Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten in Berlin mit Gerüst zur Renovierung, 14.09.2020

16.4.2021 | Von:
Julia Obertreis

Sowjetunion global. Exportmodell – Drehscheibe – Aggressor

Bereits das Zustandekommen und die frühe Existenz der Sowjetunion lösten gewaltige globale Druckwellen aus. Als erster sozialistischer Staat der Welt, Revolutionsträger sowie ideologischer Wegweiser machte der junge Sowjetstaat in den 1920er und 1930er Jahren von sich reden, als Exportmodell für Planung, Entwicklung und Kultur. Vor allem nach 1953, mit dem Sieg im Zweiten Weltkrieg im Rücken und nach Stalins Tod, war die Sowjetunion nicht nur zunehmend global vernetzt, sondern auch in vielen Teilen der Welt engagiert und muss als "Supermacht" im Kalten Krieg sowie als internationaler Player ersten Ranges gelten. Im Folgenden werden einige Schlaglichter auf die globalhistorische Dimension der Geschichte der Sowjetunion geworfen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass an der Schnittstelle der beiden Teildisziplinen Osteuropäische Geschichte und Globalgeschichte erst seit etwa zehn Jahren intensiver geforscht wird. Bisher wurden zum Teil Forschungsperspektiven auf etablierte Themen wie den Kalten Krieg weiterentwickelt, zum Teil aber auch neue inhaltliche Akzente gesetzt, darunter die vielfältigen Verbindungen der Geschichte des östlichen Europas zum global wirksamen Prozess der Dekolonisation.

Die Revolution von 1917 – Furcht und Hoffnung in der Welt

Die Oktoberrevolution von 1917 wurde international umgehend und entgegengesetzt interpretiert: als Schreckgespenst wie als Fanal für die Weltrevolution. Für die Konservativen und Rechten in vielen Ländern war sie ein Horrorszenario und eine unmittelbare Bedrohung, ähnlich wie es die Französische Revolution in ihrer Zeit gewesen war. Die Abwehrhaltungen und -kämpfe, die sich aus der großen Furcht vor der kommunistischen Revolution, der "roten Gefahr" oder red scare, speisten, hatten früh sehr handfeste Auswirkungen und trugen etwa in den USA 1919 zu einer rassistischen Gewaltentladung bei oder in Deutschland zu einem hohen Maß an Brutalität beim Vorgehen von Freikorps gegen Anhänger*innen der Münchner Räterepublik.[1] Auch in Argentinien bezogen sich Anfang 1919 gewalttätige Konflikte zwischen Streikenden und konterrevolutionären Freikorps auf die Bolschewiki, und die meist aus Russland eingewanderten Jüdinnen und Juden wurden Opfer von Attacken, da man sie als "Russen" mit "Kommunisten" gleichsetzte.[2] In Japan sorgte die Kunde von der Revolution über die 1920er Jahre hinweg zu einer zunehmend rücksichtslosen Unterdrückung der gesamten linken Opposition sowie zu einer Ausdifferenzierung der politischen Strömungen und Zukunftsentwürfe im rechten Spektrum, von national-liberal über monarchistisch bis faschistisch.[3]

Die negative Rezeption der Oktoberrevolution wurde vielfach durch den antisemitischen Topos der "jüdischen Verschwörung" beziehungsweise der "Judäo-Kommune" angereichert. Zurückgehend auf die Beteiligung von Revolutionären aus jüdischen Familien in Russland, die allerdings in aller Regel kaum Verbindung zur Religion hatten und gesamtrussisch geprägt waren, zeichneten Revolutionsgegner eine hässliche Fratze des hakennasigen Juden, der die Revolution angeleitet habe und nach der Weltherrschaft strebe. In der entsprechenden Bildpropaganda wurden jüdische und kommunistische Symbole oft miteinander kombiniert. Die "Judäo-Kommune" wurde in Polen zuvorderst durch den polnisch-sowjetischen Krieg von 1920 eine feste Größe im politisch-ideologischen Haushalt der Rechten und prägte das polnische Nationsverständnis über das 20. Jahrhundert hinweg.[4] Und in Deutschland transportierten die Publikationen des Deutschbalten Alfred Rosenberg das Amalgam von Antibolschewismus und Antisemitismus in das Weltbild Adolf Hitlers und die nationalsozialistische Propaganda – mit weitreichenden Folgen.[5]

Auf der anderen Seite löste die Oktoberrevolution riesige Hoffnungen auf Befreiung, mehr Selbstbestimmung und einen "Revolutionenbrand" aus, nicht nur in Europa. In vielen Ländern sahen Linke sich in der Hoffnung auf Revolution im eigenen Land und auf die "Weltrevolution" bestärkt. In Deutschland hielt sich diese Hoffnung über die gescheiterte Novemberrevolution von 1918 hinaus. Hier kam es noch 1923 zu dem erfolglosen Versuch, eine "deutsche Oktoberrevolution" zu vollbringen. Eine Kommission mit dem Journalisten und Politiker Karl Radek, der vor dem Ersten Weltkrieg auch in Deutschland aktiv gewesen war, wurde vom Moskauer Zentralkomitee nach Deutschland entsandt, um in der KPD auf die Revolution hinzuwirken, die dann an der mangelnden Militanz der deutschen Arbeiter*innen scheiterte.[6]

