Streaming hat nicht nur neue Erzählformen geschaffen, sondern auch die Sichtbarkeit politischer Themen, gesellschaftlicher Konflikte und marginalisierter Perspektiven erweitert. Die Beiträge dieses Kapitels zeigen, wie Filme und Serien politische Fragen verhandeln, Realität inszenieren und Repräsentationen prägen zwischen expliziter Politikvermittlung, Alltagsnähe und algorithmisch gesteuerten Sichtbarkeiten.
In Interner Link: Politik, Popkultur, Plattformen: Streaming als Spiegel gesellschaftlicher Debatten zeigt Dr. Anne Ulrich, wie Streaming politische Kommunikation verändert: Plattformen werden zu öffentlichen Arenen, in denen politische Inhalte verbreitet, emotionalisiert und zielgruppenspezifisch adressiert werden, von dokumentarischen Formaten bis zu Popkulturreferenzen, die politische Deutungen prägen.
Wie politische Motive im Film wirken, analysiert Dr. Alexander Kroll Interner Link: Vom Widerstand bis zur Utopie: Ein Streifzug durch das Politische im Film. Der Beitrag untersucht, wie Filme politische Konflikte, Machtstrukturen und gesellschaftliche Grundfragen darstellen und warum filmische Erzählungen oft Verdichtungen politischer Realität sind, die unser Verständnis von Staatlichkeit und moralischen Dilemmata prägen.
Mit Serien rückt ein Format in den Mittelpunkt, das Politik besonders vielschichtig inszeniert. In Interner Link: Politik im Serienkosmos zeigt Dr. Alexander Kroll, wie Politserien, Dramen und Genreformate Macht, Gemeinschaft und Institutionen als narrative Experimente darstellen: vom idealisierten Weißen Haus über dystopische Spielwelten bis zu familiären Machtkämpfen à la Succession.
Eine spezifische Form politischer und gesellschaftlicher Darstellung beleuchtet Dr. Yulia Yurtaeva-Martens in dem Artikel Interner Link: Das Gesellschaftsbild des Reality-TV. Das Genre verhandelt soziale Ungleichheiten, Körpernormen und Klassenbilder – oft zwischen Sichtbarmachung und Stereotypisierung. Die Analyse zeigt, wie Reality-TV gesellschaftliche Narrative prägt und warum kritische Medienkompetenz essenziell ist.
Welche Rolle Repräsentation und Sichtbarkeit im Streaming spielen, untersucht Dr. Vera Cuntz-Leng in Interner Link: Queere Sichtbarkeit in Streaming-Formaten. Im Zentrum steht die Frage, wie queere Figuren erzählt werden, wie sich historische Unsichtbarkeit und mediale Stereotype verändern und welche Chancen und Grenzen algorithmisch gesteuerte Plattformen für vielfältige Erzählungen eröffnen.
Die Artikel skizzieren, wie Streaming zu einem zentralen Raum geworden ist, in dem Politik, Identität und gesellschaftliche Fragen sichtbar, verhandelbar und neu erzählbar werden, oft widersprüchlich, aber mit großer Reichweite.