Das Bismarck-Denkmal in Goslar

20.3.2015 | Von:
Andrea Hopp

Warum Bismarck?

Unfreiwillig fortschrittlich

Gleichwohl besteht kein Zweifel daran, dass Probleme wie Lösungen in Deutschland und Europa in diesem Zeitalter des Übergangs mit der Person Bismarcks aufs Engste verknüpft waren. Als historische Leistung bleibt festzuhalten, dass Bismarck in dieser Umbruchphase die Umsicht besaß, auf Kernprobleme mit Initiativen zu reagieren, die weit über seine Zeit hinaus für Politik und Gesellschaft nicht an Bedeutung verloren. Eine "List der Geschichte" ist es indessen, dass er mit eben diesen Maßnahmen konsequent das Ziel verfolgte, das hergebrachte Gesellschaftsideal einer vergangenen Epoche zu bewahren, stattdessen aber – einem "Zauberlehrling" gleich – unbeabsichtigt in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft der Moderne zum Durchbruch verhalf.[14]

Dieses Paradox gilt vor allem für zwei der wichtigsten zukunftsweisenden innenpolitischen Errungenschaften. Zum einen war etwa die Verfassung von 1867/71 sein Werk und sah ein Parlament vor, das auf einem allgemeinen und gleichen (Männer-)Wahlrecht basierte. Vergeblich versprach sich Bismarck davon jedoch nicht zuletzt die Mobilisierung der konservativen, königstreuen Wählerschichten gegen das liberale Bürgertum. Zum anderen sollte die Sozialgesetzgebung mit ihren Facetten einer Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung freilich der "Daseinsvorsorge" dienen – und zwar, was neu war, als Aufgabe des gerade erst geschaffenen bürokratischen Interventionsstaates. Seine Bemühungen, den offensichtlichen Herausforderungen des Zeitalters der Industrialisierung und der Urbanisierung zu begegnen, verband Bismarck jedoch mit dem Ziel, der Sozialdemokratie durch Staatsbindung das Wasser abzugraben. Die dahintersteckenden Polarisierungsabsichten sowie jene, die auch den Kulturkampf gegen den politischen Katholizismus oder das "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" begleiteten, blieben nicht ohne langfristige Nachwirkungen. Noch 1988 betonte der Historiker Lothar Gall, dass all jene, "auf denen der politische Grundkonsens der Bundesrepublik" beruhe – er meinte damals Christdemokraten, Liberale und Sozialdemokraten –, "bei aller gelassenen Distanz nicht vergessen, dass ihre politischen Vorväter Bismarcks ‚Reichsfeinde‘ waren".[15]

Die außenpolitische Bilanz fällt aus heutiger Sicht besser aus, wenn auch nicht in Bezug auf die Reichsgründung "durch Eisen und Blut" infolge dreier Kriege (gegen Dänemark 1864, Österreich 1866 und Frankreich 1870/71), sondern auf die nachfolgende Politik des Maßhaltens und den damit verbundenen Appell an die Solidarität der Mächte für Frieden und Sicherheit in Europa. Dem Historiker Jürgen Osterhammel zufolge sind in allen Zivilisationen die "Stifter und Bewahrer des Friedens" im Urteil der Nachwelt stets Eroberern vorgezogen worden. Doch "wem beides gelang, dem war das höchste Ansehen gewiss: ein Reich erobert und ihm dann Frieden gebracht zu haben."[16] Otto von Bismarck wird – wenn auch nicht als "Eroberer", so doch als "Reichsgründer" – Anspruch auf beides attestiert.

