Turnschuhe

30.11.2007

Glossar

Glossar O - Z

Parallelgesellschaft:
Der Begriff der Parallelgesellschaft wird in Deutschland häufig verwendet und steht in der öffentlichen Debatte für die Vorstellung von ethnisch homogenen Bevölkerungsgruppen, die sich räumlich, sozial und kulturell von der Mehrheitsgesellschaft abschotten. Der Begriff impliziert zugleich massive Kritik an der Lebensweise von Migrantinnen und Migranten und enthält die Forderung nach kultureller -> Assimilation.

Rassismus:
Rassismus ist eine Form der Fremdenfeindlichkeit, die sich auf tatsächliche oder behauptete Rassenunterschiede stützt. Die rassistische Ideologie dient der Legitimation von Herrschaft über andere Menschengruppen, indem man diese als minderwertig bezeichnet und sie diskriminiert. Rassisten behaupten, dass Menschen sich nicht nur in ihren biologischen Merkmalen, z.B. Hautfarbe, unterscheiden, sondern dass ihr gesamtes Wesen von ihrer "Rassezugehörigkeit" geprägt sei. Damit verbunden ist auch der Glaube, die "eigene Rasse" sei höherwertig.

Rat für Migration:
Der RfM ist ein bundesweiter Zusammenschluss von rund 35 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e.V.). Der Rat sieht seine zentrale Aufgabe in einer öffentlich kritischen Begleitung der Politik in Fragen von Migration und Integration. Er setzt sich seit rund einem Jahrzehnt in seinen Publikationen, Auftritten in der Öffentlichkeit und Stellungnahmen in den Medien für eine differenzierte Politik in Deutschland ein, die Migration und Integration aktiv und weitsichtig gestaltet.

Rechtsextremismus:
Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für politische Handlungsweisen und Ideologien, die den demokratischen Verfassungsstaat offen oder verdeckt ablehnen. Rechtsextremismus impliziert den Willen, die demokratische Grundstruktur abzuschaffen.

Rückkehrförderungsgesetz:
Die Regierung Kohl verabschiedete 1983 das so genannte Rückkehrförderungsgesetz, das finanzielle Anreize für die Heimkehr von Gastarbeitern und ihren Familien bot. Das Gesetz wurde neben ökonomischen Erwägungen auch im Hinblick darauf verabschiedet, dass man der vorwiegend türkischen Bevölkerungsteilen die Fähigkeit zur Integration in ein christlich geprägtes westeuropäisches Land absprach. Das Gesetz hatte nur relativ wenig Erfolg. Das Rückkehrförderungsgesetz hat vermutlich in erster Linie die Entscheidungen von Personen beeinflusst, die sowieso vorhatten, die Bundesrepublik zu verlassen.

Segregation/Ausgrenzung:
Dies beschreibt einen Prozess der Homogenisierung von Bevölkerungsgruppen und Nachbarschaften. Ein Resultat von stark ausgeprägter Segregation ist die Ausbildung charakteristischer Stadtviertel. Segregation wird somit auch als eine Trennung von Bevölkerungsgruppen aus religiösen, ethnischen oder sozialen Gründen definiert.

Spätaussiedler:
Eine besondere Zuwanderergruppe bilden die in Deutschland aufgenommenen Spätaussiedler. Hierbei handelt es sich um Personen deutscher Herkunft, die in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion und in den anderen ehemaligen Ostblockstaaten leben. Spätaussiedler wurden in Folge des Zweiten Weltkrieges auf Grund ihrer deutschen Volkszugehörigkeit in den Siedlungsländern massiv verfolgt. Sofern Nachwirkungen von Benachteiligungen auch heute noch wirksam sind, können die Betroffenen und ihre Familienangehörigen, die nicht selbst als deutsche Volkszugehörige gelten, in einem speziellen Aufnahmeverfahren in Deutschland aufgenommen werden und erwerben mit Ausstellung von Spätaussiedlerbescheinigungen kraft Gesetzes die -> deutsche Staatsangehörigkeit.

Zuwanderung:
Mit Zuwanderung wird der Zuzug von Personen aus dem Ausland bezeichnet, die dauerhaft in Deutschland leben wollen. Die Zuwanderung nach Deutschland regelt das -> Zuwanderungsgesetz. Bürger aus anderen EU-Staaten wandern gewöhnlich nach Deutschland, aber nicht ein, denn sie behalten meist ihre eigene Staatsangehörigkeit. Der Zuwanderer bleibt rechtlich Ausländer. Zuwanderung ist sowohl legal als auch illegal möglich (Illegale Zuwanderung meint somit die Einreise ohne Aufenthaltserlaubnis).

Zuwanderungsgesetz:
Das Zuwanderungsgesetz (Gesetz zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung und zur Regelung des Aufenthalts und der Integration von Unionsbürgern und Ausländern) regelt wesentliche Teile des deutschen Ausländerrechts neu. Das Zuwanderungsgesetz wurde am 5. August 2004 verkündet und trat am 1. Januar 2005 in Kraft. Diskussionen und politische Auseinandersetzungen hierzu erfolgten in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2004. Für die illegale Migration enthält das Gesetz die entsprechenden Strafbestimmungen, auch illegal Eingereiste können aber – sofern sie sich bei den Behörden melden – unter Umständen Flüchtlingsschutz oder eine Duldung beanspruchen.

Quellen:

Aufenthaltstitel Online: Segregation, www.aufenthaltstitel.de
Hanisauland: Rechtsextremismus, www.hanisauland.de
Quantara: Türkische Diaspora in Deutschland, www.qantara.de
Rat für Migration: http://www.rat-fuer-migration.de/


(Alle Quellen: Stand 06.12.07)