Themen Mediathek Shop Lernen Veranstaltungen kurz&knapp Die bpb Meine Merkliste Geteilte Merkliste PDF oder EPUB erstellen Mehr Artikel im

Das „Herz der Familie“ | Ehe | bpb.de

Ehe Editorial Zwischen Paarbeziehung und Polygamie. Zur Geschichte der Ehe in Europa Ehen in Ost und West. Eine deutsche Rechtsgeschichte Das „Herz der Familie“. Zur Entstehung der Hausfrau Ehe im Wandel. Vom biografischen Fixpunkt zur Option Die „Ehe für alle“. Gleichstellung nur im Rahmen der Norm? Eine gute Ehe. Heirat in Mexiko und Namibia Die arrangierte Ehe. Einladung zu einem (neuen) Verständnis

Das „Herz der Familie“ Zur Entstehung der Hausfrau

Hedwig Richter

/ 19 Minuten zu lesen

Bis ins 18. Jahrhundert arbeiteten Frauen selbstverständlich auf dem Hof und im Familienbetrieb mit, rund 150 Jahre später galt das Modell der Hausfrau im Westen als Norm. Sein Aufblühen ging Hand in Hand mit wachsendem Wohlstand – und mit Ideen demokratischer Gleichheit.

Um das Jahr 1950 passierte etwas Erstaunliches: In westlichen Gesellschaften etablierte sich eine Geschlechterordnung, in der die Hälfte der Erwachsenen eine Rolle ausüben sollte, die ganz auf das Haus und den privaten Bereich beschränkt war – die der Hausfrau. Das Hausfrauenmodell durchdrang die ganze Gesellschaft, ob Arbeit, Freizeit, Erziehung, Konsum, Liebe oder Ernährung, und prägte das Wirtschaftswunder und den Kapitalismus. Sein Aufblühen ging Hand in Hand mit der Demokratisierung der Gesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg – und mit der rasant ansteigenden Umweltzerstörung in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die Entwicklung der Hausfrauen-Familie zur Grundlage der Gesellschaft in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist dabei aus mindestens drei Gründen erstaunlich und erklärungsbedürftig:

Erstens war das Modell bisher einer kleinen, wohlhabenden Elite vorbehalten gewesen. Die überwältigende Mehrheit der Frauen musste zuvor die Haus- und Fürsorgearbeit – kochen, putzen, waschen, nähen, Kinder und Alte pflegen – nebenher erledigen und arbeitete ansonsten als Bäuerin, Magd oder Dienstmädchen, als Mitarbeiterin im Familienbetrieb und immer öfter auch als Fabrikarbeiterin oder Angestellte. Vor dem Ersten Weltkrieg war in Deutschland der Anteil der Frauen, die einer Lohnarbeit nachgingen, also nicht nur auf dem Familienhof oder im eigenen Betrieb mitarbeiteten, mit etwa 30 Prozent im europäischen Vergleich besonders hoch. Auch nach 1950 gab es noch immer viele Ehefrauen und Mütter, die arbeiten mussten, doch war die Norm klar und wurde in einem bisher ungekannten Ausmaß erfüllt: Mütter aller Schichten sollten ganz und gar für den Mann, die Kinder und den Haushalt da sein.

Die Vorstellung einer „Hausfrau für alle“ erscheint zweitens deswegen erklärungsbedürftig, weil die Arbeitslosigkeit 1950 bereits zu sinken begann und Arbeitskräfte immer dringender gesucht wurden. Im Zweiten Weltkrieg hatten Frauen viele Aufgaben erfüllt, die für sie bis dahin als unausführbar gegolten hatten. Da Millionen Männer gefallen oder in Gefangenschaft waren, blieben Frauen auch nach Kriegsende in diesen Berufen. 1949 diagnostizierte die Zeitschrift „Die Frau“ gar den „neuen Frauentyp“ der „Chefin“ als „Leiterin von Unternehmungen, die nüchtern und sachlich einem Volk von Männern ihre Befehle erteilt, die ihre Untergebenen geworden sind.“ Und nun, nur wenige Jahre später, galt die Hausfrau – eine Frau, die keiner Lohnarbeit nachging und ihre Zeit mit Hausarbeit verbrachte – als unverzichtbar für eine funktionierende Gesellschaft. Diese auf den ersten Blick dysfunktionale Rolle der Hausfrau zeigt sich auch in der Erziehung: Trotzdem Wissen und Bildung gesellschaftlich einen immer größeren Stellenwert einnahmen, wurden Mädchen in Vorbereitung auf Hausarbeit und Ehe erzogen. Denn die Mutter war jetzt „das Herz der Familie“ – und die Familie hielt man über alle politischen Lager hinweg unangefochten für die Grundlage der Gesellschaft.

Drittens kam das Geschlechtermodell mit Hausfrau und Ernährer überraschend in einer Zeit, in der westliche Staaten das Ziel verfolgten, demokratischere und egalitärere Gesellschaften zu werden. Die dezidierte Ungleichheit im Geschlechterverhältnis scheint auf den ersten Blick nicht dazu zu passen.

