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Prostitution

19.2.2013 | Von:
Udo Gerheim

Motive der männlichen Nachfrage nach käuflichem Sex

Untersuchungsgegenstand

Um im Folgenden näher zu bestimmen, mit welchen Handlungsmotiven Männer sich dem Prostitutionsfeld annähern, ist es in einem ersten Schritt notwendig zu definieren, was hierunter genau zu verstehen und wie weit das Phänomen empirisch verbreitet ist.[11] Der Prostitutionsakt ist im Kern als eine geldbasierte soziale Beziehung zwischen einem Prostitutionskunden beziehungsweise Freier und einer Sexarbeiterin zu charakterisieren. Die gekauften sexuellen Akte und Handlungen sind in der Regel preislich eindeutig fixiert und werden im Vorhinein von den Vertragsparteien ausgehandelt und festgelegt. Bestimmend ist hierin, dass nicht der Körper oder gar die Frau als Totalität gekauft wird, sondern eine sexuelle Dienstleistung, wie Girtler es treffend formuliert: "Das zu erwartende Einkommen bestimmt den Strich; der Warencharakter der Sexualität veranlaßt also Frauen sich zu prostituieren. Prinzipien der Konkurrenz und des Warenverkehrs regieren genauso am Strich wie am Arbeitsmarkt, die Mittel, deren sich Prostituierte und Zuhälter bedienen, sind jedoch andere. (…) Die Frau verkauft ihre Ware Sexualität, nicht jedoch sich selbst (…), um einen angestrebten Lebensstandard o.ä. erkaufen zu können."[12]

Der Dienstleistungscharakter erweist sich darin, dass von der Sexarbeiterin ein auf die sexuellen und sozialen Wünsche und Fantasien des jeweiligen Prostitutionskunden abgestimmtes Schauspiel inszeniert wird, unter Einsatz des Körpers als Ressource zur Konstruktion dieser sexuellen und emotionalen Illusion. Haben die Vertragsparteien "Kunde" und "Sexarbeiterin" den Kaufvertrag abgeschlossen, erwirbt der Käufer de jure – für einen begrenzten Zeitraum und in abgesteckten Grenzen – das aktive Zugriffsrecht und die Verfügungsgewalt über den Körper der Sexarbeiterin. Die Entfremdungslogik, wie sie für unselbstständige Arbeit in kapitalistischen Produktions- und Tauschverhältnissen bestimmend ist, trifft auch hier den Punkt: "The essence of the prostitution contract is that the prostitute agrees in exchange for money or another benefit, not to use her personal desire or erotic interests as the determing criteria for her sexual interaction".[13]

Die Mikrophysik der Macht in der Interaktion zwischen Freier und Sexarbeiterin hängt stark von den handlungsleitenden Motivstrukturen der Freier ab (dem Wunsch nach emotionaler Nähe, "reinem" Sex oder dem Wunsch, gewaltvolle, frauenverachtende Anteile auszuleben). Zugleich spielt eine Rolle, welches Bild Freier von Sexarbeiterinnen internalisiert haben (beispielsweise respektvoll, bewundernd, neutral, herablassend, verachtend, hassend) und welche Macht-Ressourcen Sexarbeiterinnen ihrerseits mobilisieren können. Letzteres korreliert wiederum mit der sozialen, emotionalen und ökonomischen Lebens- und Arbeitssituation der jeweiligen Sexarbeiterin (Berufserfahrung, Menschenkenntnis, Selbstbewusstsein, körperliche Verfassung, Arbeitsbedingungen und Prostitutionssegment, Aufenthaltsstatus und weiteres). Der Kontrakt, in den beide Parteien eingewilligt haben, kann aber auch durch patriarchale Macht- und Gewaltmittel unterwandert oder außer Kraft gesetzt werden, beispielsweise in Form sexueller Versklavung von (migrantischen) Frauen, durch Lohnraub, Demütigungen, Zwang zu ungewollten Sexualpraktiken, durch physische und sexuelle Gewaltanwendung sowie mittels Vergewaltigungen durch Freier oder männliche Milieuangehörige.

