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Chronik: 2. bis 10. März 2022 | Selenskyjs vs. Putins Rhetorik / Gesellschaftlicher Widerstand / Deutschlands Blick auf die Ukraine / Selenskyjs Erfolge / Ukrainische Verhandlungsposition / Russische Kriegsverbrechen | bpb.de

Selenskyjs vs. Putins Rhetorik / Gesellschaftlicher Widerstand / Deutschlands Blick auf die Ukraine / Selenskyjs Erfolge / Ukrainische Verhandlungsposition / Russische Kriegsverbrechen (11.04.2022) Analyse: Zweierlei Spiegelungen. Putins und Selenskyjs rhetorische Strategien Analyse: Was mobilisiert den ukrainischen Widerstand? Analyse: Deutschland, die Ukraine, Russland und das Erbe des deutschen Kolonialismus in Osteuropa Analyse: Herausragende Leistung: Selenskyj als Präsident der geeinten Ukraine dekoder: Neutrale Ukraine – ein Ausweg aus dem Krieg? Dokumentation: Human Rights Watch: Ukraine: Apparent War Crimes in Russia-Controlled Areas Chronik: 2. bis 10. März 2022

Chronik: 2. bis 10. März 2022 Ukraine-Analysen Nr. 266

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Die Ereignisse vom 2. bis 10. März 2022 in der Chronik.