Das Ziel der proletarischen Weltrevolution verfolgte auch die Kommunistische Internationale (Komintern), die von Lenin als Dritte Internationale gegründet wurde und zwischen 1919 und 1943 bestand. Als "Reisende der Weltrevolution" waren Kommunist*innen verschiedenster Nationalität und Herkunft unter großem persönlichen Risiko im Einsatz, um weltweite Fäden zu spinnen.[7] Neben der politischen Überzeugung war, so Brigitte Studer, die Motivation für den Einsatz der "gelebte Internationalismus", den die Agent*innen in der Komintern erfuhren.[8] Die politischen Erfolge der Organisation, die nach der anfänglichen Hoffnung auf die Weltrevolution während der 1920er und 1930er Jahre immer mehr zu einem Machtinstrument Moskaus im Kontext des Stalinismus wurde, sind differenziert zu beurteilen und insgesamt eher gering. In Japan etwa war die Kommunistische Partei zunächst unabhängiger von der Komintern als oft dargestellt und erst seit 1928 wegen japanisch-chinesischer Zusammenstöße und der wachsenden Aggressivität des japanischen Imperialismus nach außen auf Moskauer Linie.[9]

Nicht nur die sozialistisch-kommunistische Revolution, sondern auch die zentrale Planwirtschaft erwies sich als attraktives Exportmodell: Nach der Phase der sowjetischen "Neuen Ökonomischen Politik" in den 1920er Jahren, mit denen die Bolschewiki in der Selbstwahrnehmung vieler, vor allem junger Parteimitglieder die revolutionäre Linie verlassen mussten, führte Stalin 1928/29 den Ersten Fünfjahresplan ein. Die Fünfjahrespläne (und ein Siebenjahresplan) etablierten sich fortan durchgängig als periodisierende Planungspraxis, und Planung wurde in der Sowjetunion ein "rationality ritual",[10] das der Herrschaftslegitimierung diente. Auch international wurden sowjetische ökonomische Modelle und das zentralistische Planen in den 1920er und 1930er Jahren einflussreich. Der Vorsitzende des Indischen Nationalkongresses und spätere erste Ministerpräsident Indiens Jawaharlal Nehru schrieb 1933: "Everybody talks of ‚planning‘ now, and of Five-Year and Ten-Year and Three-Year plans. The Soviets have put magic into the word."[11] Auch in den USA hatten unter sowjetischem Einfluss und angesichts der Großen Depression Planungen mit starkem Staat Hochkonjunktur. Die raschen ökonomischen Fortschritte Russlands wurden anerkannt, und der Planungskult ließ Technokraten mit Neid Richtung Sowjetunion blicken. In den 1930er Jahren "wurden die Vereinigten Staaten mit einem Tumult der wirtschaftlichen Planvorschläge konfrontiert".[12] Staatliche Planung hatte in unterschiedlichsten politischen Systemen den Auftrag, ökonomische Entwicklung zu kanalisieren und weiteren Krisen vorzubeugen.

Der Kalte Krieg – Space race und Konfettiparaden

Nach dem unter unvorstellbaren Verlusten erkämpften Sieg im Zweiten Weltkrieg avancierte die Sowjetunion zur Supermacht und zur großen Gegenspielerin der USA. Der Ost-West-Gegensatz ist lange und mit viel Berechtigung vor allem als Geschichte von ideologisch-politischer und militärischer Gegner- und Feindschaft zwischen den USA und der Sowjetunion erzählt worden. Im Unterschied dazu haben neuere Forschungen die vielfältigen Kontakte zwischen Ost und West, die gegenseitige Beobachtung und das Aufeinander-Reagieren in den Vordergrund gestellt. Der Kalte Krieg brachte nicht nur das Wettrüsten und die durchaus heißen "Stellvertreterkriege" mit sich, sondern auch Begegnungen, Kooperationen und gegenseitige Beeinflussung verschiedenster Akteursgruppen, darunter Ingenieur*innen, Künstler*innen oder Wissenschaftler*innen.[13] Von einer "geteilten Geschichte" zu sprechen, ist sehr passend, denn die Doppelbedeutung des Begriffes im Deutschen verweist auf die wichtige Trennlinie des Eisernen Vorhangs, aber auch auf die gemeinsam erlebte und durchlebte Zeitgeschichte.[14]