Die "nationalstaatliche Einheit" erreichte er in "einem begrenzten Rahmen", der "für das europäische Umfeld gerade noch verträglich war".[17] Danach erhob er, von Sicherheitsinteressen geleitet, das Prinzip der "Saturiertheit" des kleindeutschen Nationalstaates zum Gebot. Dass er zum selben Zweck auch ein Bündnissystem auf den Weg brachte, für das die Nachbarn Österreich und Russland zentral waren, lag am gestörten Verhältnis zu Frankreich. Sein Ziel war es, einen Zweifrontenkrieg gegen den Nachbarn im Westen und Russland unbedingt zu vermeiden.[18] Dieses Bündnis war indessen, so Lothar Gall, weniger "Krönung souveräner Staatskunst" als ein "System von Aushilfen", das dazu dienen sollte, den cauchemar des coalitions zu bannen – den Albtraum der Koalitionen, der Bismarck nie losließ.[19] Die Notwendigkeit, sich auf diese Weise Bündnispartnerschaften zu sichern, resultierte aus der "halbhegemonialen Stellung" (Ludwig Dehio) des neugegründeten Nationalstaates im damaligen Europa.[20] Weit entfernt von heutigen Vorstellungen europäischer Zusammenarbeit und Gemeinschaft war er Gefährdungen, auch durch Kriege, ausgesetzt, wie man sie unterdessen – eigentlich – überwunden glaubte.

Mythos und Dämon

Was bei seiner Entlassung niemand vermutet hätte: Länger noch als Bismarcks Amtszeit dauerte sein Nachleben als Mythos.[21] Dieses nahm seinen Anfang, als die Absicht des jungen Kaisers Wilhelm II. fehlschlug, "sein eigener Kanzler" zu sein und innen- wie außenpolitisch einen "neuen Kurs" einzuschlagen. Bismarcks Stellenwert als nationale traditions- und legitimationsstiftende Projektionsfläche für ganz unterschiedliche Interessen hat sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein behauptet: während des Ersten Weltkrieges hundert Jahre nach seiner Geburt, auf Kriegsbroschüren als "Eiserner Kanzler" in Kürassieruniform und Held der Einigungskriege; in der Weimarer Republik sowohl als moderater, umsichtiger Friedensbewahrer als auch als Galionsfigur der Republikgegner; und im Nationalsozialismus aufgrund dieser ungebrochenen Anziehungskraft "als Lockvogel für die politische Rechte und für das nationale Bürgertum".[22] Diese politische Vereinnahmung trug ihren Teil zu einer Distanzierung von Bismarck nach 1945 bei. In der Bundesrepublik überwog Zurückhaltung,[23] in der DDR war die Trendwende radikal. Die Auswirkungen lassen sich im geteilten Deutschland an zwei zentralen mit Bismarck verbundenen Erinnerungsorten aufzeigen: an seinem Geburtsort Schönhausen im Osten und seinem Sterbeort Friedrichsruh im Westen.

Friedrichsruh war schon zu Bismarcks Lebzeiten Schauplatz des Kultes um seine Person gewesen und nach dem Untergang der Monarchie vermehrt ein Ort antirepublikanischer Bekenntnisse.[24] Anlässlich Bismarcks 150. Todestag im Jahr 1965 war es indessen ruhig geworden im Sachsenwald. "Die Welt" vom 4. April 1965 vermerkte unter der Überschrift "Der Eiserne Kanzler – rostfrei" eine "Bismarck-Feier in Friedrichsruh" als ein geradezu "rührendes Schauspiel". Dies korrespondierte mit vergleichsweise wenig Aufsehen auf der Bundesebene.[25] Währenddessen wurden nicht nur in Bismarcks Geburtsort Schönhausen, sondern überall in der DDR sämtliche Bismarck-Straßen umbenannt. Die ihm zu Ehren errichteten Denkmäler, Säulen und Türme verfielen oder wurden neu genutzt. Nach langen Debatten wurde überdies 1958 in Schönhausen Bismarcks Geburtshaus gesprengt, als Konsequenz des Erlasses Walter Ulbrichts aus dem Jahr 1948, die Spuren adliger Existenz auf dem Land zu beseitigen.[26]

Mittlerweile sind Friedrichsruh (seit 1997) und Schönhausen (seit 2007) Standorte der Otto-von-Bismarck-Stiftung, eine der fünf Politikergedenkstiftungen des Bundes, die am historischen Ort unter dem Motto "Biografien erzählen – Geschichte entdecken" einen Bildungsauftrag erfüllen und sich gleichzeitig der wissenschaftlichen Forschung widmen. Allesamt informieren sie vor dem historischen Hintergrund der jeweiligen geschichtlichen Epoche über Lebenswege, politisches Denken und Wirken sowie das jeweilige "historische Erbe" der einzelnen Staatsmänner.[27] Da es mittlerweile zu den Forderungen der Geschichtsdidaktik zählt, neben dem Lernort Schule auch andere didaktische Situationen für das historische Lernen einzubeziehen, steigt die Bedeutung derartiger Lernorte, die zudem die Möglichkeit bieten, am historischen Ort vorhandene Quellen aufzugreifen.

