. Kulturelle und politische Bildung sollten uns von frühester Kindheit an bis ins hohe Alter, im Sinne des Lebenslangen Lernens, begleiten.

a) Frühkindliche Bildung: Mondo mio
An dieser Stelle möchte ich von einer Kooperation berichten, die die bpb seit rund zwei Jahren mit dem Kindermuseum mondo mio! in Dortmund unterhält. (FOLIE 5) Gemeinsam haben wir die Ausstellung "Weltenkinder" für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren geplant und umgesetzt. Dies ist nicht gerade die klassische Zielgruppe der politischen Bildung und wir können nicht mit sehr vielen Projekten und Kooperationen aufwarten, die sich an Kinder im Vorschulalter richten.

Wir haben bereits aus dem Prozess des Zustandekommens der Ausstellung sehr viel für unsere Arbeit gelernt. Für die Konzeption wurden Eltern in fünf Dortmunder Kitas (Dortmunder Norden, sozialer Brennpunkt) eingeladen, um sich mit Künstler/innen an einen Tisch zu setzen. Sie sprachen über Fragen von Heimat und Fremde, Ausgestoßensein und Dazugehören, Fliehen und Ankommen, Identität, Kultur, Herkunft und Zukunft. Ich hatte die Hoffnung, dass sich Menschen finden, die daran mitarbeiten wollen, die Themen gemeinsam in eine Ausstellung zu übersetzen. Dass dieses Angebot aber derartig großen Zuspruch fand, war sehr eindrucksvoll. Die einzelnen Gruppen haben sich viel öfter als geplant getroffen und die Ergebnisse sind, wie seit Februar in Dortmund zu sehen, sehr berührend. Diese Arbeitsweise ist beispielgebend: Diejenigen, um die es in der Ausstellung gehen soll und die auch als Besucher angesprochen werden sollen, wurden an der Entstehung beteiligt. Menschen unterschiedlicher Altersklassen sowie sozialer und kultureller Herkünfte wurden zur kreativ-künstlerischen und geistigen Auseinandersetzung mit Themen, die sie bewegen und betreffen, angeregt. Sie konnten ihre kulturellen Wurzeln, ihre Herkünfte und ihre aktuellen Lebensbedingungen reflektieren und sich schließlich auch ihrer gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft ihrer Kinder in dieser Gesellschaft bewusst werden. In einem solchen Prozess erkennen wir emanzipatorische Potentiale. Eine kreative Auseinandersetzung mit Fragen, die die eigene Lebenswirklichkeit berühren, kann auch gesellschaftliche Kompetenz stärken und zu einem positiven sozialen Miteinander beitragen.

Dies ist gerade in einer Stadt wie Dortmund, in der schon heute jedes zweite Kind einen Migrationshintergrund hat, ein wichtiger Aspekt. Interkulturelle Kompetenzen, wie sie durch die Weltenkinder-Ausstellung vermittelt werden, sind zukunftsweisend für ein funktionierendes und konfliktarmes Zusammenleben. Da sowohl die Ausbildung von Werten als auch die Entstehung von Vorurteilsstrukturen bereits im Lebensabschnitt vor der Grundschule angelegt werden, ist es sehr wichtig, dass Kinder den Wert und die Bedeutung anderer Kulturen erkennen und diesen mit Achtung und Respekt begegnen. Ein Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen, der alle Generationen einbezieht, trägt auch dazu bei, sich der eigenen Werte und Einstellungen bewusst zu werden und zu reflektieren, wie man von anderen wahrgenommen wird. Es gilt Gemeinsamkeiten zu finden und Unvereinbares zu akzeptieren. Interkulturelles Lernen fördert Toleranz, Offenheit und Empathie – freiheitliche Werte also, die einen wesentlichen Teil der Substanz unserer Demokratie ausmachen.

b) Kulturelle Bildung in der Schule: Lehreraus- und Fortbildung
Für die Zukunft der kulturellen Bildung in der Schule wäre es äußerst wünschenswert, bereits in der Lehreraus- und -fortbildung den Bereich kulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe einzuführen und allen Lehrkräften bestimmte Grundkompetenzen zu vermitteln. Hier sind unsere Kultusministerien und Schulämter gefragt, aktiv zu werden in Richtung einer Einbindung der kulturellen Bildung in die Curricula und einer entsprechenden Ausbildungsergänzung der Referendare aller Fachrichtungen. Sie können dafür sorgen, dass es ein breites Angebot an Fortbildungen für Lehrkräfte in Ansätzen und Methoden der kulturellen Bildung gibt, die von Schulen anerkannt werden. Das ist deshalb besonders wichtig, weil kulturelle Bildung die Grenzen zwischen Schule und außerschulischen Orten und Institutionen sowie zwischen den kulturellen Sparten überwindet und deshalb neue Kommunikationsformen fördert, die in der klassischen Didaktik nicht in jeder Hinsicht berücksichtigt sind. Bundesinstitutionen wie die bpb können hierbei unterstützen, indem sie zum Beispiel Unterrichtsmaterialien für die kulturelle Bildung erstellen oder gute Praxisbeispiele vorstellen. Zuletzt ist hier beispielsweise ein sehr empfehlenswerter Band der bewährten bpb-Reihe Themen und Materialien mit dem Titel "Theater probieren – Politik entdecken" entstanden. (FOLIE 6) Er wurde vor wenigen Wochen hier im Vorlauf des Theaterfestivals auch in einem Workshop für Lehrerinnen und Lehrer in der Praxis getestet. Umfangreiche Hintergrundinformationen zum Thema kulturelle und politische Bildung und zahlreiche Praxisbeispiele finden Sie in unserem Online-Dossier Kulturelle Bildung auf der Website der bpb. (FOLIE 7)

