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Autonome Kunst in der DDR

Über zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR ist kaum eine Kunstentwicklung - die offizielle wie die unabhängige Ausstellungskultur - so ausführlich und gründlich dokumentiert worden wie die des zweiten deutschen Staates. In der Öffentlichkeit besonders bekannt für die Schaffung von Freiräumen für Kunst außerhalb der staatlichen Strukturen ist die heute sehr erfolgreich und international operierende Galerie Eigen+Art. Dieses Dossier zeigt, dass es eine Vielzahl sich autonom verstehender Kunstszenen in der DDR gab und die Eigen+Art nur ein Teil davon war. Dabei wird auch klar, dass diese autonomen Kunstszenen keine Horte künstlerischen Widerstands waren oder Orte der Einheit von Revolution, Kunst und Leben. Vielmehr müssen die offizielle Repräsentationskultur und die "alternative", "andere" oder "zweite" Kultur in der DDR "eng zusammen, als interferierendes Gleichzeitiges" (Uwe Kolbe) gedacht werden. Das Dossier widmet sich einigen wichtigen Ausstellungsräumen, Projekten und Initiativen sowie den Vermittlern und Protagonisten. Der Zeitraum beschränkt sich in erster Linie auf die Jahre 1970 bis 1990.
Das Dossier enthält allgemeine Essays zum Thema Autonome Kunst in der DDR und Artikel zu den einzelnen Orten, die in der autonomen Kunstszene der DDR eine Rolle gespielt haben. Einen besonders spannenden Einblick bieten die zahlreichen Fotos aus der Zeit, die die Vielfalt der Kunstszene in der DDR anschaulich dokumentieren.

Erscheinungsdatum:

DDR-Kunst im Kontext von Geschichte, Politik, Gesellschaft

Kunst wurde in der offiziellen Kulturpolitik der DDR als „symbolische Lösung“ gesellschaftlicher Widersprüche angesehen. Sie hatte marxistisch-leninistisches Geschichtsverständnis zu illustrieren.

Uta Grundmann

/ 11 Minuten zu lesen

Herausbildung der alternativen Kunstszene in der DDR

Zwei Faktoren beflügelten die Entstehung alternativer künstlerischer Milieus in der DDR: der Mauerbau 1961 und das neue antiautoritäre Denken im Gefolge der 1968er-Bewegung.

Uta Grundmann

/ 12 Minuten zu lesen

Unabhängige Literatur in der DDR

Die Liaison von bildender Kunst und Literatur in der DDR war bedeutend für die Entstehung selbstbestimmter Öffentlichkeiten jenseits staatlicher Einflussnahme in den 1970er und 1980er Jahren.

Dr. Klaus Michael

/ 13 Minuten zu lesen

Videointerviews

Für seinen Dokumentarfilm "Die Behauptung des Raums" (2009) hat Claus Löser zahlreiche Protagonisten unangepasster DDR-Kunst interviewt. In Auszügen hier.

/ 1 Minute zu lesen

Berlin

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Die Galerie Arkade

Zu den wichtigsten öffentlichen Orten nichtideologischer Kunstproduktion in der DDR zählte die Galerie Arkade. Sie lag bis zu ihrer Schließung im Jahre 1981 am Strausberger Platz, einem sehr…

Autonome Kunst in der DDR

Die EP Galerie Jürgen Schweinebraden

Eine der bedeutendsten Privatgalerien der DDR in den 1970er Jahren war die EP Galerie von Jürgen Schweinebraden in Berlin, die auch international Furore machte.

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Das Atelier von Michael Diller in der Pappelallee

Am Anfang der 1980er Jahre konnte der Grafiker Michael Diller im obersten Stockwerk des Hauses Pappelallee 85 eine Wohnung beziehen. Das Zentrum der Räume war ein nach Norden und teils zum Himmel…

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Die Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß

Zum Zentrum des unabhängigen Künstlermilieus wurde in den 1980er Jahren die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß in der Schönfließer Straße im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg.

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Die Galerie de LOCH

Die Wohnungsgalerie „de LOCH“ im Hinterhaus der Schönhauser Allee 50 im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg gehörte zu den Spätgründungen der 1980er Jahre.

