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"Die Menschen wurden nicht nur frei, sie wurden auch völlig ungewohnt gefordert"

Seit dem 5. Februar 2018 gibt es die Berliner Mauer genauso lange nicht mehr, wie sie existierte: rund 28 Jahre und drei Monate. Die Erinnerung verblasst. Doch wie reagierten Westdeutsche 1990 auf die Wiedervereinigung? Welchen Herausforderungen mussten sich Ostdeutsche stellen? Joachim Jauer war seinerzeit ZDF-Korrespondent in der DDR und über Jahrzehnte Grenzgänger zwischen den beiden deutschen Staaten.

Joachim Jauer"Ich war der festen Überzeugung, dass es notwendig ist, die Sorgen der Menschen in der DDR im Westen zur Sprache zu bringen." Joachim Jauer war ZDF-Korrespondent in der DDR. (© bpb)

Wie haben Sie den 3. Oktober 1990 erlebt? Oder weiter gefasst: Was ist ihr persönliches Erlebnis, das Sie mit der Einheit verbinden?

Ich hatte das unverschämte Glück, am 3. Oktober 1990 um 20:15 Uhr im Zweiten Deutschen Fernsehen "Kennzeichen D" zu moderieren, ein Magazin, das sich seit 1971 mit Deutschem aus Ost und West beschäftigt hat. Die Sendung fing damit an, dass auf der Rückwand hinter dem Moderator in schwarz-rot-goldenen Farben "1 + 1 =…" stand und ich habe dann eine "1" dazugeschrieben. In Mathematik war ich in der Schule immer schlecht.

Welche Fragen wurden damals in der Bevölkerung diskutiert? Welche Themen trieben die Bürger beider Staaten?

Ich glaube, die wichtigste Sache, an die dabei erinnert werden muss, ist, dass sich ein Großteil der bundesdeutschen Bevölkerung 40 Jahre lang nicht dafür interessiert hat, mit welchen Brüdern und Schwestern sie sich da eigentlich wiedervereinigen wollten. Es gab die berühmten Sonntagsreden, in denen immer an die Brüder und Schwestern und an die deutsche Einheit erinnert wurde, aber wirklich interessiert haben sich sehr wenige. Das lässt sich sehr gut ablesen an den Einschaltquoten für "Kennzeichen D". Im Osten hatten wir – zum Erschrecken der Staatssicherheit – Einschaltquoten bis zu 50 Prozent. Das ist das, was heute ein großes, ein sehr großes Fußballspiel erreicht. Im Westen hatten wir 12 bis 15 Prozent. Daran kann man sehen, wer sich wofür interessierte. Es gab eine bedeutende Minderheit von Bundesbürgern, die sich konsequent um die DDR gekümmert haben. Die einen, weil sie Verwandte hatten, zum Teil, weil sie von dort kamen oder über die Kirchengemeinden…aber das war ein bestimmtes Segment der Bevölkerung, es war nicht die große Masse. Für viele waren die Kontrollen der DDR-Grenzer so abstoßend, dass sie sich Reisen, Besuche in der DDR sich nicht zumuten wollten, während umgekehrt in der DDR in 28 Jahren Eingesperrt-Sein eine unglaubliche Sehnsucht erwachsen ist: "Vielleicht mal die Alpen, vielleicht mal den Kölner Dom, vielleicht mal die Nordsee sehen. Von Paris, London, Rom wollen wir gar nicht reden – das nur mal sehen dürfen, wir würden ja auch wieder zurückfahren". Das waren meine Eindrücke in der DDR – ich war ja fast 20 Jahre dort unterwegs. Aber heute lerne ich, dass es Bundesbürger gibt, die seit der Einheit noch nie im Osten, in den neuen Bundesländern zu Besuch waren.

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Zur Person

Joachim Jauer war ZDF-Korrespondent in der DDR. Er war Jahre lang verantwortlich für das Magazin Kennzeichen D. 1989 berichtete er über den Fall des Eisernen Vorhangs, die DDR-Fluchtbewegung und wurde Chronist der Revolutionen in Osteuropa. Er ist Autor der Bücher "Urbi et Gorbi" und "Kennzeichen D - Friedliche Umwege zur deutschen Einheit".


