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1.6.2005 | Von:
Katharina Belwe

Editorial

Das Thema Familie ist vom Rand stärker ins Zentrum der gesellschaftspolitischen Diskussion gerückt. Nach dem Willen der Bundesregierung soll Deutschland bis 2010 das familienfreundlichste Land Europas werden.

Das Thema Familie müsse vom Rand ins Zentrum der gesellschaftspolitischen Diskussion gerückt werden: aus ökonomischen Gründen und weil Kinder für die Gesellschaft und die Menschen wichtig seien. So lautete die Quintessenz eines Gesprächs, das Bundespräsident Horst Köhler, Familienministerin Renate Schmidt und Vertreter von Industrie und Gewerkschaften im Januar 2005 miteinander führten.

Ein Grund für die stärkere Konzentration auf dieses Thema ist die niedrige Geburtenrate und - damit einhergehend - die ungünstige demographische Entwicklung in Deutschland. Die zunehmende Kinderlosigkeit ist auch auf familienpolitische Rahmenbedingungen zurückzuführen, die im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schlecht sind: Deutschland ist nicht familienfreundlich. Das soll sich ändern. Nach den Vorstellungen von Renate Schmidt soll Deutschland bald das familienfreundlichste Land Europas und Familienfreundlichkeit ein wichtiger "Standortfaktor der Zukunft" werden. Eine Voraussetzung dafür ist die stärkere Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf dem Wege der Bereitstellung quantitativ ausreichender und qualitativ hochwertiger Kinderbetreuungsplätze. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz der Bundesregierung, das am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist, sieht einen bedarfsgerechten und qualitätsorientierten Ausbau der Kinderbetreuung vor.

Ein Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur ist - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der PISA-Ergebnisse - auch aus bildungspolitischen Gründen erforderlich: Nach den Ergebnissen nationaler wie internationaler Forschungsarbeiten werden Kinder kurz- bis langfristig am besten gefördert, wenn sie von ihrem dritten Lebensjahr an eine Kindertageseinrichtung besuchen.