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Jugendkultur in der DDR zwischen Staatsgründung und Mauerbau

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Jugendkultur in der DDR zwischen Staatsgründung und Mauerbau

Bernd Lindner

/ 21 Minuten zu lesen

Arrangierten sich die Jugendlichen der Aufbaugeneration einerseits mehrheitlich mit dem Sozialismus, lebten sie andererseits bereits in einer kulturellen Parallelwelt. Denn die weltumspannende Sprache des Rock 'n' Roll hatte auch die jungen Menschen in der DDR erfasst. Drohungen und Repressionen konnten sie davon nicht abbringen.

Einleitung


Die inhaltliche Spannweite der Entwicklung, welche die Jugendlichen in der DDR zwischen der Gründung des Staates am 7. Oktober 1949 und dem Bau der Mauer am 13. August 1961 durchliefen, war enorm. Umrissen sei diese eingangs mit zwei, von ihrem Charakter her, sehr unterschiedlichen Texten. Ihre Entstehungszeit liegt nur zehn Jahre auseinander und dennoch trennen sie im wahrsten Sinne des Wortes Welten.

1948 schuf Bertolt Brecht den Text für das "Aufbaulied der FDJ" (Musik: Paul Dessau):

"Keiner plagt sich gerne, doch wir wissen:
Grau ist's immer, wenn ein Morgen naht,
und trotz Hunger, Kälte und Kümmernissen
stehn zum Handanlegen wir parat.
(...)
Besser als gerührt sein, ist sich rühren,
denn kein Führer führt uns aus dem Salat,
selber werden wir uns endlich führen,
weg der alte, her der neue Staat.

Refrain:
Fort mit den Trümmern und was Neues hingebaut,
um uns selber müssen wir uns selber kümmern,
und heraus gegen uns, wer sich traut."


Spricht dieser lyrische Text im Namen der Jugendlichen seiner Zeit, stammt das zweite Zitat dagegen von Jugendlichen selbst:

"Elvis Presley – das Idol! / Wir wollen nur noch Rock and Roll!"

Plakat des Rock 'n' Roll Klub Schmölln. Polizeifoto vom 15.5.1958. (© Sächsisches Staatsarchiv Leipzig.)

Mitglieder eines (illegalen) "Rock and Roll-Klubs" aus der sächsischen Kleinstadt Schmölln hatten den provokativen Spruch auf ein Transparent geschrieben, mit dem ca. 100 Fans dieser Musik im Mai 1958 durch das Dörfchen Ponitz zogen.

Während das Singen des "Aufbauliedes" staatlich gewünscht war, hatte das öffentliche Bekenntnis zum westlichen Rock 'n' Roll-Star Elvis Presley juristische Konsequenzen. In einem Verfahren wegen "Landfriedensbruchs" wurden acht der beteiligten Jugendlichen zu "Gefängnisstrafen von acht Monaten bis zu zwei Jahren" verurteilt. Dem Betreiber des örtlichen Tanzsaals wurde seine Konzession entzogen.

Verbindende und trennende Elemente einer Generation


Trotz dieser nicht unerheblichen Differenzen steht das "Wir" in beiden Texten für eine jugendliche Altersgruppe in der DDR-Geschichte, die in der einschlägigen Literatur übereinstimmend als Aufbaugeneration bezeichnet wird. Diese Generation umfasst – wenn wir den Beginn des Jugendalters, wie damals allgemein üblich, mit 14 Jahren ansetzen – die zwischen 1930 und 1947 geborenen Jahrgänge. Sie haben in dem Zeitraum von 1945 bis 1961 ihre entscheidenden sozialen, politischen und kulturellen Prägungen erfahren. Neben dem (je nach ihrem Geburtsalter mehr oder weniger ausgeprägten) Erlebnis des Nationalsozialismus in ihrer Kindheit wurde diese Generation durch eine gleich gelagerte Verarbeitung folgender Ereignisse in ihrer Jugendzeit zu einer Erlebnisgemeinschaft – und damit zu einer prägenden Generationseinheit im Sinne Karl Mannheims – geformt:

- Durch das Ende des Zweiten Weltkrieges mit all seinen Folgen;

- durch das Erleben und Mitgestalten der frühen DDR, ihres ideologischen 'Neuanfangs' und ihrem Willen, das Erbe des Nationalsozialismus zu überwinden, sowie ihren ökonomischen Aufbauinitiativen;

- aber auch durch das Erleben einer erneuten Konzentration der politischen Macht in der Hand einer Partei, der SED (einschließlich der ihr angeschlossenen Massenorganisationen wie der Freien Deutschen Jugend);

- durch das frühe Aufbegehren der Arbeiter und Bauern dagegen – am 17. Juni 1953, partiell aber auch gegen die Zwangskollektivierung von Einzelbauern in Produktionsgenossenschaften (LPG); sowie

- durch die in den 1950er-Jahren anschwellende Massenflucht gen Westen, die bis zur Schließung der Grenzen zur Bundesrepublik und zu West-Berlin am 13. August 1961 ungebrochen anhielt.

Je nach den konkreten Lebensumständen und deren individueller Verarbeitung, führte das bei den daran beteiligten Jugendlichen entweder zu einer relativ stabilen Verankerung in der Aufbaugeneration oder zu einem frühen Ausstieg aus der DDR-Gesellschaft durch Flucht in den Westen oder (erneuter) Resignation, die in eine innere Emigration mündete. Dennoch gelang der SED-Führung bei dieser Generation die Vereinnahmung Jugendlicher für ihr System noch in weitaus stärkerem Maße als bei allen späteren Alterskohorten. Der Weg dieser Jugendlichen führte sozusagen direkt von der Flak in die Wische, einem umfangreichen Meliorationsprojekt in der Altmark, oder einem der anderen zentralen Jugendobjekte der frühen DDR.

