☕ Guten Morgen!
Die Menschen in Israel haben ein neues Parlament gewählt. Was bedeuten die Ergebnisse?
🗳️ Wahl
Wahllokal in Tel Aviv (27.10.2026). (© picture-alliance/dpa, Oren Ziv)
Wahllokal in Tel Aviv (27.10.2026). (© picture-alliance/dpa, Oren Ziv)
Bisher regiert Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit einer Koalition aus dem national-konservativen bis extrem rechten Lager. Diese liegt nach Auszählung aller Stimmen mit 53 Sitzen zwar vorn, hat aber die Mehrheit (mind. 61 Sitze) im Parlament verloren.
Auch das Oppositionsbündnis um Ex-Militärchef Gadi Eisenkot hat keine Mehrheit (48 Sitze). Die israelisch-arabischen Parteien verzeichneten hohe Zugewinne (19 Sitze).
Die Wahlbeteiligung war mit 77,9 % die höchste seit Jahrzehnten. Weil es in Israel keine allgemeine Briefwahl gibt, sind viele Wahlberechtigte aus dem Ausland eigens angereist.
🇮🇱 Hintergrund
Israel ist eine parlamentarische Demokratie. Die Abgeordneten des Parlaments, der Knesset, werden alle 4 Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt.
Die politische Landschaft Israels ist in 3 Blöcke gespalten: die Parteien der gegenwärtigen Regierungskoalition, das Bündnis um Eisenkot und die arabischen Parteien.
Im Wahlkampf gehörten die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe, die Aufarbeitung des Terrorangriffs der Hamas am 7.10.23, die nationale Sicherheitsstrategie, die Lebenshaltungskosten und die Justizreform zu den wichtigsten Themen.
🔭 Ausblick
Gemäß den verfassungsrechtlichen Vorgaben beauftragt Staatspräsident Izchak Herzog nach Veröffentlichung des Endergebnisses und Konsultationen mit den gewählten Parteien den chancenreichsten Kandidaten mit der Regierungsbildung.
Aktuell sehen sowohl Netanjahu als auch sein Herausforderer Eisenkot den Regierungsauftrag bei sich.
Gelingt es nicht, eine Regierung zu bilden, könnte es zu Neuwahlen kommen. Bis eine neue Regierung gefunden ist, bleibt die bisherige Regierung geschäftsführend im Amt.
➡️ Mehr Hintergründe zur Wahl:
Viele Grüße
Deine bpb Social Media Redaktion