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30.11.2007

Glossar

Glossar E - H

Einbürgerung:
Ausländer, die in Deutschland leben, die keine Staatsangehörigkeit haben, können die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Damit der Antragssteller eingebürgert werden kann, muss er bestimmte Auflagen erfüllen. So muss er zum Beispiel in Deutschland wohnen, für sich selbst sorgen können und er darf keine Straftaten begangen haben. Kinder ausländischer Eltern erwerben mit der Geburt das Recht auf die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit acht Jahren in Deutschland wohnt.

Einbürgerungstest:
Ein Einbürgerungstest ist eine Prüfung, bei der die politische und ethische Gesinnung, sowie bestimmtes staatsbürgerliches Wissen eines Antragsstellers abgefragt werden. Der Test wird in der Regel von einer Behörde, die über die Einbürgerung zu entscheiden hat, abgenommen. Abgefragt werden in den meisten Ländern Kenntnisse in Bezug auf die jeweiligen Werte, die Geschichte, die Kultur und das Staatswesen des jeweiligen Landes. Außerdem sollten Antragsteller für die deutsche Staatsangehörigkeit einen Sprachtest absolvieren, der sicherstellen soll, dass sie über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Die Durchführung dieser Einbürgerungstests ist umstritten. Die Fragen seien einseitig und voller Vorurteile formuliert.

Einwanderung:
Einwanderung bezeichnet den dauerhaften Eintritt einer Person in ein Land, welches nicht ihr Heimatland ist. Besonders geprägt von dem Phänomen der Einwanderung ist die USA. Neben Kanada und Australien bilden die Vereinigten Staaten eines der "klassischen" Einwanderungsländer.

Einwanderungsland:
Die Bundesrepublik Deutschland kann im Jahr 2007 sicher als Einwanderungsland bezeichnet werden. Wanderungsbewegungen in der Vergangenheit und Gegenwart haben dazu geführt, dass die deutsche Gesellschaft heute eine ähnliche ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt aufweist wie andere Einwanderungsgesellschaften. "Die Kommission stellt fest, dass Deutschland – übrigens nicht zum ersten Mal in seiner Geschichte – ein Einwanderungsland geworden ist" [Bericht der Unabhängigen Kommission Zuwanderung, 2001. Vorsitz: Prof. Dr. Süssmut]

Ethnisierung:
Begriff aus der Rasseforschung, der einen Diskurs beschreibt, durch den Personen wegen ihres Aussehens oder ihrer Lebensgewohnheiten einer homogenen Gruppe zugeordnet werden können. "´Ethnisierung´ ist ein sozialer Ausgrenzungsmechanismus, der Minderheiten schafft, diese (fast immer) negativ etikettiert und damit die Privilegien einer herrschenden Mehrheit zementiert."

Familiennachzug:
Grundsätzlich ist ein Familiennachzug bei Ausländern mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis zur Herstellung und Wahrung der familiären Lebensgemeinschaft in Deutschland möglich, wenn ausreichender Wohnraum vorhanden und der Lebensunterhalt gesichert ist. Die Familie bildet einen wichtigen Integrationsfaktor. Deshalb ist der Nachzug der Kernfamilie für eine gelingende Integration der Einwanderer als wichtig zu erachten.

Flüchtling:
Flüchtlinge sind Menschen, die aus "begründeter Furcht vor Verfolgung wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung" fliehen und nicht zurück in ihr Herkunftsland können.

"Forum Integration": Das "Forum Integration" bietet ein Dach für Veranstaltungen zu den unterschiedlichen integrationspolitischen Themen und Fragestellungen des Nationalen Integrationsplans. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich hier über ihre Erfahrungen austauschen.

Fremdenfeindlichkeit:
Fremdenfeindlichkeit wird sehr allgemein als eine Verhaltensweise oder Einstellung anderen Menschen oder gegenüber verstanden, die sich als fremd klassifizieren lassen. Fremdenfeindlichkeit richtet sich gegen Menschen, die sich durch Herkunft, Nationalität, Religion oder Hautfarbe von der eigenen Umwelt unterscheiden. Sie äußert sich in Ausgrenzung, tätlichen Angriffen, systematischer Vertreibung bis hin zur Ausrottung.

Gastarbeiter:
Der Begriff Gastarbeiter wurde in den 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland geprägt. Der gewählte Begriff des Gastes ist missverständlich, da er suggeriert, dass eine Rückkehrabsicht besteht. Im Gastland Deutschland war nur ein vorübergehender Aufenthalt zur Leistung von Arbeit vorgesehen. Auf der anderen Seite ist es wohl kaum die Aufgabe eines Gastes, für seinen Aufenthalt die Gegenleistung der Arbeit zu erbringen. Mittlerweile ist der Begriff Gastarbeiter für die ursprünglich gemeinten Personen nicht mehr zutreffend und kaum noch gebräuchlich. Stattdessen wird von ausländischen Mitbürgern gesprochen, ungeachtet dessen, ob sie deutsche Staatsbürger sind.

Genfer Flüchtlingskonvention:
Die Genfer Flüchtlingskonvention dient zur Entwicklung eines international gültigen Rechts, das im Kriegsfall den Schutz von Zivilbevölkerung, Flüchtlingen oder Kriegsgefangenen festlegt. Kriegsgefangene dürfen zum Beispiel weder gefoltert noch getötet werden. Verstößt ein Staat gegen diese Vorschriften, so kann er vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag angeklagt werden. Fast alle Staaten der Erde haben die betreffenden Verträge inzwischen unterschrieben.

Ghetto/Ghettoisierung:
Der Begriff "Ghetto" wird heute in Bezug auf Stadtviertel verwendet, dessen Bewohner besonderen ethnischen oder sozialen Gruppen angehören. In der Vergangenheit war das Leben in Ghettos meist staatlich erzwungen und räumlich auf bestimmte städtische Gebiete beschränkt. Heute wird der Begriff allerdings nicht mehr allein zur Kennzeichnung räumlicher Einschränkungen benutzt, sondern beschreibt zusätzlich auch die Einschränkung der "Ghetto-Bewohner", denen durch ihre Lebenssituation die Teilhabe an geistigem, politischen oder kulturellem Leben der Gesamtgesellschaft nicht möglich ist, oder die als Minderheiten diskriminiert werden.

Green-Card-Initiative:
Bei der Green-Card handelt es sich um zwei Verordnungen, welche die Arbeitsaufnahme und den Aufenthalt ausländischer IT- Spezialisten regeln. Sie wurde vom Arbeitsamt vergeben. Die erste Green-Card ging an einen 25-jährigen indonesischen IT-Spezialisten. Zum 31.12.2004 ist die Green-Card-Initiative ausgelaufen, nachdem insgesamt rund 3000 Green-Cards vergeben wurden. An ihre Stelle sind die Bestimmungen des -> Aufenthaltsgesetzes getreten, die Hochqualifizierten Ausländern die Zuwanderung ermöglichen, wenn ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegt, die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat und davon auszugehen ist, dass die -> Integration und die Sicherung des Lebensunterhalts ohne staatliche Hilfe gewährleistet ist. Diese Gruppe von Menschen kann in besonderen Fällen von Beginn an eine -> Niederlassungserlaubnis erhalten.

Quellen:

Bundeszentrale für politische Bildung: Migration und Bevölkerung, www.migration-info.de
Die ZEIT, Nr. 45, 31.Oktober 2007, S. 57
Hanisauland: Einbürgerung, www.hanisauland.de
Hanisauland: Genfer Konvention www.hanisauland.de
(Alle Quellen: Stand 06.12.07)