Zu den Jugendobjekten der frühen DDR gehörte auch der "Jugendbahnhof Griebnitzsee", eine S-Bahnstation am Rande Potsdams. Foto vom September 1949. (© Igel/ADN-Zentralbild. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-S88257.)

Die ersten Jahrgänge der Aufbaugeneration, also die um 1930–1935 Geborenen, haben als Jugendliche die Entwicklung der DDR zur Einparteiendiktatur in vollem Umfang miterlebt. Im Juni 1953, als der Volksaufstand gegen die SED blutig niedergeschlagen wurde, waren sie dem Jugendalter fast schon entwachsen, während sich die Mitglieder der jüngsten Kohorte dieser Generation, die nach 1940 Geborenen, gerade erst anschickten, in das Jugendalter hineinzuwachsen. Am Ende ihrer Jugendzeit stand bereits die Mauer, und viele Gleichaltrige hatten das Land verlassen. Von 1949 bis zum 13. August 1961 verließen ca. 2,7 Millionen Menschen die DDR, "in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre vorzugsweise aus der jungen Generation, die sich einen Neuanfang 'drüben' zutraute." Der Anteil der 16- bis 25-Jährigen unter den 'Republikflüchtlingen' schwankte zwischen 17,9 Prozent im ersten Quartal 1953 und 43,2 Prozent im vierten Quartal 1956. Der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung betrug zum damaligen Zeitpunkt aber lediglich ca. 15,8 Prozent.

Zeitgenössische westdeutsche Quellen belegen zugleich, wie nachhaltig die den ostdeutschen Jugendlichen in den Anfangsjahren gewährten Bildungs- und Aufstiegschancen auf deren Verbleib in der DDR bzw. auf ihr ideologisches Wohlverhalten einwirkten. Von den 400.000 Absolventen der Diplomjahrgänge 1952–1963 sind nach Schätzungen des Soziologen Ernst Richert höchstens 3,8 Prozent in den Westen abgewandert. Denn sie profitierten von dem Elitenaustausch in der DDR. Junge, überwiegend proletarische Aufsteiger wurden so zu einer tragenden Säule der neuen Gesellschaft. "Sie waren die (Aus-)Gestalter eines gesellschaftlichen Systems, für das es noch keinen erprobten Bauplan gab."

Den Ton gaben jedoch andere an: die "Alte Garde", der zwischen 1880 und 1914 geborenen "Gründergeneration" des SED-Staates, die – zur Tragik aller Jugendgenerationen der DDR – die politische Macht bis zum selbst verschuldeten Ende 1989/90 nicht mehr aus den Händen gab – selbst um den Preis, die Jugend schrittweise zu verlieren! In den Anfangsjahren der DDR führte für die aufstiegswilligen Jugendlichen jedoch kein Weg an den "politischen Alten" vorbei. "Hier war der Aufbau ein Ausstieg aus Unterschichten durch Staatsdienst, weil Staat und Partei die universellen Arbeitgeber waren."

Aufgrund der günstigen Aufstiegsbedingungen wurden damals (selbst im Westen) unter dieser DDR-Jugendgeneration nur 15 Prozent strikte Gegner des Systems vermutet. Gleichzeitig konnte Richert nur eine Minderheit unter den Jugendlichen als engagierte Parteigänger des SED-Staates ausmachen, sei es als "überzeugte Aktivisten" (5%) oder als "opportunistische Karrieristen" (10%). Über zwei Drittel der Aufbaugeneration wäre demzufolge lediglich als mit dem Sozialismus "Arrangierte" einzustufen. Das deckt sich mit den Erkenntnissen aller heute zugänglichen Dokumente zum schwindenden Einfluss von FDJ und SED auf die Jugendlichen in der DDR der 1950er-Jahre: "Zu keinem Zeitpunkt war es der SED-Führung gelungen, auch nur annähernd das gewünschte Maß an Loyalität unter den Heranwachsenden der DDR zu erzeugen." Ihr gelang es nie, die Masse der Jugendlichen über eine formale Mitgliedschaft in der FDJ hinaus an den Jugendverband und das ideologische System der DDR zu binden. Deshalb schwebte über dieser Generation bis zur endgültigen Schließung der Grenzen zum Westen im Sommer 1961 stets die Frage: Gehen oder Bleiben? Die politischen und wirtschaftlichen Krisen jener Jahre wurden von den Jugendlichen in der DDR durchaus noch als Alternativen zum Weiterbestehen des Staates bzw. ihrem individuellen Verbleiben darin erlebt.

