Beleuchteter Reichstag

Zeitgeschichte/Zeitgeschehen

"Kunst ist Waffe", hieß eine Propagandaformel des SED-Staates. Diese Waffe wurde stets geschärft, damit die Einflüsse des "Klassenfeindes" nicht zu stark wurden. In der Literatur und im Verlagswesen war dies ebenso zu spüren, wie in der Freizeitkultur. Hier rang die SED mit den Bedürfnissen der Bevölkerung und im Besonderen Jugendlicher, die ganz andere Vorstellungen von Unterhaltung hatten als die Partei. Jahrelang widersetzte die SED sich zudem Fortschritten in den innerdeutschen Verhandlungen über ein Kulturabkommen, das nicht nur der "Staatskunst" zu deutsch-deutscher Geltung verhelfen sollte. Nach dem Ende des SED-Staates entfalteten sich rasch freie Initiativen von Künstlern, die zuweilen allerdings erneut mit staatlichen Institutionen kollidierten.

Erwin Strittmatter vor Mitgliedern von "sozialistischen Brigademitgliedern" bei einem Treffen von Schriftstellern im Rahmen der "Woche des Buches", 15.9.1959.

Werner Liersch

Die Inseln des Verschweigens

Obwohl Griechenland für DDR-Bürger ein unerreichbares Land war, zeichnete Erwin Strittmatter im "Grünen Juni" ein Bild aus blauem Meer und Sonnenschein. Der Grund war nicht touristisch. Strittmatter übermalte seine Kriegsvergangenheit in der Ägäis.

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Das Verlegerehepaar Gustav und Noa Kiepenheuer, Aufnahme aus dem Jahr 1948.

Reiner Merker

"... und stets Künder seiner Zeit zu sein"?

Das Wechselspiel zwischen Lockerung und Einschränkung in der SED-Kulturpolitik verstand die Verlegerin Noa Kiepenheuer zur Sicherung ihres Verlages zu nutzen, der bis 1977 als Privatunternehmen bestand.

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Plakat des Rock 'n' Roll Klub Schmölln. Polizeifoto vom 15.5.1958.

Bernd Lindner

Jugendkultur in der DDR zwischen Staatsgründung und Mauerbau

Arrangierten sich die Jugendlichen der Aufbaugeneration einerseits mehrheitlich mit dem Sozialismus, lebten sie andererseits bereits in einer kulturellen Parallelwelt. Denn die weltumspannende Sprache des Rock 'n' Roll hatte auch die jungen Menschen in der DDR erfasst. Drohungen und Repressionen konnten sie davon nicht abbringen.

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Plakat für eine Sendung von "Da lacht der Bär" am 5.11.1953 in Leipzig.

Christian Könne

"Die Gestaltung massenwirksamer Unterhaltungssendungen – ein unerläßlicher Bestandteil des politischen Auftrages des Massenmediums Rundfunk"

Der DDR-Hörfunk stand mit der Gestaltung seines Programms stets zwischen den Interessen von Partei und Publikum. Nirgendwo war dies so problematisch zu lösen wie in der Unterhaltung.

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Der Ständige Vertreter der Bundesrepublik in Ost-Berlin, Günther Gaus (r.), begrüßt am 14.1.1974 den stellvertretenden DDR-Aussenminister Kurt Nier zur zweiten Verhandlungsrunde über ein Kulturabkommen zwischen den beiden deutschen Staaten in Bonn.

Sebastian Lindner

Mauerblümchen Kulturabkommen

Knapp 13 Jahre wurde verhandelt, und am Ende kam es fast zu spät, um Wirkung zu entfalten: das innerdeutsche Kulturabkommen. Ein Blick auf die Verhandlungsgeschichte.

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Wolfgang Krause-Zwieback auf der Gründungsveranstaltung der Freien Akademie zu Leipzig, 17.6.1992.

Ingrid Sonntag

Die Freie Akademie der Künste in Leipzig 1992–2003

Die Freie Akademie der Künste zu Leipzig – eine wichtige kulturelle Institution in Ostdeutschland, deren Gründung am 17. Juni 1992 auch auf den gesamtdeutschen Kontext verweist.

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Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei, Betriebskampfgruppen und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen, Demokratie und Reisefreiheit eintraten - und sich mit Kerzen, Worten und Zivilcourage gegen die Staatsmacht durchsetzten. Ein filmischer Überblick.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 28. März - 7. April 1995
    In Berlin findet die erste Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention statt. Vertreten sind 170 Staaten. - Eingeladen hatte die Bundesregierung bereits in Rio de Janeiro: 3. - 14. 6. 1992. Nach schwierigen Verhandlungen, die zeitweilig zu scheitern... Weiter