Auf struktureller Ebene weist die Prostitution mit ihrer stabilen geschlechtsspezifischen und geschlechtshierarchischen Arbeitsteilung einen patriarchalen oder sexistischen Charakter auf, in der ein weibliches Angebot einer männlichen Nachfrage epochenübergreifend gegenübersteht. Auf der Mikroebene (der Macht) differenziert sich dieses Muster jedoch situations- und feldspezifisch aus. Eine klare Täter-Opfer Zuweisung mit einem männlichen Täter (Kollektiv) und einem weiblichen Opfer (Kollektiv) beziehungsweise einer klaren Oben-Unten Klassifikation, beschreibt die empirische Realität daher nur unzureichend. Ein Ansatz, um diese zum Teil extrem festgefahrene Debatte um Prostitution und die männliche Nachfrage nach Kaufsex voranzubringen, besteht meines Erachtens darin, die Macht konsequent vom sozialen Feld aus zu denken und empirisch zu bestimmen.[14]

Zahlen und Fakten

Für die Bundesrepublik liegen aktuell keine validen Daten bezüglich der Grundgesamtheit der männlichen Nachfrageseite vor. Viele Zahlen sind Schätzwerte oder basieren auf Hochrechnungen anderer Studien, die zum Teil mit Daten aus den 1980er Jahren operieren, wie auch das wissenschaftlich und medial breitrezipierte "Dreigespann" von 1.200.000 Kundenkontakten pro Tag und 400.000 Sexarbeiterinnen bei 14,5 Milliarden Euro Jahresumsatz im Prostitutionsfeld.[15] Die einzige quantitativ-empirisch operierende bundesdeutsche Untersuchung von Dieter Kleiber und Doris Velten aus dem Jahr 1994 geht von 18 Prozent dauerhaft aktiven Prostitutionskunden (zum damaligen Zeitpunkt) aus.[16] Wissenschaftlich gesichert gilt hingegen die Jedermann-Hypothese,[17] die besagt, dass zur Kategorie der Prostitutionskunden "Männer aller Altersklassen (15–74), jedes Familienstandes, jedes Bildungsniveaus, verschiedenster Tätigkeits-, Berufs- und Einkommensgruppen"[18] zu zählen sind, die sich auch hinsichtlich psychischer und gewaltbezogener Parameter nicht wesentlich von der durchschnittlichen männlichen Gesamtbevölkerung unterscheiden.[19]

Feld, Motive und soziale Praxis

Selbst wenn die Zahl von 18 Prozent aktiven Prostitutionskunden nur einen Annäherungswert darstellt, kann daraus geschlossen werden, dass nur ein geringer Teil des männlichen Kollektivs käuflichen Sex regelmäßig nachfragt. Es ist daher erklärungsbedürftig, warum nur ein Teil der Männer die Motivation entwickelt, in das Prostitutionsfeld "eintauchen" zu wollen beziehungsweise – eine weitere Teilgruppe – langfristig darin sexuell aktiv ist.[20] Wie kommen also die Männer ins Feld, wie verläuft der Feldeinstieg und was bewirkt die Transformation hin zu einer stabilen, dauerhaften Nachfragepraxis?

Grundlegende Voraussetzung für einen initialen Prostitutionsbesuch stellen drei relativ "triviale" Begründungsmuster dar: Zeit, Geld und Infrastruktur. Die Zeitdimension ist dabei insbesondere für Freier in einer Paarbeziehung von großer Bedeutung, sofern wir der These folgen, dass die Mehrheit dieser Männer ihre Prostitutionsaktivitäten vor ihrer Partnerin verheimlicht. Die emotionale Energie (etwa Scham- und Schuldgefühle, Angst vor Entdeckung, Angst vor Beziehungsende), die der Besuch einer Prostituierten die Freier kostet sowie der organisatorische Aufwand, um das Lügengebäude zu etablieren und aufrechtzuerhalten, kann sehr belastend sein. Die finanzielle Dimension wird von drei sich wechselseitig bedingenden Faktoren bestimmt: erstens vom aktuellen Preisniveau im Prostitutionsfeld, zweitens von den finanziellen Ressourcen der Männer sowie drittens von der individuellen Nachfragedynamik der Männer. Das Preisniveau im Prostitutionsfeld folgt hierin der allgemeinen Logik hierarchisierter Märkte. Im untersten Prostitutionssegment, dem Drogenstrich, auf dem Frauen mit der geringsten Marktmacht arbeiten, sind aktuell Preise von 10 bis 20 Euro für Oralverkehr, 20 bis 30 Euro für Geschlechtsverkehr und 40 bis 60 Euro für Analverkehr durchaus üblich.[21] Der sexuellen und ökonomischen Ausbeutung dieser Frauen durch Freier sind damit Tür und Tor geöffnet. Im mittleren Segment der Laufhäuser, Bordelle und Wohnungsprostitution werden etwa 50 Euro für eine halbe und 100 Euro für eine volle Stunde als Preis veranschlagt. Üblicherweise sind hierin Oral- und Geschlechtsverkehr enthalten; Extras müssen zusätzlich bezahlt werden. Im Hochpreissegment – BDSM[22]-Studios, exklusive Clubs oder die Escort-Prostitution – hat sich eine nach oben hin offene Preisskala etabliert, beginnend mit 150 Euro bis hin zu 300 Euro pro Stunde oder gar 5.100 Euro für eine ganze Woche.[23] Welches Segment die Freier wählen, hängt neben ihren persönlichen und sexuellen Präferenzen auch von ihren finanziellen Ressourcen ab.[24] Der Zugang zu einer prostitutiven Infrastruktur ist eine logische Bedingung für einen Prostitutionsbesuch. In der Bundesrepublik ist dies aus Sicht der Freier mehr als gegeben: die Ausübung der Prostitution ist weitgehend legalisiert, wenn auch reguliert und reglementiert, die Nachfrage nach käuflichem Sex ist nicht kriminalisiert, wie beispielsweise in Schweden oder den USA und die prostitutive Infrastruktur ist bis in ländliche Gebiete hinein sehr gut ausgebaut, so dass für potenzielle Freier auf dieser Ebene grundsätzlich keine Zugangshürden zum Feld existieren.[25]

