Turnschuhe

15.1.2008

Literatur und Medientipps

Jugendbücher zum Thema Ausgrenzung und Integration

Abdel-Fattah, Randa: Und meine Welt steht kopf, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2007.
Amal, deren Name so lange ist wie ein Rattenschwanz, ist 16 und entscheidet sich in den Ferien, den Hijab zu tragen. Ihre Eltern sind religiös, aber sehr liberal und raten ihr, diesen Schritt gut zu überlegen. Der Hijab ist nicht nur ein Stück Tuch, er ist ein Bekenntnis zur islamischen Religion, er ist ein Zeichen des islamischen Terrorismus - ganz wie man es sehen will. Als einzige Muslima der Schule, die das Tuch trägt, fällt sie auf, eckt sie an und hat es nicht gar so leicht damit. Die Parallelhandlung erzählt von einer nicht so liberal erzogenen Muslima, deren Eltern sie andauernd verheiraten wollen, obwohl sie erst 16 ist und beste Noten in der Schule schreibt. Sie möchte Anwältin werden, was unmöglich scheint.

Alanyali, Iris: Die Blaue Reise: und andere Geschichten aus meiner deutsch-türkischen Familie, Reinbek: Rowohlt, 2006. Eine deutsche "Expertin in Sachen Parallelgesellschaft" schreibt einen Bildungsroman ihrer deutsch-türkischen Familie auf der Suche nach ihrem Türkischsein. Als Tochter eines türkischen Architekten wächst die Autorin auf wie eine Durchschnittsdeutsche. Als sie jedoch zum Studium nach Berlin zieht wird sie aufgrund Ihres Namens ständig zur Türkin "gemacht2. Das Buch ist keine "langweilige Immigrantenliteratur" (wie sie die Autorin gering schätzt, S. 212), sondern die Geschichte einer "sensationell untypischen Türkin, die weder aus einer Groß- noch aus einer Arbeiterfamilie kam und noch nie in ihrem Leben als Kanakin oder Türkensau beschimpft worden war" (S. 205).

Aygen-Sibel Celik: Seidenhaar, Wien: C. Ueberreuter Verlag 2007.
"Kopftuch in der Schule. Pro und Kontra." Bei einer Diskussion im Gesellschaftslehre-Unterricht geraten die türkisch-stämmigen Mädchen Canan und Sinem heftig aneinander. Während Canan seit ein paar Jahren aus persönlicher Überzeugung ein Kopftuch trägt, besteht die islamische Religion für Sinem nur noch aus unnützen Zwängen. Wie die meisten ihrer MitschülerInnen kann sie nicht verstehen, dass Canan ihren Schleier freiwillig trägt und nicht, weil ihre Eltern das vielleicht so wollen. Wenig später plagt Sinem zwar ein schlechtes Gewissen, doch die Wut auf das Kopftuch als Symbol für die Unterdrückung der Frau ist grösser. Das ändert sich, als sie erfährt, dass Canan spurlos verschwunden ist. In der Hoffnung die frühere Sandkasten-Gespielin rasch zu finden, beteiligt Sinem sich an der Suche nach Canan, besucht deren Familie – und die Koranschule. Ein spannend zu lesendes Buch, das zu mehr Toleranz in Glaubensfragen aufruft und kein bisschen belehrend daher kommt – auch wenn es darin (nicht zuletzt dank des umfangreichen Glossars) sehr viel Interessantes über den islamischen Glauben zu erfahren gibt.

BenJelloun, Tahar: Papa, was ist ein Fremder? Gespräch mit meiner Tochter, Rowohlt 2000.
Papa, sag was ist ein Fremder? Diese naive Frage seiner zehnjährigen Tochter war der Zündfunken für den heute in Frankreich lebenden marokkanischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun. Auf der Suche nach der richtigen Antwort entwickelt sich ein Gespräch zwischen Vater und Tochter, das rasch von Ausländern, Fremde über Vorurteile bis zu Rassismus und Genozid führt. Tahar Ben Jelloun geht sensibel mit Begriffen wie zum Beispiel Antisemitismus um. Er versucht seiner Tochter zu erklären, was sich dahinter verbirgt, auch wenn es für das Mädchen mitunter schwer nachzuvollziehen ist, wie engstirnig Menschen denken können. Es ist ein wichtiges Anliegen des Buches, den Blick kleiner Kinder zu weiten und ihnen ein Beispiel an Toleranz vorzuleben, ein Verständnis, das Andersartigkeit akzeptiert und darauf Rücksicht nimmt. Kein Wunder, daß das feinfühlige Gespräch mit den klar verständlichen Erläuterungen zwischenzeitlich in Frankreichs Schulen zur Pflichtlektüre gehört, denn es bietet zum einen interessierten Schülern eine Menge Antworten und den Lehrern eine fundierte Diskussionsgrundlage.