Warum also kam die Hausfrau ausgerechnet in der Nachkriegszeit zu großer Prominenz und ist als Modell bis heute nicht verschwunden? Was macht das Modell so erfolgreich und prägend und was sagt dieser Umstand über das Verständnis von Gesellschaft und Zusammenleben bis heute aus?

Anfänge und dichotome Geschlechterordnung

Das Konzept der Hausfrau kam mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert auf und ist damit eine typisch moderne Erscheinung. Davor war die Ehefrau keine Hausfrau, sondern vielmehr „Hausmutter“ – ein „Herrschaftsbegriff“, wie die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes betont. Gemeinsam mit dem Hausvater stand sie dem Haus und der Familie vor, zu der neben den Kindern oft noch unverheiratete Verwandte und das Gesinde gehörten, dazu ein Hof und – vor allem in den Städten – ein Handwerksbetrieb. Die Familie bildete eine Produktions- und Lebenseinheit. Dabei war die Arbeit zwischen Frau und Mann klar verteilt. Zu den Aufgaben der Frau zählte es, die Tiere mitzuversorgen, das Bier zu brauen, auf dem Feld zu arbeiten, das Garn zu spinnen und zu weben und die Produkte auf dem Markt zu verkaufen. Allerdings hatten nur wenige Frauen eine Position als „Hausmutter“ inne, die meisten Menschen lebten in Armut und waren Gesinde oder Angehörige. Nur etwa die Hälfte der Erwachsenen war verheiratet, sodass in den Städten nicht selten Wirtinnen oder Handwerkerinnen arbeiteten.

Erst allmählich entwickelte sich die Vorstellung von der Hausfrau, die das Bild der Mutter und Ehefrau im 20. und selbst im 21. Jahrhundert prägen sollte: zurückgezogen, weit entfernt von der Produktion, konsumierend und in einer anderen Sphäre als der Mann lebend. Wohnen und Arbeiten trennten sich, weil durch die Industrialisierung immer mehr Lohnarbeit außerhalb des Hauses angeboten wurde. So konnte das Private normativ aufgeladen und vom Öffentlichen abgegrenzt werden. Auch wenn die Wirklichkeit komplexer war und sich Privatheit und Öffentlichkeit weiterhin vielfach überschnitten, entfaltete die Vorstellung zweier Sphären ihre Wirkmächtigkeit und trug etwa zu der Überzeugung bei, Politik und Staat seien Räume, in denen Frauen nichts zu suchen hätten.

Seit dem 18. Jahrhundert gewann außerdem die Überzeugung an Einfluss, Frauen und Männer seien zwei grundverschiedene Wesen. Diese fundamentale Differenz der beiden sozial konstruierten Geschlechter formte immer stärker die Vorstellungswelten und die gesellschaftlichen Strukturen. Die Hausfrau ist ein Ergebnis dieser Dichotomisierung der Geschlechterverhältnisse, die sich paradoxerweise einer der größten, revolutionärsten und einflussreichsten Ideen des ausgehenden 18. Jahrhunderts verdankt: der Vorstellung von der Gleichheit aller Menschen. Gleichheit war eine aufklärerische Idee, die vor allem durch die Französische Revolution politische Relevanz und revolutionäre Durchschlagskraft erhielt. Sie trug zur Individualisierung und Subjektivierung bei: Jeder Mensch hatte allein aufgrund seines Menschseins Würde.

Die neue Denkweise und zahlreiche Reformen sorgten dafür, dass die Ständeordnung allmählich verschwand, in der die Menschen durch Geburt einem Stand – etwa dem Adel oder der Bauernschaft – zugeteilt waren. In der ständischen Ordnung hatte das Geschlecht keine dominierende Rolle gespielt. Eine adlige Frau oder eine wohlhabende Stadtbürgerin besaß wesentlich mehr Macht als ein Knecht oder ein Bauer. Als Witwen oder als einzige Erbin konnten Frauen in der Ständeordnung dem Haus vorstehen und den Besitz verwalten, sie konnten Meisterin in einem Handwerksbetrieb sein und hatten unter Umständen sogar das Wahlrecht. Im streng reglementierten Zunftwesen konnten sie ihrer Geburt gemäß einen Beruf erlernen und arbeiteten nach der Heirat im Betrieb des Ehemannes mit. Die ständische Ungleichheit durchzog das ganze Leben, sodass die Ungleichheit der Geschlechter darin weniger relevant war.

Doch nun sollte es die Gleichheit für alle Menschen geben! Den Revolutionären war jedoch schnell klar, dass „gleich“ nur die (weißen) Männer sein sollten. Lediglich für kurze Zeit hatten Frauen in der Französischen Revolution einen gewissen Einfluss, und das Verbot der Sklaverei in den französischen Kolonien wurde schnell wieder rückgängig gemacht. Die Andersartigkeit der Frau musste daher ausführlich begründet werden. Das ist ein Grund, warum sich eine oft vermeintlich wissenschaftlich begründete Misogynie entwickelte, die über biologische oder psychische Phänomene für die Komplementarität und meistens auch Minderwertigkeit der Frau argumentierte: Weil sie ein kleineres Hirn habe, sei sie nicht satisfaktionsfähig, oder weil in ihrem Körper ein Uterus sei, weil sie menstruiere, weil sie Kinder bekomme und so weiter.