Bismarck in der historisch-politischen Bildung

Was als Wissenschaftsstandard oben beschrieben wurde, wird als Kompetenzorientierung zum "Paradigma des 21. Jahrhunderts" im Schulunterricht. Dort wie in der historisch-politischen Bildung insgesamt hat sich mittlerweile der nüchterne historisierte Blick auf Bismarck durchgesetzt.[28] Dazu zählen auch das Hinterfragen gängiger Bismarck-Bilder sowie die Auseinandersetzung mit Erinnerungsorten. Die Präsenz Bismarcks im "kollektiven Geschichtsbewusstsein" als eine zentrale Kategorie der Geschichtsdidaktik macht ihn im Hinblick auf die didaktische Zielsetzung, die Metaebene der "Geschichte hinter der Geschichte" anzusprechen, sogar besonders interessant.[29]

Ein Beispiel für eine im Schulunterricht realisierte transnationale Perspektiverweiterung bietet das in Deutschland und Frankreich parallel erscheinende deutsch-französische Geschichtsbuch. Der zweite Band vergleicht die politische Entwicklung Frankreichs und Deutschlands zwischen 1870 und 1914 und integriert darin die Betrachtung Bismarcks. Gefragt wird beispielsweise einerseits, wie sich die republikanische Ordnung in Frankreich in der Praxis bewährte, sowie andererseits, welche Grenzen der politischen Partizipation im Kaiserreich gesetzt waren. Dossiers setzen sich mit den Herausforderungen des 19. Jahrhunderts auseinander, wie etwa die Einführung einer Verfassung, die soziale Frage, das Verhältnis von Staat und Religion oder Nation und Nationalismus.[30] Dieser im Schulunterricht vollzogene Perspektivwandel verdeutlicht, wie historisch-politische Bildungsarbeit zu Bismarck gelingen kann. Im Unterschied zu den vier anderen, ihrerseits demokratischen Leitfiguren des 20. Jahrhunderts gewidmeten Politikergedenkstiftungen liegt eine reflektierte Rückbesinnung auf die deutsche Geschichte mit dem Ziel, das Bewusstsein für heutige demokratische Grundwerte zu festigen, im Fall Bismarcks nämlich nicht auf der Hand. Voraussetzung hierfür ist vielmehr eine Betrachtung jenseits von Glorifizierung, Trivialisierung oder Dämonisierung, auf dem neuesten Stand der Forschung, eingebettet in den historischen Kontext des Kaiserreiches. Am historischen Ort mit seiner vorgeblichen "Authentizität" ist diese Herangehensweise von besonderem Gewicht.[31] Realisiert wird sie in Ausstellungen, Vorträgen und museumspädagogischen Programmen, die beispielsweise Parlamentarisierungs- und Demokratisierungsprozesse im 19. Jahrhundert erläutern und sie mit Bismarcks politischem Denken und Handeln in Beziehung setzen.

Nichtsdestotrotz bleibt zu konstatieren, dass Bismarcks innen- wie außenpolitisches Agieren als Repräsentant des deutschen "Machtstaats vor der Demokratie"[32] ihn weiterhin für obrigkeitsstaatlich orientierte beziehungsweise antidemokratische Instrumentalisierungen attraktiv macht. Auch damit muss sich die historisch-politische Bildung auseinandersetzen. Schönhausen als einziger Standort einer Politikergedenkstiftung in Ostdeutschland, noch dazu in einer der strukturschwächsten ländlichen Regionen Deutschlands, stellt in dieser Hinsicht eine mehrfache Herausforderung dar. Denn nicht zuletzt die geschichtspolitischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts haben dort für eine spezifische Zusammensetzung konkurrierender Geschichtsbilder rund um Bismarck gesorgt.[33]