Besonders deutlich wird die Verflochtenheit der Geschichten von Ost und West am Beispiel des space race, des Wettlaufs um die Vorherrschaft im Kosmos, das historiografisch bereits recht gut untersucht ist. Die großen sowjetischen Erfolge waren der Launch des ersten Sputnik 1957 und mit Juri Gagarin der erste bemannte Weltraumflug im April 1961. Sie stellten eine riesige Herausforderung für die USA dar, und nachdem oft wohl etwas einseitig vom "Sputnik-Schock" gesprochen worden ist, scheint es heute angeraten, eher die Mobilisierung zu betonen, die in den USA als Reaktion auf die sowjetischen Erfolge einsetzte. Diese technologische Mobilmachung führte zur Mondlandung der Amerikaner 1969. In den frühen 1960er Jahren aber war die Sowjetunion klar im Vorteil, und ihre technologischen, symbolträchtigen Großtaten führten in einen rasch entstehenden und umfassenden Kosmoskult nicht nur in der Sowjetunion, sondern im gesamten Ostblock und darüber hinaus.[15] Juri Gagarin und die erste Kosmonautin Walentina Tereschkowa wurden als Held*innen mit Vorzeigebiografien inszeniert in einer Zeit, in der die sowjetischen Revolutions- und Kriegshelden bereits etwas in die Jahre gekommen waren. Besonders Gagarin fungierte in der sowjetischen Propaganda als Verbindung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen (darunter die Jugend und das Militär) und wirksame Identifikationsfolie. Die Beherrschung der Technologie durch den sowjetischen Menschen und der Eintritt in die himmlischen Sphären ergaben zusammen ein attraktives Modell, das Elemente der vor- und frühsowjetischen Fliegerkulte integrierte.[16]

Die sowjetischen Kosmonauten- und die US-amerikanischen Astronautenkulte waren unmittelbar aufeinander bezogen. So ahmte etwa die sowjetische Seite mit der Zusammenstellung einer Gruppe von Kosmonauten, die medial präsentiert wurde, die Inszenierung der amerikanischen space boys nach. Hier wie dort entschied man sich bei der Auswahl für Piloten, auch wenn die sowjetischen unerfahrener und jünger waren.[17] Nach ihrer Rückkehr aus dem All wurden sowohl für Gagarin als auch für John Glenn, der als erster US-Amerikaner einen Weltraumflug absolvierte, große Rückkehrfeiern in Moskau beziehungsweise New York veranstaltet. Für beide gab es eine Konfettiparade.

Die in New York entstandene Feierform war bereits in den 1930er Jahren in die Sowjetunion importiert worden, als die Rückkehrer der berühmten Tscheljuskin-Expedition in die Beringstraße damit geehrt wurden. 1961 in Moskau verwendete man nicht nur, wie bereits in den 1930er Jahren, anstelle des in New York üblichen zerrissenen Zeitungspapiers Flugblätter mit Willkommensgrüßen, man ließ auch Tauben aufsteigen, sodass sich der Feierraum in den Himmel hinein erweiterte. Das Geschehen wurde live im Fernsehen übertragen, womit eine erfolgreiche Praxis des US-Fernsehens nachgeahmt wurde. Die sowjetischen Medienmacher*innen toppten dabei aber die üblichen amerikanischen Kamerabilder aus Hochhäusern durch Aufnahmen aus Hubschraubern. Zudem war das Besondere des Medienereignisses die transnationale und systemübergreifende Vernetzung, die den US-Amerikaner*innen in dieser Zeit noch nicht gelang, da Eurovision und Intervision erstmals bei einer Liveübertragung kooperierten. Es ging also bei den "wechselseitig konkurrierenden Imitationen", die an diesem Beispiel sehr deutlich werden, nicht nur um die Vorherrschaft im Kosmos, sondern auch um die "Vorherrschaft im Kommunikationsbereich durch Funk, Satelliten und Kupferdraht".[18]

Gagarin wurde von Moskau als Friedensbotschafter entsandt und entfaltete eine enorme Reisetätigkeit. Er besuchte über 30 Länder, darunter auch eine Reihe von nicht-sozialistischen wie Großbritannien (hier kam es zu einem Treffen mit der Queen), Japan und Indien.[19] Er verkörperte eine friedliche, sympathische und weltoffene Seite der Sowjetunion und gab den Hoffnungen der Menschen auf eine technologisch gestaltbare, bessere Zukunft ein Gesicht – und dieses Gesicht lächelte unaufhörlich. Erste historiografische Probebohrungen in diese Reisen lassen vermuten, dass der Umgang mit neuen Medien und Medienformaten (darunter das Fernsehen, private Fotografie) eine große Rolle in der Berichterstattung und für ihre Wirkungsmacht spielte.[20] Zu untersuchen wäre bezüglich der Reisen auch, welche politischen Auswirkungen sie in den besuchten Ländern hatten, etwa auf den Zulauf zu den Kommunistischen Parteien.