Die neue Zweiteilung ergab sich auch als Reaktion auf eine besondere Herausforderung der Moderne: Der Mann galt nicht länger als selbstverständlicher, positiver Standard des Menschen. Die philosophischen Zeitgenossen – von Johann Gottlieb Fichte über Wilhelm von Humboldt bis zu Kant und Hegel – diagnostizierten eine Entfremdung des Mannes von sich selbst. Rationalisierung und die Auflösung der alten Ordnung, in der die männliche Überlegenheit hierarchisch klar durch alle Stände eingebettet war und kaum ausformuliert werden musste, führten zu einer tiefen Desorientierung des Mannes. Er sei wie „ein im leeren Raume schwebender Riß, – nichts, als ein Stück kalter Vernunft“, ihm fehle das Herz, er sei „ein schrecklicher Widerspruch mit sich selbst und der gesammten Natur“, wie es ein zeitgenössischer Publizist ausdrückte. Der moderne Dualismus von Vernunft und Herz, von Zerrissenheit und Ganzheit, von Künstlichkeit und Natur findet sich hier. Dieser Männlichkeitszweifel erforderte eine neue Vorstellung von der Frau: Sie musste dem Mann Sicherheit geben – und ein Komplementär-Wesen zu ihm werden, voller Liebe und Natur, ein zeitloses Idyll, dem Kampf in der Öffentlichkeit und der Geschichte entzogen. Bei ihr, in ihrem Schoß und an ihrem Herd, konnte der Mann zu sich finden.

Die Erfindung der Hausfrau

Durch diese Rollenverteilung erfuhr die Häuslichkeit eine enorme Aufwertung. Die Literatur besang die neue Ordnung, die Architektur griff sie auf, indem sie Wohnstuben und Wohnküche schuf, und die Malerei zeigte Familien nicht mehr rein zur Repräsentation, sondern als Genre mit jungen Müttern, spielenden Kindern, dem Ofen und dem Familientisch. Zeitschriften wie die „Gartenlaube“ bildeten sich heraus, die sich explizit an Familien wandten. In dieser Zeit setzte sich auch die Idee der Liebesheirat als Norm durch. Aus der aktiven, produzierenden Hausmutter wurde die zurückgezogene, konsumierende Ehefrau und Mutter. Aus der Frauenarbeit wurde ein Gefühl: Liebe – und ein Stil: Anmut. Die Hausfrau war erfunden.

Diese Aufwertung der Häuslichkeit ging gleichwohl einher mit der Unterordnung der Hausfrau, die sich in eine Longue durée der Geschlechterordnung einreiht: Schon im vormodernen Europa herrschte die Vorstellung, Frauen und Männer seien verschieden und die Frau stehe unter dem Mann. Die neue Zeit der Industrialisierung war also keine „lineare Abwärtsentwicklung aus einem vorkapitalistischen Utopia, in dem Frauen Würde und Unabhängigkeit besaßen, zu einem Status der Ausbeutung“, wie die Historikerin Olwen Hufton betont. Aufgrund der Gleichheitsforderung musste nun aber genauer begründet werden, warum Frauen anders waren und nicht dieselben Rechte wie Männer besaßen.

Auch die Vorstellung von der Zuständigkeit der Frauen für das Hauswesen war nicht neu. Schon in der frühneuzeitlichen Ratgeberliteratur war das Haus der Ort, an dem Frauen tätig waren, während der Mann in der Öffentlichkeit stand. „Was die Frauen anbelangt“, erklärte der französische Staatstheoretiker Jean Bodin 1586, so sollten sie von öffentlichen Ämtern und Versammlungen „so weit wie möglich ferngehalten werden, damit sie sich mit Hingabe ihren Aufgaben als Gattinnen und Hausfrauen widmen“ könnten. Eine Ehefrau, die nicht zum Einkommen beitragen musste und sich allein den häuslichen Aufgaben widmen konnte, galt als Statussymbol.

