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John Lennons Tod und die Generationswerdung der "68er"

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John Lennons Tod und die Generationswerdung der "68er"

Detlef Siegfried

/ 21 Minuten zu lesen

John Lennons Tod förderte schlagartig gesellschaftliche Befindlichkeiten zutage und trug zur sozialen Verbreiterung der "68er-Generation" bei. Vertreter unterschiedlichster politischer Couleur versuchten ihn postum für sich zu vereinnahmen.

Einleitung

Wenn einer, der schöne Sachen gemacht hat, tot ist, bricht die Zeit der Heldengesänge an.

Wiglaf Droste

Noch immer meinen viele Zeitgenossen sich erinnern zu können, was sie getan und gedacht haben, als sie am Morgen des 9. Dezember 1980 erfuhren, dass John Lennon vor seinem Haus am Rande des Central Park in New York erschossen worden war. Sie trauerten in den unterschiedlichsten Formen: Jugendliche hefteten sich einen selbstgemachten Lennon-Button an den Pulli oder gingen mit schwarzer Krawatte in die Schule, etwas ältere "68er" hörten stundenlang Beatles-Platten, in die Jahre gekommene Redakteure schrieben Gedenkartikel. Mittlerweile ist Lennons Todestag längst inkorporiert in den Annuitätenkanon der deutschen Kulturgeschichte: 1985, 1990, 2000, 2005 - immer wieder gedachten Medien, Zeitzeugen und Nachgeborene des ermordeten Künstlers. Auch auf der politischen Ebene ist er postum in manche Hall of Fame eingerückt. Im linken Spektrum ratifizierte die Aufnahme in das 1989 von der Büchergilde Gutenberg verlegte "Lexikon linker Leitfiguren" die Kanonisierung, während 1994 die Umbenennung des "2. Gymnasiums" im vormaligen Ost-Berlin in "John-Lennon-Gymnasium" richtungsübergreifende Anerkennung dokumentierte.

Im Unterschied zu verstorbenen Rock-Heroen wie Jimi Hendrix, Jim Morrison oder Janis Joplin hatte Lennon den Höhepunkt seiner Popularität zum Zeitpunkt seines Todes längst überschritten. Doch im Gegensatz zu ihnen, die an Begleiterscheinungen eines Lebens auf der Überholspur starben, fiel Lennon einem Attentat zum Opfer - was auch angesichts seines politischen Profils sehr viel häufiger Assoziationen mit John F. Kennedy und Martin Luther King hervorrief, in der Bundesrepublik auch mit Rudi Dutschke, dem Wortführer der Studentenbewegung, der ein knappes Jahr zuvor an den Spätfolgen eines Attentats gestorben war. Die Ermordung John Lennons war nicht nur in den USA und Großbritannien, sondern auch in der Bundesrepublik ein kritisches Ereignis, das aktuelle Befindlichkeiten in einem Großteil der Gesellschaft schlagartig zum Ausdruck kommen ließ sowie die Selbstthematisierung der "68er-Generation" und ihre soziale Verbreiterung vorantrieb. Gleichzeitig legitimierte sich in der Erzählung vom endgültigen Ende der Sixties über die Figur Lennons die neoliberale These von der Subjektwerdung des vormals kollektiv gezähmten Individuums.

Beat- und Beatles-Deutungen in den 1960er Jahren

In der "Hochkultur", auch unter den Vorbildern der linksintellektuellen Opposition, waren die Beatles in den 1960er Jahren auf wenig Gegenliebe gestoßen. Für den Frankfurter Philosophen Theodor W. Adorno stellte ihr Sound seiner "eigenen objektiven Gestalt nach etwas Zurückgebliebenes" dar, und der Schriftsteller Arno Schmidt reagierte ablehnend auf die Anfrage des Verlagslektors Robert Gernhardt, das Lennon-Buch "In his own write" ins Deutsche zu übertragen. Linke Anhänger der Beatmusik, die nicht nur Arbeiterjugendliche, sondern auch Gymnasiasten und Studierende begeisterte, deuteten den Merseybeat hingegen als kulturellen Ausdruck einer Kritik an der rationalistischen Moderne und ihrem "Mangel an Humanität". Wegen ihrer Klassenindifferenz, der von ihr ausgelösten massenhaften Aktivität sowie ihrer Nähe zur Kunst und zu politischen Bewegungen enthielt Beatmusik ein revolutionäres Potenzial - und galt als am wenigsten artikulierte, "sprachlose" Form des unter der Jugend verbreiteten Protests.

Mit der Radikalisierung von 1968/69, als der emotionale Protest massenhaft auf die Ebene des Bewusstseins vorstieß, verloren die Beatles ihre Vorreiterposition - an ihre Stelle traten andere Bands wie die Rolling Stones, Künstler wie Jimi Hendrix und Frank Zappa. Nun figurierten die Fab Four, die durch LPs wie "Rubber Soul" oder "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" die Innovationsspirale immer wieder angestoßen hatten, aus der Sicht deutscher Interpreten als "Habermas der linken Kultur" - vorrevolutionär und überholt. Die Deutung von Beatmusik als potenziell revolutionärer Massenkultur, wie sie seit 1965 in der linken Szene der Bundesrepublik etabliert war, bildete Ende der 1960er Jahre gleichzeitig die Folie für eine Geschichte des Verfalls, nach der die Kulturindustrie den ursprünglichen Protest durch Kommerzialisierung befriedet hatte.