Ost-Süd-Verbindungen – Antiimperialismus und Afghanistan

Neben der erweiterten Perspektive auf die Ost-West-Beziehungen spürt man neuerdings vermehrt den vielfältigen, oft asymmetrischen Beziehungen zwischen dem östlichen Europa und dem Globalen Süden nach. Zu Recht ist der Appell laut geworden, die Geschichte des Ostblocks und der sich dekolonisierenden Staaten nicht, wie bisher meist, als eine von parallelen Strängen zu erzählen, sondern als eine mit verschlungenen Knotenpunkten.[21]

Nach Stalins Tod kam es zu einer Öffnung und einer deutlich aktiveren sowjetischen Auslandstätigkeit in vielen Bereichen und in viele Richtungen einschließlich der "Länder Asiens und Afrikas", wie sie in sowjetischer Rhetorik oft hießen. Chruschtschow gab die eurozentrische Haltung Stalins auf und betrieb eine rege Reisediplomatie. Angesichts der Dekolonisation und des antiimperialen Kampfes etwa in Südostasien waren die sowjetischen Kommunisten sehr zuversichtlich, dass es zu einem weltweiten revolutionären Prozess kommen und dass die aus der Kolonialherrschaft befreiten Länder sich auf sozialistische Entwicklungswege begeben würden. Im gesamten Ostblock glaubte man an die Möglichkeit, in diesem großen Umwälzungsprozess die Führung übernehmen zu können.[22] Nüchterner betrachtet war die Dekolonisationswelle mit ihrem Schlüsseljahr 1960 eine große Herausforderung für die Sowjetunion und den Ostblock, da nun deutlich wurde, dass es Modelle postimperialer beziehungsweise postkolonialer Ordnung gab, die nicht (explizit) sozialistisch waren.

Die Sowjetunion war mit dem Globalen Süden vielfältig über Handelsbeziehungen und Entwicklungshilfe verbunden. Oscar Sanchez-Sibony betont, dass die Sowjetunion als neuer Akteur auf diesem Feld vielfach auf bereits existierende, durch die ehemaligen europäischen Kolonialmächte und westliche Staaten geprägte Wirtschafts- und Abhängigkeitsstrukturen traf, die ihren Einfluss beschnitten. Die holzschnittartigen und teils vorurteilsbeladenen Annahmen früherer Literatur über die Haltung der Staaten beziehungsweise Eliten im Globalen Süden, etwa hinsichtlich eines bloßen Kopieren-Wollens westlicher oder sowjetischer Modelle, sind durch neuere Forschung mit postkolonialem Hintergrund infrage gestellt worden; das Bild, das wir erhalten, wird zusehends komplexer.[23] Angesichts der relativen Schwäche der sozialistischen Wirtschaften im Vergleich zu den kapitalistischen nahm im Ostblock allgemein der Export von Waffen, Militär- und Geheimdiensttraining sowie Energieprodukten eine wichtige Stellung ein.[24] Dabei wirkten sich die Beziehungen der europäischen sozialistischen Staaten zum Globalen Süden vielfältig auf die Machtverhältnisse innerhalb des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) aus.[25]

Die Sowjetunion lockte mit günstigen Öllieferangeboten und betrieb mit zahlreichen Staaten den direkten Austausch von Rohstoffen, etwa mit Kuba gegen Zucker.[26] Die sowjetischen Exporte aber auf Öl und Gas sowie Waffen reduzieren zu wollen, wäre zu kurz gegriffen. Auch der Transfer von Technologien und Know-how, die Entsendung von Spezialisten, der Aufbau von Schulen und Krankenhäusern sowie finanzielle Unterstützung sind zu nennen. Zu den Projekten in Afrika, bei denen die Sowjetunion involviert war, gehörten die Rekonstruktion des Assuan-Staudamms in Ägypten, ein Wasserkraftwerk in Angola, die Unterstützung für die staatlich dirigierte Landwirtschaft in Ghana oder eine Zementfabrik in Mali. Der Bau von Kraftwerken und besonders Wasserkraftwerken war ein Bereich der Zusammenarbeit, der sich dynamisch entwickelte und in dem die Sowjetunion sich international profilierte. Die aus Sicht der sowjetischen Wirtschaft massiven Investitionen im Globalen Süden rechtfertigten sich weniger ökonomisch als vielmehr durch die Aussicht auf anhaltenden oder steigenden politischen Einfluss; der oben angesprochene Optimismus diesbezüglich schwand allerdings auf sowjetischer Seite im Laufe der Zeit. [27]

Während der Begriff "Dekolonisation" im Ostblock gemeinhin als westlicher Begriff aufgefasst und diskreditiert wurde und man hier eher vom gemeinsamen antiimperialistischen Kampf mit den Ländern des Globalen Südens sprach,[28] nahm die Sowjetunion an den intensiven internationalen Debatten um Dekolonisation beziehungsweise die damit einhergehenden Herausforderungen der Transformation von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in den betroffenen Ländern teil. Die Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus hatten ihre eigene koloniale Vergangenheit, die zwar nominell mit der sowjetischen Herrschaft überwunden worden war, die aber strukturell teils noch mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten wie die ehemaligen Kolonien westlicher Mächte. Gleichzeitig wurden genau diese Regionen, vor allem Zentralasien, im sowjetischen Kontext seit Jahrzehnten als Vorzeigeregionen gesehen und als solche nach außen präsentiert. Sie hätten, so die offizielle Sichtweise und Rhetorik, das koloniale Erbe überwunden, den Sprung in die Moderne vollzogen und zeigten die Transformationskraft des Sozialismus deutlich. Festgemacht wurde dies an Kennziffern der sozioökonomischen Entwicklung wie Alphabetisierungs- und Bildungsraten, wobei die Erfolge hier tatsächlich beeindruckend waren, dem Aufbau von Industrien oder der Anzahl der Krankenhäuser. Bei solchen Parametern lagen die zentralasiatischen Republiken deutlich vor Nachbarstaaten der Region wie etwa Afghanistan, und auch im weiteren internationalen Vergleich standen sie gut da.[29] Der Modellcharakter, der Zentralasien zugeschrieben wurde, beförderte internationale Kontakte auf verschiedenen Ebenen.