Mit der Moderne verlor der Haushalt ökonomisch an Bedeutung, die Hausarbeit reduzierte sich auf physische, meist konsumptive Aufgaben wie Ernährung der Familie, Putzen, Waschen und Einkaufen der Lebensmittel; zugleich wurde die psychische Aufgabe der Fürsorge für Mann und Kinder immer wichtiger. Hausarbeit war Liebesarbeit, enthoben der rauen Welt der Ökonomie. „Das Haus ist die Arbeit der Liebe, nie vergiß daß sie zusammen auch mit dem höchsten Werthe das höchste Glück der Frau sind!“, schrieb der Ökonom und Publizist Lorenz von Stein. Entscheidend für das neue Frauenbild der Hausfrau war die Selbstbeschränkung, Zurückhaltung und anmutige Bescheidenheit, die wie alle neuen Eigenschaften der Ehefrau und Mutter als „natürlich“ bezeichnet und ästhetisiert wurden. Zugleich sollte die Hausfrau eine tüchtige Wirtschafterin sein, die sich mit Kochen, Nähen, Waschen und Putzen auskannte, ein schönes Heim schaffen und gute Speisen auf den Tisch bringen konnte – und sie musste dabei, das war wichtig, sparsam sein, eines der Überbleibsel aus der Zeit der Hausmutter. Insgesamt war die Frau dadurch weniger einflussreich, weniger produktiv und deutlich abhängiger als zuvor.

Die Hausfrau für wenige

Die Vorstellung, die Frau auf Haus und Herd zu beschränken, wurde so sehr fixiert, dass man von einer regelrechten „Hausfrauen-Ideologie“ sprechen kann. Allerdings konnte sich im 18. Jahrhundert nur eine kleine bürgerliche Elite die neue Position leisten: Die Hausfrau selbst verdiente kein Geld und delegierte die Hausarbeit oft an das (kostenpflichtige) Personal. Dabei überwachte sie den Einkauf und sorgte dafür, dass mit dem Geld angemessen gewirtschaftet wurde. Die meisten Frauen aber arbeiteten nach wie vor außer Haus, besonders häufig in der Landwirtschaft.

Erst um 1900 übertraf die Zahl der Menschen in der Stadt die Zahl derer, die auf dem Land lebten. Immer mehr städtische Unternehmer stellten Frauen ein, weil sie ihnen weniger Lohn bezahlen konnten als Männern. Gleichzeitig wurde mit dem allgemein steigenden Wohlstand die Überzeugung, dass jedem Mann eine Hausfrau zustünde, immer größer. Frauenvereine und sozialpolitische Reformen arbeiteten daher daran, auch die Arbeiterfrau zur Hausfrau zu machen. Gerade in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie protestierten Männer gegen die Frauenarbeit mit ihrer Lohndrückerei und Doppelbelastung durch den zusätzlich zu bewältigenden Haushalt. Tatsächlich war das Arbeitspensum der Arbeiterinnen erdrückend, doch eine Mithilfe in der Hausarbeit kam nur für wenige Männer infrage. Die Norm einer „Hausfrau für alle“, wie sie der angeblich natürlichen Geschlechterordnung entsprach, verstärkte sich zusehends. Mit dem Alltag der meisten Frauen hatte sie jedoch wenig zu tun.

Hausfrau als Beruf?

Wie zahlreiche andere Berufs- und Interessengruppen bildeten auch die Hausfrauen um 1900 eigene Berufsverbände. 1915 wurde der „Verband deutscher Hausfrauenvereine“ gegründet. Er setzte sich für Verbraucherschutzfragen ein, für bessere Rechte der Hausangestellten und für eine Professionalisierung der Hausarbeit mit einer Meisterinnenausbildung und dem Titel „Meisterin der Hauswirtschaft“. Mit diesen progressiven Zielen schloss er sich dem „Bund Deutscher Frauenvereine“ an, in dem die unterschiedlichen Strömungen der deutschen Frauenbewegung organisiert waren. In der Zwischenkriegszeit forderten die organisierten Hausfrauen verstärkt, ihre Arbeit als Berufsarbeit anzuerkennen. Insgesamt gab es in allen Gruppen, konservativen wie progressiven, ein deutliches Bewusstsein dafür, dass es mit der Hausfrau und der Nichtanerkennung ihrer Arbeit ein Problem gab. Durch die Wirtschaftskrisen kam die Hausfrau außerdem ins Visier einer der neuesten Entwicklungen: die wissenschaftliche Untersuchung des Haushalts und die Rationalisierung der Hausarbeit. Ein Tiefpunkt der Vereinsarbeit der Hausfrauen war der Austritt des mächtigen „Reichsverbands deutscher Hausfrauenvereine“ aus dem „Bund Deutscher Frauenvereine“ 1932, mit dem er sich zugleich von progressiven Zielen verabschiedete.

Mit dem Zweiten Weltkrieg nahmen Frauen immer mehr Positionen im Arbeitsleben ein. Schon vor 1939 hatte die Frauenerwerbsquote einen Höchststand von fast fünfzig Prozent erreicht – obwohl die Nationalsozialisten den „Mutterkult“ propagierten und vor weiblicher Berufstätigkeit warnten. Nach Kriegsende kamen viele zu der Überzeugung, Frauen sollten nun endlich auch in der Politik das Ruder übernehmen. „Sie hat es in der Hand“, schrieb die Süddeutsche Zeitung im Dezember 1945. Nachdem „die so forsch von Männern angeschobene Staatskarre in den Abgrund“ gerast sei, müsse die Frau eine führende Rolle beim Aufbau der Demokratie übernehmen, „gleichviel, ob berufstätig, verheiratet und Mutter“. In den Trümmern und in der großen Not mit Hunger, Wohnungsmangel und Obdachlosigkeit schien plötzlich alles anders und vieles möglich. Nun sollte endlich vollendet werden, wofür die Frauen in Deutschland schon so lange gekämpft hatten. „Und der Traum der deutschen Frauenbewegung, der seit hundert Jahren von den hervorragendsten Frauen und Männern unseres Volkes vergebens geträumt worden ist, scheint sich endlich (…) verwirklichen zu wollen: der Traum von der Befreiung der Frau“, schrieb der beliebte Publizist Walther von Hollander in der ersten großen Frauenzeitschrift der Nachkriegszeit, der „Constanze“.