Und als die DDR dann der Bundesrepublik beigetreten ist…

Plötzlich war es das ganz große Thema. Journalisten, die sich über Jahre eher für anderes interessiert hatten, waren plötzlich "Fachleute für die Lebensweise in der DDR". An irgendeiner Stelle ist doch der Besserwessi entstanden. Das haben viele Menschen in der ehemaligen DDR als sehr peinlich empfunden. Es sind dann auch Journalisten in die DDR gereist und haben plötzlich den schwierigen, den bitteren, zum Teil unerträglichen Alltag entdeckt, in dem die Menschen 40 Jahre lebten. Dann war es natürlich spannender, Fragen zu stellen nach der verheerenden Umweltsituation rings um Bitterfeld als einen freundlichen Film über die schöne Ostseeküste zu machen. Natürlich war es viel spannender, sich mit der Hinterlassenschaft der Staatssicherheit zu beschäftigen als zunächst mal die Frage zu stellen "Sag mal, wie geht’s dir eigentlich damit, dass du plötzlich keine Arbeit mehr hast?" Diese Fragestellung kam erst viel später. Und auch eine Sensibilität dafür, wie es den Menschen ergangen ist, die natürlich so leben wollten wie wir im Westen, aber das nicht von heute auf morgen konnten… Das war ja mit dem Umtausch der DDR-Mark in D-Mark nicht getan. Man muss davon ausgehen, dass 70, 80, 90 Prozent der DDR-Bürger ihre berufliche Situation zu ändern hatten. Ich weiß nicht, was das mit Westdeutschen veranstaltet hätte. Die Ostdeutschen mussten alles neu lernen: neue Preise, neue Mietverträge, neue Versicherungen, neue Auto-Kennzeichen. Sie wurden nicht nur frei, sie wurden auch völlig ungewohnt gefordert. Das war sehr kompliziert und eine für viele schmerzhafte Phase, aus der sie, denke ich, nach 25 Jahren im Wesentlichen heraus sind.

Tagesschau in den 70ern"Wenn sie nach Hause kamen, schalteten sie die Westglotze ein und guckten in ferne Welten", Joachim Jauer über DDR-Bürger. (© picture alliance / United Archives)
Sie sagen, die Bürger der ehemaligen DDR mussten viel Neues erlernen, sich damit an Westdeutschland anpassen, angleichen. Nun soll so ein Angleichungsprozess ja eigentlich zwei Seiten beinhalten. Hat das in den vergangenen 25 Jahren auf der anderen Seite auch stattgefunden und wenn ja, wo?

Die Westdeutschen mussten sich ja nicht anpassen, weil sich die frei gewählte Volkskammer in der DDR im August 1990 mit überwiegender Mehrheit entschlossen hat, der Bundesrepublik Deutschland beizutreten. Aber dass sich die Westdeutschen nicht so anpassen mussten, hat auch damit zu tun, dass sie ja gar nicht wussten, wer das da drüben ist. Es ist ja ein langer Prozess gewesen, des verspäteten Kennenlernens, auch Aufklärung durch Medien, wie der DDR-Alltag aussah. Und wenn man es nicht weiß, kann man auch keine Empathie entwickeln. Natürlich gab es dieses fabelhafte neue Wort "Willkommenskultur" damals auch, aber damals gab es dann sehr schnell scheele Blicke, wenn ein Ostdeutscher möglicherweise im Verdacht stand, jemandem im Westen den Arbeitsplatz wegzunehmen. In den Jahren, in denen ich in der DDR gelebt habe, habe ich wirklich Tag für Tag erfahren dürfen, wie sehr und sehnsüchtig die Menschen im Osten mit uns mit leben wollten. Ab 17 Uhr, wenn sie nach Hause kamen, schalteten sie die Westglotze ein und guckten in ferne Welten, die ihnen verschlossen waren. DDR-Bürger, mit denen ich geredet habe, – und es gab viele davon – wussten über westliche Verhältnisse virtuell besser Bescheid als umgekehrt der Großteil der Westbürger über den Osten. Die DDR-Zuschauer kannten die bundesdeutschen Parlamentarier, die Bundesminister…weil man immer "Tagesschau" und "heute" geschaut hat.