Es spricht vieles dafür, dass die Bewohner*innen Zentralasiens diese Sichtweise auf die Vorzeigeregion verinnerlichten und ein gewisses sowjetisches Überlegenheitsgefühl teilten. Gleichzeitig aber gab es in Expertenkreisen lebhafte Debatten darum, wie die fortwährende wirtschaftliche Abhängigkeit von Rohstofflieferungen ins Zentrum – ein klares Merkmal kolonialer Verhältnisse – zu überwinden sei. Der Fakt, dass die grundlegenden wirtschaftlichen Entscheidungen im Zentrum getroffen wurden, sowie die zentrale Planung an sich wurden in diesen Debatten zu Kritikpunkten. Zentralasiat*innen benutzten die Dekolonisierungs- und Entwicklungsrhetorik, um von Moskau Investitionen in ihre Republiken und eine weitergehende Industrialisierung zu fordern. Ökonom*innen und Sozialwissenschaftler*innen aus der Sowjetunion standen im Austausch mit Kolleg*innen aus anderen Ländern des Globalen Südens. Die internationalen Entwicklungsdiskussionen drehten sich beispielsweise um die Frage, ob Frauen in einer entwickelten Gesellschaft in der Industrie arbeiten mussten oder auch im Heimgewerbe tätig sein konnten.[30] Solche Debatten wirkten selbstredend auf die innersowjetischen Diskurse zurück, wenn auch vieles davon erst unter den Bedingungen der Perestroika an eine breitere Öffentlichkeit kam.[31] Es lohnt sich also, die Entwicklungen inner- und außerhalb der Sowjetunion zueinander in Bezug zu setzen.

Auch im Bereich der Kulturbeziehungen auf der Ost-Süd-Achse kam Zentralasien und insbesondere der Hauptstadt der usbekischen Sowjetrepublik, Taschkent, eine wichtige Rolle zu. 1958 wurde hier die Vereinigung der Afro-Asiatischen Schriftsteller gegründet, und seit 1968 fand (nach einem erstmaligen Versuch 1958) regelmäßig zweijährlich das Taschkenter Filmfestival statt, das den vielfach gerade erst aufkommenden nationalen Filmindustrien des Globalen Südens eine Startrampe bieten und der globalen Dominanz von Hollywood und Westeuropa etwas entgegenstellen sollte. Auch wenn dieser Anspruch Moskaus nicht vollkommen erfüllt wurde, war das Festival doch eine wichtige Drehscheibe, auf der sich sowjetische Kulturfunktionär*innen, Filmemacher*innen und das Taschkenter Publikum begegneten und in der einige nationale Kinos ihr internationales Debüt gaben. Das Festival 1968 beehrten unter anderen der Schauspieler Raj Kapoor, einer der populärsten Stars des Hindi-Films von Bollywood, sowie der senegalesische Schriftsteller und Regisseur Ousmane Sembène, der in Moskau Filmwissenschaften studiert hatte und heute als Wegbereiter des Kinos südlich der Sahara gilt.[32]

Der Vergleich zwischen Literatur und Film ergibt zwar, dass der Film deutlich "freier" war, denn der Literaturaustausch war ideologisch aufgeladener und schon seit Längerem in staatlichen Bahnen organisiert.[33] Jedoch war auch die sowjetische internationale Literaturpolitik durchaus kein einfaches Geschäft, wie das Beispiel Indien zeigt.[34] Eine Analyse der Kulturvermittlung und -politik der Sowjetunion im Allgemeinen ergibt, dass diese in erster Linie institutionell über die Freundschaftsgesellschaften geprägt war und weniger auf individuellen Kontakten, etwa zwischen den Kunstschaffenden, beruhte, was als Manko gesehen werden kann. Zudem kam es durchaus häufig vor, dass die Vertreter*innen der Länder Asiens und Afrikas selbstbewusst auf eigene kulturelle Traditionen hinwiesen und den Überlegenheitsanspruch der "sowjetischen Zivilisation" deutlich infrage stellten.[35]

Bei der Entwicklungszusammenarbeit zeigte sich längerfristig eine Deideologisierung. Aus Sicht der dekolonisierten Staaten war der Unterschied zwischen westlicher und östlicher Entwicklungshilfe vor dem Hintergrund von fortwirkendem Rassismus und Überlegenheitsgebaren zu vernachlässigen, und international wurde die Teilung der Welt in Nord und Süd immer deutlicher thematisiert. Hinzu kam das Debakel von "Sovietnam".[36] Das internationale Ansehen der Sowjetunion, auch im Globalen Süden, litt massiv unter der folgenschweren Entscheidung, 1979 in Afghanistan einzumarschieren. Dagegen protestierte nicht nur eine Resolution der Vereinten Nationen vom Januar 1980, den Einmarsch verurteilten auch zahlreiche Staaten des Globalen Südens. Zudem kam es zu einer großen Boykottbewegung der Olympischen Sommerspiele in Moskau 1980. Die Sowjetunion war infolge des Afghanistankrieges längerfristig diskreditiert, obwohl sie sich selbst weiterhin auch in Afghanistan als Aufbaukraft sah und "Schulen, Kraftwerke und die Rechte von Frauen" förderte.[37]