Dass im ersten Jahrzehnt der DDR dennoch die Aufbaugeneration und nicht der zum Ausstieg aus dem sozialistischen System neigende Teil der Heranwachsenden die Deutungshoheit über die Jugend des Landes erringen konnte, hat – ironischer Weise – gerade im Verweigerungspotenzial der 'Aussteiger' seine Ursache. Durch ihre Flucht in den Westen bzw. ihren Rückzug in die innere Emigration enthoben sie sich selbst der Möglichkeit, direkt Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung in der DDR zu nehmen. Dabei geschah ihr 'Ausstieg' durchaus nicht immer freiwillig. Vor allem durch das verschärfte Vorgehen von Partei, Staat und FDJ gegen politisch nicht passfähige Jugendliche – wie etwa Anfang der 1950er die Mitglieder der "Jungen Gemeinde" oder später die Jugendweihe-Verweigerer – wurde viele, durchaus Mitarbeitsbereite, junge Menschen verschreckt und zu nicht unerheblichen Teilen in den Westen vertrieben. Demzufolge haben wir es bei dem Gegenpart zur Aufbaugeneration in dieser Altersgruppe mit einer im doppelten Sinne ausgegrenzten Generationseinheit zu tun.

Jugendkulturelle Prägungen der 1950er-Jahre


Bei den ersten Alterskohorten der Aufbaugeneration, die – wenn auch unter Verlusten – gerade noch dem Krieg entronnen waren, handelt es sich um eine "Jugend ohne Jugend". Sie waren gezwungen, noch vor dem Erwachsenwerden die Position der im Krieg gefallenen, vermissten oder gefangen genommenen Väter einzunehmen, um ihren Müttern im alltäglichen Überlebenskampf beizustehen. Sie mussten aber auch als 'Ersatzmütter' für jüngere Geschwistern fungieren, wenn die leibliche Mutter den Krieg nicht überlebt hatte oder als Trümmerfrau und durch "Hamsterfahrten" die Existenz der Familie sicherte. Hierin unterschieden sich die Heranwachsenden im Osten prinzipiell nicht von denen im Westen.

Kulturell litten die Jugendlichen in allen vier alliierten Zonen anfangs unter der gleichen, entbehrungsreichen "Jugend-Not-Kultur". Eingespannt in den Wiederaufbau und die damit verbundenen primären Regenerationsprozesse der Nachkriegsgesellschaft, wurden den Jugendlichen in Ost und West kaum zeitliche Freiräume und Möglichkeiten für eine kulturelle Selbstverwirklichung eingeräumt. In der jungen Bundesrepublik ging dieser Zustand dann relativ schnell in eine, von einer starken Bewahrhaltung der Elterngeneration geprägten "Jugend-Schutz-Kultur" über. Die in den USA bereits weit fortgeschrittene Kommerzialisierung der Jugendkultur hatte mit den amerikanischen Besatzern auch in der Bundesrepublik Einzug gehalten und eröffnete den Jugendlichen neue kulturelle Perspektiven. Bei vielen Heranwachsenden bildete sich dadurch "ein Image der USA und der Amerikaner heraus, das deutlich von dem der älteren Generation abstach und künftige Konflikte heraufbeschwor. Beeinflusst wurde genau jene Altersgruppen, die sich nach der Mitte der Fünfzigerjahre von der Welle US-amerikanischer Populär- und Alltagskultur mitreißen ließ." Die "Vorbehalte der Erwachsenen gegenüber der 'flachen Kultur' und der 'materialistischen Lebensweise' in den USA trugen gleichsam von außen dazu bei" im Westen Deutschlands "'Jugend' und 'Amerikanisierung' (miteinander) zu identifizieren."

In der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) und der frühen DDR hielt die Phase der "Jugend-Not-Kultur" – nicht nur aus ökonomischen Gründen – dagegen wesentlich länger an, gingen doch hier von den Besatzern keine vergleichbaren kulturellen Impulse auf die Jugendlichen aus wie im Westen. Eher war eine zunehmende Distanzierung der Heranwachsenden von der sowjetischen Kultur zu registrieren, die in dem Maße wuchs, wie sie durch gegenläufige propagandistische Aktionen von SED und FDJ bekämpft wurde. Auch die Jugendlichen im Osten orientierten sich lieber am amerikanischen Vorbild. Und so wie die Elterngeneration im Westen durch ihre antiamerikanischen Attitüden erst recht zur Amerikanisierung der Heranwachsenden beitrug, erhöhte der ideologische Abwehrkampf der ostdeutschen Kommunisten gegen den Einfluss der "amerikanischen Unkultur" auf die eigene Jugend, deren Akzeptanz wesentlich. Je heftiger die Staatsmedien der DDR über die "widerlichen Exzesse" und "Veitstanzkrawalle" bei Konzerten westlicher Rock 'n' Roll-Stars herzogen, desto interessanter wurden diese für Jugendliche in der DDR. Ein Zeitzeuge berichtet: "Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten schon sehr genau verfolgt, was sich da (im Westen) tat. Zu den großen Konzerten konnten wir ja nicht. Der Eintritt für solch ein einmaliges Erlebnis war viel zu teuer für uns Jugendliche aus dem Osten. Aber wenn wir daran schon nicht teilhaben konnten, dann wollten wir wenigstens so aussehen wie die Halbstarken im Westen. Ich habe mein ganzes Lehrlingsgeld gespart, am Wochenende noch was dazu verdient, um mir nach und nach Lederjacke, Hawaii-Hemd, Röhrenhosen, Ringelsocken und Schuhe mit dicken Kreppsohlen aus West-Berlin holen zu können. Dann noch die Haare wie Elvis gegeelt und ich war hier der King beim Treff am Kino oder auf dem Tanzsaal."