Die Hausfrau für alle

Es kam anders. Immer mehr Frauen gaben ihren Beruf auf, immer mehr Menschen gingen die Ehe ein. Die Frauen heirateten immer jünger, und sie bekamen immer mehr Kinder. In den westlichen Ländern begann das Golden Age of Marriage. Niemals zuvor und danach war das Familien- und Gesellschaftsverständnis so sehr auf die Kernfamilie mit Vater, Mutter, Kindern fixiert wie in diesen Jahren. Viele Unternehmen und Institutionen griffen auf ein altes Modell zurück: das Berufszölibat für Frauen. Sobald eine Frau heiratete, verlor sie ihren Job. Die Regierungen in den westlichen Staaten unterstützten das Hausfrauenmodell mit einer gezielten Sozialpolitik. In Deutschland gelangte das 1958 eingeführte Ehegattensplitting zu zweifelhaftem Ruhm, das ein zweites, geringeres Einkommen oftmals so besteuert, dass sich die Arbeit gar nicht lohnt. Auch die Medien beschworen wieder den Geschlechterdualismus.

1963 schrieb die US-amerikanische Publizistin Betty Friedan: „Es ist noch nicht lange her, da träumten die Frauen von Gleichheit und erkämpften sich einen Platz in der Welt. Was geschah mit den Träumen? Wann hatten die Frauen beschlossen, der Welt zu entsagen und sich in ihre vier Wände zurückzuziehen?“ Friedan datierte den Umbruch zur Retraditionalisierung für die USA auf die Jahre um 1950, und auch in Europa und Deutschland fiel er in diese Zeit.

Vieles am Konzept der Hausfrau des Golden Age of Marriage war nicht neu. Abermals war einer der wichtigsten Gründe für die Installierung der Hausfrau – und für die neue alte Geschlechterdifferenz – die Sorge um den Mann. Die Frauen sollten ihm Sicherheit geben. Das galt ganz besonders für Deutschland, wo die Männer zerstört und besiegt heimkehrten und mit dem Hausfrauenmodell wieder Achtung und Würde erlangen konnten. Aber es galt auch für Männer in anderen Staaten, denn die Zeit des Golden Age of Marriage war eine Krisenzeit voller Ängste. Der Koreakrieg Anfang der 1950er Jahre versetzte die Menschen ebenso in Schrecken wie der Kalte Krieg und die atomare Bedrohung und ließen kaum ein Gefühl der Sicherheit aufkommen. Die Männer aber saßen am Haupt des Tisches, die Hausfrau bediente, die Kinder sollten schweigen, jedenfalls gehorsam sein. Erneut fanden die Menschen in einer Krisenzeit Halt und Orientierung in der vermeintlich „natürlichen“ Geschlechterordnung.

Auch das Paradoxon von politischer Gleichheit und Geschlechterhierarchie war nicht neu. Aber es errang nun eine ganz neue Bedeutung: Dass alle Männer eine Hausfrau haben konnten, erschien als demokratische Errungenschaft; endlich erfüllte sich der sozialdemokratische Traum aus dem Kaiserreich. Die neuen Gesellschaften wollten demokratisch sein, sie wollten „nivellierte Mittelstandsgesellschaften“ werden, wie es der Soziologe Helmut Schelsky auf den Punkt brachte. Die demokratische Gleichheit kam jedoch auf Kosten der Unterordnung der Frauen.

Aber es gab auch Aspekte, die das Hausfrauenmodell nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem ganz neuen, ja sogar innovativen Phänomen machten. Erstmals betraf es Frauen aller Schichten. Zwar gingen die meisten Frauen aus Arbeiterfamilien weiterhin einer Lohnarbeit nach. Doch versuchten auch viele Familien aus sozial benachteiligten Schichten, mit einem Gehalt zurecht zu kommen und mit dem Hausfrauenmodell zu leben. Die Zahl der Hausfrauen war – prozentual und absolut – so hoch wie noch nie zuvor, und nur etwa ein Drittel aller Frauen arbeitete. Je nach Angaben blieben rund drei Viertel bis vier Fünftel der verheirateten Frauen zu Hause, was knapp acht Millionen sogenannter Nur-Hausfrauen entsprach, die auch nicht auf dem Bauernhof oder im Familienbetrieb mitarbeiteten. In den 1970er Jahren belief sich ihre Zahl auf rund zehn Millionen. Diese Verbreitung machte das Modell so „demokratisch“: Jedermann hatte zu Hause seine Hausfrau. Und jede Hausfrau putzte ihr Heim selbst, egal, ob es die Zweizimmerwohnung der Arbeiterfamilie war oder der Bungalow der Unternehmergattin. Die Hausfrau kochte selbst, war für die Kinder da, empfing abends den Mann zu Hause. Zu dieser Egalitätssimulation zählte auch, dass es kaum noch Dienstpersonal gab.