Chronik: 02. – 10. März 2022

DatumEreignis
02.03.2022 Die UN-Vollversammlung verurteilt mit großer Mehrheit den russischen Angriff auf die Ukraine. 141 Mitgliedsstaaten sprechen sich gegen den Krieg aus und fordern den Abzug russischer Truppen aus der Ukraine. 35 Länder, darunter China, enthalten sich. Nur fünf Länder, darunter Russland, Belarus und Syrien, stimmen dagegen.
02.03.2022 Russische Truppen bringen die Stadt Cherson im Süden der Ukraine unter ihre Kontrolle und besetzen das lokale Regierungsgebäude, berichtet der Bürgermeister der Stadt, Ihor Kolichajew. Auch im Umland der Hauptstadt Kyjiw gibt es heftige Gefechte, die Stadt bleibt jedoch weiterhin unter ukrainischer Kontrolle. In Kyjiw sind heftige Detonationen von Raketenangriffen zu hören. Im ostukrainischen Charkiw werden durch die russischen Angriffe mindestens drei Schulen zerstört. Ein ukrainisches Mitglied der OSZE-Sonderbeobachtermission in der Ukraine kommt bei einem weiteren Angriff in Charkiw ums Leben.
02.03.2022 Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation teilt erstmals Verluste des eigenen Militärs mit: Laut offiziellen Angaben sind bisher 498 russische Soldaten getötet worden, weitere 1.597 wurden verletzt. Laut Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind die russischen Verluste weitaus höher: etwa 5.840 russische Soldaten sollen bisher ums Leben gekommen sein.
02.03.2022 Die Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen in der Ukraine teilt mit, dass es seit Beginn der russischen Invasion 752 zivile Todesopfer gegeben habe. Vermutlich sei diese Zahl weitaus höher, da eine genaue Erfassung aufgrund der anhaltenden Kampfhandlungen schwierig sei.
03.03.2022 Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag leitet eine Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen in der Ukraine ein. Die Ermittlung umfasst den Zeitraum seit 2013 und schließt auch die Zeit seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar 2022 mit ein. Das Gericht befasst sich mit möglichen Verbrechen aller Konfliktparteien.
03.03.2022 In der Oblast Brest in Belarus treffen sich die ukrainische und die russische Delegation zur zweiten Gesprächsrunde seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022. Die Kriegsparteien einigen sich nicht auf eine Waffenruhe, jedoch auf die Schaffung humanitärer Korridore zur Evakuierung aus besonders umkämpften Gebieten. Ein weiteres Treffen soll "in kürzester Zeit" stattfinden, so der Vertreter der ukrainischen Delegation, Mychajlo Podoljak.
03.03.2022 Russische Streitkräfte beschießen in der Nacht das größte Kernkraftwerk Europas nahe der südukrainischen Stadt Saporischschja. Ein Feuer, das durch den Beschuss ausbricht, wird am frühen Morgen wieder gelöscht. Die Internationale Atomenergiebehörde registriert keine erhöhte Strahlung. Zuvor waren russische Panzer und Infanterie in die Stadt Enerhodar neben dem Kraftwerk eingedrungen. Der Bürgermeister der Stadt, Dmytro Orlow, berichtet außerdem von heftigen Kämpfen zwischen russischen und ukrainischen Soldaten in der Region. Auch aus den Regionen Sumy und Tschernihiw werden heftige Gefechte gemeldet, wobei die Stadt Ochtyrka, in der knapp 50.000 Einwohner:innen leben, von der Versorgung mit Wasser, Heizung und Strom abgeschnitten wurde.
03.03.2022 Laut dem US-Verteidigungsministerium befinden sich bereits 90 Prozent der von Russland für die Invasion eingeplanten Einheiten in der Ukraine. "Russland bewege sich auf sein ultimatives Ziel zu, die Übernahme von Kyjiw und des gesamten Landes", so Regierungssprecherin Jen Psaki.
03.03.2022 In einer Pressekonferenz für ausländische Medien bittet Präsident Wolodymyr Selenskyj die NATO, den Luftraum über der Ukraine zu schließen, und fordert: "Wenn ihr nicht die Kraft habt, den Himmel zu schließen, dann gebt uns Flugzeuge." Am gleichen Tag ruft auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in einem Appell auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, der Ukraine Flugzeuge zur Verteidigung gegen die russischen Angriffe bereitzustellen: "Wie können Sie schlafen, wenn Bomben auf ukrainische Kinder in Mariupol, Cherson, Charkiw und in anderen Städten fallen?"
03.03.2022 Die EU will der Ukraine weitere 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, kündigt der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Valdis Dombrovskis, an. Bereits im März sollen mindestens 600 Millionen Euro bereitgestellt werden.
