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Gerhard Bäcker am 02.05.2016

Woher kommt die Rente und was soll sie bezwecken?

Die Rente ist für uns heute eine Selbstverständlichkeit: Wer lange gearbeitet hat geht in den wohlverdienten Ruhestand. Das war natürlich nicht immer so. Gerhard Bäcker erklärt wo die Rente in Deutschland ihren Ursprung hat und wie sie funktioniert.

Rentnerin, Stock, Gehstock, BürgersteigDie Altersvorsorge funktioniert in allen Ländern unterschiedlich. Das Deutsche System entstand in seinen Grundzügen im späten 19. Jahrhundert. Lizenz: cc by/2.0/de (CC, Old Lady on her way von Isengardt Shop ; lsengardt)

Sollen ältere Menschen ab einer bestimmten Altersgrenze nicht mehr erwerbstätig sein müssen, aber dennoch über ein ausreichendes Einkommen verfügen können, dann bedarf es einer Einkommensübertragung von der jüngeren an die ältere Generation. Zu entscheiden ist dabei:
  • wann der Zeitpunkt im Lebenslauf normalerweise erreicht ist, zu dem die Berufsaufgabe und eine Rentenzahlung erfolgt bzw. erfolgen kann (Festlegung von Altersgrenzen)
  • ob neben dem Alter auch weitere Risiken – wie Tod des Ernährers, Invalidität – abgesichert werden sollen (Zahlung von Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten)
  • welches Ziel mit der Rentenzahlung angestrebt wird.

Ziele der Alterssicherung

Mit der Alterssicherung werden drei (sich nicht ausschließende) Ziele verfolgt: Das Minimalziel besteht in der Vermeidung von Einkommensarmut. Als zweites, weiterreichendes Ziel gilt die Lebensstandardsicherung, denn die Einkommens- und Lebensbedingungen älterer Menschen sind nicht bereits "erfüllt", wenn das sozial-kulturelle Existenzminimum abgedeckt ist und eine Grundsicherung geleistet wird. Es geht auch darum, den in einem langen Berufsleben erarbeiteten Lebensstandard im Alter in etwa beizubehalten. Zum Dritten gilt es, gesellschaftlich unverzichtbare, aber nicht entlohnte Tätigkeiten bei der Rentenhöhe zu berücksichtigten. Hierzu zählen vor allem die Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen, aber auch unfreiwillige Unterbrechungen des Erwerbslebens (Krankheit oder Arbeitslosigkeit).

Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein waren es vor allem die Familien, die den Lebensunterhalt ihrer älteren und kranken Angehörigen durch Unterhaltsleistungen gesichert haben. Die in Deutschland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Bismarck’sche Sozialversicherungspolitik war zunächst nur als Ergänzung, nicht aber als Ersatz der Familienhilfe angelegt. Schon bald zeigte sich aber, dass im Zuge von Industrialisierung und Modernisierung der Gesellschaft die traditionellen familiären Unterstützungssysteme brüchig wurden. Dies ist bereits erkennbar, wenn man sich die familiäre Absicherung älterer Menschen in der vorindustriellen Zeit vor Augen führt. Im Gegensatz zu manchen idealistisch verklärten Vorstellungen bot sie den älteren Menschen damals wenig mehr als ein Existenzminimum und führte sie in eine hohe ökonomische wie private Abhängigkeit von den anderen Familienmitgliedern.

Ein System auf drei Säulen

Ausgehend von den Bismarck’schen Sozialreformen ist das Alterssicherungssystem in Deutschland historisch gewachsen. Es besteht aus einer Vielfalt unterschiedlicher Einzelsysteme, Institutionen sowie Leistungs- und Finanzierungsprinzipien. Eine Unterscheidung in vier Schichten verschafft jedoch einen Überblick. Bezogen auf die ersten drei Schichten spricht man auch von den "drei Säulen" der Alterssicherung.

  • Der ersten Schicht sind die gesetzlichen Regelsysteme zuzuordnen, sie setzen sich zusammen aus: Der gesetzlichen Rentenversicherung, der Beamtenversorgung und den Alterssicherungseinrichtungen für bestimmte Gruppen von Selbstständigen und Freiberuflern.
  • Zur zweiten Schicht zählen die betriebliche Altersversorgung für die Beschäftigten in der Privatwirtschaft und die Zusatzversorgung für die Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst.
  • Die dritte Schicht wird durch die private Altersvorsorge gebildet, die unter bestimmten Bedingungen staatlich gefördert wird ("Riester-Rente").
  • Die nach dem Fürsorgeprinzip ausgestaltete Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung kann als vierte Schicht angesehen werden.
Diese Schichten der Alterssicherung lassen sich auch nach ihrem Finanzierungsverfahren unterscheiden: Den im Umlageverfahren bzw. über Steuern finanzierten Systemen (Rentenversicherung, Beamtenversorgung, Grundsicherung), stehen die kapitalgedeckten Systeme (betriebliche Altersversorgung, private Vorsorge, Lebensversicherung) gegenüber.