Bedarf an einer Entmystifizierung Bismarcks besteht also nach wie vor. Ein prüfendes Erinnern an Werk und Person an ihrem runden Jahrestag kann dabei hilfreich sein. Im Sinne des eingangs zitierten George Herbert Mead wird Bismarcks Geschichte 2015 "neu geschrieben", wenn der Blick in die Vergangenheit in Form einer differenzierten Auseinandersetzung mit Leistungen und Defiziten erfolgt und Zwänge ebenso wie Handlungsspielräume einer Einzelperson in ihrer Zeit zur Kenntnis genommen werden. So gewendet vermag das Wissen um die Geschichte dazu beizutragen, künftig an gefährlichen Irrwegen wie etwa dem Aufbau von Feindbildern im Innern vorbeizusteuern und außenpolitisch die Verbindung von Augenhöhe und Augenmaß beizubehalten – nicht zuletzt angesichts der Umbrüche und Krisen, mit denen Deutschland, Europa und die Welt derzeit konfrontiert sind. Warum also Bismarck? Weil insofern die "Akte Bismarck" noch lange nicht "geschlossen" werden kann.[34]

Fußnoten

14.
Die Überschrift "Der Zauberlehrling" trägt das dritte Kapitel bei L. Gall (Anm. 8), S. 529–845; zum Geburtshelfer der Moderne "wider Willen" ebd., S. 844f.
15.
Ders., Die Deutschen und Bismarck, in: Ralph Melville et al. (Hrsg.), Deutschland und Europa in der Neuzeit, Stuttgart 1988, S. 525–536, hier: S. 536.
16.
J. Osterhammel (Anm. 9), S. 566.
17.
Klaus Hildebrand, Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler, Durchgesehene Ausgabe, Berlin 1999, S. 20.
18.
Vgl. Otto von Bismarck, Gesammelte Werke, Neue Friedrichsruher Ausgabe, Abt. III: Schriften 1871–1898, Bd. 8: 1888–1890, Paderborn u.a. 2014, beispielsweise die Dokumente Nr. 92 und 160.
19.
L. Gall (Anm. 8), S. 689. Zur Außenpolitik der Ära Bismarck vgl. Konrad Canis, Bismarcks Außenpolitik 1870 bis 1890. Aufstieg und Gefährdung, Paderborn u.a. 2004.
20.
Vgl. Hildebrand (Anm. 17), S. 13–33.
21.
Siehe auch Volker Ullrichs Beitrag in dieser Ausgabe (Anm. d. Red.).
22.
L. Gall (Anm. 15), S. 532; vgl. auch Christoph Studt, Das Bismarckbild der deutschen Öffentlichkeit (1898–1998), Friedrichsruh 1999; Robert Gerwarth, The Bismarck Myth. Weimar Germany and the Legacy of the Iron Chancellor, Oxford 2005; Richard E. Frankel, Bismarck’s Shadow. The Cult of Leadership and the Transformation of the German Right, 1898–1945, Oxford 2005; Christoph Nübel, Der Bismarck-Mythos in den Reden und Schriften Hitlers. Vergangenheitsbilder und Zukunftsversprechen in der Auseinandersetzung von NSDAP und DNVP bis 1933, in: Historische Zeitschrift, 298 (2014), S. 349–380.
23.
Vgl. den auch mit einem Hinweis auf die (west-)deutsche Öffentlichkeit versehenen Sammelband zum Stand der Nachkriegshistoriografie von Lothar Gall (Hrsg.), Das Bismarck-Problem in der Geschichtsschreibung nach 1945, Köln–Berlin 1971.
24.
Vgl. Andrea Hopp, Otto von Bismarck in Friedrichsruh – Ort und Politik der Erinnerung, in: Geschichte, Politik und ihre Didaktik, 32 (2004) 3–4, S. 231–242; zu Weimarer Republik und Nationalsozialismus Sandrine Kott, Bismarck, Paris 2003, S. 130f., S. 135.
25.
Ch. Studt (Anm. 22), S. 21. Zwar gab 1965 die Deutsche Bundespost eine Sonderbriefmarke heraus und die Bundesregierung veranstaltete eine Gedenkfeier. Bundeskanzler Ludwig Erhard übte sich jedoch in seiner kurzen Ansprache in expliziter Distanz, als er hervorhob, die Bundesrepublik sei "fern davon", ihren "Willen zur Wiedervereinigung mit der Idee des Reiches Bismarckscher Prägung" zu verknüpfen; vgl. Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 59 vom 2.4.1965.