Die sozialen Settings der Einstiegsphase – Einzel- oder Gruppenbesuch – sind stark an die konkreten Motivmuster des Erstbesuchs gekoppelt. Wer aus einer krisenbeladenen, kompensatorischen Motivation heraus eine Sexarbeiterin aufsucht (beispielsweise aufgrund einer als beschämend empfundenen Partnerinnenlosigkeit), wird dies selten zu einem Gruppenevent ausweiten wollen. Im Gegensatz hierzu existieren geplante wie auch ungeplante Gruppenbesuche im Rahmen männlicher Freizeitaktivitäten, wie Vatertags-, Betriebs- oder Vereinsausflüge, Stadionbesuche, inklusive eines gezielt organisierten Prostitutionstourismus. Beruflich-geschäftliche Settings, wie Messe- oder Konferenzbesuche, Dienstreisen, Geschäftsabschlussfeiern, Montageaufenthalte, Auslandsaufenthalte oder gemeinsame Freigänge Militärangehöriger können ebenfalls hierunter subsumiert werden. Für alle Einstiegssettings kann abschließend festgestellt werden, dass die enthemmende Wirkung von Alkohol eine Katalysatorfunktion hinsichtlich der Prostitutionsnachfrage darstellen kann, ebenso wie die selbstreferenziell-legitimatorische Funktion der Gruppe, wobei sich die Gruppenmitglieder wechselseitig die soziale und moralische Legitimität ihres Tuns spiegeln und so die Zugangshürden zum Feld deutlich herabgesetzt werden.

Was also, um zum Kern des Geschehens zu kommen, motiviert einen Teil des männlichen Kollektivs, Frauen aufzusuchen, um sie für Sex zu bezahlen? Grundlegend können empirisch vier generalisierte Motivmuster bestimmt werden: die sexuelle Motivdimension, die soziale Motivdimension, die psychische Motivdimension und die subkulturelle Erotisierung des Feldes. Die sexuelle Dimension erweist sich empirisch als wichtigstes Motivmuster der heterosexuellen Prostitutionsnachfrage. Diese umfasst sämtliche körperlichen, erotischen beziehungsweise sexuellen Bedürfnisse. Die soziale Motivebene weist eine Zweiteilung auf. Zum einen umfasst sie kommunikativ-emotionale Bedürfnismuster, wie beispielsweise den Wunsch nach Nähe, Zärtlichkeit oder einer Gesprächspartnerin ("sich das Herz ausschütten") zum anderen sind hiermit destruktive Motivmuster gemeint, in denen sich männliche Macht-, Gewalt- oder Dominanzmuster zeigen oder sich Frauenhass manifestiert. Die psychische Motivebene bezieht sich auf Motivmuster, die darauf ausgerichtet sind, psychische Spannungszustände wie beispielsweise Scham- und Schuldgefühle, narzisstische Kränkungen, Selbstwertkrisen, Depressionen oder andere missliebige Stimmungslagen wie etwa Langeweile oder Frustration in der Prostitution auszuagieren. Die vierte Ebene generalisierter Motivstrukturen bezieht sich auf die Erotisierung des Prostitutionsfelds als fantastischen sexuellen Ort und antibürgerliche Subkultur. Verbunden wird hiermit die Option einer omnipotenten Befriedigung sexueller Wünsche und Fantasien, die von einigen Probanden mit dem Begriff des "Schlaraffenlandes" assoziiert wird.