Vor allem in Deutschland erschien die Hausfrau auch deswegen als demokratisch, weil sie als Absage an das „Dritte Reich“ gewertet wurde, wo der Staat über der Familie und über der Ehe gestanden hatte und tief in das Privatleben eingedrungen war. Außerdem wurde die Hausfrau im Kontext des Kalten Kriegs zu einem Statement gegen die totalitären Ansprüche auf die Menschen in der Sowjetunion, wo das Hausfrauenmodell aufgrund des erheblichen Arbeitskräftemangels von Anfang an bekämpft wurde.

Die Hausfrau als Konsumentin

Diese Ausweitung des Konzepts der Hausfrau auf alle Schichten hing mit der blühenden Ökonomie zusammen. In kurzer Zeit wuchs der Wohlstand in der Bundesrepublik auf ein schwindelndes Niveau, von dem die Arbeiterbewegungen vor dem Ersten Weltkrieg kaum zu träumen gewagt hätten. Zwar war die Hausfrau von Anfang an ein Effekt der Industrialisierung und damit des Kapitalismus. Aber nun hingen die beiden noch viel enger zusammen. In mindestens drei Hinsichten ermöglichte und stabilisierte die Hausfrau diese neue Wirtschaftsordnung: Erstens stellte sie wie bisher die kostenlose Haus- und Carearbeit zur Verfügung. Zweitens wurde sie immer mehr zum Profi für Konsum. Da dieser immer wichtiger wurde und immer weitere Lebensbereiche betraf, ergab es Sinn, dass sich die Hälfte der Erwachsenen (de facto etwa ein Drittel) allein dem Konsum widmete. Nicht nur Frauenzeitschriften wendeten sich dieser Aufgabe zu, sondern auch Verbraucherwochen, Haushaltsausstellungen und unzählige Informationsbroschüren, die vielfach staatlich gefördert wurden.

Noch wichtiger aber war es vermutlich, drittens, dass die Hausfrau nicht nur die politische Ordnung legitimierte, sondern auch die marktwirtschaftliche. Kapitalismuskritik, Materialismuskritik und Skepsis an der freien Marktwirtschaft waren weit verbreitet. Die Politik hatte – teilweise in Kooperation mit der Industrie – alle Hände voll zu tun, den Menschen die Vorzüge der Marktwirtschaft zu erklären. In einer Ansprache an die Hausfrauen erläuterte der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard 1952: „Die Hausfrauen müssten eigentlich die freudigsten, begeistertsten Anhänger einer Marktwirtschaft sein.“ Erhard erklärte nicht nur, warum politische Freiheit nicht ohne Konsumfreiheit zu denken sei und politischer Wettbewerb beim ökonomischen Wettbewerb anfange. Er führte auch aus, dass der Kern des Hausfrauendaseins die Aufgabe als „Verbraucher“ sei – und kam damit quasi zum Kern des Daseins im Großen und Ganzen: „Warum arbeiten wir überhaupt? Doch nur, weil wir verbrauchen wollen. Es handelt sich immer nur um den Verbrauch. Alles, was wir tun und denken, gilt immer nur diesem letzten Ziel.“ Erstmals sollte die Hausfrau nicht mehr primär sparsam sein, sondern primär verbrauchen. Die gute Hausfrau wurde zur guten Konsumentin, die gute Konsumentin war die gute Bürgerin. Das war ein beachtlicher Bruch in der bürgerlichen Sparsamkeitsökonomie. Die Hausfrau ermöglichte damit eine neue Form des Kapitalismus. In ihrem Schoße wurde der misstrauisch beäugte Materialismus und der vielfach so skeptisch betrachtete Kapitalismus legitimiert.

Diese neue Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg, die in so enger Verbindung mit einem alle Lebensbereiche ergreifenden Kapitalismus einherging, wird auch als Grey Democracy bezeichnet. Denn die blühende Demokratie verdankte sich wesentlich einer immer grauer werdenden Umwelt und einer immer krasseren Zerstörung der ökologischen Grundlagen im Zeitalter der Great Acceleration: CO2-Ausstoß, Bodenversiegelung, Wasserverbrauch, Plastik- und Papierproduktion, Fleischkonsum, Luftverschmutzung und so weiter – all das schnellte in atemberaubender Geschwindigkeit innerhalb weniger Jahre in die Höhe. Und wieder war es die Hausfrau, die wesentlich zur Legitimation der neuen Ordnung beitrug. Das Idyll der zeitlosen, tüchtigen, liebenden, sich aufopfernden Hausfrau übermalte die Zerstörung. Die Hausfrau verbannte die wachsenden Müllberge aus dem Heim und den neuen Vororten, wo sie stattdessen immer teurere und schönere Gärten anpflanzte. Der grandios steigende Wasserverbrauch kam gar nicht erst als Umweltproblem ins Bewusstsein, da er sich größtenteils im Haushalt abspielte. Die Bodenversiegelung und der wachsende Autoverkehr waren nicht zuletzt Ergebnis der neuen Häuslichkeit, denn in den wachsenden Vororten bauten immer mehr Familien ein Eigenheim.