Signum einer pessimistischen Zeitdiagnose

Nach Lennons Tod formten die Medien eine mehr oder weniger variierte klassische Erzählung der Beatles-Geschichte: Nach rebellischen Anfängen in den proletarisch geprägten Hafenstädten Liverpool und Hamburg habe ihr Manager Brian Epstein die Rock 'n' Roller in Anzüge gesteckt und massenkompatibel gemacht, wovon sie sich erst allmählich wieder emanzipiert hätten - allen voran Lennon, der sich an der Seite seiner zweiten Ehefrau Yoko Ono politisierte und vom Kommerz distanzierte. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre zog er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück, widmete sich seiner Familie und legte erst in seinem Todesjahr erstmals seit fünf Jahren eine neue LP vor. Gleichzeitig war der Diskurs über die Beatles und Lennon, wie immer, wenn Populärkultur öffentlich verhandelt wird, ein Spiegelbild zeitgenössischer Problemlagen, die sich 1980, gespeist aus einer neuerlichen Wirtschaftskrise, Kaltem Krieg und Angst vor einem ökologischen Kollaps zu einer düsteren Gegenwartsdiagnose verdichteten. Gleichzeitig erhielten die Neuen Sozialen Bewegungen Zulauf, die in den frühen 1980er Jahren den Höhepunkt ihrer Mobilisierungskraft erreichten.

Gleich nach dem Mord an Lennon stellten Radiosender ihre Sendepläne um, Beatles- und Lennon-Songs bestritten den Großteil des Nachtprogramms. Die Fernsehanstalten reagierten im Laufe des Tages und richteten Sondersendungen ein. "(Just Like) Starting Over", die Single-Auskoppelung der LP "Double Fantasy", die Lennon gemeinsam mit Yoko Ono im Oktober veröffentlicht hatte, stieg zwischen Dezember 1980 und Januar 1981 von Platz 11 auf Platz 3 der von den westdeutschen Hörfunkanstalten am häufigsten gespielten Titel. Den Spitzenplatz im April 1981 erreichte "Woman", und selbst der Lennon-Oldie "Imagine" von 1971 stieß nach seiner Wiederveröffentlichung im Frühjahr 1981 weit in die Top 50 vor. Auch in der Verkaufsbilanz der westdeutschen Schallplattenhändler rangierten diese Singles weit oben, unter den LPs kam "Double Fantasy" auf Platz 3. Kein Wunder, dass der tote Lennon damit in der Bundesrepublik "Erfolgreichster Interpret des Jahres 1981" wurde. Er war, wie das Zentralorgan der Schallplattenindustrie registrierte, "nach seinem gewaltsamen Tod in der Gunst seiner Fans offensichtlich überproportional gestiegen".

Vor allem hatte sich die Zahl seiner "Fans", mobilisiert auch durch die Printmedien, erheblich vergrößert. Das Jugendmagazin "Bravo", das in seiner ganzen Geschichte über keine andere Band so viel berichtet hatte wie über die Beatles, brachte in Heft 52/1980 ein Lennon-Poster und ab Heft 1/1981 eine mehrteilige Serie über Lennon und die Beatles. Auch die Buchindustrie bemühte sich, den gewachsenen Bedarf schnell zu decken - und damit weiter zu schüren. Die Rotationsmaschinen von Heyne, Lübbe und insbesondere Rowohlt liefen heiß; allein der Letztere warf in der ersten Jahreshälfte 1981 drei Taschenbücher auf den Markt.

Als im Juni 1981 die Autoren einer berühmt gewordenen Shell-Studie eine repräsentative Gruppe westdeutscher Jugendlicher befragte, wurde deutlich sichtbar, wie sich unter den 15- bis 24-Jährigen ein Zukunftspessimismus verfestigt hatte, der schon seit Längerem unter Etiketten wie no future medial verhandelt wurde. Mit 58 Prozent betrachtete die Mehrheit der Jugendlichen die Zukunft der Gesellschaft "eher düster". Ihre Ängste richteten sich auf die Hochrüstung, Wirtschaftskrisen und Umweltzerstörung durch Technik und Chemie. Vor allem besser gebildete Jugendliche kritisierten die Nebenwirkungen der Industriegesellschaft, neigten aber gleichzeitig zum politischen Aktivismus, so dass die Sozialforscher einen "engen Zusammenhang von düsteren Zukunftsvorstellungen und Bereitschaft zu Kritik, zu Engagement, zum Widerstand" ausmachten. Insofern verband sich allgemeiner Zukunftspessimismus mit Aufgeschlossenheit gegenüber den Neuen Sozialen Bewegungen. Ein Großteil der Jugendlichen standen Umweltschützern (81%), alternativen Gruppen (62%), Kernkraftgegnern (53%) und Hausbesetzern (47%) positiv gegenüber. Politisch waren sie mehrheitlich links eingestellt.

