WS 34: Ungleich – aber WER ist gleich?

Beschreibung


Die Frage nach Ungleichheiten in der Demokratie generell und besonders in der politischen Bildung ist nicht ohne die Frage nach der Gleichheit, dem Status quo, den "Gleichen" zu beantworten. Wenn Demokratie in Frage gestellt wird, also etwa, wer sich wie wo einbringen kann und repräsentiert ist, bietet es sich an, den Begriff und das Konzept der sozialen Diversität heranzuziehen, um "blinde Flecken" zu identifizieren, Ungleichheit aufzuwerten aber Ungleichbehandlung zu unterbrechen.
Was hat das mit dem Individuum und mit mir selbst zu tun? Pierre Bourdieu sagt vereinfacht, dass wir die mögen, die uns ähnlich sind, und die meiden, die es nicht sind. Dabei können wir uns aber in sehr vielen Merkmalen ähnlich sein oder unterscheiden. Welche Merkmale sind also bezeichnend und identitätsstiftend? Und sind diese in verschiedenen Situationen die gleichen? Welche Merkmale nehmen wir an anderen wahr und wie sind dadurch die Schubladen beschriftet, in die wir sie stecken, bevor wir sie wirklich kennen?
Dabei sind Kategorien, denen wir unfreiwillig angehören und nicht entkommen können, zentral für Teilhabe und Anerkennung: etwa Geschlecht, Alter, soziale Herkunft, sexuelle Orientierung, körperliche und geistige Verfasstheit etc. Wen möchten wir gerne in welchen Programmen haben? Wen haben wir nie vermisst? Wen kennen wir überhaupt nicht? Welche Einflüsse hat das auf die politische Bildungsarbeit, die wir leisten?

Sich über die eigene Biografie, das eigene soziale Umfeld und die eigenen (gelebten und behaupteten) Werte klar zu werden, hilft, die Gestaltung von Bildungsprogrammen, Trainings, Freizeiten, Tagungshäusern, Ausschreibungen und vielem mehr besser auf Zugänglichkeit für bestimmte Gruppen und die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse zu überprüfen.

Dieser Workshop führt auf spielerische Weise in die Wirkung sozialer Wahrnehmungsfilter ein, hilft, eigene blinde Flecken zu entdecken und macht Lust auf Veränderung.

Institution/Referent


totter.eu
Eike Totter

Zeit/Ort


20.03.
14.30-16.30 Uhr

Format


Nonformales Setting mit Impulsinput, Übung, Diskussion


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