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Editorial

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Editorial

Hans-Georg Golz

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Zwischen fünf und zehn Prozent der Weltbevölkerung sind homosexuell. Weltweit unterliegen Lesben und Schwule jedoch bis heute vielfältigen Formen häufig religiös verbrämter Diskriminierung.

Zwischen fünf und zehn Prozent der Weltbevölkerung sind homosexuell. Nach aller wissenschaftlichen Erkenntnis ist Homosexualität ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Weltweit unterliegen Lesben und Schwule jedoch bis heute vielfältigen Formen häufig religiös verbrämter Diskriminierung, die von Benachteiligungen etwa im Familien- und Steuerrecht bis zur noch in sieben Staaten geltenden Todesstrafe reichen.

In Deutschland ist die letzte Fassung des berüchtigten "Homosexuellenparagrafen" 175 aus der Kaiserzeit, der in seiner von den Nationalsozialisten verschärften Variante in der alten Bundesrepublik noch bis 1969 galt, erst 1994 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen worden. Heute gibt es Bestrebungen, das Diskriminierungsverbot aufgrund sexueller Identität im Grundrechtekatalog des Grundgesetzes zu verankern.

In den vergangenen Jahren ist eine gesellschaftliche Enttabuisierung des Themas Homosexualität zu verzeichnen. Offen homosexuell lebende Menschen in höchsten politischen Ämtern oder in der Kultur sind kaum mehr eine Schlagzeile wert. Schwule und Lesben organisieren sich und vertreten ihre Interessen in der Zivilgesellschaft und gegenüber der Politik. Zumindest in den Großstädten gibt es immer mehr "Regenbogenfamilien". Die nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz mögliche, amtliche Registrierung kommt dem Wunsch vieler Homosexueller nach "Normalität" und Rechtssicherheit entgegen. Aber auch in Deutschland wird Lesben und Schwulen als gesellschaftlicher Minderheit nicht selten mit Angst oder gar Hass begegnet. Ein Coming Out ist, abhängig vom gesellschaftlichen und beruflichen Status sowie vom persönlichen Umfeld, meist noch immer mit einem nicht unerheblichen Risiko verbunden.