Der plötzlich wieder in den Mittelpunkt des Medieninteresses gerückte Lennon war eine ideale Projektionsfläche für Gegenwartsängste, weil er die düsteren und zergrübelten Komponenten der Beatles ebenso repräsentierte wie die provokativen und politisch-aktivistischen - im Gegensatz zu Paul McCartney, der für ihre optimistische Seite stand. Manche der für die Shell-Studie befragten Jugendlichen bezogen sich bei ihren skeptischen Gegenwartsdiagnosen auf Lennons Tod - teilweise kam das in Sprüchen zum Ausdruck wie: "John Lennon ist tot, Bob Marley ist tot und mir ist auch schon ganz schlecht." Auch zogen Autoren die unmittelbar nach seinem Tod umfangreich publizierten Texte und Interviewaussagen des Künstlers direkt zur Analyse und Therapie der Gegenwartsprobleme heran. Im Vorwort eines Rowohlt-Bandes rückte der Übersetzer Niko Hansen die 1970 geäußerte These Lennons, "dass es darauf ankäme, physisch und psychisch zu überleben, von einem Tag auf den nächsten", in eine mehr als problematische historische Analogie: "Seine Einsicht ist überlebenswichtig im Holocaust der modernen Welt - so überlebenswichtig, wie sie auch im allzu konkreten und realen Holocaust von Auschwitz war."

Dass er in der öffentlichen Wahrnehmung zum Hoffnungsträger avanciert war, zeigte sich schon bei dem von Yoko Ono einberufenen weltweiten Gedenken am Sonntag, den 14. Dezember 1980, an dem allein im Central Park mehr als 100000 Menschen teilgenommen haben sollen. Der Autor Helmut Salzinger sah darin eine spirituelle Kraft: "Es wurde der ungeheuerlichste Stoß an geballter positiver Geistesenergie, der jemals von der Erde ausgestrahlt worden ist, und er dürfte Johns arme Seele weit hinausgewirbelt haben, weit hinaus zwischen die Sterne, bis tief in die Galaxis, vielleicht noch weiter, ich weiß nicht." Vor allem wurde Lennon zum Übervater der Friedensbewegung - der mächtigsten Sozialen Bewegung der frühen 1980er Jahre, die mit den Bots ("Das weiche Wasser") oder Udo Lindenberg und Pascal Kravetz ("Wozu sind Kriege da?") manche Blüte der politisch engagierten Unterhaltungslyrik hervorbrachte, aber erst bei John Lennon weitgehenden Einklang erzielte. So stimmten bei der ersten großen Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten am 10. Oktober 1981 viele der 300000 Teilnehmer gemeinsam "All we are saying is give peace a chance" als inoffizielle Hymne der Friedensbewegung an.

Für die linke Presse war der Tod Lennons einmal mehr Anlass, die Funktionsmechanismen der Kulturindustrie zu beklagen und den "von den Plattenkonzernen hochgeputschte[n] Starkult" zu attackieren. Doch die Kritik an der nach dem 8. Dezember 1980 einsetzenden medialen "Leichenfledderei" war keineswegs nur in der linken Presse anzutreffen, sondern ein allenthalben geteilter Topos. Für eine in der Shell-Studie befragte junge Frau waren die tödlichen Schüsse besonders einprägsam, "obwohl ich kein Lennon-Fan bin", "weil man daran (...) sehr gut erkennen kann, dass der Mord an einem bekannten Musiker für die Konzerne und Firmen nichts anderes ist als ein ,freudiges Ereignis'", an dem sie viel verdienten.

In der linken Szene, wo nach dem "Deutschen Herbst" von 1977 und den vergeblichen Bemühungen um die Revolutionierung der Arbeiterklasse die Vorherrschaft des Marxismus-Leninismus erodierte und ein "Marxismus/Lennonismus" (Jürgen Elsässer) ausgerufen wurde, der sich nicht auf Karl und Wladimir, sondern auf Groucho und John bezog, moderierte der "Anti-Star" den Übergang von einem revolutionären Habitus zum politischen Engagement, das mit einem unkonventionellen Privatleben harmonierte. Lennons Hinwendung zur Familie wurde gelegentlich gerügt und in eine Erzählung von Anpassung, Rebellion und Rückzug eingebettet, aber schließlich doch positiv bewertet, weil er in der Abkehr von der Kulturindustrie zu sich selbst gefunden hatte. Anne Bärenz monierte, seine Sehnsucht nach Frieden sei Mitte der 1970er Jahre "immer privatistischer" geworden: "Er kapselte sich gesellschaftlich weitgehend ab, weil er nicht mehr Aushängeschild eines Mythos sein wollte. Er hatte letzten Endes eine Identität gefunden, die nicht mehr vom Rockgeschäft geprägt war."

Obwohl die "lange Abblende" (Wolf Wondratschek) in Lennons Karriere - sein Leben als privatisierender Hausmann und Vater - häufig kritisch betrachtet wurde, galt er gerade wegen seiner eigensinnigen Wendungen als Protagonist der Individualisierung. Insgesamt wurde Lennons Biografie als die Geschichte einer Subjektwerdung gedeutet, "vom Beatle zum Individuum, zum Menschen (...) gegen den Willen der anderen Beatles, gegen den Willen seiner Fans, gegen den Willen der Medien und überhaupt der gesamten Öffentlichkeit". Der Star wurde zum Protagonisten jener "Neuen Subjektivität", welche die Gegenkultur der Bundesrepublik in den 1970er Jahren implantiert hatte. Sie bestimmte auch die Wahrnehmung von "1968", dessen Historisierung von den Schüssen vor dem Dakota-Building vorangetrieben wurde.