Das konkrete Einstiegsszenario in das soziale Feld der Prostitution wird dann durch drei zentrale Strukturmuster bestimmt: Neugierde, Zufall und die strategische Sex-Suche als Ausdruck einer sexualbiografischen Krise. Das Motiv der Neugierde an der Prostitution und käuflicher Sexualität zu Beginn einer Freierkarriere ist im Wesentlichen als Affinität zur subkulturellen Dimension des Prostitutionsfeldes zu deuten und besteht in der vorausgehenden Produktion vielfältiger Gedanken, Gefühle, Fantasien und Begierden in Bezug auf das Prostitutionsfeld. Der Einstieg in das Prostitutionsfeld als nichtwillentlicher beziehungsweise situationsspezifischer Prozess wird im Gegensatz dazu als "außerhalb" der Person liegender Handlungsgrund wahrgenommen. Im zufälligen, nicht-intendierten Zusammentreffen einer Person mit dem Prostitutionsfeld (etwa auf der Straße angesprochen werden, in einer Anbahnungsbar "landen", einem "zufälligen" Internetauftritt folgen) kann sich eine un- oder vorbewusste Affinität zum Prostitutionsfeld ausdrücken. Hiervon abgegrenzt werden muss der Feldeinstieg, der auf eine sexualbiografische Krise oder Ablaufstörung zurückgeführt werden kann. Ausgelöst werden kann diese Krise unter anderem durch fehlende Sexualerfahrung, kommunikative Probleme im Kontakt mit Frauen, eine subjektiv empfundene Unattraktivität, den Verlust der Partnerin, den "quälenden" Wunsch nach sexueller Abwechslung, durch privat unrealisierbare sexuelle Praktiken oder Settings. Die Prostitution nimmt darin eine klassisch (männliche) Kompensationsrolle zur Bewältigung der Krise und zur Abwehr der Beschädigung männlicher Identität ein.

Bleibt die sexuelle Krise bestehen, ergibt sich daraus ein wesentliches Muster der Etablierung einer dauerhaften Nachfrage nach käuflichem Sex. Diese muss aber auch aus der feldimmanenten Logik des Prostitutionsfeldes (Sogeffekte) erklärt werden, beispielsweise aus der spezifischen Faszination, die der Prostitutionssex für die Freier darstellt. Der allzeit mögliche, garantierte und unkomplizierte Zugriff auf jede denkbare Form gewünschter Sexualität – ohne Vorlaufzeit, ohne Beziehungserwartungen, ohne Verantwortungsdruck und mit einem klar definierten Ende – ist dabei als stärkstes Muster zu werten. Diese Sog- beziehungsweise Erregungseffekte des "grenzenlos" konsumierbaren Prostitutionssexes ("Kick", "Rausch", Aufregung) können sich mit zunehmender Feldpraxis aber auch aufbrauchen und in Langweile umschlagen. Eine Strategie der Freier damit umzugehen, liegt in der quantitativen und qualitativen Ausweitung der Nachfragepraxis ("Dosissteigerung").

Ausblick

Der Überblick über den Untersuchungsgegenstand birgt eine erstaunliche Komplexität. Darüberhinaus bleiben viele Fragen offen und bedürfen weiterführender Forschungsbemühungen. Geleistet werden müsste meiner Ansicht nach eine dezidiert historische Analyse des Phänomens (Geschichte der männlichen Prostitutionsnachfrage), eine strukturtheoretische, macht- und herrschaftskritische Einbettung der empirisch erhobenen Motivmuster (beispielsweise im Rahmen der bourdieuschen Feld-Habitus-Theorie), eine weitergehende empirische Analyse von sexualbiografischen Verlaufsmustern der Nachfrageseite sowie der Mikrophysik der Macht in den Interaktionen zwischen Freiern und Sexarbeiterinnen. Auch die zum Teil erbittert geführte und festgefahrene Debatte um Sexarbeit und Prostitution bedarf dringend einer neuer Perspektiven. Aus Sicht des hier vorgestellten Ansatzes, die Macht vom Feld aus zu denken, müsste die Anti-Prostitutionsseite beispielsweise begründen, welche qualitative Differenz – theoretisch und politisch – zwischen der Veräußerung sexueller Dienstleistungen gegen Geld und der Veräußerung von Arbeitskraft in allgemein akzeptierten Erwerbs- und Berufsfeldern gegen Entgelt besteht (sowie vice versa für die Nachfrageseite). Die "gewerkschaftlich" orientierte Pro-Prostitutionsseite müsste – jenseits der berechtigten Forderung nach der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen – begründen, worin der grundlegende emanzipatorische Gehalt der Subsumtion von Sexualität unter das Diktat kapitalistischer Entfremdungslogik besteht. Verkürzt gesprochen kann argumentiert werden, dass erst dadurch der Blick frei werden kann für die Frage nach einer emanzipatorischen Form der gesellschaftlichen Organisation von Sexualität und ökonomischer Reproduktion – jenseits von Macht, Herrschaft und Ausbeutung von Menschen durch Menschen.