c) Qualitätsmerkmale für Kooperationsprojekte kultureller Bildung
Wichtig für die Zukunft kultureller Bildung ist es, weiterhin auf hohe Qualität der Prozesse und Produkte zu achten. Die vielfältigen Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren in kulturellen Bildungsprojekten gemacht wurden, zeigen, dass es bestimmte Aspekte gibt, die die Qualität der Arbeit ausmachen.

Die Inititative schule@museum, von der ich vorhin schon gesprochen habe, hat einen Leitfaden für Kooperationsprojekte erarbeitet, in dem auch Qualitätsmerkmale kultureller Bildungsprojekte benannt werden. Wie erfasst man die Qualität kultureller Bildungsprojekte? Eine Frage, die von der Politik- und Verwaltungsebene über die Wissenschaft bis in die pädagogische und kulturelle Praxis alle beschäftigt.

Eine erste Antwort aus der Projekterfahrung von schule@museum lautet: Die Qualität kultureller Bildung besteht gerade darin, dass es eben keine allgemeingültige Antwort auf die obige Frage gibt. Wohl aber gibt es eine Reihe von Aspekten, über die sich die Bildungspartner auf der Grundlage der Situation vor Ort verständigen sollten. Diese Merkmale sind deshalb keine Muss-Kriterien, vielmehr bieten sie eine Auswahl an, aus der die jeweiligen Projekte sinnvolle benennen und auf deren Erfüllung sie gemeinsam mit den Teilnehmenden hinarbeiten können. Ich will Ihnen diese Kriterien nicht vorenthalten, kann sie hier jedoch nur stichpunktartig ausführen:
  1. Partizipation ermöglichen
    Je früher und je intensiver Kinder und Jugendliche in die Planung und Durchführung eines Projektes eingebunden werden, umso mehr werden sie dieses als ihr eigenes auch vorantreiben. Beide Institutionen müssen deshalb Kinder und Jugendliche als Partner im Geschehen ernst nehmen und die unterschiedlichen Potenziale, die diese mitbringen, nutzen. Hier spielt wieder der Lebensweltbezug des Themas eine entscheidende Rolle.

  2. Prozesse optimieren
    Hohe Prozessqualität zeichnet sich dadurch aus, dass alle Projektbeteiligten die Kriterien für Projekte nicht nur gemeinsam entwickeln, sondern diese auch im Prozess gestalten, das bedeutet, sie auch zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.

  3. Kompetenzen fördern
    Die Orientierung an Kompetenzmodellen, die durch die aktuelle bildungspolitische Diskussion ausgelöst wurde, ermöglicht es, über Bildungsprozesse an der Schnittstelle zwischen Schule und Kulturinstitution neu nachzudenken und mit einer veränderten Sichtweise auf solche Projekte zu blicken.

  4. Nachhaltigkeit anstrebenDie Nachhaltigkeit eines Projekts lässt sich anhand unterschiedlicher Faktoren zeigen:
    Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen, erfahren Selbstwirksamkeit und haben Spaß. Jugendliche erschließen sich durch das Projekt Museen und Ausstellungen als einen Teilort ihrer Lebenswelten. Die Leitungsebenen in Museum und Schule unterstützen die Zusammenarbeit und sichern durch Kooperationsvereinbarungen zwischen beiden Institutionen eine langfristige Zusammenarbeit. Das Projekt lässt sich wiederholen und besitzt Modellcharakter. Der Projektprozess ist in einer Dokumentation festgehalten und somit auch für potentielle Interessierte weiterhin einsehbar. Lokale Bündnisse, die durch eine Kooperation mit Dritten entstehen und Netzwerkcharakter haben, stellen Verbindlichkeit für die Projektarbeit her, insbesondere, wenn langfristige Partner gefunden werden. Das Projektergebnis erreicht eine breite bzw. die anvisierte Öffentlichkeit. Projekte werden evaluiert, sofern eigene Ressourcen dafür vorhanden sind. Eine einfache Selbstevaluierung kann auf jeden Fall durchgeführt werden.