Das Auftreten des sowjetischen Staates aus der Ost-Süd-Achse betrachtet präsentiert sich demnach komplex und umfasst unter anderem die Rollen des "Großen Bruders", des Gastgebers und des Aggressors. Die skizzierten vielfältigen Beziehungen zum Globalen Süden wirkten in die Sowjetunion hinein, etwa durch die angesprochenen Dekolonisierungs- und Entwicklungsdebatten.

Das Ende der Sowjetunion – Kein Ende der Geschichte

Die Jahre 1989 bis 1991 mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Europa sind eine der großen Zäsuren des 20. Jahrhunderts, und der endgültige Kollaps der Sowjetunion im Dezember 1991 setzte dabei den Schlusspunkt. Nicht nur der Kalte Krieg war damit beendet, und der Westen sah sich als Gewinner. Auch eine ganze Weltordnung war plötzlich verschwunden. Die kommunistisch-sozialistische Staatlichkeit blieb zwar in der Welt noch präsent, aber war doch als attraktive Alternative zum kapitalistischen Westen weitgehend obsolet geworden. Jenseits der leidigen Erzählungen von einem "Ende der Geschichte" wirkte sich der Untergang der Sowjetunion auch weit über Europa hinaus unmittelbar aus. So hing die Abschaffung der Apartheid mit ihm zusammen: Seit 1963 hatte die Sowjetunion den ANC (African National Congress) militärisch und in Fragen der Menschenrechte unterstützt.[38] Jetzt aber verminderte der Untergang der Sowjetunion in Südafrika Ängste, dass das Wahlrecht für Schwarze in eine kommunistische Diktatur münden würde, und trug damit zum Ende der Apartheid bei.[39]

Innerhalb der zerfallenden Sowjetunion ging der Zusammenbruch bei Weitem nicht so friedlich vonstatten wie oft angenommen. So sind gewalttätige interethnische Konflikte unmittelbar in den Jahren 1989/90 in Zentralasien zu nennen oder die Toten in Riga beim Einsatz sowjetischer Spezialeinheiten im Januar 1991.[40] Die bewaffneten Konflikte seit den 1990er Jahren mit den Tschetschenienkriegen, dem russisch-georgischen Krieg von 2008 und dem seit 2014 andauernden Krieg in der Ostukraine können als Nachbeben des Zerfalls interpretiert werden. Diese Gewaltereignisse, die sich jeweils regional und international auswirkten, deuten darauf hin, dass die Nachwirkungen von 1991 auch in globaler Perspektive noch nicht endgültig abzuschätzen sind.

Die Diskussion um Periodisierungen kann neue Impulse verleihen. Während in den 1990er Jahren in West wie Ost das Ende der Systemkonkurrenz im Vordergrund der Wahrnehmung stand, dominieren inzwischen internationale Problemlagen, die auch unsere Sicht auf das 20. Jahrhundert und dessen Periodisierung beeinflussen. Dazu zählen der Islamismus und der islamistische Terrorismus, für dessen Geschichte der 1979 beginnende sowjetische-afghanische Krieg eine wichtige Etappe darstellt. Dazu zählt etwa auch die internationale Klimapolitik, deren erste große Konferenz ebenfalls 1979 in Genf mit aktiver sowjetischer Beteiligung stattfand.[41] Frank Bösch hat das Jahr 1979 als "Zeitenwende" beschrieben.[42] Und auch wenn sich dieses Jahr für die sowjetische Geschichte selbst voraussichtlich nicht als große Zäsur etablieren wird, so verweist diese Setzung mit ihren inhaltlichen Implikationen doch darauf, dass die Globalgeschichte sich von den großen Zäsuren durch den Kalten Krieg mit 1945 bis 1949 und 1989 bis 1991 ein Stück weit wird lösen müssen. Für die weitere Verortung der Sowjetunion in der Globalgeschichte kann dies inspirierend sein.