Umso verwunderter rieben sich viele ostdeutsche Jugendliche die Augen (und Ohren!), als die DDR-Medien 1959 frohlockten, endlich "eine echte Alternative zum Rock 'n' Roll" gefunden zu haben: den Lipsi. Das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" bescheinigte dem neuen Modetanz aus Leipzig Modernität. Natürlich nicht, ohne zugleich die ideologische Keule in Richtung "Klassenfeind" zu schwenken: Der Lipsi sei "weit entfernt von jenen geschmack- und hemmungslosen Verrenkungen überseeischer Tanzimporte, die ebenso wie die ohrenbeleidigenden Jazzverfälschungen aller Art die Gehirne der Jugend der westlichen Länder vernebeln." Und die Wochenzeitung des Kulturbundes, der "Sonntag", war sich gleich sicher, dass es nun "überhaupt kein Problem mehr sein dürfte, den Westen auch hinsichtlich der Schlagerproduktion zu überholen." Tatsächlich meldete die DDR im Vorgriff auf den erhofften Erfolg, den Lipsi schon mal weltweit zum Patent an.

Bereits dieses frühe Beispiel kultureller Gegenwehr gegen die "kapitalistische Dekadenz" und ihre "Hotmusik" (Walter Ulbricht) macht das ganze Dilemma der kleinen DDR deutlich: Zum einen meinten ihre politischen Lenker – in maßloser Selbstüberschätzung ihres Einflusses – immer wieder, neue Tendenzen westlicher Musik von ihrem Land und den dort lebenden Jugendlichen fernhalten zu können. Zum anderen waren sie sich – in maßloser Selbstüberschätzung ihrer Potentiale – stets sicher, dem Westen etwas Eigenes, Besseres entgegensetzen zu können. "Beweisen wir doch", so Ulbricht auf der Bitterfelder Kulturkonferenz der SED im April 1959, "daß wir bessere Schlager komponieren können als der Westen. Wir sind doch nicht gegen Schlager, wir sind gegen westlichen Kitsch." – Pech nur, dass die Jugendlichen des Landes gerade den "westlichen Kitsch" immer aufs Neue so anziehend fanden und nicht davon lassen wollten.

Das hatte die SED-Kulturpolitik bereits Mitte der 1950er anhand des Rock 'n' Roll leidvoll erfahren müssen. Sein 'Bazillus' kam auf dem gleichen Weg in die DDR wie in die Bundesrepublik – über das Radio. Es waren vor allem die Sender der westlichen Besatzungsmächte, der amerikanische Soldatensender AFN und der britische BFN, die für die Verbreitung der neuen Musikrichtung in ganz Deutschland sorgten.

Aber auch das englischsprachige Programm von Radio Luxemburg sowie der West-Berliner Sender RIAS wurden von den Jugendlichen in der SBZ und DDR viel gehört. Besonders beliebt war von Anfang an die RIAS-Hitparade "Schlager der Woche", seit 1949 auf Sendung. Diese wie andere westliche Musiksendungen hören zu dürfen, war oft Gegenstand heftiger innerfamiliärer Dispute zwischen Jugendlichen und Eltern. Der Kampf um das heimische Stubenradio war entbrannt: Swing oder Schlagerschnulzen, Boogie-Woogie oder Blasmusik hieß die Devise. Sieger blieben – in Ost und West – vorerst meist (noch) die Eltern!

Um die eruptive Wirkung des Rock 'n' Roll verstehen zu können, muss man sich noch einmal in die Zeit Mitte der 1950er-Jahre zurückversetzen. In Nachkriegsdeutschland favorisierte man – was die alltäglichen Umgangsformen betraf – verstärkt wieder die traditionellen, bürgerlichen Werte. Auch die führenden SED-Funktionäre dekorierten lediglich ihr Jugendbild zusätzlich mit dem uniformen Blau der FDJ-Hemden. Anstands- und Benimmbücher hatten Konjunktur in beiden deutschen Staaten. Sitte und Brauchtum erstarkten und ließen für Spontanität und Aufbegehren Jugendlicher wenig Platz. Eines der Standardwerke in der DDR hieß damals "Keine Angst vor guten Sitten". Dessen Autor Karl Kleinschmidt, religiöser Sozialist und Domprediger in Schwerin, hatte bereits 1954 in seiner Broschüre "Jugend in Gefahr" nicht nur vor dem "Teufel Alkohol", sondern vor dem Sittenverfall insgesamt gewarnt. Sein Leitbild von Jugendlichkeit orientierte sich an traditioneller Moral und Etikette: Höflichkeit, Zurückhaltung und ein gepflegtes Äußeres sollten den sozialistischen Alltag Heranwachsender prägen.

In diese "alltägliche Verteidigung der Korrektheit" schlugen Bill Haleys provokante Rock 'n' Roll-Rhythmen und Elvis Presleys lasziver Hüftschwung ein wie eine Bombe. Bereits 1955 zeigte sich der Sozialhygieniker Rudolf Neubert entsetzt über die bedrohliche "Renaissance des Körperlichen". Ihn erschreckte die zunehmende "Maskenhaftigkeit des Gebarens vieler junger Leute"; ihre zur Schau gestellte Lässigkeit, die er für Gefühlskälte hielt, irritierte ihn: "Was mir nicht gefällt, das sind diese gelangweilten, blasierten Gesichter der Tanzenden. (...) Schön, zappelt meinetwegen, aber macht dabei nicht so entsetzlich maskenhafte, sture Gesichter, sondern lacht wenigstens. Beim Menuett hat man gelächelt, beim Rheinländer hat man sich angelacht." Während sich Neubert gegenüber den Rock 'n' Roll-Tänzern noch hilflos im Verstehen übte, grenzten sie andere sozialistisch-kleinbürgerliche Benimmlehrer längst schon aus: "Ein wohlerzogener junger Mensch wird eine Tanzveranstaltung nicht mit Akrobatik verwechseln. Gegen Frühgymnastik mit entsprechenden Bewegungen hat niemand etwas einzuwenden; in einer gepflegten Tanzgaststätte, bei Geselligkeit, haben sie jedoch nichts zu suchen."