Boie, Kirsten: Alhambra, Hamburg: Oetinger 2007.
Gerade war Boston noch mit seinen Mitschülern auf dem arabischen Seidenmarkt in Granada. Plötzlich ist alles anders: Durch ein Tor in der Zeit ist Boston im Jahr 1492 gelandet. Dort wird es für ihn lebensgefährlich. Er erweckt Misstrauen am spanischen Königshof und auf der Alhambra gerät er in die grausamen Fänge der Inquisition. Doch zwei neue Freunde, Tariq und Salomon, als Muslim und Jude selbst bedroht, stehen ihm in dieser fast ausweglosen Situation bei. Aber die Rückkehr Bostons hängt nicht nur davon ab, ob er den Schlüssel zur Gegenwart findet, sondern auch von der Entdeckung Amerikas ...

Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen e.V. (Hrsg.): Das Andere anders sehen - Begegnungen im Alltag. Ausgewählte Erzählungen, Bonn: Free-Pen-Verlag 2003.
In diesem Band sind die Erzählungen veröffentlicht, die von der Jury aus den eingesandten Prosawerken ausgewählt wurden. Erzählungen sollen aufklären, das Miteinander fördern, mit einem Wort: Brücken zwischen den Kulturen bauen.

Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen e.V. (Hrsg.): Das Andere anders sehen - Begegnungen im Alltag. Bd. 2:Ausgewählte Gedichte, Bonn: Free-Pen-Verlag 2003.
In diesem Band sind die Gedichte veröffentlicht, die von der Jury aus den eingereichten Texten ausgewählt wurden. Lyrik soll aufklären, das Miteinander fördern, mit einem Wort: Brücken zwischen den Kulturen bauen.

Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen e.V. (Hrsg.): Das Andere anders sehen - Begegnungen im Alltag. Ausgewählte Kinder- und Jugendgeschichten, Bonn: Free-Pen-Verl. 2003.
In diesem Band sind die vier von der Jury ausgewählten Geschichten veröffentlicht. Dieser Band Jugendliteratur baut Brücken zwischen den Kulturen. Er ist ein literarischer Beitrag zum Miteinander und Zusammenwachsen unserer Gesellschaft.

Çelik, Hidir E.: Der kleine Fisch auf der Flucht. Ein philosophisches Märchen für Erwachsene und Jugendliche, Bonn: Free Pen Verlag 2000.
Der kleine Fisch lebt in einem Fluß in der Region Dersim, am Fuße der kurdischen Berge. Dort, wo nach der Legende das biblische Paradies lag. Die Gegend hat nichts paradiesisches mehr. Krieg und Umweltzerstörung haben sie in einen Ort verwandelt, an dem mit dem Bewohnern selbst die Hoffnung gestorben ist. Der kleine Fisch, ohne Familie oder Freunde, findet in einem Vogel einen neuen Freund. Beide machen sich auf den Weg über den Lauf des Euphrat zum persischen Golf, in der Hoffnung eine bessere Welt zu finden.

Dinev, Dimitré / Hackl, Erich / Hadzibeganovic, Alma / Janisch, Heinz / Vertlib, Vladimir / Welsh-Rabady, Renate / Zettel, Christa: tandem. Polizisten treffen Migranten. Literarische Protokolle, Wien: Mandelbaum 2006.
"Der Mensch lernt ein Leben lang." Und so wie Mathematik und Biologie kann man auch lernen, dass MigrantInnen und Flüchtlinge keine Zahlen und Quoten sind, sondern ein Nervensystem und einen Verdauungsapparat, ein Herz, eine Geschichte, einen Beruf und einen Namen haben. Das meiste Wissen zu diesem Thema haben die Menschen allerdings aus Tageszeitungen. Doch was für ein Wissen ist das! So weiß der Mensch von heute über alles in der Welt Bescheid, ohne den mühsamen Weg der Erkenntnis zu gehen, ja sogar ohne die große Welt zu kennen. Die Leute vom IZKS (Internationales Zentrum für Kultur und Sprachen) wissen, dass der Mensch von heute schon sehr viel weiß und dass dieses Wissen ihm oft im Wege steht. In diesem Sinne leiten sie seit mehreren Jahren Lehrgänge und Seminare zur Migrationsthematik, Interkulturalität und Kommunikation. In den Beiträgen zu diesem Buch porträtieren die sieben AutorInnen jeweils ein sogenanntes Tandem-Paar. Bei diesem Projekt begegnen Polizisten zugewanderten Menschen, um sich gemeinsam in verschiedenen Aktivitäten über Identität, Kulturunterschiede, Vorurteile, Rassismus auszutauschen. Die entstandenen literarischen Texte sind höchst unterschiedlich und zeigen doch ein eindrucksvolles Bild, das sowohl die sozialen und politischen Probleme abbildet, als auch ein zukunftweisendes Modell für einen schwierigen Dialog aufzeigt.