03.03.2022 US-Präsident Joe Biden fordert den US-Kongress auf, 10 Milliarden US-Dollar für die Ukraine zu bewilligen. Das Geld soll die sich abzeichnende humanitäre Krise bewältigen und die Verteidigungskapazitäten der Ukraine stärken, berichtet die Washington Post.
04.03.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert die ablehnende Haltung der NATO, eine Flugverbotszone in der Ukraine einzurichten. Die NATO verweigert diese mit der Begründung, dies könnte das Verteidigungsbündnis in den Krieg hineinziehen.
04.03.2022 Der UN-Menschenrechtsrat beschließt, Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine zu untersuchen. So berichten z. B. die ukrainischen Streitkräfte, dass Russland in der Stadt Pokrowsk im Gebiet Donezk Streumunition eingesetzt haben soll. Der Einsatz von Streubomben gegen Zivilisten stellt ein Kriegsverbrechen dar. Der Kreml dementiert den Einsatz von Streumunition. In der Stadt Butscha bei Kyjiw sollen russische Soldaten gezielt ein Auto mit Zivilisten beschossen haben. Dabei wurden zwei Insassen getötet, darunter eine 17-jährige Schülerin, vier weitere wurden verletzt.
04.03.2022 Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Bojtschenko, bittet um Hilfe und fordert einen humanitären Korridor. Die Stadt sei eingekesselt und von Heizung, Wasser und Strom abgeschnitten, den Menschen gehen die Lebensmittel und die Medikamente aus, so Bojtschenko: "Wir werden hier zerstört".
05.03.2022 Eine geplante Evakuierung der Zivilbevölkerung aus der Stadt Mariupol wird abgebrochen, da Russland die Stadt und die angrenzenden Gebiete beschießt. Der von der russischen Armee eingekesselten Stadt droht eine humanitäre Katastrophe. In der heftig beschossenen Stadt sollen sich ukrainischen Angaben zufolge noch ca. 400.000 Menschen aufhalten, die nicht fliehen können.
05.03.2022 Laut Angaben der ukrainischen Nationalgarde haben sich seit Kriegsbeginn 100.000 Ukrainer:innen den Territorialen Verteidigungseinheiten angeschlossen.
05.03.2022 Die ukrainische Armee übernimmt wieder die volle Kontrolle über die südukrainische Stadt Mykolajiw, berichtet der Gouverneur der Region, Witalij Kim.
05.03.2022 Laut Berichten des Wall Street Journals überlegen Polen und die USA, dass Polen der Ukraine Kampfjets zur Verfügung stellt und im Gegenzug amerikanische F-16-Kampfjets erhält.
05.03.2022 EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilt mit, dass die "Flüchtlinge aus der Ukraine unsere Solidarität und Unterstützung verdienen, und das gilt auch für die Länder, die sie aufnehmen". Die EU stellt 500 Mio. Euro für die Flüchtlingshilfe bereit. Der US-Außenminister Anthony Blinken erklärt bei seinem Besuch in Polen, dass die USA zusätzliche humanitäre Hilfe im Umfang von 2,75 Mrd. US-Dollar zur Verfügung stellen werden und damit auch die Länder unterstützt werden sollen, die Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen.
06.03.2022 Einem hochrangigen US-Verteidigungsbeamten zufolge hat Russland bereits 600 Raketen auf die Ukraine abgefeuert und 95 Prozent seiner für die Invasion bereitgestellten Truppen in der Ukraine stationiert. Die Kämpfe in und um Cherson, Mykolajiw, Kiew, Mariupol, Tschernihiw und Charkiw dauern an. Die russischen Vorstöße sollen aufgrund des starken ukrainischen Widerstands jedoch erheblich verlangsamt worden sein, so der US-Militär. Auch der britische Geheimdienst berichtet, dass Russland in den letzten zwei Tagen keine nennenswerten Gewinne erzielt habe.
06.03.2022 In Irpin bei Kyjiw sollen 8 Zivilist:innen bei der Evakuierung aus der Stadt erschossen worden sein, darunter zwei Kinder, berichtet der Bürgermeister der Stadt, Oleksandr Markuschin.
07.03.2022 Die dritte Gesprächsrunde zwischen der Ukraine und Russland endet ergebnislos, die Parteien einigen sich auf weitere Gespräche.
07.03.2022 Laut Angaben des US-Militärs soll Russland nun nahezu 100 Prozent der zuvor an den Grenzen zur Ukraine stationierten Truppen im Einsatz in der Ukraine haben.
07.03.2022 Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde teilt mit, dass in Charkiw eine nukleare Forschungseinrichtung beschossen worden sei. Es sei jedoch keine Strahlung ausgetreten.
07.03.2022 Der ukrainische Minister für Infrastruktur, Oleksandr Kubrakow, berichtet, dass die bisherigen Kriegsschäden der ukrainischen Verkehrsinfrastruktur sich auf 10 Milliarden Dollar belaufen. Er schätzt, dass die meisten Schäden innerhalb eines Jahres behoben werden können, die komplexesten in "höchstens zwei Jahren".