Generationswerdung der "68er"

Den Tod Lennons sahen zahlreiche Kommentatoren als das endgültige Ende der noch stark ausstrahlenden 1960er Jahre - nicht zuletzt, weil nun die immer wieder aufgeflammte Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der Beatles zu Grabe zu tragen war. Jetzt war es, wie eine ZDF-Moderatorin am Tag nach dem Attentat formulierte, "traurige Gewissheit geworden", dass die Fab Four nie wieder zusammen kommen würden. Für Josef Joffe von der "Zeit" (geb. 1944) war damit die Jugend "endgültig vorbei". Über John Lennon konnten die 1960er Jahre besonders gut verhandelt werden, weil er ihre Widersprüchlichkeit, insbesondere ihre Spannung zwischen kulturellem und politischem Aufbruch ebenso personifizierte wie den darauffolgenden kollektivbiografischen Wandel.

Der am Tode Lennons zelebrierte Abschied von den Sixties war eine wichtige Voraussetzung für den einsetzenden Erinnerungsboom und die gesellschaftliche Verankerung jenes Begriffs der "68er-Generation", den der Publizist Klaus Hartung Ende 1978 im "Kursbuch" geprägt und schon damals an einem Popstar festgemacht hatte - allerdings an Bob Dylan, der seinerzeit bei weitem nicht jene soziale Reichweite erreichte wie bald darauf Lennon post mortem. Während Dylan gezielt den Mythos des Protestsängers destruierte und damit einen Teil seines Publikums enttäuschte, fand die "Linke als Generation" (Hartung) wenig später in Lennon ein Vorbild, das ihre emotionalen und intellektuellen Bedürfnisse befriedigte und gleichzeitig Strahlkraft weit über sie hinaus entfaltete.

Dass die Todesnachricht, wie der Schriftsteller Wolf Wondratschek im "Spiegel" notierte, "eine ganze Generation verwelkender Blumenkinder" traf, bedeutete nicht, dass diese "Generation" mit Mitte oder Ende 30 schon am Ende gewesen wäre - im Gegenteil. Im Februar 1981 persiflierte die "Titanic" die Vereinnahmung Lennons durch Medien jeglicher Couleur, in dem sie Blättern vom "Manager Magazin" bis hin zu "Emma" und "China im Bild" jeweils spezifische Elegien schrieb. Allerdings wurden im Diskurs um die "68er-Generation" und ihre Konturen auch tiefe Brüche sichtbar, die nach dem Grad der beruflichen Etablierung, gegenwärtiger politischer Neigung und kulturellem Eigensinn divergierten, teilweise auch nach altersmäßigen Feinstufungen. Nicht wenige der etwas Älteren waren schon in die gute Gesellschaft aufgestiegen, wie etwa jener von Harald Juch in der "Tageszeitung" (taz) karikierte prototypische Krawattenträger, der bei der Lektüre eines Boulevardblattes zur Lennon-Beerdigung seiner Jugend nachtrauerte und eine junge Mitarbeiterin mit Punkfrisur anherrschte: "Mein Gott, Fräulein Müller - bei aller Toleranz, ihre Aufmachung ist einfach geschäftsschädigend!"

Wie die generationelle Vergemeinschaftung über die Musik der Beatles mit einer Erzählung der gesellschaftlichen Anpassung vermittelt wurde, demonstrierte die Darstellung Michael Jürgs' (geb. 1945) vom "Stern": "Ja, sagten wir da, die Beatles-Fans aus den 60er Jahren, er hat schon recht, unser John. Es bringt wirklich nichts, andauernd protestieren zu gehen. Ging es nicht unseren Kindern auch gut, und war nicht, trotz allen täglichen Horrors auf der Welt, die eigene Welt, zurechtgestutzt aufs Mögliche, ganz schön zu leben?"

Diese generationelle Konstruktion, die Lennons Biografie als Exempel und Legitimation für einen kollektiven Saturierungsprozess nahm, traf auf harschen Protest jener, die an einem rebellischen Selbstverständnis festhielten. Helmut Loeven (geb. 1949), Herausgeber der Alternativzeitschrift "Der Metzger", betrachtete Jürgs Äußerung als "Verrat" und "Selbsterniedrigung" - ja, eine "zweite Ermordung des John Lennon": "Dieser Herr Jürgs, das ist einer, der etwas hinter sich hat, was er für seine wilde Jugend hält. Damals wurde ihm prophezeit: Wart mal ein paar Jahre, dann wirst du schon noch vernünftig. So kam es auch. Herr Jürgs klammert sich an die Illusion, dies sei unvermeidlich gewesen. Die billige Hergabe seiner Jugendideale verwechselt er mit Reife und Erfahrung. (...) John Lennon ist für Jürgs das, was ihm zu sich selber einfällt."

Gleichzeitig entfremdeten sich Protagonisten der Counterculture der 1960er und 1970er Jahre von den nachfolgenden Altersjahrgängen, indem sie ihnen Anpassung vorwarfen. Ausgerechnet Helmut Salzinger (geb. 1935), der durch seine Bücher "Rock Power" und "Swinging Benjamin" einer kulturrevolutionären Deutung der Rockmusik den Weg gebahnt hatte und seit zehn Jahren ein bescheidenes Leben auf dem Lande führte, prophezeite den zornigen jungen Leuten der Gegenwart denselben Verfettungsprozess, wie ihn die Jahrgänge vor ihnen erlitten hatten; "schrottreif, aber Ansprüche bis zum Geht-nicht-mehr", so kritisierte er den Nachwuchs der Überflussgesellschaft in der Zeitschrift "Sounds". Von der Redaktion als "antiquiert" markiert und von Lesern als "Anmaßung" eines Älteren getadelt, wurde Salzingers Text als Statement aus der "68er-Generation" gelesen, die Aufruhr und Gegenkultur für sich allein beanspruchte und ihren "Frust über die gescheiterte (?) Revolte" auf die Jüngeren übertrug.

