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26.5.2002 | Von:
Adam S. Jacobs

Die Beziehungen der Türkei zur Europäischen Union und die Frage des türkischen EU-Beitritts

Ende 1999 kam Bewegung in die Diskussion um die Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union. Das verheerende Erdbeben in der Türkei hat beispielsweise die Konstellationen verändert.

Einleitung

In der nächsten Erweiterungsrunde der Europäischen Union, die frühestens für 2002/2003 vorgesehen ist, wird die Türkei nicht vertreten sein. Auch in einer späteren Etappe, die weitere Mittel- und Osteuropäische Länder (MOEL) wie Rumänien und Bulgarien umfassen könnte, wird sie vielleicht noch nicht zur EU stoßen können. Dabei hatte die Türkei bereits 1963 mit der Sechsergemeinschaft ein Assoziationsabkommen (Ankara-Abkommen) vereinbart, in dem schon die Rede von einem möglichen Beitritt ist; 1987 stellte die Türkei ihren Beitrittsantrag.


Warum erscheint eine Mitgliedschaft der Türkei immer noch ziemlich ungewiss, wo doch auch die ärmeren Staaten unter den MOEL mehr oder weniger eine feste Beitrittszusage haben, und vor allem: Wieso dauerte es so lange, bis die Türkei überhaupt in den Kreis der Beitrittskandidaten aufgenommen wurde? Diese Frage steht in engem Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen "Europa" und der Türkei: Diese spielen neben den wirtschaftlichen und (innen)politischen Basiskriterien für einen Beitritt eine bedeutende Rolle - Beitrittsperspektive und Beziehungen beeinflussen sich hier in deutlicher Weise gegenseitig.