Dies gilt ebenso für den jüngst thematisierten Aufstieg des Neoliberalismus mit seinem finanz- und wirtschaftspolitischen "Internationalismus" ganz eigener Art: Die Trias von Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung fand ihre Anhänger unter Reformwilligen auch im östlichen Europa, und das bereits vor 1989. Der in jenem Jahr zum ersten Mal als solcher bezeichnete Washington Consensus diente in den 1990er Jahren als Anleitung für die Wirtschaftspolitik in verschiedenen postkommunistischen Staaten in der äußerst schwierigen Phase der "Transformation". Weitere Themen, die einer globalhistorischen Vertiefung harren, sind unter anderem Gesundheitspolitik und -propaganda sowie die Mitarbeit der Sowjetunion in internationalen Organisationen.[43]

Fußnoten

1.
Zu den USA vgl. Helke Rausch, Red Scare. Bodenwellen der russischen Oktoberrevolution in den USA 1918/19, in: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2017, S. 131–148. Zur Münchner Räterepublik vgl. Jörg Ganzenmüller, Zwischen weltrevolutionären Hoffnungen und antibolschewistischen Abwehrreaktionen. Europäische und globale Resonanzen auf die Oktoberrevolution, in: ders. (Hrsg.), Verheißung und Bedrohung. Die Oktoberrevolution als globales Ereignis, Köln 2019, S. 9–24, hier S. 16.
2.
Vgl. María Inés Tato, Global Moments, Local Impacts. Argentina at the Critical Juncture of 1917, in: Stefan Rinke/Michael Wildt (Hrsg.), Revolutions and Counter-Revolutions. 1917 and Its Aftermath from a Global Perspective, Frankfurt/M.–New York 2017, S. 219–234.
3.
Vgl. Tatiana Linkhoeva, Revolution Goes East. Imperial Japan and Soviet Communism, Ithaca 2020, S. 100–123.
4.
Vgl. Agnieszka Pufelska, Die "Judäo-Kommune" – ein Feindbild in Polen. Das polnische Selbstverständnis im Schatten des Antisemitismus 1939–1948, Paderborn 2007.
5.
Vgl. Ernst Piper, Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 55–75. Siehe auch Karsten Brüggemann, Migranten aus dem Baltikum als Katalysatoren des Antibolschewismus? Max Erwin von Scheubner-Richter und die Idee der "Weißen Internationale", in: Ganzenmüller (Anm. 1), S. 101–126.
6.
Vgl. Otto Wenzel/Manfred Wilke, 1923. Die gescheiterte Deutsche Oktoberrevolution, Münster 2003.
7.
Vgl. Brigitte Studer, Reisende der Weltrevolution. Eine Globalgeschichte der Kommunistischen Internationale, Berlin 2020.
8.
Ebd., S. 537.
9.
Vgl. Linkhoeva (Anm. 3), S. 160, S. 184.
10.
Vgl. Michael Ellman, The Rise and Fall of Socialist Planning, in: Saul Estrin/Grzegorz W. Kolodko/Milica Uvalic (Hrsg.), Transition and Beyond. Essays in Honor of Mario Nuti, London 2007, S. 17–34, hier S. 23.
11.
Zit. nach Valeska Huber, Introduction. Global Histories of Social Planning, in: Journal of Contemporary History 1/2017, S. 3–15, hier S. 3.
12.
Vgl. Steven G. Marks, "Im russischen Spiegelreich": Wie amerikanische Vorstellungen des Kapitalismus vom sowjetischen Kommunismus geprägt wurden, in: Martin Aust (Hrsg.), Globalisierung imperial und sozialistisch. Russland und die Sowjetunion in der Globalgeschichte 1851–1991, Frankfurt/M. 2013, S. 333–352, hier S. 338.
13.
Neben zahlreichen weiteren Titeln Sari Autio-Sarasmo/Katalin Miklóssy (Hrsg.), Winter Kept Us Warm. Cold War Interactions Reconsidered, Helsinki 2010; Simo Mikkonen/Jari Parkkinen/Giles Scott-Smith (Hrsg.), Entangled East and West. Cultural Diplomacy and Artistic Interaction During the Cold War, Berlin–Boston 2019.
14.
Vgl. Shalini Randeira, Geteilte Geschichte und verwobene Moderne, in: Jörn Rüsen (Hrsg.), Zukunftsentwürfe. Ideen für eine Kultur der Veränderung, Frankfurt/M. 2000, S. 87–96.
15.
Vgl. James T. Andrews/Asif A. Siddiqi (Hrsg.), Into the Cosmos. Space Exploration and Soviet Culture, Pittsburgh 2011; Eva Maurer (Hrsg.), Soviet Space Culture. Cosmic Enthusiasm in Socialist Societies, New York 2011.
16.
Vgl. Julia Richers, Himmelssturm, Raumfahrt und "kosmische" Symbolik in der visuellen Kultur der Sowjetunion, in: Igor J. Polianski (Hrsg.), Die Spur des Sputnik. Kulturhistorische Expeditionen ins kosmische Zeitalter, Frankfurt/M. 2009, S. 181–209; Matthias Schwartz, Bote des Weltalls, Ikone des Fortschritts. Heroische und postheroische Figurationen des ersten Kosmonauten Jurij Gagarin, in: Zaal Andronikashvili (Hrsg.), Kulturheros. Genealogien – Konstellationen – Praktiken, Berlin 2017, S. 334–365.
17.