In unterschiedlicher Mischung zueinander sind in modernen Gesellschaften diese Gestaltungsformen in allen Ländern realisiert worden, wobei seit den 1990er Jahren ein starkes Gewicht auf den Ausbau der privaten und betrieblichen Altersvorsorge gelegt worden ist.

Insgesamt lässt sich auch in Deutschland in den letzten Jahren eine Gewichtsverschiebung in Richtung der individuellen Vorsorge und der betrieblichen Altersversorgung erkennen. Mit der Einführung der "Riester-Rente" im Jahr 2001 sind die betriebliche und private Vorsorge zu einem Bestandteil der staatlichen Alterssicherungspolitik geworden.

Unterschiede in den Alterssicherungssystemen

Die Unterschiede zwischen den Systemen sind groß. Das gilt auch für die Regelsysteme Rentenversicherung und Beamtenversorgung: Die Altersversorgung der Beamten ist steuerfinanziert, die Ausgaben belasten die Haushalte des Bundes, der Länder und der Kommunen. Die Berechnung der Pension orientiert sich an der Dienstzeit und an der Höhe der letzten (ruhegehaltsfähigen) Dienstbezüge. Während bei der Rentenversicherung die letztlichen Bezüge das durchschnittliche Einkommensniveau über die gesamte Lebenszeit widerspiegeln, ist bei der Beamtenversorgung das letzte Entgelt entscheidend. Im Ergebnis dieser Komponenten kommt es zu deutlich höheren (allerdings voll zu versteuernden) Ruhegehältern in der Beamtenversorgung gegenüber den Versichertenrenten der Rentenversicherung. Zudem müssen Beamte keine Abgaben für ihre Alterssicherung leisten, ihre Bruttoentgelte werden nicht durch Sozialversicherungsbeiträge gekürzt.

Es gibt es aber auch Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Schichten. Die Höhe der zu erwartenden Leistung im Alter ist abhängig von der vormaligen Stellung im Erwerbssystem und von der Dauer der Beschäftigung bzw. der Beitrags- oder Sparleistung. Wer lange Jahre beschäftigt war, gut verdient und entsprechend hohe Vorleistungen getätigt hat, wird eine höhere Altersversorgung erhalten als Personen, die nur kurzfristig und/oder im Niedriglohnsektor beschäftigt waren. Dieses Entsprechungsverhältnis fällt bei der betrieblichen und privaten Vorsorge noch stärker als bei der gesetzlichen Rentenversicherung aus, da diese auch Zeiten, in denen keine Beiträge aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung entrichtet worden sind, zumindest teilweise anerkennt (Kindererziehung, Pflege, Arbeitslosigkeit, Krankheit usw.). Einen solchen Solidarausgleich kennen die betrieblichen und privaten Systeme nicht.

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Kommentare anderer Nutzer

Michael | 04.05.2016 um 13:27 [Antworten]

Jürgen

Da sind einige Fehler:
Die Beamten zahlen zwar keine Sozialversicherung, haben aber im Verhältnis zu den Arbeitnehmern ein um 10% höheren Steuersatz siehe Besondere Lohnsteuertabelle.
Die Renten werden zu über 30 % aus Steuern finanziert.
Die Ökosteuer dient dazu, die Rentenversicherungsbeiträge niedrig zu halten.
Auch diese Steuern werden von Beamten mitfinanziert!

Sasse, Marion | 08.05.2016 um 10:03 [Antworten]

Rentenbetrug

Kurz widerlegt: Altersarmut
Demographischer Wandel vs. Produktivitätssteigerung

von Rico Albrecht, April 2016

„Massenarmut im Alter durch demographischen Wandel“ scheint das zentrale Thema für den Wahlkampf 2017 zu werden. Der medial-politische Komplex könnte aber ebenso gut verkünden: „Massenwohlstand im Alter durch Produktivitäts­steigerung“, was isoliert betrachtet natürlich ebenso falsch ist. Erst wenn man beide Faktoren einander gegenüberstellt, lassen sich realistische Prognosen wagen.

Altersarmut?

Egal wie und wieviel fürs Alter gespart wird – sei es umlagefinanziert durch die gesetzliche Renten­versicherung oder kapitalgedeckt durch festverzinsliche Papiere, sei es durch Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Lottoscheine, Papiergeld oder Sonstiges – grundsätzlich gilt:
Es kann immer nur das verteilt und verbraucht werden, was produziert wird!