  5. Netzwerke bilden
    "Dritte Partner", externe Experten, vielleicht auch 'ungewöhnliche Komplizen' vor Ort bereichern gemeinsame Projekte. Beispielsweise können eine Theaterregisseurin, ein Drogenberater oder ein Sozialarbeiter bzw. die Experten des Museums, wie Restauratoren, Wissenschaftler und Hausmeister, neue Ideen ins Projekt bringen.

  6. Öffentlichkeit herstellen
    Jeder Teilnehmer erfährt durch eine Präsentation des Projekts in der Öffentlichkeit eine besondere Wertschätzung: ob durch die Schülerzeitung die Schulkameraden, durch das Lokalfernsehen und die Lokalzeitung ein regionales Publikum oder durch eine Homepage ganz Deutschland (bzw. die ganze Welt) - das Publikum soll das Projekt als etwas Besonderes verstehen. Phantasie, Ideen und Medienkompetenzen der Schüler und Schülerinnen können hier gut zum Einsatz kommen.
Der Leitfaden mit vielen praktischen Hinweisen und Checklisten wird übrigens in Kürze publiziert. Die meisten Punkte sind nicht nur auf Kooperationsprojekte mit Museen, sondern auf Kooperationsprojekte in der Kulturellen Bildung allgemein übertragbar und anwendbar.

Erfahrungen weitergeben, aus Erfahrungen lernen

Die Entwicklung des genannten Leitfadens entstand auch im Sinne der Nachhaltigkeit unserer Arbeit – viel zu häufig gehen mangels Zeit und mangels finanzieller Mittel wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse nach Abschluss von Bildungsprojekten verloren. Wir müssen auch weiterhin kulturelle und politische Bildungsarbeit wissenschaftlich und methodisch-didaktisch begleiten und Materialien schaffen und zur Verfügung stellen, die anderen helfen können, qualitätsvolle Bildungsarbeit zu machen.

Die bpb tut dies seit vielen Jahren in bewährter Weise, in den letzten Jahren verstärkt auch im Bereich kultureller Bildung zum Beispiel mit dem Online-Dossier Kulturelle Bildung, mit der Methodenkiste und Methoden-Datenbanken, mit Materialien für den Unterricht wie etwa dem schon erwähnten Theater-Band und mit außerschulischer Bildungsarbeit wie Fachtagungen, Konferenzen und Fortbildungen für Multiplikatoren.

Fachdiskurs fortführen

Auch der Fachdiskurs in Sachen kulturelle und politische Bildung muss fortgeführt werden, unser Online-Dossier Kulturelle Bildung ist ein Anfang, die Lobbyarbeit für den Bereich muss fortgesetzt werden, damit auch in Behörden, Ministerien, auf kommunaler, Landes-, Bundes- und internationaler Ebene den Worten Taten folgen und die Zukunft der Kulturellen Bildung gesichert werden kann. In diesem Sinne danke ich Ihnen für die Organisation und Teilnahme dieser Tagung und dafür, dass Sie mich eingeladen haben.

Zum Schluss möchte auch ich noch eine Einladung aussprechen: Das 8. Festival Politik im Freien Theater läuft noch bis Sonntag, besuchen Sie die Veranstaltungen! Zwei Beispiele möchte ich Ihnen kurz nennen:
Der SALONe TEHERANi im Kleinen Haus beschäftigt sich Samstag und Sonntag ab 17 Uhr mit der Frage, wie Tradition und Moderne, Öffentlichkeit und Privatsphäre, Neue Medien und zeitgenössische Kulturproduktion im Iran aussehen. Mit Film, Performance, Lesung, Musik, Diskussion, Speis und Trank werden Blicke hinter die Kulissen des heutigen Teheran geworfen.

Auch der Abschlusstag am Sonntag verspricht sehr spannend zu werden:
Unter dem Motto: Fremd gehen – Fremd sprechen – Fremd fahren finden ab 14 Uhr im Kleinen Haus des Theaters und an verschiedenen Orten in der Stadt ein politischer Stadtrundgang, eine Gesprächsrunde sowie eine politische Stadtrundfahrt statt. Sie zeigen den Teilnehmenden weniger bekannte Seiten von Dresden und lassen sie aus der Perspektive von Fremden auf die Stadt blicken. Dies ist ein Beitrag des Herbert-Wehner-Bildungswerkes, das ich hier stellvertretend für viele Partner nennen möchte, die mit ihren Beiträgen das Festival bereichern. Wir freuen uns über Ihre rege Teilnahme und aktive Partizipation!

- Es gilt das gesprochene Wort -


bpb:magazin 1/2020
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