Vgl. Klaus Gestwa, "Kolumbus des Kosmos". Der Kult um Jurij Gagarin, in: Osteuropa 10/2009, S. 121–151, hier S. 130f.
18.
Sven Grampp, Konfettiparaden in offener Limousine. Gagarin und Glenn kehren zurück aus dem Erdorbit. Zur Strukturierungsleistung wechselseitig konkurrierender Imitationen, in: Sandra Rühr/Eva Wattolik (Hrsg.), Medien im Fest – Feste im Medium, Köln 2017, S. 19–47, hier S. 35.
19.
Vgl. Andrea Rose (Hrsg.), Gagarin in Britain, London 2011.
20.
Unveröffentlichte Vorträge von Fabian Schäfer und Julia Obertreis im Rahmen der Ringvorlesung "Mondlandungen. Imaginations- und Rezeptionswelten", organisiert von Sven Grampp, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Sommersemester 2019, http://www.fau.de/2019/04/news/veranstaltungen/ringvorlesung-mondlandungen-imaginations-und-rezeptionswelten-2«.
21.
Vgl. James Mark/Quinn Slobodian, Eastern Europe in the Global History of Decolonization, in: Martin Thomas/Andrew Thompson (Hrsg.), The Oxford Handbook of the Ends of Empire, Oxford 2018, S. 351–372, hier S. 352.
22.
Ebd., S. 355f.
23.
Vgl. Oscar Sanchez-Sibony, Red Globalization. The Political Economy of the Soviet Cold War from Stalin to Khrushchev, Cambridge 2014, S. 127–131.
24.
Vgl. Mark/Slobodian (Anm. 21), S. 358.
25.
Vgl. Anna Calori et al., Alternative Globalization? Spaces of Economic Interaction Between the "Socialist Camp" and the "Global South", in: dies. et al. (Hrsg.), Between East and South. Spaces of Interaction in the Globalizing Economy of the Cold War, München–Wien 2019, S. 1–31, hier S. 5.
26.
Vgl. Douglas Rogers, Petrobarter, Oil, Inequality, and the Political Imagination in and after the Cold War, in: Current Anthropology 2/2014, S. 131–143.
27.
Neben einer wachsenden Zahl von Einzelstudien siehe als grundlegenden Beitrag Odd Arne Westad, The Global Cold War. Third World Interventions and the Making of Our Times, Cambridge u.a. 2010; als Beitrag von Kolleg*innen aus Russland Elena Kochetkova et al., Soviet Technological Projects and Technological Aid in Africa and Cuba, 1960s–1980s, St. Petersburg 2017, hier insb. S. 7ff., S. 16.
28.
Vgl. Mark/Slobodian (Anm. 21), S. 352.
29.
Vgl. Moritz Florin, Zentralasien, die Sowjetunion und die Globalgeschichte der Dekolonisation, in: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2019, S. 67–81, hier S. 72f.
30.
Vgl. Artemy M. Kalinovsky, Laboratory of Socialist Development. Cold War Politics and Decolonization in Soviet Tajikistan, Ithaca–London 2018.
31.
Vgl. Florin (Anm. 29), S. 77.
32.
Vgl. Rossen Djagalov, From Internationalism to Postcolonialism. Literature and Cinema between the Second and the Third Worlds, Montreal u.a. 2020, S. 137–172.
33.
Ebd., S. 139f.
34.
Vgl. Andreas Hilger, "Sie bringen das Licht der Sowjetkultur". Literaturbeziehungen zwischen der UdSSR und Indien, 1945–1964, in: Martin Aust/Julia Obertreis (Hrsg.), Osteuropäische Geschichte und Globalgeschichte, Stuttgart 2014, S. 197–219.
35.
Vgl. Ragna Boden, Globalisierung sowjetisch. Der Kulturtransfer in die Dritte Welt, in: Aust (Anm. 12), S. 425–442, hier S. 441.
36.
Mit verschiedenen Perspektiven auf den Krieg Tanja Penter/Esther Meier (Hrsg.), Sovietnam. Die UdSSR in Afghanistan 1979–1989, Paderborn 2017.
37.
Frank Bösch, Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann, München 2020, S. 242, S. 246, Zitat S. 264.
38.
Vgl. Irina Filatova/Apollon Davidson, The Hidden Thread. Russia and South Africa in the Soviet Era, Johannesburg 2013.
39.
Vgl. Rob Nixon, The Collapse of the Communist-Anticommunist Condominium. The Repercussions for South Africa, in: Social Text 31–32/1992, S. 235–251; Mark/Slobodian (Anm. 21), S. 363.
40.
Vgl. als Überblickswerke Stephen Kotkin, Armageddon Averted. The Soviet Collapse, 1970–2000, Oxford 2003; Uwe Halbach, Das sowjetische Vielvölkerimperium. Nationalitätenpolitik und nationale Frage, Mannheim 1992.
41.
Vgl. World Meteorological Organization (WMO), Proceedings of the World Climate Conference. A Conference of Experts on Climate and Mankind, Geneva 12–23 February 1979, https://library.wmo.int/doc_num.php?explnum_id=8346«.
42.
Bösch (Anm. 37).
43.
Vgl. Philipp Ther, The Year 1989 and the Global Hegemony of Neoliberalism, in: Eleni Braat/Pepijn Corduwener (Hrsg.), 1989 and the West, New York–London 2020, S. 93–121; James Mark et al., 1989. A Global History of Eastern Europe, Cambridge–New York 2019.
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