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Galerie Wohnmaschine

Den Namen für seine Galerie wählte Friedrich Loock sorgfältig aus: „Wohnmaschine“ bezog sich auf Le Corbusiers Architekturtheorie und stand für ein Ausstellungskonzept, das Wohnen, Leben und…

Leipzig

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Die Freiluftgalerie Stötteritz

Im Gartenatelier Günther Huniats, der späteren Freiluftgalerie Stötteritz, fanden die wohl wichtigsten frühen Ansätze für einen nicht-akademischen künstlerischen Ausdruck und seine…

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Der "1. Leipziger Herbstsalon“

Das Monopol der Kulturbürokratie über den öffentlichen Raum in der DDR und auf die Entscheidung darüber, welche Künstler welche Ausstellung an welchem Ort zeigen dürfen, wurde endgültig mit dem…

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Die Hochschule für Grafik und Buchkunst

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig war einerseits das Lehrinstitut des Sozialistischen Realismus und andererseits unmittelbar an der Ausprägung von Gegenentwürfen zu ihren politisch…

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Hans-Joachim Schulze und die "Gruppe 37,2“

Hans-Joachim Schulze gehörte zu den wenigen Künstlern in der DDR, der das intellektuelle Vermögen, die Sprachgewalt und den Mumm hatte, den permanenten Tabubruch der Grenzüberschreitung zwischen…

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Die Galerie Eigen+Art

Von 1985 bis 1990 fanden in der Galerie Eigen+Art in der Fritz-Austel-Straße 31 insgesamt 58 Ausstellungen vor allem junger Leipziger Künstler statt.

Artikel

"Nach Beuys“ – eine Hommage

Der Werkstatt-Zyklus "Nach Beuys“ in der Galerie Eigen+Art wurde als "Maßnahme“ gegen den Versuch verstanden, Beuys "vom Ballast des erweiterten Kunstbegriffs“ zu befreien.

Dresden

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Das Leonhardi Museum

Das Leonhardi-Museum in der Grundstraße 26 im Dresdner Stadtteil Loschwitz gehörte zu den ungewöhnlichsten Foren der Gegenwartskunst in der DDR, weil es ein von Künstlern selbst bestimmtes…

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Die Obergrabenpresse

Eberhard Göschel, Peter Herrmann und A.R. Penck gründeten 1978 die Dresdner Obergrabenpresse als Künstlervereinigung und Druckwerkstatt, Verlag und Galerie.

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Die Hochschule für Bildende Künste Dresden

Die Hochschule für Bildende Künste in Dresden galt bis in die späten 1970er Jahre als Musterlehranstalt des sozialistischen Realismus. Im folgenden Jahrzehnt erneuerten Studenten das Image der…

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Die „Autoperforationsartisten“

Die "Autoperforationsartisten“ mit ihren theatralischen Aktionen der körperlichen Selbstverausgabung waren ohne Zweifel die wirksamste Performancegruppe der 1980er Jahre.

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Das Festival „Intermedia I“ in Coswig

Am ersten Juniwochenende des Jahres 1985 fand in Coswig bei Dresden das erste Intermedia-Festival der DDR mit etwa vierzig Malern, Musikern der Freejazz- und Punkszene, Super-8-Filmern, Performern und…

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Die Galerie Artefakt

Die Gründung der Galerie Artefakt der Brüder Frank und Ralf Lehmann im Jahre 1988 stand in der Dresdner Tradition privater Wohnungsgalerien.

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Die Förstereistraße 2

In der Förstereistraße 2, in der Dresdner Neustadt gelegen, fanden von 1982 bis 1987 in loser Folge Ausstellungen mit Künstlern aus Berlin, Dresden, Erfurt und Karl-Marx-Stadt statt.

Karl-Marx-Stadt

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Die Galerie Oben

Die Galerie Oben – 1973 als selbständige, auch finanziell autonome Einrichtung der Verkaufsgenossenschaft bildender Künstler gegründet – präsentierte bis 1989 nahezu alle wichtigen…

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Die Künstlergruppe "Clara Mosch“

Die Produzentengalerie "Clara Mosch“ sollte der Utopie freien künstlerischen Schaffens jenseits der vorgegebenen Programmatik des Sozialistischen Realismus einen Ort geben.

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Die Pleinairs

Bei den sogenannten Pleinairs in der Tradition der französischen Impressionisten tauschten sich Künstler unter freiem Himmel über experimentelle Kunstformen aus.

Erfurt, Jena, Weimar

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Die Erfurter Ateliergemeinschaft

Die „Erfurter Ateliergemeinschaft“, die 1963 aus einem Treffen befreundeter Künstler hervorging, realisierte von 1964 bis 1974 mit insgesamt 45 Ausstellungen nonkonformer Kunst ein bis dahin in…

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Die Galerie im Flur

Die Galerie im Flur am Anger 41 in Erfurt gilt als die wichtigste Wohnungsgalerie Thüringens Ende der 1970er Jahre. Ihre Schließung war zugleich ein typisches Beispiel für den Umgang des Staates…

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Die Jenaer Hofvernissagen

Die Jenaer Hofvernissagen fanden von 1986 bis 1988 auf einem besetzten Hinterhof statt. Sie ließen Jena zu einem wichtigen Ort der künstlerischen Opposition und Gegenkultur in Thüringen werden.

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Galerie Schwamm in Weimar

Die 1988 gegründete Galerie Schwamm in Weimar wandte sich an Künstler, die aus kulturpolitischen oder ästhetischen Gründen nicht ausstellen durften und aus dem Kulturbetrieb ausgeschlossen waren.