Diese Diskrepanz trat auch innerhalb der "taz" zutage. Die Posthippies trauerten, während die Punks mit einem Schulterzucken reagierten: "John Lennon, der Held einer alt gewordenen Generation." Der Musikkritiker Thomas Groß (geb. 1958) erinnerte sich, die Nachricht von Lennons Tod habe ihn "merkwürdig kalt" gelassen: "Nach Althippie-Manier echt betroffen sein war genau das, was keiner von uns proseminaristischen Grüppchenrauchern mehr wollte." Der Lennon-Boom in den Medien befeuerte diese elitäre Attitüde, vor allem aber legte er jenen, die den Opportunismus der Kulturindustrie verachteten, Zurückhaltung nahe - gerade wenn sie, wie viele von ihnen, Lennon schätzten. So ließ "Sounds"-Redakteur Diedrich Diederichsen (geb. 1957) seine soeben geschriebene "Double-Fantasy"-Kritik in der Schublade, "weil man heute John Lennon ermordet hat und weil dieser Tod und seine Umstände mir nahegehen, was ich über die Tode anderer Rockstars nicht sagen konnte". Lennon sei es gelungen, sich der "mörderischen Maschinerie" des Rock-Business zu entziehen und nicht "einen dieser Rock 'n' Roll-Tode" zu sterben. "Ansonsten sollte man den Mund halten."

Aber das waren minoritäre Stimmen, die nichtsdestoweniger bekräftigten, dass Lennons Erbe von vielen beansprucht wurde. Jedenfalls bei den unter 50-Jährigen, so sah es die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), war ein "Streit der Generationen" ausgebrochen, in dem jede für sich behauptete, "er sei ,der ihre' gewesen". Lennon und die Beatles wurden zu einem wichtigen Bezugspunkt vieler Szenen diesseits des Jahrgangs 1940, die sich auf irgendeine Weise kulturell auf die 1960er Jahre bezogen - sei es affirmativ oder mit dem Vorsatz der Transzendenz einstmals revolutionärer Kulturformen. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen, politischen und moralischen Krise wurden die 1960er Jahre vielfach retrospektiv überhöht, während gleichzeitig Punk und Neue Soziale Bewegungen dort entstandene Impulse aufnahmen und transformierten.

Mit der an Lennon entfachten Debatte um biografische, gesellschaftliche und kulturelle Passagen wurde ein wichtiger Schritt in der Selbstthematisierung der "68er-Generation" getan - gerade weil dadurch der enge Fokus der politischen Studentenbewegung aufgebrochen wurde, wie er noch bei den ersten Rückblicken von 1977 vorgeherrscht hatte. Als die einstmalige "Bewegung" von innen heraus zu einer "Generation" umgedeutet wurde, wurden über Lennon und die Beatles sehr viel mehr Menschen in die generationelle Vergemeinschaftung einbezogen, weil hier das politische Element zurückgenommen wurde. Dass es nicht ganz verschwand, war auf dem Höhepunkt der Neuen Sozialen Bewegungen ebenso wichtig. Die emotionale Mobilisierungskraft der Musik, die sich bei zahlreichen Zeitzeugen geradezu körperlich eingelagert hatte und nun massiv reaktiviert wurde, spielte eine bedeutende Rolle beim Legitimitätsgewinn, den die "68er-Generation" in den 1980er Jahren verbuchen konnte. Auch für viele Linksradikale der 1970er Jahre wurde Lennon, der damals als "ideologisch zu unzuverlässig" gegolten hatte, in der kollektiven Abkehr von einer verengten politischen Perspektive wieder diskursfähig.

Lennon personifizierte wie wenige andere die für die späten 1960er Jahre charakteristische Fusion von Popkultur und Politik und eignete sich deshalb besonders für eine Gesamtbilanz. Der Lektor und Übersetzer Burkhard Kroeber identifizierte in seinem Rückblick von 1981 das "Weiße Album" der Beatles von 1968 als "treffendste[n] Ausdruck des Lebensgefühls der antiautoritären Linken und zugleich eine böse Vorahnung ihrer politischen Sackgassen in den siebziger Jahren". John Lennon, so Kroeber, habe seine Fans, "die Linken von '68", aus ihren Träumen wecken wollen und gleichzeitig "mit den Mitteln der Popmusik als Collage" dem Kommerz eine Absage erteilt. Diese Deutung von "1968" war auch eine Parallel- und Gegenerzählung zu den Nachrufen auf den ein Jahr zuvor verstorbenen Rudi Dutschke, bei denen es in erster Linie um Politik gegangen war.

