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Oktober 2018

19.10.2018: Deutschsprachige Minderheiten im Ausland

Guten Morgen!

Vor 100 Jahren entstand im heutigen Russland die spätere "Wolgadeutsche Republik". Wolga-was? Noch nie gehört?

Wolgadeutsche …
  • … waren eine Gruppe unter den "Russlanddeutschen", die im 18. und 19. Jhd. von russischen Zaren ins Land geholt wurden, um dünn besiedelte Gebiete landwirtschaftlich zu beleben – z.B. am Fluss Wolga.
  • … genossen zunächst einen Sonderstatus (z.B. Deutsch als Amtssprache, Selbstverwaltung, steuerliche Vergünstigungen).
  • … wurden später in der Sowjetunion (SU) unter Machthaber Stalin politisch-ethnisch verfolgt und im Zweiten Weltkrieg zwangsweise umgesiedelt.
Wo leben heute noch deutschsprachige Minderheiten?
  • In Europa und den Nachfolgestaaten der SU leben insgesamt etwa 1,2 Mio. Angehörige deutscher Minderheiten, ein Großteil von ihnen in Mittel- und Osteuropa, z.B. in Polen, Ungarn, Rumänien – aber auch in Belgien, Italien, Dänemark und in Ländern in Zentralasien.
  • Um ihre Sprache und Kultur zu schützen, hat der Europarat 1995 das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten verabschiedet.
  • Zu ihren Rechten zählen u.a. die politische Teilhabe (z.B. eigene politische Vertreter/-innen), Meinungsfreiheit (z.B. durch eigene Medien) und muttersprachlicher Unterricht.
Die Wolgadeutsche Republik bestand nur bis 1941. Über ihre wechselvolle Geschichte kannst Du hier mehr erfahren: kurz.bpb.de/dtdp307

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
Deine bpb Online-Redaktion

19.10.2018



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