Dobers, Jakob, Leupold, Rainer: Falsche Russen im Buch, Berlin: Kookbooks 2004.
Anrührend und hinreißend komisch sind diese Geschichten des Ausnahmetalents Jakob Dobers, der als Kopf der Berliner Band »Zimtfisch« seit Jahren musikalische Erfolge feiert. Wanja, Sonja und Dimitri heißen die Protagonisten seines ersten Erzählbandes. Als »Falsche Russen« und Schiffbrüchige des ganz normalen Wahnsinns probieren sie sich an der eigenen Identität und an Antworten auf die drängende Frage, warum sie voneinander nicht loskommen können. Mit kongenialem Witz und Liebe für all die winzig-riesenhaften Unbilden und Schönheiten des Alltags übersetzt Rainer Leupold ihre Suche in farbenprächtige Bilder. So sind Wanja, Sonja und Dimitri unterwegs, ohne wissen zu müssen, wohin ihre Reise eigentlich gehen soll.

Farsaie, Fahimeh: Eines Dienstags beschloss meine Mutter Deutsche zu werden, Königsstein: Helmer 2006.
Was ist eigentlich "deutsche Lebensart"? Je mehr sich Sima Khanoom um ihre "Deutschwerdung" bemüht, desto verwirrter ist sie. Doch dann lernt sie Herbert Weigel kennen. Der alleinstehende Nachbar mit einem Faible für Friedhöfe und Brahms führt Sima in die deutsche Kultur ein. Sie tritt seiner Kröten-Rettungsgruppe bei und plant den Auftritt der Kölner Wasserkarnevalisten. So wird Vater Abbas´ »warmer und heller Familienhort« auf eine harte Probe gestellt. Aus Protest gegen Simas neue deutsche Lebensweise wendet er sich islamischer Mystik zu. Während Sima in der Küche deutsche Märchen liest und gnadenlos Ordnung hält, vollzieht ihr Gatte Abbas im Wohnzimmer seine Verwandlung zum Derwisch. Mittendrin ist Tochter Roya zwischen der Wiederherstellung des Familienfriedens und ihrem Buchhändler-Freund Peter mit dem 0/1-Verstand hin- und hergerissen. Und (fast) allen entgeht, dass Sohn Reza bei seinem Freund Kai nicht nur Chemie lernt.

Frey, Jana: Ich, die Andere, Bindlach: Loewe Verlag 2007.
Kelebek ist eine deutsche Türkin. Sie liebt Istanbul, ihre Familie, besonders ihren Bruder Sercan...und Janosch. Die erste zarte Liebe, von der sie niemanden etwas erzählen kann und darf. Doch ihr Bruder Sercan - der ihr bislang so nahe stand wie kein anderer Mensch - bemerkt etwas von der wunderbaren Liebe zwischen Kelebek und Janosch. Blind vor Hass auf Janosch und auf Kelebek gerät sein Handeln und Denken völlig außer Kontrolle. Obwohl Kelebeks Eltern die Beziehung ziwschen Janosch und Kelebek akzeptieren würden, muss sie doch für längere Zeit in die Türkei - zu einer Tante, die dann in einer grausamen und erschütternden Situation etwas in Erfahrung bringen soll. Doch Kelebek kommt zu Janosch zurück und flieht mit ihm. Sercan wird nur noch von Hass gesteuert und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Guène, Faïza: Paradiesische Aussichten, Hamburg: Carlsen 2006.
Faïza Guène, in Frankreich geborene Tochter einer algerischen Einwandererfamilie, vermittelt in ihrem ersten Roman viel von der Wut, dem Frust und der Perspektivlosigkeit jener französischer Jugendlicher aus sozial schwachen Verhältnissen, die in den Randbezirken der Hauptstadt vor einigen Monaten in einer Welle der Gewalt eskalierte. "Cité du Paradis" nennt sich der Stadtteil von Paris, in dem die fünfzehnjährige Doria mit ihrer Mutter wohnt. Doch das Leben dort ist alles andere als paradiesisch. Vor ein paar Monaten ist Dorias Vater nach Marokko zurückgekehrt – wegen einer jüngeren, "fruchtbareren" Frau, wie Doria vermutet. Die Mutter, die weder lesen noch schreiben kann, arbeitet für einen Hungerlohn als Zimmermädchen in einem Hotel. Und Doria? Sie bringt die Tage mehr schlecht als recht hinter sich. In einer sehr direkten, zuweilen auch derben Sprache lässt die zwanzigjährige Autorin Doria durchaus humorvoll über ihren Alltag in der vornehmlich von arabisch-stämmigen Familien bewohnten Pariser Banlieu berichten.

