Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Redaktion am 08.01.2016

Ein Arbeitsblatt wird digital

Wie können Instrumente und Gewohnheiten aus dem Alltag der Lehrenden mit den Techniken der Digitalisierung verbunden werden? Welche Synergien ergeben sich durch eine etablierte und regelmäßig eingesetzte Methode – wie dem klassischen Arbeitsblatt und seiner digitalen Weiterentwicklung? Eine Antwort: das "Virtuelle Arbeitsblatt"! Wir haben einen Prototypen für eine Onlineanwendung entwickelt, die die Herausforderungen eines klassischen Arbeitsblattes mit multimedialen Inhalten und den Optionen der Weiterbearbeitung im Sinne von Open Educational Resources (OER) verbindet.

Virtuelles ArbeitsblattVirtuelles Arbeitsblatt. Lizenz: cc by-sa/2.0/de (Kooperative Berlin)



Warum eigentlich ein Arbeitsblatt?

Seit Jahren, sogar Jahrzehnten, sind Arbeitsblätter im schulischen Kontext ein wichtiges Instrument, mit dessen Hilfe Inhalte und Themen strukturiert aufbereitet werden. Oft mit Schere, Kleber und Kopierer praktiziert, ermöglicht das Arbeitsblatt die Reduktion eines komplexen Sachverhalts und die Fokussierung auf das zu bearbeitende Thema. Es ist eine Entlastung für die Lehrenden bei der Unterrichtsdurchführung, Ergänzung zum Schulbuch und Dokumentation zugleich. Durch diese Komprimierung auf ein (zumeist) DinA4-Arbeitsblatt ist zugleich die Hoffnung verbunden, dass die Lernenden besser die Ergebnisse erfassen und somit eine Lernsteigerung erfolgt.

Doch ein Arbeitsblatt steht auch für hohe Kopierkosten und einen gesteigerten Papierverbrauch. Seine Konzeption und Umsetzung bedeuten für die Lehrenden häufig einen hohen Arbeitsaufwand, da Arbeitsblätter oft neu erstellt werden, Anpassungen und Aktualisierungen zeitraubend sind und das Austauschen von Arbeitsblättern zwischen Lehrenden wenig bis gar nicht stattfindet. Auch finden multimediale Komponenten, wie ein Video oder ein Audio, keine Abbildung bzw. müssen dann in Ergänzung zum Arbeitsblatt organisiert und in den Unterricht eingebunden werden. Und dennoch: Lehrerinnen und Lehrer setzen gerne und oft das "Arbeitsblatt" ein.

Ein Arbeitsblatt wird digital

Genau diese etablierte und weit verbreitete Praxis war der wesentliche Anlass, das Konzept eines "Virtuellen Arbeitsblattes" zu entwickeln. Im Rahmen der von der Werkstatt.bpb initiierten, kollaborativen und offenen Entwicklungsworkshops im Jahr 2013 entstanden zahlreiche Ideen und Projektansätze für offene Materialien und Portale im Sinne von Open Educational Resources (OER). Vor dem Hintergrund und mit dem Anspruch, Materialien mit "freien" Lizenzen anzubieten, sollten Materialien bereit gestellt werden, die sich leicht und intuitiv zu einem Arbeitsblatt konfigurieren lassen. Die wesentlichen Herausforderungen waren nun, dieses Arbeitsblatt onlinebasiert, multimedial, teilbar und bearbeitbar zu gestalten. Form und Format sollen dabei in Analogie zum klassischen DinA4-Blatt – und natürlich auch, ganz wie gewohnt, ausdruckbar – sein.

Anpassen, aktualisieren und teilen

Das Thema Alltagsrassismus dient als Ausgangspunkt für den ersten Prototypen. Dabei stellt die Werkstatt lizenzrechtlich geklärte Materialien, die von den Lehrenden ohne Probleme im Bildungskontext eingesetzt, weiterentwickelt und ausgetauscht werden können, bereit. Aus verschiedenen Materialbereichen – Videos, Grafiken, Erklärtexten, Definitionen und Aufgaben – können sich die Nutzerinnen und Nutzer die passenden Materialien zusammenstellen oder bereits vorliegende Arbeitsblätter anpassen. Die eigene Aufgabe, das eigene Video oder ähnliches können ergänzt werden, um das Arbeitsblatt auf den Wissenstand der Schülerinnen und Schüler oder den thematischen Schwerpunkt des Unterrichts anzupassen. Und natürlich sollen andere auch davon profitieren. Alle Arbeitsblätter werden unter neuen Versionen abgespeichert und der Community umsonst für Bildungszwecke bereit gestellt.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-sa/3.0
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


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Kommentare anderer Nutzer

Regina Schulz | 16.02.2018 um 00:33 [Antworten]

Weitere Prototypes?

Ich wünsche mir weitere Prototypes, innovatives Ausprobieren, Fehler machen, nachhaltig, kooperativ optimieren, repeat. Stehen nächste Prototyping-Projekte an?


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