Häufig wurde das Gedenken an Lennon in autobiographische Erzählungen der Selbstwerdung eingebettet. So Joffe, Kroeber und Loeven, so auch "Björn" vom Kommunistischen Bund, der sieben Tage nach Lennons Tod im "Arbeiterkampf" einen ganzseitigen Gedenkartikel publizierte. Der Autor spürte die Kugeln des Attentäters in sich selbst: "Dieser Killer hat mit dem Menschen Lennon auch auf einen wichtigen Abschnitt meiner eigenen Menschwerdung geschossen." Lennon und die Beatles, so tat er der Leserschaft kund, "haben es mir überhaupt erst möglich gemacht, den Mut zu gewinnen, mich und andere ändern, verändern zu wollen". Über länger werdende Haare und den sich wandelnden Musikgeschmack von den Beatles zu den Rolling Stones wird die Geschichte einer Radikalisierung erzählt. Wiederfinden konnte "Björn" sich in politischen Songs der frühen 1970er Jahre wie "Power to the People" oder "Woman is the Nigger of the World", und erst nach einer langen Pause, während der "wir alle aufpassen müssen, das Träumen nicht zu verlernen und nicht zu resignieren", erschien "Double Fantasy", das einen privaten Rollenwandel Lennons vom Macho zum Hausmann widerspiegelte: "Er war also noch lebendig, der Träumer! Es ist bitter, wieder einmal begreifen zu müssen, dass Träumer an der Wirklichkeit zugrunde gehen, wie zarte Blumen auf ausgedörrtem Boden."

John Lennon als neoliberales Exempel

Viele Kommentatoren sahen in Lennon das Musterbeispiel eines Individualisten. "Sounds" zufolge hatte er daran erinnert, dass die Beatles "in erster Linie Individuen waren und erst dann Idole", "Die Zeit" attestierte ihm, stets "beseelt vom Glauben an die Macht des Individuums gewesen" zu sein, und selbst die Schallplattenindustrie erzählte die Geschichte Lennons als Emanzipationsbiografie eines Künstlers, der seit seinem 20. Lebensjahr "durch Verträge unter Druck gesetzt" worden sei.

In der linken Musikszene wurde das Subjektivitätspostulat am Beispiel Lennon unterfüttert durch Helmut Salzinger, nach wie vor eine gewichtige Stimme im Popdiskurs. Wenn er seinen Nachruf als "Mutmaßungen über einen Egomaniac" überschrieb, so war dies alles andere als negativ gemeint. Schon Salzingers Text über Lennon von 1975, nun wieder abgedruckt und durch einen "Epilog 80" ergänzt, hatte des Künstlers Arbeiten der frühen 1970er Jahre "als Ausdruck einer Subjektwerdung", eines "Heilungsprozesses" gedeutet: "Hier hat er gelernt, mit aller Unbefangenheit von sich selbst zu sprechen und nur von sich selbst und ,Ich' zu sagen, wenn er ,Ich' meint." Das war es, was Salzinger an Lennon bewunderte: "Es ist sein Ding, was er da durchzieht, und er zieht es durch, weil es sein Ding ist." Lennon verdiene Beachtung, weil er vorgeführt habe, "wie sich einer an den eigenen Haaren aus dem Schlamassel ziehen kann".

Beifall erhielt diese Deutung auch von der anderen Seite des politischen Spektrums, allerdings mit elitär-ästhetizistischer Akzentuierung. Nicht die Überreste der linken K-Gruppen griffen das Klischee vom Working Class Hero auf, sondern Karl Heinz Bohrer in der "FAZ". Während an der Arbeiterklasse verzweifelte frühere Maoisten bei den Grünen dem Frieden eine Chance geben wollten, interessierte sich Bohrer für Lennon als kämpferischen Helden. Der Englandkorrespondent der "FAZ", der die Beatles seit ihren Hamburger Tagen schätzte, lobte des Musikers "abweichende Exzentrität" und bezog sie auf seine soziale Herkunft: "Lennons Rebellion gegen das akademische, ordentliche Harmlose entstammte einem tiefen asozialen Sinn fürs Makabre und Bizarre, Gefühlsmöglichkeiten, die gerade die englische Schicht, der er entstammt, immer wieder aufbringt." John Lennon sei ein Beispiel gewesen für den dort anzutreffenden Typus des "Arbeiterdandy", einen "von keinen kleinbürgerlichen Ängsten mehr gebremsten Aggressor", der aber leider in der Gegenwart im Rückzug begriffen sei. Im Gegensatz zur Friedensbewegung, die Lennon als Kronzeugen des Pazifismus in Anspruch nahm, figurierte er für Bohrer, der den moralisch-universalistischen Grundstrom der 1980er Jahre verachtete, als Einzelkämpfer, der für die "bellikosen Qualitäten von 68" stand.

Ein sympathetischer Zeuge der ersten Stunde war auch der spätere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Olaf Henkel. Dieser kannte die Beatles aus seiner Lehr- und Studienzeit in Hamburg, wo er im Tanzlokal "Top Ten" verkehrte, mit Astrid Kirchherr aus dem engeren Umfeld der Band befreundet war und beim Kampf um ihre Gunst dem Beatles-Bassisten Stuart Sutcliffe unterlag. Henkel, ein besonders engagierter Befürworter neoliberaler Reformen, misst in seinen im Jahr 2000 veröffentlichten Erinnerungen unter dem Titel "Die Macht der Freiheit" Jazz und Beat eine zentrale Rolle als Medien seines postpubertären Aufbruchs zu: "Das war die Freiheit". Wie Bohrer beobachtete er unter den an der Reeperbahn gastierenden englischen Beat-Bands "wahre Exzentriker", war von der "aggressive[n]" Atmosphäre in den Clubs fasziniert und sah bei Lennon gelegentlich "sein zukünftiges Genie aufblitzen". Schon beim Jazz hatte er eine "wichtige Lebenserfahrung" gemacht, die zum Passepartout einer ganzen Weltanschauung wurde, weil sie den Einzelnen in den Mittelpunkt rückte: Jeder Solist benötigte eine Gruppe, und erst durch das Zusammenspiel entstand der charakteristische Sound, doch das eigentlich Herausragende war die individuelle Leistung der Improvisation.

