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17.12.2004 | Von:
Hans-Joachim Lenz

Männer als Opfer von Gewalt

Gesundheitliche Folgen der Gewalt

Männer verdrängen häufig gesundheitliche Probleme. Sie gehen erst zum Arzt, wenn es nicht mehr anders geht, und sie betreiben kaum Vorsorge.[9] Die Folge dieser gesundheitlichen Vernachlässigung von Männlichkeit ist - gekoppelt mit dem Wirken von tradierten Geschlechterklischees, an denen sich das medizinische Personal orientiert -, dass die Gewalt, der Männer ausgesetzt sind, in dem seit einigen Jahren aufkommenden Diskurs um Männergesundheit ausgeklammert bleibt.[10] Sie stellt den größten Risikokomplex für die Männergesundheit dar. Der Mann wird weniger als bio-psycho-soziale Einheit auf der Basis seiner "Verletzungsoffenheit" (Heinrich Popitz) gesehen, sondern - dank urologischer und Potenzprobleme sowie Schwierigkeiten mit dem Altern[11] - als profitabel vermarktbares Wesen.


Fußnoten

9.
Vgl. Carol Hagemann-White/Hans-Joachim Lenz, Gewalterfahrungen von Männern und Frauen, in: Klaus Hurrelmann/Petra Kolip (Hrsg.), Geschlecht und Gesundheit, Stuttgart-Bern 2002.
10.
Vgl. Hans-Joachim Lenz/Ludger Jungnitz, Männergesundheit und die verborgene Gewalt gegen Männer, in: Österreichisches Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.), Psychosoziale und ethische Aspekte der Männergesundheit, Wien 2004.
11.
Die gängigen Stichworte dazu sind Prostata, Viagra und Hormontherapie mit dem Ziel von Anti-Aging.