26.
Zu Schönhausen vgl. Andrea Hopp/Katja Gosdek, Schönhausen: Geschichte erleben an Bismarcks Geburtsort, in: Ulrich Lappenküper/Andreas von Seggern (Hrsg.), Bismarck-Erinnerungsorte. Ein Begleiter durch die Museen in Friedrichsruh und Schönhausen, Friedrichsruh 2010, S. 109–117, hier: S. 112.
27.
Zu den fünf Politikergedenkstiftungen des Bundes für Konrad Adenauer in Rhöndorf, Friedrich Ebert in Heidelberg, Theodor Heuss in Stuttgart, Willy Brandt in Berlin und Lübeck sowie Otto von Bismarck in Friedrichsruh und Schönhausen vgl. http://www.politikergedenkstiftungen.de«.
28.
Vgl. Waltraud Schreiber, Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht am Beispiel Otto von Bismarck, in: Markus Raasch (Hrsg.), Die deutsche Gesellschaft und der konservative Heroe. Der Bismarckmythos im Wandel der Zeit, Aachen 2010, S. 315–344, hier: S. 324.
29.
Dies war Gegenstand eines Schulprojekts mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung; vgl. Martin Liepach, Schule und Erinnerungsort, Friedrichsruh 2007, S. 13; ders., Bismarck – Dekonstruktion eines Mythos, in: Geschichte, Politik und ihre Didaktik, 32 (2004) 3–4, S. 242–248.
30.
Vgl. Daniel Henri/Guillaume Le Quintrec/Peter Geiss (Hrsg.), Histoire/Geschichte. Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945. Deutsch-französisches Geschichtsbuch, Stuttgart–Leipzig 2008, S. 3, S. 30–63.
31.
Zu dieser Erwartung an die "Aussagekraft" der Orte, die gleichwohl "gesellschaftlich vermittelt" ist, vgl. Justus H. Ulbricht, "Schwierige Orte" als "Erbe der Provinz", in: ders. (Hrsg.), Schwierige Orte. Regionale Erinnerung, Gedenkstätten, Museen, Halle/S. 2013, S. 17f.
32.
Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866–1918, Bd. 2: Machtstaat vor der Demokratie, München 19923.
33.
In dieser Hinsicht ist Schönhausen ein "schwieriger Ort" als "Erbe der Provinz" im "Spannungsverhältnis von Heimatgefühl, lokalen Geschichtsaneignungen und vergangenen Ereignissen". Bezogen auf Gedenkstätten zur Geschichte des Nationalsozialismus und der DDR vgl. J. H. Ulbricht (Anm. 31), S. 20; zum Projekt "Kunst für Demokratie" gegen die rechtsextremistische Vereinnahmung des Ortes, das 2012 im Rahmen des Programms "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Bundesministeriums des Innern gefördert und 2013/14 unter dem Motto "Ideen finden Stadt" "Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen" wurde, vgl. http://www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de/akteure/142071/elbe-havel-land« sowie http://www.land-der-ideen.de/ausgezeichnete-orte/preistraeger/kunst-f-r-demokratie« (20.2.2015).
34.
Die Aktenschließung für ausgemacht hielt Lothar Machtan, Bismarck, in: Etienne François/Hagen Schulze (Hrsg.), Deutsche Erinnerungsorte, Bd. 2, München 2001, S. 86–104, hier: S. 86.
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Andrea Hopp für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und des/der Autors/-in teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


Dossier

Das Deutsche Kaiserreich

War das Deutsche Kaiserreich ein "normaler" Nationalstaat? Oder führte der "deutsche Sonderweg" in die Moderne letztlich zu Weltkrieg und Nationalsozialismus?

Mehr lesen

Publikation zum Thema

Coverbild APuZ - Jahresband 2013

APuZ - Jahresband 2015

Der APuZ-Jahresband 2015: Sämtliche Ausgaben der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" aus dem Jahr 2015.Weiter...

Zum Shop