Beide, Bohrer und Henkel, stehen bei dem erneut aufgeflammten Kampf um die Frage, ob "1968" als Katalysator der Individualisierung oder als Fanal eines universalen Gerechtigkeitsideals zu gelten habe, auf der Seite des Solitärs, der sich von der Masse und ihrer Empfänglichkeit für Moral und Sentiment distanziert. Dass Versatzstücke dieser Argumentation auch von Protagonisten der Gegenkultur geliefert wurden, spricht nicht gegen den Aufbruch von "1968", der die Befreiung des Individuums aus den Fesseln der Tradition mit egalitären Vorstellungen verband. Es zeigt vielmehr, wie im Diskurs um eine neoliberale Wende seit den 1980er Jahren auch Elemente dieses Aufbruchs einseitig interpretiert wurden. Gerade weil Lennon "a figure of extraordinary paradoxes and elusive contradictions" war, konnte er von so gegensätzlichen Richtungen ausgebeutet werden. Doch weder John Lennon noch "1968" sind auf einen wie auch immer gearteten einfachen Nenner zu bringen.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Aus der Vielzahl der retrospektiven Quellen vgl. etwa www.arte.tv/de/John-Lennon/1045974.html (21.4.2010). Zur internationalen Resonanz vgl. Anthony Elliott, The Mourning of John Lennon, Berkeley u.a. 1999, S. 141ff.; Fred Fogo, I Read the News Today. The Social Drama of John Lennon's Death, London 1994.

  2. Vgl. Anne Bärenz, Lennon, John, in: Edmund Jacoby (Hrsg.), Lexikon linker Leitfiguren, Frankfurt/Main 1989, S. 228-229. Zum "John-Lennon-Gymnasium" vgl. Die Zeit, Nr. 29 vom 15.7.1994 und Nr. 9 vom 22.2.2007.

  3. Theodor W. Adorno/Peter von Haselberg, Über die geschichtliche Angemessenheit des Bewußtseins, in: Akzente, (1965) 12, S. 487-497, hier: S. 494; Friedhelm Rathjen, Lieb mich du. Arno Schmidt als Übersetzer von John Lennon, in: Zettelkasten 21, Wiesenbach 2002, S. 175-199.

  4. Jürgen Seuss/Gerold Dommermuth/Hans Maier, Beat in Liverpool, Frankfurt/M. 1965, S. 10. Vgl. auch Detlef Siegfried, Time Is on My Side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre, Göttingen 20082, S. 238ff.

  5. Vgl. Dieter Baacke, Beat - die sprachlose Opposition, München 1968.

  6. So Horst Schuster und Helmut Loeven in: Der Metzger, (1969) 6, S. 23f.

  7. Der Musikmarkt, Nr. 24 vom 15.12.1981.

  8. Vgl. Werner Fleischer, All You Need is BRAVO oder: Als BRAVO die Beatles nach Deutschland holte, in: Archiv der Jugendkulturen (Hrsg.), 50 Jahre Beatles, Berlin 2005, S. 35-54.

  9. John Lennon, In seiner eigenen Schreibe. In his own write, A spaniard in the works, gedeutscht von Helmut Kossodo und Wolf D. Regosky, Reinbek 1981; Lennon über Lennon. Leben in Amerika, John Lennon und Yoko Ono im Gespräch mit Andy Peebles, Reinbek 1981; Lennon über Lennon. Abschied von den Beatles, "The Rolling Stones Interviews", John Lennon und Yoko Ono im Gespräch mit Jan Wenner, Reinbek 1981; John Lennon, John Lennon wie er sich selbst sah, Bergisch Gladbach 1981; Peter Leukefeld, John Lennon in memoriam. Ein Leben für die Musik, die eine ganze Generation veränderte, München 1981; Andreas Riviere, Hommage an John Lennon. Ein Comic Reader, München 1981. In vierter Auflage erschien die deutsche Übersetzung der Biographie von Anthony Fawcett, John Lennon. Beatle, Künstler, Provokateur, Bergisch Gladbach 1981.

  10. Vgl. Jugendwerk der Deutschen Shell (Hrsg.), Jugend '81. Lebensentwürfe, Alltagskulturen, Zukunftsbilder, Bd. 1, Hamburg 1981, S. 15f.

  11. Vgl. etwa Lennons Selbstaussage im Interview, zit. in: Siegfried Schmidt-Joos (Hrsg.), Idole 2. Zwischen Poesie und Protest: John Lennon, Van Morrison, Randy Newman, Jaques Brel, Frankfurt/M. u.a. 1984, S. 20f.

