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7.9.2011 | Von:
Prune Antoine

Unter den Rockschößen der Europäischen Kommission

Maria Damanaki

Maria Damanaki, Griechin, 58 Jahre alt, war zeitweise Vorsitzende des Linksbündnisses "Synaspismos", danach sozialistische Abgeordnete im griechischen Parlament. Die Mutter von drei Kindern und Autorin des Buches "Das weibliche Gesicht der Macht" wurde zur EU-Kommissarin für Maritime Angelegenheiten und Fischerei ernannt.

"Als EU-Kommissarin findet die tägliche Arbeit in einem eng gesteckten Rahmen statt. In dieser Spitzenposition muss jeder, ob Mann oder Frau, politisch korrekt sein. Die Geschlechterfrage scheint keine Rolle zu spielen! Gleichwohl kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass sich eine Frau im beruflichen Umfeld besonders bewähren muss. Die Europäische Kommission und die EU-Gesetzgebung spielen eine maßgebliche Rolle in diesem Kampf um Gleichberechtigung. Seitdem die meisten Ziele erreicht sind, gilt der Feminismus als überholt. Doch die berühmte 'gläserne Decke' ist scheinbar noch immer nicht durchbrochen.

Ich glaube durchaus nicht, dass die EU-Institutionen 'macho' sind. Der Begriff impliziert eine Haltung der Verachtung gegenüber Frauen, die darauf zielt, sie an den Rand zu drücken. So gesehen ist das hier das genaue Gegenteil: Wir kämpfen für mehr Gleichheit, Fairness und gegen jede Marginalisierung. Den Frauen, insbesondere jenen aus dem Süden Europas, haben die EU-Institutionen stets die Tür für mehr Rechte geöffnet, und wir haben in der EU einen mächtigen Verbündeten im Kampf gegen jede Form der Diskriminierung gefunden.

Im Laufe meiner Karriere stand ich niemals vor einem Problem, das nicht auch Millionen anderer berufstätiger Frauen kennen. Es wird zu Recht als Herausforderung angesehen, als Mutter zu arbeiten. Ich weiß das, ich habe drei Kinder. Warum also wird ein Vater, der berufstätig ist, nicht als etwas Besonderes betrachtet? Warum wird ein Politiker nie danach gefragt, welche Erfahrungen er als Vater gemacht hat? Es sind noch viele Fortschritte zu erzielen!"