Heyne, Isolde: Yildiz heißt Stern, Würzburg: Arena Verlag 1994.
Yildiz ist ein junges Mädchen, das in Deutschland lebt. Sie hat einen älteren Bruder namens Murat. Ihre Familie hat einen Gemüseladen und ihr Leben ist ganz normal, bis Yildiz eines Tages von Skinheads angegriffen wird. Als die Eltern das erfahren, möchten sie in die Türkei zurückkehren und dort leben. Während der Vater und Yildiz in die Türkei fahren, um ein Grundstück für das Haus, das sie bauen möchten, zu suchen, hat Murat mit den Skinheads Streit und tötet einen Skin. Das Gericht verurteilt Murat zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Das Haus, das in der Türkei gebaut wird, soll in einem Jahr fertig sein. Yildiz` Eltern haben sich vorgenommen, dass sie erst im darauffolgenden Jahr zurückfahren werden. Yildiz freut sich über diese Entscheidung und denkt sich, dass sie in diesem einen Jahr ihre Türkischkenntnisse verbessern kann. Yildiz' Schwierigkeit ist, dass sie selber nicht weiß, wo sie hingehört. Sie spricht und denkt auf Deutsch. Sie spricht nur schlecht Türkisch und kann überhaupt nicht verstehen, warum die Skinheads sie bedrohen.

Hicyilmaz, Gaye: Du wirst mich schon finden, Münschen: Dtv 2000.
Die Protagonistin des Buches ist Selda, ein 12-jähriges türkisches Mädchen, das sich in zwei komplett unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Leben zurechtfinden muss. Selda kannte bis jetzt nur ihr türkisches Dorf, wo sie viele Freundinnen und Freunde hatte, als intelligent galt und mit strengen Moralvorstellungen erzogen wurde. Ihr Vater lebt seit ein paar Jahren mit ihren Brüdern in der Schweiz und arbeitet hart, um den Rest seiner Familie in die Schweiz bringen zu können. Eines Tages ist es dann so weit und die Mädchen (Selda, ihre zwei älteren Schwestern und ihre Mutter) bekommen die Flugtickets, um in die Schweiz zu ziehen. Plötzlich ist Selda nicht mehr das intelligente Mädchen, das doch so viel weiß. Jetzt ist sie nur mehr "Ausländerin", von der Sprach-Barriere gehindert, den Leuten ihr wahres Ich zu zeigen. Doch Selda ist stur und motiviert, allen zu zeigen, was sie drauf hat. Auf ihrem Weg lernt sie den illegalen Einwohner Ferhat und die Tochter des Arbeitsgebers ihres Vaters Giselle kennen. Die Personen entwickeln sich alle vom Anfang an weiter, lernen aus ihren Fehlern, und wirken am Endeteils erwachsen, teils mehr informiert über die Welt und wie sie Sachen empfinden. Jeder der Charaktere in diesem Buch spielt eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung. Das Buch vermittelt, dass jede Kultur und jeder Menschetwas zu bieten hat

Hornfeck, Susanne: Ina aus China, München: Dtv 2007.
1937 kommt die 7-jährige Chinesin Yinna aus Shanghai nach Brandenburg, um bei der Offizierswitwe Frau von Steinitz in Sicherheit zu leben. Doch der Krieg holt Yinna in Europa ein. Nach einer wahren BegebenheitAls Siebenjährige kommt die Chinesin Yinna 1937 aus dem von den Japanern besetzten Schanghai nach Brandenburg und lebt als Pflegekind bei der verwitweten Frau von Steinitz. Ihr Vater, ein Freund der Familie von Steinitz, möchte das kleine Mädchen vor dem Krieg in Sicherheit bringen. Doch bald greift der Krieg ein zweites Mal in das Leben von Ina, wie sie in Deutschland genannt wird, ein. Der Roman erzählt von den Eingewöhnungsschwierigkeiten und dem Alltag einer jungen Ausländerin in einer nazideutschen Kleinstadt zwischen 1937 und 1944, blendet aber auch zurück in die Schanghaier Kindheit und in das Peking der Jahrhundertwende. Im Verlauf ihres wechselvollen Lebensweges beginnt Ina zu begreifen, dass Begriffe wie "Freund", "Feind", "Heimat" im persönlichen Leben etwas ganz anderes bedeuten können als in der großen Politik.