Schluss

Die Hausfrau ermöglichte und legitimierte die neue Ordnung um 1800, als die Welt in die Moderne aufbrach. Und sie ermöglichte und legitimierte die Nachkriegsordnung des Kalten Krieges mit einem neuen Umweltregime, dessen Folgen die Demokratien heute kaum noch handhaben können. Wie aber kommt es zur Neuerfindung der Hausfrau in den Sozialen Medien seit rund zehn Jahren? Vermutlich lässt sich auch dieses Phänomen als Krisenphänomen verstehen. Wieder ist die Sehnsucht nach Halt in der alten Geschlechterordnung ausschlaggebend. Interessant ist freilich, dass das Phänomen auf die virtuelle Welt beschränkt bleibt. Statistisch lässt sich keine Zunahme an Hausfrauen konstatieren. In den Nullerjahren waren etwa 60 Prozent der Frauen in Deutschland berufstätig, heute sind es rund drei Viertel. Womöglich reicht es den Menschen, das Idyll einer hierarchischen Geschlechterordnung und Hausfrau nur zu begutachten und zu bestaunen – vielleicht auch in dem Wissen, dass die „Tradwives“ diese Inszenierung längst zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Demokratischer Zeitungsdienst, Frauenbeilage, Blatt 2, Berlin, 23.4.1931, Nachlass Marie-Elisabeth Lüders, BAK N1151/151; teilweise ist sogar von knapp 40 Prozent die Rede, vgl. Bundestagsdrucksache 7/5866, 11.11.1976, S. 33.

  2. Ein Franzose über deutsche Frauen, in: Die Frau, 7.4.1949, S. 1.

  3. Ackermann-Gemeinde (Hrsg.), Von den Reserven des Herzens. Werkmappe für Frauenarbeit unter den Vertriebenen, München, ca. 1949.

  4. Vgl. Brandon Bloch, Reinventing Protestant Germany. Religious Nationalists and the Contest for Post-Nazi Democracy, Cambridge MA 2025, S. 97.

  5. Vgl. Hedwig Richter, Geschlecht und Moderne. Analytische Zugänge zu Kontinuitäten und Umbrüchen in der Geschlechterordnung im 18. und 19. Jahrhundert, in: Archiv für Sozialgeschichte Jg. 57/2017, S. 111–130, hier v.a. S. 111f.

  6. Evke Rulffes, Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung, Hamburg 2021, S. 63.

  7. Vgl. Kirsten Schlegel-Matthies, „Im Haus und am Herd“. Der Wandel des Hausfrauenbildes und der Hausarbeit 1880–1930, Stuttgart 1995, S. 20f.; Rulffes (Anm. 6), S. 17, S. 41.

  8. Vgl. Gundula Ludwig, Zur Dekonstruktion von „Frauen“, „Männern“ und „dem Staat“. Foucaults Gouvernementalitätsvorlesungen als Beitrag zur Weiterentwicklung feministischer poststrukturalistischer Staatstheorie, in: Femina Politica 2/2010, S. 39–49, hier S. 44.

  9. Vgl. Claudia Honegger, Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib, Frankfurt/M.–New York 1991.

  10. Vgl. Rulffes (Anm. 6), S. 18–27; zum Wahlrecht siehe Birgitta Bader-Zaar, Politische Rechte für Frauen vor der parlamentarischen Demokratisierung. Das kommunale und regionale Wahlrecht in Deutschland und Österreich im langen 19. Jahrhundert, in: Hedwig Richter/Kerstin Wolff (Hrsg.), Frauenwahlrecht. Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa, Hamburg 2018, S. 77–98.

  11. Vgl. Thomas Laqueur, Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud, Frankfurt/M. 1992, S. 33; Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht. Zur Genese der negativen Andrologie, Frankfurt/M. 2008, S. 17.

  12. Carl Friedrich Pockels, Der Mann. Ein anthropologisches Charaktergemälde seines Geschlechts, Bd. 2, Hannover 1806, S. 279.

  13. Vgl. Kucklick (Anm. 11), S. 11.

  14. Vgl. Ute Frevert, Frauen-Geschichte. Zwischen Bürgerlicher Verbesserung und Neuer Weiblichkeit, Frankfurt/M. 1986, S. 67; Barbara Duden, Das schöne Eigentum. Zur Herausbildung des bürgerlichen Frauenbildes an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, in: Kursbuch Vol. 47, 1/1977, S. 125–142, hier S. 134.