Wie hat die Wiedervereinigung ihre Rolle als Journalist verändert?

Der bedeutende, deutsche Journalist Hanns Joachim Friedrichs ist bekannt geworden mit dem Satz "Ein Journalist soll sich niemals gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten". Ich gestehe, dass ich mich mit der Sache der DDR-Bürger gemein gemacht habe. Ich war der festen Überzeugung, dass es notwendig ist, die Sorgen der Menschen in der DDR im Westen zur Sprache zu bringen. Und das war nach der Einheit genauso notwendig, sich miteinander zu verständigen und bekannt zu machen. Überhaupt erst bekannt zu machen.

Glauben Sie, dass sich die Wahrnehmung von der Deutsche Einheit über die Jahre verändert hat?

Ja, das denke ich schon. Ich denke, dass sie für den größten Teil der Deutschen – egal, ob in den alten oder neuen Bundesländern – heute Normalität ist. Das ist ein großer Glückszustand. Ich gestehe, dass ich vor 26, vor 27 Jahren mir das nicht habe vorstellen können. Ich will sagen, warum: Es gibt natürlich Leute, die heute sagen, sie hätten die Wiedervereinigung kommen sehen, aber sie haben es mir damals nicht erzählt. Obwohl ich glaube, dass ich vergleichsweise umfangreich informiert war durch 20 Jahre DDR-Berichterstattung und durch viele Jahre in Osteuropa, habe ich mir nicht vorstellen können und habe das bis April/Mai 1990 nicht für möglich gehalten, dass die große Sowjetunion die DDR in die NATO entlässt. Für ein weiteres großes Glücksmoment halte ich, dass dieses Deutschland sich eingeordnet hat in Europa. Und dass dieses Deutschland sich geöffnet hat sowohl nach West wie nach Ost. Für eines der größten Wunder halte ich die weitgehend gediehene Aussöhnung mit unserem Nachbarn Polen. Aber genau das führt eben auch zurück zu Dingen, die ich kritisiere. Ich kritisiere eine – weil es in den Berichten zum Stand der deutschen Einheit nicht zu finden ist – Nichterwähnung der Rolle Polens und Ungarns im Zusammenhang mit der deutschen Einheit. Ohne die polnische und ungarische Vorarbeit säßen wir hier heute nicht zusammen. Polen hat mit der Solidarnosc, der ersten freien Gewerkschaft im sozialistischen Machtbereich, Freiheiten erkämpft, lange bevor die DDR für die Freiheit auf die Straße gegangen ist. Es gab schon im Sommer 1989 die erste frei gewählte demokratische Regierung in Warschau. Die Solidarnosc war im Sinne des Wortes Vorbild auch für die friedliche Revolution. Ich möchte gern, dass sich Deutschland öfter daran erinnert. Zweitens Ungarn. Ungarn hat auf eigenes Risiko am 2. Mai 1989 gegen scharfen Protest Ost-Berlins und Drohungen der SED den Eisernen Vorhang geöffnet. Auch das ist ein wichtiger Hinweis auf die Vorreiterrolle von Ungarn, das damit 50.000 DDR-Bürger in den freien Westen ausreisen ließ. Besonders in den vergangenen Wochen hätten Politik und Medien sich an Ungarns Großherzigkeit vor 26 Jahren erinnern sollen. Vielleicht wäre dann jemand auf die Idee gekommen, das von tausenden Flüchtlingen überforderte Ungarn – gemeint war Orbán – nicht nur zu kritisieren, sondern als Dankeschön für 1989 Hilfe anzubieten.

Also da, wo der Bericht von Weichenstellungen zur deutschen Einheit spricht, hätte er auch die Rolle von Polen und Ungarn aufführen sollen?