Von der Straße ins Kino –
aus dem Kino auf die Straße


Ein zentrales Vermarktungsinstrument für Musiktitel wurde in den 1950ern der Film – sein Ort: das Kino. Vor allem der Rock 'n' Roll profitierte davon. Eine Single mit Bill Haleys Song "Rock Around The Clock", der als Beginn der Rock 'n' Roll-Ära gilt, kam bereits 1954 erstmals auf den Markt. Mit mäßigem Erfolg. Erst als Vorspannmusik zum Spielfilm "Blackboard Jungle" ("Die Saat der Gewalt") gelang ihm ein Jahr später der weltweite Durchbruch. 1956 wurde der Titel dann zum Namensgeber eines Musikfilms, in dem neben Bill Haley und den Comets viele andere Rock 'n' Roll-Bands auftraten. Der deutsche Titel des Films lautet "Außer Rand und Band". Und tatsächlich hielt es bei seiner Vorführung die Jugendlichen kaum auf den Sitzen. Das Mobiliar so manch bundesdeutschen Kinos hat die Aufführung des Films nicht überlebt. Das war bei Elvis' zahlreichen Filmen nicht zu befürchten. Dennoch trug jeder seiner Filme, die ab 1957 in bundesdeutschen Kinos zu sehen waren, zur Vermehrung des Elvis-Kults bei.

James Dean. Szenenfoto aus "Rebel Without A Cause" ("Denn sie wissen nicht, was sie tun"). (© Associated Press)

In DDR-Lichtspielhäusern waren die Filme nicht zu sehen. Ostdeutsche Jugendliche konnten sie aber in den "Frontstadtkinos" West-Berlins erleben. Und noch ein Idol der Jugend war in den Frontstadtkinos zu besichtigen: James Dean! Nach seinem frühen Tod am 30. September 1955 wurde er zum Mythos. Mit nur drei Spielfilmen schaffte es der Junge in Jeans und roter Lumberjacke mit seinem verträumt-traurigen Blick zum weltweiten Leitbild einer ganzen Generation. Er war der junge Rebell, der sich, stellvertretend für die vielen Jugendlichen vor der Leinwand, gegen die Eltern auflehnte. Der deutsche Titel seines Film "Rebel Without a Cause" (1955) wurde zum Synonym für die Lebenshaltung vieler Jugendlicher der Rock 'n' Roll-Ära: "Denn sie wissen nicht, was sie tun". Nur dass der Titel von ihnen anders interpretiert wurde als von den Eltern: Hier das tastende Suchen nach alternativen Lebensentwürfen und heftiges Ausbrechen aus vorgefundenen Stereotypen; dort das scheinbar sinn- und ziellose Aufbegehren gegen eine als ehern empfundene Ordnung.

Streng verboten waren in der DDR weder Presley noch Dean; aber sie waren auch nicht unbedingt erlaubt. Sie waren immer soweit präsent, wie Musiker, Filmemacher oder Fans sich trauten, sie aufleben zu lassen. Das geschah mal still und leise in den heimischen vier Wänden, mal eher verbrämt, didaktisch im Kino. Doch manchmal brach es auch heraus aus den Jugendlichen und sie verschafften ihrem Unmut über die Zensierung ihres Musikgeschmacks öffentlich Luft. So im April 1959, als die sogenannte "Wahrener Meute", eine Jugendclique, in einem "Aufklärungsmarsch" durch den Leipziger Norden zog. Dabei skandierten die ca. 50 Jugendlichen im Alter von 16 bis 21 Jahren Sprechchöre wie: "Es lebe Elvis Presley", oder: "Wir wollen keinen Lipsi und keinen Alo Koll, / wir wollen Elvis Presley mit seinem Rock'n-Roll!" – damit ihre Vorlieben wie Feindbilder eindeutig benennend.

Auch diese jugendliche Unmutsäußerung hatte ein juristisches Nachspiel. Die Gerichte zogen – unter anderem, weil die Westmedien ausführlich über die Leipziger "Presley-Demo" berichtet hatten – alle Register und verurteilten 25 der Jugendlichen wegen Staatsverleumdung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, aber auch wegen sexuellen Missbrauchs und Einbruchs zu Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu viereinhalb Jahren. Offensichtlich meinte die Justiz nur noch mit Härte das Rock 'n' Roll-Phänomen in der DDR in den Griff zu bekommen.