Produziert wird aber immer mehr – obwohl es demographischen Wandel schon immer gab seit Bismarck 1889 die gesetzliche Rentenversicherung eingeführt hat. Das totgeschwiegene Thema heißt Produktivitäts­­steigerung! In Deutschland stieg die Produktivität je Erwerbstätigenstunde zwischen 1991 und 2011 um 35 %. Es wird dank technologischem Fortschritt mit immer weniger Arbeit immer mehr produziert.

Berechnung: Laut Prognosen des Statistischen Bundesamts sinkt die Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Zeitraum 2020 bis 2060 innerhalb von jeweils 20 Jahren zwischen 10 und 21 % je nach Basisjahr und Szenario, Quelle: 13. koordinierte Bevölkerungs­­vorausberechnung, Seite 57. Gemäß dem ungünstigsten Szenario würden also 20 Jahre nach dem Basisjahr nur noch 79 % der ursprünglichen Erwerbstätigenzahl zur Verfügung stehen. Bei einem weiteren Anstieg der Arbeits­produktivität je Erwerbstätigen­stunde um ca. 35 % innerhalb von 20 Jahren wie 1991 bis 2011 gemäß Pressemitteilung des statistischen Bundesamts und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen 2015, Seite 50 wird selbst im ungünstigsten Szenario 20 Jahre später rund 7 % mehr produziert im mittleren 14 % und im günstigsten Szenario 21,5 %. Da die Gesamtbevölkerung im selben Zeitraum um ca. 5 bis 10 % schrumpfen soll, ergibt sich je nach Szenario eine Steigerung der produzierten Gütermenge, die pro Kopf in Deutschland zur Verfügung steht, zwischen 12 und 35 %.

Wir werden also, wenn man nicht nur die Demographie isoliert betrachtet, sondern auch die Produktivitäts­­steigerung berücksichtigt, den materiellen Wohlstand unserer Gesellschaft nach aktuellem Stand der Prognosen auch langfristig deutlich erhöhen. Das sagt jedoch nichts über das Verteilungsproblem aus. Und das lässt sich lösen, indem man nicht mehr hauptsächlich die Arbeit, sondern auch die Maschinen also das Kapital und das Geldsystem z.B. durch Plan B zur Finanzierung des Gemeinwesens heranzieht.



Mit einem schönen Gruß an die Gewerkschaften, die dieses Thema nie aufgreifen,

Ihr Rico Albrecht, April 2016

Diskussion des Themas auf Facebook

PS: Das Terrorisieren und Bombardieren anderer Länder durch Verbündete zwecks Fachkräftenachschub Einwanderungskrise könnte man sich angesichts dieser Zahlen dann sparen. Stellt man zudem noch die Rüstungs- und Einwanderungsindustrie auf wertschöpfende Produktion um, steigt der Wohlstand aller noch stärker.

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Antje Poelmann | 15.01.2017 um 19:51 [Antworten]

Artikel Versicherungsfremde Leistungen - Bundeszuschuss

Es ist doch sehr seltsam, warum die Treuhänder der Rentenbeiträge nicht verpflichtet sind, alle Ausgaben, die aus den Rentenbeiträgen aus den Löhnen der Versicherten finanziert werden, transparent zu machen. Eine höchst mangelhafte Buchhatung! Wie kommt Herr Bäcker dazu, zu behaupten, der Bundeszuschuss würde die Entnahmen mehr als zurück erstatten?
Die Ausgaben der Zeitreihen der DRV, Rentenversicherung in Zahlen, Bundesdrucksachen und div. andere Dokumentationen sagen etwas anderes aus.
Wer weiß heute noch, dass der Gesetzgeber 1955 im Zusammenhang mit der Umstellung der Rentenversicherung vom Kapitaldeckungs- zum Umlageverfahren die Rückzahlung seiner Schulden, die er bei den Rentenversicherungsträgern hatte, mit der Begründung verweigerte, dass der Bund ja sowieso Steuermittel zur Verfügung stellt, wenn die Beiträge zur Finanzierung der Renten nicht ausreichen sollten? Das waren immerhin etwa 14,5 Mrd. Mark, bei einem Haushaltsvolumen 1956 von etwa 30 Mrd. Mark“ Quellen: Bundestagsdrucksache 1659, S. 67; Die Angestellten-Versicherung 1956, Heft1,S. 1.
Diese Summen aus den Löhnen sind Eigentum der gesetzl. Rentenversicherten und wurden nie zurück erstattet!