07.03.2022 Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hält eine erste Anhörung im Fall "Die Ukraine gegen die Russische Föderation". Die Ukraine hatte am 26. Februar, zwei Tage nach Beginn der russischen Invasion, ein Verfahren auf Grundlage der "Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes" beantragt. Russland lehnt eine Teilnahme am Verfahren ab.
08.03.2022 Per Videokonferenz hält Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Rede vor dem britischen Parlament und sagt: "Wir werden nicht aufgeben und wir werden nicht verlieren". Er fordert vom Parlament weitere Sanktionsmaßnahmen gegen Russland und die Einrichtung einer Flugverbotszone.
08.03.2022 Der Gouverneur der Region Sumy, Dmytro Schywyzkyj, teilt mit, dass 5.000 Menschen aus der Stadt Sumy in die Region Poltawa evakuiert werden konnten. Für den nächsten Tag sei ein weiterer humanitärer Korridor zur Evakuierung geplant. In der Nacht gab es schwere Luftangriffe auf die Stadt, wobei 22 Menschen getötet wurden, darunter drei Kinder, so Schywyzkyj.
08.03.2022 Nach Angaben von Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko hat das russische Militär 61 ukrainische Krankenhäuser angegriffen und dabei Gebäude und medizinische Ausrüstung zerstört.
09.03.2022 Im türkischen Antalya treffen der ukrainische Außenminister, Dmytro Kuleba, und sein russischer Amtskollege, Dmitri Lawrow, erstmals zu hochrangigen Gesprächen seit Russlands Angriff auf die Ukraine zusammen. Die Türkei, die zu beiden Staaten enge Beziehungen unterhält, hatte sich zuvor als Vermittler angeboten. Das Treffen endet ergebnislos, weil nach Angaben Kulebas Russland keinen Frieden wolle, sondern eine Kapitulation der Ukraine.
09.03.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj teil der BILD mit, dass der Krieg nur durch direkte Gespräche zwischen ihm und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beendet werden könne. Aktuell gebe es jedoch, trotz mehrfacher Aufforderung von Selenskyj, keine direkten Gespräche mit Putin.
09.03.2022 Der Stabschef des ukrainischen Präsidenten, Andrij Jermak, teilt mit, dass die Ukraine eine Website (https://humanrights.gov.ua/) bereitgestellt habe, wo Menschenrechtsverstöße und Kriegsverbrechen durch die russische Armee dokumentiert würden. Die gesammelten Informationen sollen dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und dem Internationalen Gerichtshof als Beweismittel zur Verfügung gestellt werden.
09.03.2022 Die USA lehnen das Angebot Polens zur Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine ab. Polen hatte angeboten, seine MiG-29-Kampfjets auf einen US-Stützpunkt in Deutschland zu verlegen, von wo aus sie der ukrainischen Luftwaffe übergeben werden sollten. Im Gegenzug sollte Polen amerikanische Kampfjets erhalten. Das US-Verteidigungsministerium ist jedoch der Auffassung, dass dieser Schritt von Russland als eskalierend angesehen werden könnte.
09.03.2022 Britische und US-amerikanische Geheimdienste befürchten, dass Russland in der Ukraine chemische oder biologische Waffen einsetzen könnte. Russland wirft der Ukraine vor, an solchen Waffen zu arbeiten.
09.03.2022 Laut ukrainischen Angaben hat Russland seit Beginn des Krieges in der Ukraine vor zwei Wochen bereits 56 Flugzeuge und 82 Helikopter verloren. Angaben über eigene Verluste werden nicht gemacht.
09.03.2022 In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol, die von der russischen Armee belagert wird, wird bei einem Luftangriff eine Entbindungsklinik getroffen. Mindestens drei Menschen sterben, 17 werden verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland daraufhin Völkermord vor: "Der Abwurf einer Bombe auf ein Entbindungskrankenhaus ist der ultimative Beweis dafür, dass es sich um einen Genozid an den Ukrainern handelt".
09.03.2022 UNICEF berichtet, dass seit Ausbruch des Krieges mehr als eine Million Kinder die Ukraine verlassen haben. Laut UN sind in der Ukraine bisher mehr als 500 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter 37 Kinder. Die tatsächlichen Opferzahlen seien vermutlich weitaus höher, so die UN.
09.03.2022 Der Internationale Währungsfonds bewilligt der Ukraine eine Notfinanzierung von 1,4 Mrd. US-Dollar. Die Mittel sollen den dringenden Finanzierungsbedarf decken und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges abmildern.