Was hatten Staatsführung, SED und FDJ seit 1955 nicht alles versucht: Von ideologischen Kampagnen gegen die "transatlantische Veitstanzmusik" samt ihren "politischen Hintermännern" von der NATO bis zu Franz Josef Strauß, über eindringliche Schilderungen des kulturellen Verfalls des Westens im Zeichen des Rock 'n' Roll bis hin zum Entwurf von musikalischen Gegenbildern. All das hatte nicht gefruchtet bei der Jugend des Ostens, sondern eher ihre Neugier geweckt. Erfolgreiche Gegenbilder und Umerziehungsstorys lieferte daher nicht das Leben, sondern die Kunst. Dabei waren Bücher wie "Egon und das achte Weltwunder" von Joachim Wohlgemuth und DEFA-Filme wie "Berlin – Ecke Schönhauser" (Regie: Gerhard Klein) nicht unbeliebt bei den Jugendlichen in der DDR. Nur taten sie die darin vorgeführte Läuterung der jungen Helden von Rock 'n' Roll-Rebellen zu braven Aufbauhelfern des Sozialismus eher ins Reich der Märchen ab. Für sie zählte, dass hier – wenn auch ideologisch und pädagogisch verbrämt – ihre Wirklichkeit Eingang in die Kunst gefunden hatte. Und nebenbei wurden auch noch schöne Liebesgeschichten erzählt. Zum Beispiel die von Egon und Christine in Wohlgemuths Erfolgsroman. In dessen Mittelpunkt steht ein vorbestrafter "Streuner" und Rock 'n' Roll-Fan, dem seine Jeans tragenden Freunde vom "Borkenheider Musical-Club" mit ihren Elvistollen und den roten Hemden samt Palmenschlips lange Zeit wichtiger sind als ein Berufsabschluss und ein geordnetes Leben. Erst über seine Liebe zur Abiturientin und Arzttochter Christine und seine (nicht ganz freiwillige) Mitarbeit in dem FDJ-Jugendobjekt "Große Wiese" findet Egon zurück auf dem Pfad der sozialistischen Tugend.

Doch zuvor muss er sich aus seiner Band lösen, der er per Statut verpflichtet war. Die verstand sich als "eine unpolitische Vereinigung von Musikfreunden" mit der " Aufgabe, gute Tanzmusik zu produzieren. (...) Gute Tanzmusik sind Westschlager und solche, die im Westen produziert werden." Wer "die heiligen Ideale des Klubs verrät", sollte "mit Schimpf und Schande verstoßen" würde. Am Ende aber bekommt Christine ihren "proletarischen Prinzen" und Egon "wirft überhaupt nichts mehr aus der Bahn!" – Als das Buch 1962 erstmals erschien, waren die Mauer schon gebaut und die Grenzen dicht.

Szenenfoto aus dem DEFA-Film "Berlin – Ecke Schönhauser". (© Progress Film-Verleih)

Der DEFA-Film "Berlin – Ecke Schönhauser" kam dagegen bereits 1957 in die DDR-Kinos. Auch darin geht es um Halbstarke, die mit rowdyhaftem Verhalten Ost-Berliner Passanten schockieren. Ungeniert tanzen sie Rock 'n' Roll unter den Hochbahnbögen in der Schönhauser Allee und zielen mit Steinen auf Straßenlaternen. Im Vorspann des Films ist zu lesen: "Seit fast zehn Jahren ist Berlin eine gespaltene Stadt. Zwei Welten treffen aufeinander. Dieser Film berichtet von Jugendlichen, die im Niemandsland leben." Am Ende entscheidet sich Dieter, der junge Held des Films, für die 'richtige Welt' und für seine Liebe zu Angela. Er verlässt das Auffanglager in West-Berlin, in das er wegen eines vermeintlichen Totschlags geflohen war, und kehrt reumütig in den Ostteil der Stadt zurück. [Der Film ist enthalten in der DVD-Edition "Parallelwelt: Film" der Bundeszentrale für politische Bildung.]

Der DEFA-Streifen war auch eine Antwort auf den westdeutschen Film "Die Halbstarken" (1955; Regie: Georg Tressler), mit dem Horst Buchholz zum "deutschen James Dean" avancierte. Die Hauptrolle in "Berlin – Ecke Schönhauser" spielte Ekkehard Schall, der sich in seinem Outfit kaum von Buchholz unterschied. Das Jugendmagazin "neues leben" ("nl") stellte beide Filme in einem groß aufgemachten, sachlichen Bericht unter der Überschrift "Zwei Filme – ein Problem" einander direkt gegenüber – ohne sie gegeneinander auszuspielen.

Das gemeinsame Problem sah Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase im Verlust der Autorität Erwachsener bei der Jugend. Durch ihre Mitschuld am Krieg und am Nachkriegselend hätte die Elterngeneration ihre Vorbildfunktion für die Jugendlichen zerstört. Kohlhaase damals: "Ich habe mich mit einer ganzen Reihe von Polizeiakten beschäftigt und dabei feststellen müssen, dass zu 70 % die Ursachen für das rowdyhafte Benehmen mancher Jugendlicher im Elternhaus oder bei den anderen Erziehern zu finden sind. Auch unsere Funktionäre der FDJ und der Betriebe sind nicht ganz unschuldig daran." Tatsächlich besticht der Film durch eine bemerkenswert realistische Zeichnung des Ost-Berliner Alltags.

Auffallend an dem "nl"-Beitrag ist jedoch auch, dass das Gros der Fotos nicht aus dem DEFA-Film, sondern aus den "Halbstarken" stammt, inklusive ganzseitigem Poster von Horst Buchholz und 'kurvenreichen' Fotos der weiblichen Hauptdarstellerin Karin Baal. Sicher auch ein Zugeständnis der Redaktion an den Geschmack ihrer jugendlichen Leser. Zugleich kann der Widerstreit der Ansichten in der damaligen Führungsriege der DDR nicht eindringlicher deutlich werden. Kohlhaase erinnert sich rückblickend: "Unter den politischen Funktionären ... traf ich in all den Jahren Simplifikateure, aber auch Freunde des Kinos [man kann ergänzen: auch Freunde der Jugend], die wussten, wir kommen nur mit der Wahrheit ein Stück weiter, anders wird es wohl nicht gehen. Beides gab es." Mal gewann die eine Seite und mal die andere die Oberhand. Und je nachdem wurde eine Öffnung möglich oder verhindert.