  15. Vgl. Ulrike Brunotte/Rainer Herrn, Statt einer Einleitung. Männlichkeiten und Moderne – Pathosformeln, Wissenskulturen, Diskurse, in: dies. (Hrsg.), Männlichkeiten und Moderne. Geschlecht in den Wissenskulturen um 1900, Bielefeld 2015, S. 9–24.

  16. Vgl. Rebekka Habermas/Heide Wunder, Nachwort, in: Arlette Farge/Natalie Zemon Davis (Hrsg.), Geschichte der Frauen, Bd. 3, Frühe Neuzeit, Frankfurt/M.–New York 1994, S. 539–550, hier S. 545; Richter (Anm. 5), hier S. 120f.

  17. Olwen Hufton, Frauenleben. Eine europäische Geschichte 1500–1800, Frankfurt/M. 1998, S. 41.

  18. Zit. nach Natalie Zemon Davis, Frauen, Politik und Macht, in: Farge/Davis (Anm. 16), S. 189.

  19. Vgl. Rulffes (Anm. 6), S. 16, S. 29.

  20. Vgl. zur Definition von Hausarbeit Silvia Kontos/Karin Walser, … weil nur zählt, was Geld einbringt. Probleme der Hausfrauenarbeit, Gelnhausen u.a. 1979, S. 63–66.

  21. Zit. nach Schlegel-Matthies (Anm. 7), S. 33.

  22. Vgl. Rulffes (Anm. 6), S. 53.

  23. Vgl. Schlegel-Matthies (Anm. 7), S. 28.

  24. Vgl. Maggie Andrews et al., Homes, Food, and Domesticity: Rethinking the Housewife in Twentieth Century Britain, in: Women‘s History Review 4/2024, S. 451–456.

  25. Vgl. Schlegel-Matthies (Anm. 7), S. 210–230.

  26. Vgl. ebd, S. 224, S. 232.

  27. Vgl. Waltraud Cornelißen, Traditionelle Rollenmuster. Frauen- und Männerbilder in den westdeutschen Medien, in: Gisela Helwig/Hildegard Maria Nickel (Hrsg.), Frauen in Deutschland 1945–1992, Berlin 1993, S. 53–69, hier S. 53.

  28. Ly Poeschel-Sonn, Die Frau in der Demokratie, Süddeutsche Zeitung (SZ), 14.12.1945.

  29. Walther von Hollander, Hut ab vor unseren Frauen, in: Constanze 2/1948.

  30. Vgl. Christopher Neumaier, Familie im 20. Jahrhundert. Konflikte um Ideale, Politiken und Praktiken, Berlin–Boston 2019, S. 396f.

  31. Siehe etwa Joachim Bodamer, Die Frage nach dem Vater, in: SZ, 29.5.1955.

  32. Betty Friedan, Der Weiblichkeitswahn oder die Selbstbefreiung der Frau. Ein Emanzipationskonzept, Hamburg 19662, S. 33.

  33. Helmut Schelsky, Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart, Stuttgart 1954, S. 218.

  34. Vgl. Grete im Wunderland, in: Der Spiegel, 18.12.1966, S. 51.

  35. Vgl. Michael Wildt, Am Beginn der „Konsumgesellschaft“. Mangelerfahrung, Lebenshaltung, Wohlstandshoffnung in Westdeutschland in den Fünfziger Jahren, Hamburg 1994, S. 9f., S. 128.

  36. Vgl. Harald Jähner, Wunderland. Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955–1967, Berlin 2025, S. 43.

  37. Vgl. Gisela Bock/Barbara Duden, Arbeit aus Liebe – Liebe als Arbeit. Zur Entstehung der Hausarbeit im Kapitalismus, in: Gruppe Berliner Dozentinnen (Hrsg.), Frauen und Wissenschaft. Beiträge zur Berliner Sommeruniversität für Frauen, Berlin 1977, S. 118–199.

  38. Ludwig Erhard, Die Wirtschaft im Dienste der Hausfrau, Rede zur Eröffnung der Bundesausstellung der Hauswirtschaft in Frankfurt/M., 28.6.1952, S. 2.

  39. Ebd., S. 5.

  40. Vgl. Stefan Couperus/Stephen Milder, From „Grey Democracy“ to the „Green New Deal“: Post-War Democracy and the Hegemonic Imaginary of Material Politics in Western Europe, in: Journal of Modern European History 3/2022, S. 288–293.

  41. Vgl. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, Erwerbstätigenquoten und Erwerbsquoten 1991–2024, Externer Link: https://www.wsi.de/de/erwerbsarbeit-14617-erwerbstaetigenquoten-und-erwerbsquoten-14877.htm.

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Hedwig Richter für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 und des/der Autors/-in teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.
Sie wollen einen Inhalt von bpb.de nutzen?

ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München und forscht unter anderem zu Geschlechtergeschichte.