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Urheberrechts-Industrien in Deutschland

Urheberrechts-Industrien in Deutschland

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Zwei Krisen und ein Überflieger: Während der Software-Markt in den letzten Jahren auf fast 16 Milliarden Euro Umsatz 2006 anwuchs, straucheln Zeitungen und Musikbranche.

Fakten

"Zeitungs-Krise", "Kino-Krise", "Zusammenbruch der Musikindustrie": Die Schlagzeilen der letzten Jahre waren voll von Unheilsmeldungen über den Zustand der deutschen Urheberrechtsindustrien im digitalen Zeitalter. Ein Zehnjahres-Rückblick auf die Umsatzentwicklung der verschiedenen Sparten zeigt ein weniger dramatisches Bild – und den großen Gewinner: Die Software-Industrie. Lag deren Umsatz 1996 noch unter dem von Büchern und Zeitungen mit 8,7 Milliarden Euro, führt ernste Software seit 1997 die Statistik an und verzeichnet enorme Zuwächse. 2006 betrug der Umsatz gut 16,9 Milliarden Euro, gegenüber 1996 fast eine Verdopplung.

Auch die Unterhaltungssoftware – Computer- und Videospiele – konnten gut zulegen. Hier stieg der Umsatz mit Software von 874 Mio. Euro 2000 auf 1,1 Milliarden 2006. Analysten sagen voraus, dass Computerspiele absehbar die Phonoindustrie überholen werden. Diese verzeichnete im gleichen Zeitraum tatsächlich einen massiven Einbruch: 2,7 Milliarden betrug der Umsatz 1997, 2006 waren es nur noch 1,7 Milliarden, gut eine Milliarde weniger.

Einen wirklichen Einbruch erlebte auch die einstmals größte Urheberbranche, die Zeitungen. Stieg der Umsatz von 1997 bis 2000 noch um gut 1,4 auf zuletzt 10,7 Milliarden Euro, folgte ein rasanter Fall auf den bisherigen Tiefstand 2003 mit 8,9 Milliarden Euro. Bis 2006 konnte sich der Markt leicht auf 9,1 Milliarden erholen. Grund sind insbesondere die geringeren Einnahmen aus Kleinanzeigen und Werbung, die zu großen Teilen ins Internet ausgewandert sind.

Die Filmbranche konnte bis 2004 eine kontinuierliche Steigerung ausweisen: Von von 1,5 Milliarden Euro Umsatz 1997 stieg der Umsatz auf den vorläufigen Höchststand von 2,4 Milliarden, um danach leicht um 200 Mio. Euro bis 2006 zu fallen. Interessant ist hier vor allem die Umverteilung der Umsätze von Kino-Vorführungen auf Home-Video, also Videos und DVDs: 1999 wurden rund 51 Prozent (860 Mio. Euro) des Gesamtumsatzes mit Heimvideo gemacht, davon entfielen 42 Mio. auf DVDs. 2006 machte Heimvideo 66 Prozent des Gesamtumsatzes aus – knapp 1,6 Milliarden Euro, der größte Teil davon aus DVDs. Entgegen Befürchtungen hat sich der Umsatz in der Kinobranche jedoch wieder erholt. Nach den Top-Jahren 2001 und 2002 mit nahezu einer Milliarde Umsatz fiel der Umsatz zwar 2005 auf 745 Mio. Euro, stabilisierte sich 2006 jedoch bei 814 Mio.

Der Buchmarkt schließlich blieb im Zehnjahresvergleich weitgehend konstant, ja konnte den Jahresumsatz von 8,8 Milliarden Euro 1996 auf knapp 9,3 Milliarden 2006 sogar leicht steigern.

Datenquellen



Bundesverband audiovisuelle Medien (BVV), Jahreswirtschaftsbericht 2001 und 2006. Auf: Externer Link: www.bvv-medien.de

Bundesverband Musikindustrie (IFPI): Jahreswirtschaftsbericht 2006. Auf: Externer Link: www.musikindustrie.de

Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Schriftliche Auskunft der Pressestelle, 07.11.2007. Auf: Externer Link: www.boersenverein.de

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV): Schriftliche Auskunft der Pressestelle, 07.11.2007 Auf: Externer Link: www.bdzv.de

Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU): Marktzahlen 2006. Externer Link: www.biu-online.de

Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom): ITK-Marktzahlen Herbst 2007. Auf: Externer Link: www.bitkom.de