Sieger und Verlierer


Tatsächlich hatte der sozialistische Jugendverband schon seit Anfang der 1950er-Jahre ein extremes Mitgliederproblem, das sich nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 noch verstärkte. Parallel dazu wuchs die Zahl der "republikflüchtigen" Jugendlichen bedrohlich an. Allein 1955 stieg sie unter den 16- bis 25-Jährigen von 42.366 auf 98.217 um mehr als das Doppelte an. In der SED-Führung machte sich Unmut breit über die Unfähigkeit der FDJ, die Jugend für ihre Sache zu gewinnen. Intern machten sogar Pläne die Runde, die Monopolstellung der FDJ als einzige Jugendorganisation der DDR zur Disposition zu stellen.

Versäumnisse wurden dem Jugendverband vor allem auch im Freizeitbereich vorgeworfen. "Die FDJ-Leitung kommt nur zu den Mitgliedern, wenn sie Beitrag kassiert und sie uns für einen Einsatz oder zur Demonstration gewinnen will. Wir haben aber auch noch andere Sorgen", wurde damals ein junger Turbinenbauer im "nl" zitiert. Kleinlaut gab Hans Modrow, zu jener Zeit erster Sekretär der FDJ-Bezirksleitung Berlin, zu: "Noch oft finden die Funktionäre keine gemeinsame Sprache mit der Jugend, weil sie ihre Interessen ignorieren."

Elvis Presley auf einem undatierten Bild vor dem Schild seines Battaillons in Friedberg, wo er 1958–1960 als Soldat stationiert war. (© Associated Press)

Eine gemeinsame, weltumspannende Sprache schuf dagegen der Rock 'n' Roll. Denn wie hatte Elvis frühzeitig – in einem 1957 verfassten Brief an die deutsche Jugend, den später die "Bravo" veröffentlichte – visionär vermerkt: "Mehr und mehr erkenne ich, daß Teenager in der ganzen Welt, auch wenn sie durch weite Ozeane getrennt sind, viel Freude an den gleichen Dingen haben."

Da machten die jungen Leute in der DDR keine Ausnahme und auch der Bau der Mauer im August 1961 konnte daran nichts mehr ändern; selbst wenn es danach noch 28 Jahre dauern sollte und manch Rückschlag einzustecken war, bevor die jungen Ostdeutschen sich der Bevormundung von SED und FDJ ganz entziehen konnten. Dennoch blieb die Geschichte der Jugend(-kultur) in der DDR letztlich immer die einer gescheiterten Einflussnahme des Staates auf sie.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Zit.: Freie Jugend, neues Leben, Berlin 1949, S. 12f.

  2. Zit.: Yvonne Liebing, All you need is beat. Jugendsubkultur in Leipzig 1957–1968, Leipzig 2005, S. 39.

  3. Yvonne Liebing, All you need is beat. Jugendsubkultur in Leipzig 1957–1968, Leipzig 2005, S. 39: Angelastet wurde ihnen die "aggressive Störung tanzender Paare, die unsittliche Belästigung weiblicher Personen und das Anzetteln einer Schlägerei" in der Gaststätte.

  4. Vgl. u.a. Hartmut Zwahr, Umbruch durch Aufbruch: Die DDR auf dem Höhepunkt der Staatskrise 1989, in: Hartmut Kaelble u.a. (Hg.), Sozialgeschichte der DDR, Stuttgart 1994, S. 449f; Bernd Lindner, Sozialisation und politische Kultur junger Ostdeutscher vor und nach der Wende – ein generationsspezifisches Analysemodell, in: Uta Schlegel/Peter Förster (Hg.), Ostdeutsche Jugendliche: Vom DDR- zum Bundesbürger, Opladen 1997, S. 27ff; Wolfgang Engler, Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land, Berlin 1999, S. 16ff; Thomas Ahbe/Rainer Gries, Gesellschaftsgeschichte als Generationsgeschichte, in: Annegret Schüle u.a. (Hg.), Die DDR aus generationengeschichtlicher Perspektive, Leipzig 2006, S. 502ff.

  5. Karl Mannheim, Das Problem der Generationen (1928), in: Ders., Wissenssoziologie, Darmstadt 1964, S. 509–565.

  6. Hartmut Zwahr, Umbruch durch Aufbruch: Die DDR auf dem Höhepunkt der Staatskrise 1989, in: Hartmut Kaelble u.a. (Hg.), Sozialgeschichte der DDR, Stuttgart 1994, S. 443, sowie Peter Skyba, Vom Hoffnungsträger zum Sicherheitsrisiko. Jugend in der DDR und Jugendpolitik der SED 1949–1961, Köln u.a. 2000, S. 304ff.

  7. Ernst Richert, Sozialistische Universität, Berlin (W.) 1967, S. 247. Die Ergebnisse beruhen auf Befragungen der nach West-Berlin geflohenen Jugendlichen und ihrer sozialen Zusammensetzung.

  8. Thomas Ahbe/Michael Hofmann, "Eigentlich unsere beste Zeit." Erinnerungen an den DDR-Alltag in verschiedenen Milieus, in: APuZ, 17/2002, S. 20.

