Thomas Morus, Utopia / Titelholzschnitt

3.8.2018 | Von:
Arndt Kremer

Eine Welt für sich. Die Insel als literarischer und sprachlicher Grenz- und Denkraum

Zusammenfassung

In dieser kurzen Zusammenschau über Ausprägungen von Inseln und Insularität wurde aufgezeigt, dass unsere Alltagsbilder von Inseln in der Literatur verarbeitet und wiederum durch diese literarisch-kulturelle Denkfiguren oder Topoi geprägt werden. Die Bilder, die wir uns von Inseln machen, sind wiederum an bestimmte Raumkonzepte gebunden, die die simple geografisch-territoriale Definition der Insel als vom Meer umschlossener Raum um soziale, kulturelle, politische und sprachliche Parameter erweitern. Sprachinseln wurden als Areale gekennzeichnet, in denen Minderheiten an einer bestimmten Sprache festhalten, während und obwohl diese Areale von Mehrheiten mit oft dominierenden Leitsprachen umschlossen sind. Phänomene der Sprachenpolitik und Sprachplanung spielen auch hier eine wichtige Rolle. Die Grenzen zwischen vorgestellten und realen Inselräumen sind jedoch oftmals fließend. So ließ sich am Fallbeispiel der nach Israel und Palästina ausgewanderten deutschsprachigen Juden aufzeigen, dass Sprachinseln oft Denkräume bilden, in denen sich wirkliche Begebenheiten mit Wunschvorstellungen mischen – seien diese nun nostalgischer oder utopischer Natur, vergangenheits- oder zukunftsorientiert.

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