Antje Poelmann | 15.01.2017 um 19:56 [Antworten]

Missbrauch der Rentenbeiträge

Die etwa 80-90 Mrd. der sogenannte [viel zu geringe] Bundeszuschuss - sind Ersatzleistungen, die der Bund zahlen muss [§213 SGB VI], weil der Finanzminister aus den Rentenbeiträgen allgemeinstaatliche, gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanziert! Und weil seit 1957 jedes Jahr zuwenig an die gRV zurück erstattet werden, schuldet der Bund der gRV, also den Rentenversicherten, bis heute rund 748 Mrd. Euro! Der Staat bedient sich, nicht umgekehrt. Die Ausgaben der Rentenversicherung sind nicht gleich Rentenausgaben! Eine transparente alle Ausgaben bilanzierende Buchhaltung müssen die Rentenverwalter nicht nachweisen! So muss man sich nicht wundern, wenn die GRV geschwächt ist, wenn ihr permanent Mittel entzogen werden durch direkten Zugriff bisher aller Finanzminister, damit ist die Selbstverwaltungsautonomie der GRV außer Kraft, und das seit 1955, nur ein Beispiel für alle anderen Jahre: Ein paar Zahlen zur Erinnerung:
Noch im Jahr 2005 bezifferte die Bundestagsdrucksache 16/55 die Höhe der ungedeckten versicherungsfremden Leistungen in der Rentenversicherung für das Jahr 2003, je nach Definition, auf 6 bzw. 19 Mrd. Euro.[1] Und im Jahr 2010 meinte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund H. Rische mit Blick auf den Bundeszuschuss: „Werden solche Ausgaben – wie in der gemeinsamen Abschätzung von BMGS[2] und VDR aus dem Jahre 2004 – unter der Rubrik „nicht beitragsgedeckte Leistungen“ zusammengefasst, so finanzieren die Bundeszuschüsse gegenwärtig zwar einen großen Teil davon, aber nicht deren vollen Umfang. So lautet auch das Ergebnis einer jüngsten Aktualisierung der damaligen Abschätzung.“[3] Im Jahr 2012 veröffentlichte die Deutsche Rentenversicherung eine Studie zum Thema. Danach betrugen die versicherungsfremden Leistungen im Jahr 2009 nach der Abgrenzung solcher Leistungen aus früheren Jahren 47,3 Mrd. Euro. Unter Einrechnung der Transferleistungen lag der Betrag sogar bei 70,7 Mrd. Euro. Die Bundeszuschüsse machten nur 57,3 Mrd. Euro aus.[4] Nach diesen Zahlen blieben die Beitragszahler auf 13,4 Mrd. Euro sitzen.
[1] BT-Drucksache 16/65, S. 376.
[2] BMGS ist die Abkürzung für das damals noch existierende Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung.
[3] H. Rische, Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund am 24. Juni 2010 in Frankfurt am Main, S. 9-10.
[4] Deutsche Rentenversicherung Heft 1, März/April 2012, S. 3.

Antje Poelmann | 15.01.2017 um 19:59 [Antworten]

Rente im Spielcasino

„Nach der Verlagerung der gesetzlichen Rentenversicherung zur privaten Altersvorsorge stehe die Finanzdienstleistungsbranche «vor dem größten Boom, den sie je erlebt hat», sagte Maschmeyer. «Sie ist ein Wachstumsmarkt über Jahrzehnte.» Noch sei noch nicht überblickbar, wie sich der Anstieg der privaten Altersvorsorge im Detail ausgestalte. «Es ist jedoch so, als wenn wir auf einer Ölquelle sitzen», «Sie ist angebohrt, sie ist riesig groß und sie wird sprudeln.»“
Quelle u.a. Netzeitung vom 8.6.2005

Die immer wieder propagierte zusätzliche private Altersvorsorge entspricht einer Rentenbeitragserhöhung für die Arbeitnehmer außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung, zu Gunsten der Versicherungslobby, mit enormen Risiken. Die Misserfolge der privaten Altersorsorge kann man sowohl aus der Vergangenheit als auch in der Gegenwart begutachten. In Krisen- und Ausnahmezeiten gehen sie ersatzlos verloren. Das war so nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, bei Inflation und bei Weltwirtschaftskrisen.
Rente geht nur im Umlageverfahren
Auch eine "private Finanzierung" ändert nichts daran, dass das, was an Renten ausbezahlt wird, von der gerade arbeitenden Generation zu erwirtschaften ist. Deshalb ist auch das Gerede von der ach so sicheren "privaten" Rente Augenwischerei. An solchen Modellen verdienen die Versicherungen, sonst niemand. Statt unsere unlagefinanzierte Rente zu stärken, wird das Geld aber lieber als "staatliche Zulage" an Versicherungen verteilt, die auch die heutigen Rentner, die nicht mal riestern konnten mit dem rentenkürzenden Altersvorsorgeanteil AVA-§255 d,e SGB VI mitbezahlen. Mit der Begründung: Sorge um kommende Generationen. Wenn wir und kommende Generationen 100€ mehr an eine gesetzliche zahlen, ruiniert das alle, wenn wir das gleiche an eine Private zahlen mit dem Risiko des Verlustes rettet das die Zukunft?


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