  9. Dietrich Mühlberg, Wann war 68 im Osten? Oder: Wer waren die 68er im Osten?

  10. Vgl. Ernst Richert, Sozialistische Universität, Berlin (W.) 1967, S. 247.

  11. Peter Skyba, Vom Hoffnungsträger zum Sicherheitsrisiko. Jugend in der DDR und Jugendpolitik der SED 1949–1961, Köln u.a. 2000, S. 419.

  12. Vgl. dazu: Peter Skyba, Vom Hoffnungsträger zum Sicherheitsrisiko. Jugend in der DDR und Jugendpolitik der SED 1949–1961, Köln u.a. 2000, S. 222ff, u. Ulrich Mählert/Gerd-Rüdiger Stephan, Blaue Hemden – Rote Fahnen. Die Geschichte der Freien Deutschen Jugend, Opladen 1996, S. 92ff.

  13. Jürgen Zinnecker, Jugendkultur 1940–1985, Opladen 1987, S. 39.

  14. Jürgen Zinnecker, Jugendkultur 1940–1985, Opladen 1987, S. 40f.

  15. Charlotte Heinritz, Bedrohte Jugend – drohende Jugend? Jugend der Fünfziger Jahre im Blick des Jugendschutzes, in: Arthur Fischer u.a., Jugendliche und Erwachsene '85. Generationen im Vergleich, Opladen 1985, Bd. 3, S. 293ff.

  16. Kasper Maase, BRAVO Amerika. Erkundungen zur Jugendkultur der Bundesrepublik in den fünfziger Jahren, Hamburg 1992, S. 87f.

  17. Zit.: Bernd Lindner, DDR Rock & Pop, Köln 2008, S. 24.

  18. Zit.: Die klingende Monatsschau, Feb. 1959. – Das staatliche Lable für Unterhaltungsmusik "Amiga" gab 1955–1965 monatlich eine Single heraus, die alle Neuerscheinungen präsentierte und sie propagandistisch einordnete.

  19. Neues Deutschland, 7.2.1959.

  20. DDR-Patent 1-3-4-5, in: Sonntag, 5/1959, S. 6.

  21. Zit.: Geschichten aus 60 Jahren AMIGA. Vom Lipsi-Schritt zur Jugendliebe 1947–1977, Berlin 2007, S. 44.

  22. Karl Kleinschmidt, Jugend in Gefahr, Berlin (O.) 1954, S. 7ff; ders., Keine Angst vor guten Sitten. Ein Buch über die Arten miteinander umzugehen, Berlin (O.) 1957.

  23. Thomas Ziehe, Die alltägliche Verteidigung der Korrektheit, in: Schock und Schöpfung. Jugendästhetik im 20. Jahrhundert, Hg. Deutscher Werkbund, Darmstadt 1986, S. 254–258.

  24. Rudolf Neubert, Die Geschlechterfrage. Ein Buch für junge Menschen, Rudolstadt 1955; zit.: Wolfgang Engler, Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land, Berlin 1999, S. 237f.

  25. Karl Smolka, Gutes Benehmen von A–Z, Berlin 1957, S. 311.

  26. Kaspar Maase, Rock rund um die Uhr? Anfänge einer Jugendkultur, in: Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Hg. Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/Bundeszentrale für politische Bildung, Berlin 2006, S. 24f.

  27. Vgl. dazu Elvis in Deutschland, Hg. Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2004, S. 34ff.

  28. Zit.: Yvonne Liebing, All you need is beat. Jugendsubkultur in Leipzig 1957–1968, Leipzig 2005, S. 36. – Alo Koll, hier stellv. für die restaurative SED-Kulturpolitik Zielscheibe jugendlichen Gespötts, war Leiter eines Leipziger Tanzorchesters und Komponist mehrerer Lipsi-Titel. Komponist des ersten Lipsi und Erfinder dieses Namens war jedoch René Dubianski: Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Hg. Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/Bundeszentrale für politische Bildung, Berlin 2006, S. 40.

  29. Vgl. dazu Bernd Lindner, DDR Rock & Pop, Köln 2008, S. 16ff.

  30. Joachim Wohlgemuth, Egon und das achte Weltwunder, Berlin (O.) 1962, S. 54. Das Folgende ebd., S. 54 u. 410f.

  31. Neues Leben, 1/1957, S. 1–4.

  32. Neues Leben, 1/1957, S. 4.

  33. Zit.: Ingrid Poss/Peter Warnecke (Hg.), Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA, Berlin/Bonn 2006, S. 122.

  34. Vgl. Peter Skyba, Vom Hoffnungsträger zum Sicherheitsrisiko. Jugend in der DDR und Jugendpolitik der SED 1949–1961, Köln u.a. 2000, S. 307.

  35. Na so ein Tanz, in: Neues Leben, 11/1955, S. 12.

  36. Neues Leben, 11/1955, S. 13.

  37. Faksimile in: Bernd Lindner, Rock & Revolte: Ein Rhythmus verändert die Welt, in: Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Hg. Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/Bundeszentrale für politische Bildung, Berlin 2006, S. 16.

  38. Vgl. Bernd Lindner, Das eigentliche Gestaltungsfeld. Kulturelle Prägungen der Jugendgenerationen in der DDR, in: DA 38 (2005) 1, S. 49–56.

Prof. Dr., Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zeitgeschichtliches Forum im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Leipzig.