Richtig. Es nimmt ja dem Verdienst der Bürger in der DDR, die auf die Straße gegangen sind, überhaupt nichts, wenn man daran erinnert, dass die Initialzündung zu diesen Demonstrationen in der DDR wesentlich gefördert wurde durch die große Flüchtlingsbewegung. Denn der erste Schlachtruf zuhause hieß nicht "Wir sind das Volk", sondern "Wir bleiben hier". Plötzlich fehlten überall Leute, in jeder Arztpraxis, in jedem Krankenhaus, in jeder Schule, in jedem Betrieb, in jeder Verkaufsstelle. Es war nicht mehr unter der Decke zu halten. Das heißt, der große Exodus der Flüchtlinge war plötzlich DAS Thema in der DDR. Und das hat natürlich die Leute, die in die Kirchen gegangen sind, um Friedensgebete und Protestversammlungen zu halten, motiviert, mutiger zu werden. Selbst Honecker kam nicht mehr um das Thema Massenflucht herum, als er seinen widerlichen Satz sagte: "Wir weinen ihnen keine Tränen nach". Das hat sogar Parteimitglieder empört. Ohne die Zehntausenden Flüchtlinge im Spätsommer 89 wäre die Mehrheit der DDR-Bürger weiter "mit der Faust in der Tasche" herumgelaufen. Die friedliche Revolution nahm ihren Anfang mit der großen Fluchtbewegung und fand eine Vollendung mit den Leuten, die zuhause dann auf die Straße gegangen sind. Das hätte ich gerne gelesen.

Der Bericht zum Stand der Deutschen Einheit enthält sehr viele Zahlen. Woran messen Sie persönlich denn Einheit?

Reiseverkehr am Grenzübergang zur DDR in der Heinrich-Heine-Straße 1976 in Berlin.Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße: "Dort war der Grenzübergang, über den ich als ZDF-Korrespondent in der DDR weit über tau­send­mal hin- und hergefahren bin." (© picture-alliance/akg)
Ich werde es etwas banal erzählen: Vor ein paar Jahren bin ich mit meiner Frau durch Kreuzberg gefahren und durch die Prinzenstraße in die Heinrich-Heine-Straße eingebogen. Dort war der Grenzübergang, über den ich als ZDF-Korrespondent in der DDR weit über tausendmal hin- und hergefahren bin. Wir hatten als DDR-Korrespondenten Papiere, die eine bevorzugte Abfertigung garantieren sollten, eine sogenannte Grenzempfehlung. Also bei uns dauerte es nicht eine Stunde, sondern 15 bis 20 Minuten. Als wir mit dem Auto in die Prinzenstraße einbogen, habe ich aus Quatsch zu meiner Frau gesagt: "Gib schon mal die Pässe raus." Und sie hat in die Handtasche gefasst, im ersten Augenblick, denn es war ein Automatismus. Das ist die deutsche Einheit. Wir brauchen keine Pässe mehr.

Was glauben Sie, wie lange wird es den Bericht zum Stand der Deutschen Einheit noch geben?

Ach, es wird ihn sicher noch zum 30. Jahrestag und zum 40. und zum 50. geben. Aber er wird immer weniger Minuspunkte enthalten. Natürlich hätte man sich wünschen können, dass ein deutscher, westdeutscher Konzern den Mut gehabt hätte, sich im Osten niederzulassen. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es eine stärkere Wirtschaftslenkung gegeben hätte – ich bin allerdings nicht Fachmann genug dazu, da Details zu sagen –, also eine Wirtschaftspolitik, die deutlicher versucht hätte, die Abwanderung von guten Arbeitskräften aus dem Osten in den Westen zu bremsen und, im Gegenteil, Fachkräfte aus dem Westen in den Osten zu bringen. An manchen Leuchttürmen ist das ja geschehen, aber es gibt große Teile der östlichen Bundesländer, die geradezu entvölkert sind. Was die Niederlassungen von Industrien im Osten angeht, hätte ich mir dann doch mehr Mut von dem einen oder anderen Unternehmer gewünscht.

Das Interview führten Merle Tilk und Sinah Grotefels.

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