09.03.2022 Das US-Repräsentantenhaus verabschiedet ein Haushaltsgesetz, das 13,6 Milliarden US-Dollar Hilfen für die Ukraine bereitstellt. Die Mitglieder des US-Repräsentantenhauses haben damit die ursprünglich von US-Präsident Joe Biden geforderten 10 Mrd. US-Dollar Soforthilfe für die Ukraine sogar noch aufgestockt. Das US-Verteidigungsministerium erhält 6,5 Mrd. US-Dollar für militärische Unterstützung der Ukraine, weitere 6,6 Mrd. US-Dollar werden für humanitäre und wirtschaftliche Hilfen bereitgestellt.
09.03.2022 Das französische Außenministerium teilt mit, der Ukraine und ihren Nachbarstaaten 100 Millionen Euro und 100 Tonnen an Hilfsgütern zur Verfügung zu stellen, um die vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen zu unterstützen.
09.03.2022 In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, dass er die nuklearen Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putins für einen Bluff hält: "Ich denke, die Drohung mit einem Atomkrieg ist ein Bluff. Es ist eine Sache, ein Mörder zu sein. Ein Selbstmörder ist eine andere Sache. Jeder Einsatz von Atomwaffen bedeutet das Ende für alle Beteiligten – nicht nur für die Person, die sie benutzt. Putins Drohung zeigt vielmehr eine Schwäche. Man droht mit Atomwaffen nur dann, wenn alles andere nicht funktioniert."
10.03.2022 In der südukrainischen Hafenstadt Mariupol verschärft sich die humanitäre Katastrophe: Den sechsten Tag infolge konnten keine humanitären Hilfsgüter in die belagerte Stadt gebracht werden, wie Bürgermeister Wadym Bojtschenko berichtet. Auch die Evakuierung der Zivilbevölkerung ist aufgrund des anhaltenden Beschusses erneut gescheitert.
10.03.2022 Der 64 km lange russische Militärkonvoi in der Nähe von Kyjiw hat sich nach neuesten Satellitenbildern weitgehend aufgelöst. Teile des Konvois sollen sich in Wäldern neu positioniert haben, andere wurden in Wohngebieten gesichtet. Am 28. Februar waren Satellitenbilder aufgetaucht, die den riesigen Konvoi zeigten, wie er sich von Norden her in Richtung der Hauptstadt Kyjiw zubewegte.
10.03.2022 Die russische Armee hat seit Beginn des Krieges mehr als 280 Schulen beschossen, erklärt der ukrainische Minister für Bildung und Wissenschaft, Serhij Schkarlet.
10.03.2022 Laut Iryna Wereschtschuk, Ministerin für die Wiedereingliederung der temporär besetzten Gebiete, konnten innerhalb der letzten zwei Tage mehr als 80.000 Zivilisten aus den Oblasten Sumy und Kiew evakuiert werden. Aus Sumy und den benachbarten Orten Trostjanez und Krasnopillja konnten 60.000 Menschen evakuiert werden, aus Butscha, Hostomel, Irpin und Worschel bei Kyjiw 20.000 Menschen. Die Kyjiwer Vororte zählen aktuell zu den am stärksten umkämpften Gebieten in der Ukraine. Die Hauptstadt Kyjiw soll nach Angaben des Bürgermeisters Witalij Klytschko seit Kriegsausbruch mehr als die Hälfte der Bevölkerung verlassen haben.
10.03.2022 Aus mehreren Gebieten der Ukraine wird gemeldet, dass russische Militärangehörige gezielt Zivilisten beschossen haben sollen. So soll in Makariw in der Kyjiwer Oblast ein Auto mit zwei Insassen beschossen worden sein, die beide ums Leben kamen. In dem Dorf Dariwka in der Region Cherson soll ebenfalls ein Auto beschossen worden sein, wodurch das Auto in Flammen aufging und die Fahrerin verbannte.
10.03.2022 Die USA lehnen die Lieferung des Patriot-Luftabwehrsystems an die Ukraine ab. Zu deren Nutzung würden US-Soldaten benötigt, deren Teilnahme am Kriegsgeschehen die US-Regierung jedoch strikt ablehnt.
10.03.2022 Bei einem Treffen in Brüssel verurteilen die Staats- und Regierungschefs der EU das "unsägliche Leid", das Russland über die Ukraine gebracht hat und erklären, dass sie "die Ukraine nicht allein lassen werden". Die EU-Bestrebungen der Ukraine werden zwar anerkannt, einen schnellen EU-Beitritt des Landes, wie von der Ukraine gefordert, werde es jedoch nicht geben, heißt es in der gemeinsamen Abschlusserklärung.

Die Chronik wird zeitnah erstellt und basiert ausschließlich auf im Internet frei zugänglichen Quellen. Die Redaktion bemüht sich, bei jeder Meldung die ursprüngliche Quelle eindeutig zu nennen. Aufgrund der großen Zahl von manipulierten und falschen Meldungen kann die Redaktion der Ukraine-Analysen keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernehmen.

Zusammengestellt von Dr. Eduard Klein

Sie können die gesamte Chronik seit Februar 2006 auch auf Externer Link: http://www.laender-analysen.de/ukraine/ unter dem Link "Chronik" lesen.

Fussnoten

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