Jeier, Thomas: Emmas Weg in die Freiheit, Wien: Ueberreuter 2006.
Thomas Jeier, ein erfolgreicher deutscher Kinderbuchautor, thematisiert in seinem Buch die Auswanderungswelle zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Amerika und den harten Kampf ums Überleben in der neuen Heimat. 1909 macht sich die 17-jährige Emma mit dem Schiff von Deutschland auf den Weg nach New York. Wie die meisten Auswanderer hofft sie auf ein besseres und begüterteres Leben in der neuen Heimat. Doch die Verwirklichung dieses Traums ist schwerer als angenommen und Emma stehen harte Zeiten bevor. Arbeit bekommt sie zuerst nur in einer der vielen Nähfabriken, in denen die meist eingewanderten Arbeiterinnen ausgebeutet und schlecht behandelt werden. Deswegen schließt sich Emma der Gewerkschaft und dem Streik an und kämpft an der Seite ihrer sozialistischen Mitstreiterinnen für bessere Arbeitsbedingungen und die Gleichberechtigung der Frauen.

Köster, Friederike / Nickel, Artur (Hgg.): Kinder & Jugendliche zwischen den Kulturen, Vechta: Geest 2005.
Hier haben Jugendlich Antworten zur Frage "Wie fremd oder doch daheim fühlt ihr euch in eurer Stadt?" formuliert. Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund fühlen sich in gleichem Maße wohl und unwohl in ihrer Stadt. Entscheidendes Moment dabei ist, wie weit ihnen Menschlichkeit in der Form von Freunden und/oder Familie begegnet. Unüberhörbar ist, wie sehr sie darum ringen, trotz aller Schwierigkeiten und persönlichen Umbrüche wirklich akzeptiert und ernst genommen zu werden. Als offenes Projekt konzipiert, ist das Buch eine Einladung der Jugendlichen an die Erwachsenenwelt zu einem Dialog, wo auch immer es um ihre Belange geht: in der Verwaltung, der Politik, der Wirtschaft, den Schulen und in den Elternhäusern. Der Bedarf ist da. Es ist nun die Sache der Erwachsenen das, was in dem Buch steht, anzunehmen und mit den Jugendlichen gemeinsam den Blick nach vorn zu richten.

Maslowska, Dorota: Schneeweiß und Russenrot, Köln: Kiepenheuer und Witsch 2004.
In einer völlig neuen Sprache, die kreativ mit Regeln spielt, gelingt Dorota Maslowska ein ganz erstaunliches, zwischen poetisch und schmutzig, nostalgisch und rebellisch changierendes literarisches Porträt der Subkultur in einer heutigen polnischen Stadt. Erzählt wird die Geschichte von Andrzej, genannt der Starke, der von seiner Freundin verlassen wird und dies von seinen Freunden erfährt, während sich Polen auf einen neuen Krieg gegen Russland vorbereitet. Auf der Suche nach Speed lässt er sich mit verschiedenen Frauen ein, verliert seinen Hund, fährt ans Meer, wird verhaftet und verhört, kommt ins Krankenhaus. Dorota Maslowska landete mit ihrem Debüt einen überraschenden Bestsellererfolg. Wie Irvine Welsh, Mian Mian und Nick McDonell schreibt sie abseits des literarischen Mainstreams und fasziniert damit ein ganz neues Lesepublikum.

Noziere, Jean-Paul: Total verrückt, München: Terzio 2006.
Ein packender Jugendroman, der stellvertretend für Integrationsschwierigkeiten und ausländerfeindliche Bewegungen in ganz Europa steht. Jean-Paul Nozière erzählt eindringlich von einer arabischen Migrantenfamilie, die auf der Suche nach Zukunft mit dem in der Vergangenheit Erlebten fertig werden muss. Die französische Originalausgabe "Maboul à zéro" wurde 2005 auf der Leipziger Buchmesse mit dem Prix des lycéens allemands ausgezeichnet.

Steinmetz, Heike: Migration in der Karikatur. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der 3. Bonner Buchmesse Migration 2002., Bonn: Free Pen Verlag 2002.
Das Buch enthält und erläutert Karikaturen aus der Tagespresse von Horst Haitzinger, Jürgen Tomischek, Karl-Heinz Schoenfeld, T. Paßmann und anderen mehr. Es greift dieses Thema in seinen unterschiedlichsten Facetten durch die Bilder der Zeichner auf.