Fußnoten

11.
Die Fokussierung des Untersuchungsgegenstands auf die männlich-heterosexuelle Prostitutionsnachfrage – in Abgrenzung zur weiblichen bzw. mann-männlichen – hat drei Gründe: zum einen stellt das männlich-heterosexuelle Nachfragekollektiv die quantitativ größte Gruppe dar, zum zweiten ist die Auswahl forschungspraktisch begründet, hinsichtlich einer inhaltlichen Fokussierung und Vergleichbarkeit der Daten und zum dritten ging es darum, die heterosexuelle 'Normalität', die sich 'traditionell' aus den wissenschaftlichen Diskursen und Analysen heraushalten konnte, einer grundlegenden Untersuchung zu unterziehen.
12.
Roland Girtler, Der Strich. Soziologie eines Milieus, Wien 1994.
13.
Julia O’Connell Davidson 2002, zit. nach: Martin A. Monto, Female Prostitution, Customers and Violence, in: Violence against Women, 10 (2004) 2, S. 160–188, hier: S. 178.
14.
Vertiefend vgl. U. Gerheim (Anm. 1).
15.
Vgl. D. Kleiber/D. Velten (Anm. 8); Richard Reichel/Karin Topper, Prostitution. Der verkannte Wirtschaftsfaktor, in: Aufklärung und Kritik, 10 (2003) Sonderdruck 2, S. 3–29; Emilija Mitrovic/Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (Hrsg.), Arbeitsplatz Prostitution, 2004, online: http://www.arbeitsplatz-prostitution.de/download/StudieInnen.pdf« (7.8.2007); S. Grenz (Anm. 8); Gabriele Goettle, Übermannung. Von den vielerlei Übungen der Frau Ludwig, in: Die Tageszeitung vom 26.6.2006; TAMPEP European Network for HIV/STI Prevention and Health Promotion for Migrant Sex Workers (ed.), TAMPEP VIII, Final Reports, Germany, 2009, online: http://www.amnestyforwomen.de/_notes/FInal%20Report%20TAMPEP%208%20BRD%202009.pdf« (13.1.2010).
16.
Vgl. D. Kleiber/D. Velten (Anm. 8), S. 16.
17.
Vgl. Rosie Campbell, Invisible Men. Making Visible Male Clients of Female Prostitutes in Merseyside, in: James E. Elias et al. (eds.), Prostitution. On whores, hustlers and johns, Amherst–New York 1998, S. 155–171; Ronald Weitzer, Prostitution as a Form of Work, in: Sociology Compass 1 (2007) 1, S. 143–155.
18.
Dieter Kleiber 2004, zit. nach: U. Gerheim (Anm. 1), S. 15.
19.
Zur ausführlichen Diskussion der quantitativen Dimension auf nationaler und internationaler Ebene vgl. ebd., S. 14–17.
20.
Forschungslogisch basiert diese Herangehensweise auf der hier nicht näher ausgeführten Annahme, dass sich die Gruppe mit singulärer Nachfrageerfahrung (ein bis zwei Prostitutionskontakte bezogen auf die Lebensspanne) signifikant von der Gruppe dauerhaft Prostitutionssex nachfragender Männer unterscheidet.
21.
Mündliche Auskunft der Beratungsstelle für drogenabhängige und sich prostituierende Frauen ragazza e.V., Hamburg/St. Georg vom 19.1.2010
22.
Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism.
23.
Vgl. U. Gerheim (Anm. 1), S. 119–123.
24.
Auf die potenzielle Abhängigkeitsdimension der Prostitutionsnachfrage kann hier nicht näher eingegangen werden. Vgl. hierzu U. Gerheim (Anm. 1), S. 258–266.
25.
Vgl. Barbara Kavemann/Heike Rabe (Hrsg.), Das Prostitutionsgesetz. Aktuelle Forschungsergebnisse, Umsetzung und Weiterentwicklung, Opladen 2009.
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