  12. Shell-Studie (Anm. 10), S. 115f.u.S. 121.

  13. Niko Hansen, "Ich verehre alle, die überlebt haben ...", Vorwort, in: Lennon, Abschied (Anm. 9), S. 12.

  14. Helmut Salzinger, John Lennon (1940-1980). Mutmaßungen über einen Egomaniac, in: Walter Hartmann/Klaus Humann/Carl-Ludwig Reichert (Hrsg.), Rock Session 5. Magazin der populären Musik, Reinbek 1981, S. 4-12, hier: S. 12.

  15. Vgl. Rolf Düdde, "Give peace a chance" - die Friedensbewegung und ihre Lieder, in: Der Musikmarkt, Nr. 24 vom 15.12.1981, S. 40.

  16. Die Tageszeitung (taz) vom 10.12.1980.

  17. N. Hansen (Anm. 13), S. 6.

  18. Shell-Studie (Anm. 10), S. 115.

  19. Helmut Loeven, "... the World was Waiting for a Lover!", in: Der Metzger, (1981) 34, S. 21-23, hier: S. 21.

  20. A. Bärenz (Anm. 2). Vgl. auch Felicitas Kohring, Zerbrochene Illusionen & Johns Tod, in: Rote Blätter, (1981) 2-3, S. 47.

  21. N. Hansen (Anm. 13), S. 6.

  22. Vgl. Andreas Reckwitz, Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne, Weilerswist 2006, S. 441ff.

  23. Die Zeit, Nr. 50 vom 8.12.2005.

  24. Klaus Hartung, Über die langandauernde Jugend im linken Getto. Lebensalter und Politik - Aus der Sicht eines 38jährigen, in: Kursbuch, 54 (1978) Dezember, S. 174-188. Vgl. Albrecht von Lucke, 68 oder neues Biedermeier. Der Kampf um die Deutungsmacht, Berlin 2008, S. 28ff.

  25. Der Spiegel, Nr. 51 vom 15.12.1980, S. 166.

  26. Vgl. Bernd Eilert/Robert Gernhardt, Denn er war unser! Nein unser! Nein unser! Nein unser!, in: Titanic, (1981) 2, S. 48f.

  27. taz vom 22.12.1980.

  28. Zit. nach: H. Loeven (Anm. 19), S. 23.

  29. Ebd.

  30. Sounds, (1981) 3, S. 40f.

  31. Sounds, (1981) 4, S. 4.

  32. taz vom 10.12.1980.

  33. Die Zeit, Nr. 50 vom 8.12.2005.

  34. Sounds, (1981) 1, S. 56.

  35. FAZ vom 15.12.1980.

  36. So Heinz Rudolf Kunze in einer autobiographischen Rückschau, in: Martin-G. Kunze (Hrsg.), Ich und John Lennon. Erinnerungen von Heinz Rudolf Kunze u.a., Hannover 2005, S. 24.

  37. Burkhard Kroeber, A Working Class Hero Is Something To Be, in: Freibeuter, (1981) 7, S. 168-172, hier: 172.

  38. Bei Dutschkes Beerdigung am 3. Januar 1980 stellte der Theologe Helmut Gollwitzer Dutschke in eine Reihe mit Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Gustav Landauer und Che Guevara - Popstars wurden nicht erwähnt. Vgl. Michaela Karl, Rudi Dutschke. Revolutionär ohne Revolution, Frankfurt/M. 2003, S. 521.

  39. Arbeiterkampf, Nr. 191 vom 15.12.1980, S. 24. Für die Vielzahl öffentlicher autobiographischer Reflexionen aus diesem Anlass vgl. etwa Die Zeit, Nr. 50 vom 4.12.1981. Für literarische Bearbeitungen vgl. Thomas Meinecke, Hellblau, Frankfurt/M. 2001, S. 260f.; Alexander Osang, Lennon ist tot, Frankfurt/M. 2008.

  40. Sounds, (1981) 2, S. 48-51; Die Zeit, Nr. 50 vom 4.12.1981; Der Musikmarkt, Nr. 1 vom 1.1.1981, S. 5.

  41. H. Salzinger (Anm. 14), S. 6-9.

  42. FAZ vom 12.12.1980.

  43. So Bohrer in: Die Zeit, Nr. 7 vom 8.2.2001.

  44. Hans-Olaf Henkel, "Ich kannte John Lennon", in: M.-G. Kunze (Anm. 36), S. 105-114.

  45. Ders., Die Macht der Freiheit. Erinnerungen, München 20017, S. 46, zu Astrid Kirchherr und den Beatles S. 69ff.

  46. Vgl. A.v. Lucke (Anm. 24), S. 68ff. Wie ein Lennon-Song auf völlig unterschiedliche Weise gedeutet und eingesetzt worden ist, zeigt das Beispiel "Imagine": Während ein US-amerikanischer Schuldirektor ihn 1972 als "anti-religious and anti-American with communist overtones" verbot, wurde er 1987 im Londoner Wembley-Stadion von den Delegierten des konservativen Parteitags zur Begrüßung von Margaret Thatcher angestimmt. Vgl. Janne Mäkelä, John Lennon, Imagined. Cultural History of a Rock Star, New York u.a. 2004, S. 222f.

  47. A. Elliott (Anm. 1), S. 3.

Dr. phil. habil., geb. 1958; Associate Professor für Neuere Deutsche Geschichte und Kulturgeschichte an der Universität Kopenhagen, Njalsgade 128, DK-2300, Kopenhagen S/Dänemark. E-Mail Link: detlef@hum.ku.dk